XY-Preis 2017 - Gemeinsam gegen das Verbrechen - 16. Verleihung am Dienstag, 17. Oktober 2017 im ZDF-Hauptstadtstudio Berlin. Copyright: ZDF/Jule Roehr
XY-Preis 2017 - Gemeinsam gegen das Verbrechen - 16. Verleihung am Dienstag, 17. Oktober 2017 im ZDF-Hauptstadtstudio Berlin. Copyright: ZDF/Jule Roehr

XY-Preis 2017 - Gemeinsam gegen das Verbrechen

16. Verleihung am Dienstag, 17. Oktober 2017 im ZDF-Hauptstadtstudio Berlin

Im ZDF-Hauptstadtstudio Berlin verleiht Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière am Dienstag, 17. November 2017, als Schirmherr den "XY-Preis – Gemeinsam gegen das Verbrechen" für mutiges und vorbildliches Handeln. Die mit jeweils 10.000 Euro dotierte Auszeichnung geht in diesem Jahr an Saskia Jürgens, Marie-Isabel Kirmes sowie gemeinsam an Kevin Batzler und Marcel Märkisch. Der "XY-Preis" wird bereits zum 16. Mal vergeben. Am Mittwoch, 25. Oktober, 20.15 Uhr, sind die vier Preisträger zu Gast in der Live-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" und sprechen mit  Moderator Rudi Cerne über ihr mutiges Handeln.

    Texte

    XY-Preis – Gemeinsam gegen das Verbrechen

    Im ZDF-Hauptstadtstudio Berlin verleiht Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière am Dienstag, 17. November 2017, als Schirmherr den "XY-Preis – Gemeinsam gegen das Verbrechen" für mutiges und vorbildliches Handeln. Die mit jeweils 10.000 Euro dotierte Auszeichnung geht in diesem Jahr an Saskia Jürgens, Marie-Isabel Kirmes sowie gemeinsam an Kevin Batzler und Marcel Märkisch. Der "XY-Preis" wird bereits zum 16. Mal vergeben.

    Opferschutz ist seit Beginn der Fahndungssendung "Aktenzeichen XY… ungelöst" eng mit den Kernzielen des Formats verwoben. Demnach riefen das ZDF und die "Aktenzeichen XY… ungelöst"-Produktionsfirma Securitel im Jahr 2002 den "XY-Preis –
    Gemeinsam gegen das Verbrechen" ins Leben, mit der gesellschaftlichen Funktion, vorbildliches Verhalten von Mitbürgern öffentlich zu machen und zu fördern.

    In diesem Jahr gingen über 100 Vorschläge von Zuschauern, Angehörigen oder Freunden von Opfern sowie von Polizeidienststellen ein, aus denen die elfköpfige Fachjury die Preisträger bestimmte. In den vergangenen Jahren wurden bereits 71 Personen für ihr Engagement ausgezeichnet. Unterstützt wird der Preis von der Kaspersky Labs GmbH.

    Am Mittwoch, 25. Oktober, 20.15 Uhr, sind die vier Preisträger zu Gast in der Live-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" und sprechen mit  Moderator Rudi Cerne über ihr mutiges Handeln.

    Die Jurymitglieder

    Martin Groß (Juryvorsitzender)
    Geschäftsführer der XY-Produktionsfirma Securitel

    Ina-Maria Reize-Wildemann
    Redaktionsleiterin Redaktion Eduard Zimmermann –
    DKF Deutsche Kriminalfachredaktion GmbH

    Roman Beuler
    ZDF-Redakteur "Aktenzeichen XY… ungelöst"

    Jörg Langner
    BKA Wiesbaden

    Walter Thurner
    Bundesvorsitzender Bund Deutscher Kriminalbeamter

    Rainer Pechtold
    Gewerkschaft der Polizei, München

    Rainer Wendt
    Bundesvorsitzender Deutsche Polizeigewerkschaft

    Eva-Maria Eschbach
    Weisser Ring e.V.

