Copyright: ZDF/Julia von Vietinghoff
Copyright: ZDF/Julia von Vietinghoff

Wir lieben das Leben

Tragikomödie

Der pensionierte Oberst Max (Günther Maria Halmer) lässt sich noch lange nicht zum alten Eisen zählen, auch wenn ihn seine Tochter Maria (Petra Schmidt-Schaller) in einer Berliner Seniorenresidenz untergebracht hat. Jetzt hat die engagierte Lehrerin nicht nur mit der Aufsässigkeit ihrer Zehntklässler zu kämpfen, auch ihr Vater sucht sie täglich auf. Doch als sie kurz davor ist, das Handtuch zu werfen, erkennt sie ihre Chance und erhält von unerwarteter Seite Unterstützung.

Video 1: "Tanzprobe"

Video 2: "Alltagshelden"

Video 3: "Alt und jung"

  • ZDF Mediathek, ab Mittwoch, 25. April 2018, 10.00 Uhr

Texte

Stab und Besetzung

Wir lieben das Leben
Tragikomödie
Donnerstag, 26. April 2018, 20.15 Uhr

Stab
Buch_____Gabriela Sperl, Lena May Graf
Regie_____Sherry Hormann
Kamera_____Armin Golisano
Musik_____Riad Abdel-Nabi
Ton_____Rainer Gerlach
Szenenbild_____Christian Goldbeck
Kostüm_____Jessica Specker
Maske_____Peter Bour, Frauke Pira
Schnitt_____Sandy Saffeels
Produktion_____Wiedemann & Berg
Produzentin_____Gabriela Sperl
Produzent_____Quirin Berg, Max Wiedemann
Producerin_____Lena May Graf
Herstellungsleitung_____Sofie Scherz
Produktionsmanagement_____Wolfgang Apel
Redaktion_____Rita Nasser
Länge_____90 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller
Maria Kowalke_____Petra Schmidt-Schaller
Max Schellinger_____Günther Maria Halmer
Moritz_____Taddeo Kufus
Emil_____Claude Heinrich
Tröte_____Gustav Schmidt
Günther Sigmund Gerngross_____Alexander Beyer
Mechthild Singer_____Hildegard Schmahl
Finn_____Ludwig Simon
Bongo_____Mohamed Issa
Charlie_____Jamica Blackett
Nele_____Melina Fabian
Stella_____Ella Morgen
Siggi_____Christoph Letkowski
Milly von Schöndorn_____Valerie Stoll
Frau Martha Glaska_____Kathi Angerer
und andere

Inhalt

Das Gute an einem Tiefpunkt ist, dass man nicht tiefer fallen kann. Das jedenfalls denkt die arbeitslose Maria Kowalke nachdem sie die Scheidung eingereicht hat, ihr fremd gewordener Vater wieder in ihr Leben getreten ist und sie sich beruflich umorientieren muss. Statt Kunsterziehung zu unterrichten, muss Maria, die dringend Arbeit braucht, als Musiklehrerin an einer Sekundarschule einspringen. Die Konzentrationsschwäche und Aufsässigkeit ihrer Zehntklässler lassen Maria schnell an ihre Grenzen stoßen. Doch schlimmer geht immer – zumal ihr Vater, Max Schelling, ein pensionierter Oberst, nicht akzeptieren will, dass sein Zuhause nun eine Berliner Seniorenresidenz ist. Täglich steht er vor Marias Tür, die kurz davor ist, das Handtuch zu werfen. Bis sie erkennt, dass sie die Chance, ihr eigenes Leben und das ihrer Schüler zu verändern, nicht verpassen darf, und dabei von unerwarteter Seite Unterstützung erhält. So nimmt das Leben aller eine glückliche Wendung und das nicht nur, weil die Schulaufführung mit dem neu interpretierten Song "Ich liebe das Leben" ein Knaller wird. Maria ist eine Lehrerin, die sich für ihre Schüler einsetzt, und ihr Vater ein Pensionär, der sich noch lange nicht zum alten Eisen zählt.

Statements der Schauspieler
Petra Schmidt-Schaller und Günther Maria Halmer

Petra Schmidt-Schaller (Rolle: Maria Kowalke )

… über die Vater-Tochter-Beziehung im Film:

"Eltern-Kind-Beziehungen sind wohl die herausforderndsten, da man sich ihnen entweder nur komplett entziehen kann oder die Transformationen, die diese Beziehung erfordern, durchgehen kann.
Maria will eigentlich keinen Kontakt, aber ihr Vater sucht ihn wiederum ganz stark. Maria kann dem nicht ausweichen und in dem Moment, in dem sie spürt, dass ihr Vater nicht nur nutznießt, sondern ihr ein später Vater sein möchte, sie unterstützen möchte, in dem Moment kann sie sich ihm wieder öffnen. "