    Harald Schmidt
    ProPK Baden-Württemberg

    Horst W. Bichl
    Präsident International Police Association

    Beatrice von der Brüggen
    Marketing Director DACH Kaspersky Labs GmbH

    Die Preisträger 2017: Saskia Jürgens (17)

    Der Fall

    Zwei männliche Jugendliche (17 und 18 Jahre alt) verbringen den Samstagabend auf einer Party. Danach begleiten sie gegen 0.30 Uhr zwei Mädchen zum Mengeder Bahnhof. Dort treffen sie auf zwei ebenfalls 17- und 18-Jährige, die sie provozieren. Es kommt zu einer handfesten Auseinandersetzung, in deren Verlauf der 17-jährige Partygänger im Gleisbett landet und sich dabei die Hand bricht. Er klettert wieder heraus, und als der Zug kommt, steigen die Mädchen ein. Auch die Provokateure nehmen diesen Zug in Richtung Castrop-Rauxel. Die beiden Jugendlichen bleiben am Bahnhof zurück. Sie halten sich dort weiterhin auf, um noch etwas zu trinken.

    In der Zwischenzeit haben sich die zwei jungen Angreifer an der nächsten Bahnstation Verstärkung organisiert. In drei Fahrzeugen fahren sie zu zehnt nach Mengede zurück, bewaffnet mit Golfschlägern, Messern und Elektroschockern. Dort angekommen, greift die Gruppe die beiden Jugendlichen an – vornehmlich ein 19-Jähriger, der sofort auf den Jungen mit der gebrochenen Hand einprügelt. Ein Anderer schlägt dabei zusätzlich immer wieder mit einem Golfschläger auf ihn ein. Der 17-jährige Angreifer sticht schließlich mit einem Messer auf ihn ein. Auch der Freund des Opfers wird mit einem Messer attackiert und verletzt.

    In diesem Moment kommt die 17-jährige Saskia Jürgens dazu – sie ist auf dem Nachhauseweg. Sie greift sofort ein und versucht wiederholt, den 19-jährigen Täter von seinem Opfer wegzuziehen. Dabei ruft sie umstehende Passanten zu Hilfe. Außerdem fordert sie die Tätergruppe mehrmals vehement auf, von den Opfern abzulassen. Schließlich flüchten die Täter. Saskia Jürgens bleibt bei den Opfern und übergibt einem heraneilenden Zeugen ihr Handy, damit er die Polizei rufen kann. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes leistet das Mädchen Erste Hilfe.

    Durch das beherzte Einschreiten der jungen Frau sowie den zeitnah herbeigerufenen Rettungskräften konnte das Leben beider Opfer gerettet werden. Ein paar Unbeteiligte aus der Tätergruppe haben sich kurz drauf bei der Polizei gemeldet und die drei Haupttäter konnten festgenommen werden. Ein Urteil steht noch aus. Für Saskia Jürgens eine Geschichte, die sie nie wieder vergessen wird: "Es waren noch einige Leute am Bahnhof – lauter Erwachsene. Da hat niemand eingegriffen!" Zu den Opfern hat die 17-Jährige noch Kontakt. "Ich habe sie danach im Krankenhaus besucht. Ich brauchte das auch für mich, um damit besser klarzukommen."

    Begründung der Jury

    Saskia Jürgens hat mit bemerkenswerter Courage und Unerschrockenheit zwei jungen Menschen das Leben gerettet. Die 17-Jährige war nachts auf dem Weg zur Bahn, als sie auf die Gruppe von zehn offensichtlich aggressiven Jugendlichen stieß. Die unter anderem mit Elektroschockern und Messern bewaffneten jungen Männer fielen kurz darauf über zwei etwa Gleichaltrige am Bahnsteig her, schlugen mit einem Golfschläger auf sie ein, traktierten sie mit einem Messer und verletzten sie lebensgefährlich. Als Saskia Jürgens dies sah, griff sie ohne zu zögern ein und schlug damit die Täter in die Flucht. Obwohl sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Erwachsene am Bahnsteig aufhielten, kam ihr niemand zu Hilfe. Erst durch lautstarkes Rufen gelang es ihr schließlich, einen Passanten dazu zu bewegen, Polizei und Rettungskräfte zu informieren.

    Obwohl die Jury die große Gefahr, in die sich Saskia Jürgens mit ihrem Eingreifen selbst gebracht hatte, klar als nicht nachahmenswertes Handeln einstuft, erkennt sie doch das fraglos lebensrettende Eingreifen von Saskia Jürgens höher an. Deshalb würdigt die Jury Saskia Jürgens mit dem XY-Preis 2017.

     

    "Jeder hat heutzutage die Möglichkeit, die Polizei zu rufen"
    Interview mit Saskia Jürgens

    Wie haben Sie den Vorfall wahrgenommen?

    Am Bahnhof sind mir mehrere Jungen entgegengekommen, die total aggressiv waren. Sie fragten immer wieder "Wo ist er?" und sind plötzlich losgerannt. Ich bin ihnen gefolgt und habe gesehen,  wie sie brutal mit Gegenständen auf zwei andere Jungs eingeschlagen haben und ein Messer hatten. Ich habe einen von ihnen an der Kapuze gepackt und versucht, das Ganze zu stoppen.

    Hatten Sie keine Angst?

    Nein, in dem Moment hatte ich überhaupt keine Angst. Da stand ich wohl unter Adrenalin und wollte einfach nur eingreifen. Ich habe auch nichts anderes gefühlt, außer vielleicht Wut. Ich hatte einfach keine Zeit, darüber nachzudenken.

    Was haben Sie gefühlt, als sich die Situation etwas beruhigt hatte?

    Ich war kurz danach verzweifelt und dachte mir: "Was mache ich denn jetzt?" Aber dann habe ich versucht, mich zu konzentrieren, wollte den Krankenwagen rufen und den beiden helfen. Oder sie zumindest beruhigen. Dann kam ein Erwachsener auf mich zu, der gemerkt hat, dass ich ziemlich aufgelöst war, und hat mit meinem Handy die Polizei angerufen.  

    Waren denn die beiden Verletzten in dem Moment ansprechbar?

    Einer der beiden hat nur noch gewimmert und ganz zusammenhanglos gesprochen. Der andere hat gar nicht richtig mitbekommen, dass er auch etwas abbekommen hatte. Bei ihm waren es drei Messerstiche und er wollte einfach seinem Freund helfen. Sogar mir hat er versucht zu helfen. Dass etwas mit ihm nicht stimmt, kam erst später und dann ist seine Lunge kollabiert.

    Wie ging es dann weiter, als alles vorbei war?

    Ich habe auf die Polizei gewartet und danach meine Eltern angerufen. Ich habe wohl nur gesagt: "Mama, Mama, hier wurde jemand niedergestochen. Könnt ihr mich abholen?". Meine Mutter war schockiert. Mein Papa saß daneben, hat den Anruf mitbekommen, ist sofort aufgesprungen und hat mich abgeholt. Danach musste ich ins Polizeipräsidium für meine Aussage.

    Hat sich in Ihrem Leben seitdem etwas verändert?

    Ich würde nicht sagen, dass ich ängstlicher bin, aber vielleicht vorsichtiger. Das Ganze hat mich erschreckt. Jetzt weiß ich, wozu Menschen imstande sind. Wenn man so etwas in den Nachrichten hört, ist es einfach nicht so, als wenn man selbst mit dabei ist. Seitdem reagiere ich sehr allergisch darauf, wenn ich auch nur kleine Streitigkeiten beobachte, weil ich dann sofort daran denke, wie so etwas ausarten kann. Das hat mich auf jeden Fall empfindlicher und aufmerksamer gemacht.