… über die Lehrerin Maria und ihre herausfordernden Schüler:

"Den Verlauf, den Marias Versuche nehmen, finde ich ganz ermutigend. Sie scheitert zuallererst einmal auf ganzer Linie, mit ihrem renitenten Vater und den sturen Schülern. Solange sie das alles spiegelt und sich genauso verhält, wird die Lage nicht besser. Erst als sie sich wirklich ihren Konflikten mit dem Vater stellt und sich den Schülern zu erkennen gibt, ihnen Aufmerksamkeit schenkt und sie in ihren Stärken sieht, ändert sich die Lage. Ich denke, ihr starker Wille lässt sie nicht aufgeben, aber auch das unbewusste Wissen, dass sie durch diese Lebenssituation wachsen wird."

Günther Maria Halmer (Rolle: Max Schellinger )

... über das Alter und seine Vaterrolle im Film:

"Es ist ja allgemein bekannt, dass man im Alter noch einmal Bilanz über sein Leben zieht und hoffentlich seine Fehler, die man unweigerlich gemacht hat, erkennt. Bei Max ist das sicher genauso, er ist einsam und bereut, wie wenig er sich um seine Tochter und ihre Sorgen gekümmert hat. Das will er wieder gutmachen und natürlich genießt er auch ihre Fürsorge um ihn."

... über den Austausch von Jung und Alt in unserer Gesellschaft:

"Es ist sicher von Nutzen, wenn sich die Generationen austauschen und voneinander lernen. Bei den Alten ist es die Lebenserfahrung, frei von Eitelkeiten, Leidenschaften und falschem Ehrgeiz. Bei den Jungen ist es die Dynamik und die Bereitschaft, Neues zu entwickeln. Jugendliche Naivität kann auch von Vorteil sein, weil man unbekümmert, frei von Vorurteilen und Ängsten alte Gewohnheiten verwirft. Lebenserfahrung, wenn sie vorurteilsfrei der Jugend gegenüber ist, und das positive, kraftvolle Streben der Jugend nach Neuem kann für beide Generationen von Vorteil sein - ein sich gegenseitiges Befruchten."

Audio-Interview mit Günther Maria Halmer

Günther Maria Halmer als pensionierter Oberst im ZDF-Film "Wir lieben das Leben"

Hier können Sie sich das Interview anhören

Teaser: Das Gute an einem Tiefpunkt ist, dass man nicht mehr tiefer sinken kann. Das denkt sich zumindest Maria Kowalke (gespielt von der Goldenen Kamera-Preisträgerin Petra Schmidt-Schaller). Sie hat gerade eine Scheidung hinter sich, muss sich in ihrem Beruf als Lehrerin umorientieren und jetzt kommt auch noch ihr fremd gewordener Vater in ihr Leben. Max Schellinger, gespielt von Günther Maria Halmer, ist ein pensionierter Oberst, der sich noch lange nicht zum alten Eisen zählen lässt. Er will einfach nicht einsehen, dass sein Zuhause jetzt eine Berliner Seniorenresidenz ist und steht bei seiner Tochter ständig auf der Matte. Doch was anfänglich wie eine Last zu wirken scheint, entpuppt sich als Chance aller Beteiligten, ihr Leben von Grund auf zu ändern.
Lydia Bautze hat sich mit Günther Maria Halmer über seine Rolle, das Militär und seinen Erfahrungsschatz als Schauspieler unterhalten.

Herr Halmer, Sie spielen im Film den pensionierten Oberst Max Schellinger. Was ist das für ein Mensch?  

Das ist ein Oberst. Ich war ja auch mal beim Militär. Ich weiß, was ein Oberst für eine Position hat und wie sehr man stramm steht, wenn so einer kommt und wie man grüßt, wenn einer mit diesen drei Sternen kommt, mit Eichenlaub. Also ein wichtiger Mensch, der natürlich beim Militär, noch mehr als vielleicht im Beamtenleben, eine Macht hat. Wenn der dann pensioniert wird, verliert der natürlich einen großen Teil seiner Macht. Außer seiner Pension hat er nichts mehr. Das trifft einen natürlich. (0:30)

Welche Entwicklung macht Max Schellinger im Film durch?   

Wenn jemand ein Berufssoldat war, dann ist es auch so, dass der natürlich eine bestimmte Haltung zum Leben hat und zur Disziplin. Die galt es zu spielen und nachzudenken, wie sich das im Privatleben ausdrückt. Diese starre Haltung und dieses einsame Altwerden haben ihn natürlich etwas verknöchert. Er wird dann so langsam mit der Gattin und mehr noch mit seiner Tochter und mit dem Jungen vor allen Dingen weich und versteht plötzlich auch die junge Generation. (0:34)

Die Rolle bietet für die Zuschauer auch die Möglichkeit sich zu identifizieren, oder?