    Was würden Sie den Menschen sagen, die einfach nur zugeschaut haben?

    Ich würde sie fragen, was in ihrem Kopf vorgegangen ist, wieso sie noch nicht einmal die Polizei gerufen haben. Ich denke, das wäre mindestens drin gewesen. Dabei hätte sich niemand selbst gefährdet. Selbst den Anruf bei der Polizei musste ich machen. Aber heutzutage hat doch jeder ein Handy und die Möglichkeit diese drei Ziffern zu wählen und die Polizei zu rufen. Oder einen Krankenwagen. Man hat ja gesehen, dass eine Menge Blut floss.

    Sie hatten kurz nach dem Vorfall Kontakt zu den beiden Verletzten – besteht der noch?

    Kurz nach dem Vorfall habe ich die beiden in den Krankenhäusern besucht. Das war auch für mich wichtig. Immer, wenn ich an die Situation zurückgedacht habe, hatte ich nur diese schlimmen Bilder im Kopf. Mit den Besuchen wollte ich mich vergewissern, dass es ihnen wirklich besser geht. Einige Zeit hatte ich dann noch Kontakt. Trotzdem war es auch eine komische Situation für alle – der Junge mit den schwereren Verletzungen hatte kaum noch Erinnerungen an den Vorfall und wusste nicht, wer ich bin. Aber der zweite Junge hat sich erinnert und sich wahnsinnig bei mir bedankt.

    Wie denken Sie im Nachhinein über ihr Handeln?

    Was ich vielleicht anders machen würde, wäre, zuerst die Polizei zu rufen und dann erst überlegen, wie ich diese Situation geschlichtet bekomme. Aber andererseits weiß ich auch gar nicht, wie ich nochmal in so einer Situation reagieren würde, ob ich dann wieder so unter Adrenalin stehe und einfach dazwischen gehe. Heute würde ich sagen, ich würde nochmal genauso handeln. Aber wissen kann man das nicht wirklich.

    Wie geht es Ihnen mit der bevorstehenden Preisverleihung?

    Ich habe mich echt gefreut. Ich bin siebzehn Jahre alt und auch das Geld kann man da wirklich gut gebrauchen. Momentan mache ich meinen Führerschein. Aber generell ist es wirklich heftig, dass das so viele Menschen berührt hat. Ich habe viele Nachrichten auf Facebook bekommen. Das hat mich teilweise fast erschreckt, wenn auch positiv. Und dann habe ich mich gefreut, dass es so viele Menschen erreicht hat, und sie mir sagen, dass sie Respekt vor mir haben und es toll finden, wie ich reagiert habe. Das tut einem gut. Auch diese Reise nach Berlin – es ist einfach ein schönes Gefühl.

    Das Interview führten Lisa Eileen Stolpmann und Helen Wiedemann.

    Die Preisträger 2017: Marie-Isabel Kirmes (18)

    Der Fall

    Marie-Isabel Kirmes ist um die Mittagszeit in Delmenhorst mit ihrem Hund unterwegs, als sie nicht weit entfernt ein kleines Mädchen auf einem Fahrrad sieht. Die Fünfjährige weint. Bei ihr ist ein Mann, der sie vom Fahrrad zieht. "Ich dachte im ersten Moment, dass das bestimmt der Vater ist, und das Kind vielleicht mit dem Fahrrad gestürzt war", erinnert sich die junge Frau. Doch Marie-Isabel lässt die Szene trotzdem nicht aus den Augen und so sieht sie, wie der Mann dem Kind mehrfach auf den Hinterkopf schlägt. Die 17-Jährige sieht sich nach einem weiteren möglichen Unterstützer um, aber da ist niemand und so beschließt sie, der Sache allein auf den Grund zu gehen – besonders, weil das Mädchen fürchterlich weint und schreit. "Außerdem hatte der Mann plötzlich seine Hand unter dem Kleid des Mädchens zwischen den Beinen. Ich hätte da nicht einfach weitergehen können. Aber ich hatte schon ziemliches Herzklopfen, als ich auf ihn zu bin."

    Kirmes lässt sich die Aufregung nicht anmerken und geht auf den Mann zu. "Was ist denn da los? Kann ich vielleicht helfen?" Die Schulabsolventin gibt sich noch diplomatisch. Der Mann erklärt darauf, der Vater des Kindes zu sein, und versucht, die junge Frau abzuwimmeln. Doch die lässt sich nicht beirren. Nach einer kurzen Diskussion mit ihm geht sie auf das Mädchen zu, das schnell nach ihrer Hand greift. "Ich habe das Mädchen gefragt, ob der Mann ihr Vater sei. Sie hat das verneint und deshalb habe ich das Kind einfach mitgenommen."

    Marie-Isabel Kirmes bringt das Mädchen schließlich nach Hause. Von dort aus verständigen die Eltern des Kindes die Polizei. Kirmes kann den Täter und sein Fahrrad zum Glück so detailliert beschreiben, dass er wenige Stunden später festgenommen werden kann. Vor Gericht hat die heute 18-Jährige bereits aussagen müssen. Der Täter wird wegen sexuellen Missbrauchs und Körperverletzung für dreieinhalb Jahre in die Psychiatrie eingewiesen und zu anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

     

    Begründung der Jury

    Marie-Isabel Kirmes hat überaus mutig, entschlossen und mit großer Sensibilität ein kleines Mädchen aus den Fängen eines Triebtäters befreit. Sie war zur Mittagszeit mit ihrem Hund spazieren, als sie auf einen Mann aufmerksam wurde, der ein fünfjähriges laut weinendes Mädchen vom Fahrrad zog. Eine Situation, die die 17-Jährige zuerst nicht beunruhigte, weil sie den Mann für den Vater hielt. Als er das Kind dann aber schlug und anschließend in missbräuchlicher Art und Weise berührte, beschloss sie, dem Kind zu helfen. Da niemand anderes in der Nähe war, den sie um Unterstützung bitten konnte, sprach sie den Täter alleine an. Dabei ging sie äußerst besonnen, aber auch zielorientiert vor. Es gelang ihr, das Kind an sich zu nehmen und somit zu befreien. Dank ihrer Täterbeschreibung konnte der zwischenzeitlich geflüchtete Mann gefasst und verurteilt werden.

    Die Jury ist überzeugt, dass die 17-Jährige gegenüber dem erwachsenen Täter eine große Hürde überwunden hat und damit ein Kind vor einem folgenschweren Verbrechen geschützt werden konnte. Marie-Isabel Kirmes hat im Sinne der Kriminalprävention alles richtig gemacht und erhält dafür den XY-Preis 2017.

     

    "Ich würde in einer solchen Situation nie wegschauen"
    Interview mit Marie-Isabel Kirmes

    Sie haben in Ihrem Fall beschlossen, alleine einzugreifen. Hatten Sie in dem Moment Zweifel?

    Ich habe gar nicht richtig drüber nachgedacht, ob ich eingreifen soll oder nicht. Als ich gesehen habe, dass der Mann die Kleine schlägt, war mir sofort klar, dass ich ihr helfen muss. Das geht einfach nicht, selbst wenn er der Vater gewesen wäre. Dass der Mann noch viel schlimmere Dinge vorhatte, habe ich erst erkannt, als ich unmittelbar vor den beiden stand. Natürlich hatte ich dann auch ein bisschen Angst. Aber es ging auch alles so schnell. Ich hatte gar keine Zeit zum Nachdenken. Aber ich würde in einer solchen Situation niemals einfach wegschauen.