Es ist immer ein Ziel von mir, eine Rolle so zu spielen, dass die Leute sie nachvollziehen können und sich mit ihr identifizieren können. Ich meine grundsätzlich mein Ziel insgesamt, wenn ich spiele ist, dass ich so wahrhaftig wie möglich bin, dass die Leute nicht das Gefühl haben, dass sich da einer wichtig macht, sondern mit dem können sie etwas anfangen, mit dem, was man ihnen da zeigt. Das ist eines der wesentlich entscheidenden Ziele, die ich beim Drehen habe. (0:25)

Hat Ihr militärischer Hintergrund bei der Vorbereitung auf den Film geholfen?

Ich bin alles andere als so ein disziplinierter Mensch, aber ich habe natürlich durch das Militär gelernt, wie man auf Vorgesetzte reagiert, wie stramm man zu stehen hat. Auch durch meinen Vater kenne ich Disziplin und Menschen, die einfach nur sagen, so geht’s und so geht’s nicht, nur das ist korrekt und das andere ist unkorrekt. Das muss man dann als Teil seiner Lebenserfahrung und als Teil seines leicht gebrochenen Charakters – ein Schauspieler hat, wenn er einigermaßen Talent hat, keinen ganz klaren Charakter, sondern gern Brüche in seinem Wesen – also man kann sich relativ gut darauf einstellen. (0:39)

Wie war die Zusammenarbeit mit Petra Schmidt-Schaller, die ihre Filmtochter spielt?

Wenn jemand ein begabter Musiker ist und dann gehen Sie hin und man schaut die Noten an und sagt, pass auf, spiel du so, ich spiele so, dann ist das kein Thema. Wenn Sie mit jemanden zu tun haben, der eben nicht so begabt ist, dann wird es schwieriger. In dem Fall war – eben auch durch die Auswahl der Regisseurin und der Regie – einfach eine homogene Situation. Da weiß man, dass der Partner hier hervorragend ist. Das war die Arbeit mit ihr. Ein echter Profi in jeder Hinsicht. Das spürt man dann beim Drehen, das tut einem gut. (0:31)

Sie haben in Ihrer Karriere schon über 150 Rollen gespielt. Wie stellen Sie sich auf diese unterschiedlichen Charaktere ein?

Im Laufe des Lebens bekommt man einen Werkzeugkasten mit verschiedenen Charakteren und Masken und dann bekommt man eine Rolle und dann sucht man in diesem Erfahrungsschatz wie in einem Kasten die passenden Schrauben und die passenden Gewinde, die zueinander passen. So ist das bei der Schauspielerei. Da schaut man dann zurück und sagt, an was kann ich mich erinnern, was ist wichtig für die Rolle. Dann versucht man das beim Drehen natürlich auch einzubringen, dass man sagt, also ich war da, ich bin Soldat, war Soldat, ich weiß, wie man da ist. Da reagiert der so und so macht man das. (0:39)

Ihnen wird eine unermüdliche Freude am Schauspielen nachgesagt, woher kommt das?

Ich spiele gerne. Das ist mit ein Grund, warum ich selbst in meinem Alter noch sehr froh bin, dass ich immer noch engagiert werde. Weil mir das Spaß macht, sich in eine andere Rolle hineinzudenken und mit anderen Kollegen zusammen eine Situation zu spielen. Das hat mir schon als Kind Spaß gemacht. Da war ich immer Cowboy oder Indianer oder hab mit irgendeinem Stock gefochten, da war ich gleich Ritter. Ich habe die Filme innerlich nachgespielt. Das ist offensichtlich der Grund, warum ich Schauspieler wurde. Das war so, wie wenn jemand gern Fußball spielt, wissen Sie, wie der Beckenbauer, der gern Fußball gespielt. Dann hat er das zu seinem Beruf gemacht und dann hat er Geld verdient mit dem Spielen. So ähnlich sehe ich das auch in meinem Beruf. Ich habe erst einmal gern gespielt und das hat man dann zu seinem Beruf gemacht. Insofern bin ich dafür dankbar, dass man auch jetzt noch – meine Kollegin hat mir gestern erzählt, sie ist zwar schon 70, aber im Wesen ist sie immer noch zwölf – vielleicht ist mir das auch geblieben, ein bisschen Indianer spielen ist immer dabei. (0:54)

Impressum

ZDF Hauptabteilung Kommunikation
Presse und Information
Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2018 ZDF

Ansprechpartner

Name: Maike Magdanz
E-Mail: presse.berlin@zdf.de
Telefon: (030) 20991093