    Was haben Sie im Anschluss an diesen Vorfall getan und gedacht? Haben Sie mit anderen darüber gesprochen?

    Ich habe erstmal der Mutter des Mädchens alles erklärt. Sie war natürlich wahnsinnig erschrocken und geschockt. Das hat bei ihr wohl auch lange gedauert, bis das einigermaßen verarbeitet war. Ich bin dann nach Hause und habe mich in die Küche gesetzt. Dann erst kam bei mir der Schock über das, was ich gerade erlebt habe. Ich saß erstmal einfach nur da und konnte nichts machen. Später habe ich alles meinem Freund erzählt, bis dahin hatte ich noch gar nicht wirklich realisiert, was passiert war.

    Wie haben die Leute in Ihrem Umfeld auf Ihren mutigen Einsatz reagiert?

    So was hört man ja sonst nur in den Nachrichten oder bei anderen Leuten. Aber nicht aus dem eigenen unmittelbaren Umfeld. Alle waren natürlich fassungslos, aber auch sehr stolz auf mich. Und mein Freund hat sich mit seiner Mutter zusammengesetzt und meinen Fall eingereicht. Er ist auch sehr stolz auf mich. Schon über meine Nominierung habe ich mich sehr gefreut.

    Und nun zeichnet der Bundesinnenminister Sie aus. Wie geht es Ihnen, wenn Sie an die Preisverleihung denken?

    Es ist für mich sehr ungewohnt, denn so etwas habe ich vorher noch nie erlebt. Ich freue mich riesig und bin stolz. Es wird eine Erfahrung fürs Leben werden, und ich bin natürlich auch sehr aufgeregt.

    Das Interview führten Lisa Eileen Stolpmann und Helen Wiedemann.

    Die Preisträger 2017: Kevin Batzler (39) und Marcel Märkisch (29)

    Der Fall

    Ein 15-jähriges Mädchen ist gegen 0.15 Uhr in Berlin allein auf dem Nachhauseweg und fast zu Hause angekommen, als neben ihr ein Auto hält. Der Fahrer steigt aus, bedroht sie mit einer Schusswaffe und versucht, die Jugendliche in sein Auto zu zerren. Das Mädchen schreit laut um Hilfe. Der 37-jährige Palliativpfleger Kevin Batzler kommt gerade von der Arbeit. Seine Lebensgefährtin ist bei ihm. Beide hören die Schreie des Mädchens. Das Geschehen am Tatort und die Zeugen trennt eine Hecke. Doch Kevin Batzler sieht sofort nach und entdeckt gleich darauf das Mädchen auf der Rückbank im Auto des Täters. "Ich habe gleich gerufen, dass er die Frau in Ruhe lassen soll." Doch der Täter dreht sich zu ihm um und bedroht ihn mit der Pistole. "'Verpiss dich, sonst bist du tot', hat er zu mir gesagt." Meine Freundin hatte schon an unserem Hauseingang auf mich gewartet. Ich habe mir noch schnell das Kennzeichen gemerkt und bin zu ihr gerannt, um die Polizei zu rufen. Der Täter ist inzwischen verunsichert und das Mädchen schafft es, aus dem Wagen zu flüchten.

    Die Schreie des Mädchens hatte auch der damals 27-jährige Marcel Märkisch gehört: "Ich hatte Streit mit meiner Freundin, deshalb stand ich noch auf dem Balkon – ich habe eine geraucht, um runterzukommen", erinnert sich der heute 29-Jährige. Der gelernte Einzelhändler denkt erst an Jugendliche, die Spaß machen oder einfach zu viel getrunken haben. Doch dann werden die Schreie intensiver. Der junge Mann zieht sich in Windeseile etwas über und springt die Treppen des Treppenhauses herunter. Als er unten ankommt, kann er die Schreie sofort orten. An Ort und Stelle angekommen, sieht er, wie der Täter mit der 15-Jährigen rangelt. Durch laute Schreie macht sich Marcel Märkisch bemerkbar. Der Täter flüchtet zu seinem Auto, springt hinein und fährt los. Dabei versucht Märkisch noch Fotos vom Kennzeichen zu machen. Was er in diesem Moment nicht weiß: Die Polizei ist gerade durch seinen Nachbarn Kevin Batzler informiert worden und schon unterwegs.

    Nur wenig später fahren die Beamten zur Anschrift des Fahrzeughalters und entdecken dabei den Täter, der das Auto gerade einparkt. Er wird festgenommen. Bei der Durchsuchung des Wagens finden die Polizisten die Tatwaffe – eine Schreckschusswaffe, und eine Luftdruckwaffe, eine Gaspistole, einen als Taschenlampe getarnten Elektroschocker, ein Kampfmesser, eine Perücke, diverse Tarnutensilien und ein Nachtsichtgerät. Der Täter hatte in seiner Gartenlaube offensichtlich schon ein Gefängnis für sein zukünftiges Opfer vorbereitet. "Der Angeklagte wollte sich eines Mädchens bemächtigen und es tagelang missbrauchen", sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung. Der Täter ist zu fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

     

    Begründung der Jury

    Kevin Batzler und Marcel Märkisch haben die Entführung einer 15-Jährigen verhindert. Als sie mitten in der Nacht ihre verzweifelten Hilfeschreie hörten, sahen sie ohne zu zögern nach dem Rechten. Kevin Batzler, der auf dem Nachhauseweg war und als erster zum Tatort kam, entdeckte den Täter, wie er gewaltsam versuchte, ein Mädchen in sein Auto zu zerren. Seiner lautstarken Aufforderung, das Mädchen in Ruhe zu lassen, folgte der Täter nicht. Vielmehr bedrohte dieser ihn mit einer Pistole. Weil er sich selbst nicht in Gefahr bringen wollte, griff er nicht weiter ein, er merkte sich aber das Kennzeichen des Täterfahrzeugs und rief umgehend die Polizei. Auch Marcel Märkisch hatte die verzweifelten Schreie der 15-Jährigen gehört und kam kurz darauf aus seinem Wohnhaus gelaufen. Auch er rief dem Täter zu, er solle von dem Mädchen ablassen. Auf diese zweite Intervention hin brach der Täter sein Vorhaben endlich ab und flüchtete.

    Die Jury ist überzeugt, dass nur durch das konsequente Einschreiten der beiden Männer ein Martyrium für das 15-jährige Opfer verhindert werden konnte. Dabei sind sie unabhängig voneinander überlegt vorgegangen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Dafür erhalten Kevin Batzler und Marcel Märkisch den XY-Preis 2017.

     

    "Ich bin entsetzt, dass keiner reagiert hat"
    Interview mit Kevin Batzler und Marcel Märkisch

    Was denken Sie heute über den Vorfall und belastet er Sie noch?  

    Kevin Batzler: Mich persönlich hat der Fall nicht mehr belastet. Aber ich habe später im Internet darüber gelesen und da ist mir erst bewusst geworden, dass der Täter bereits eine Gartenlaube eingerichtet hatte, um das Mädchen festzuhalten.

    Marcel Märkisch: Belastet hat mich der Vorfall nicht. Ich konnte sehr schnell realisieren, dass ich jemandem aus einer sehr bedrohlichen Situation geholfen habe. Was mich allerdings wirklich belastet und auch traurig gemacht hat, ist, dass aus dem Haus, vor dem das alles passiert ist, niemand zu Hilfe kam. Dabei waren sehr viele Lichter an. Ich bin entsetzt, dass keiner reagiert hat.

    Wie denken Sie im Nachhinein über Ihr Handeln, würden Sie heute wieder so reagieren?

    Kevin Batzler: In einer solchen Situation hat man gar nicht die Zeit, groß nachzudenken. Man handelt einfach. Und so würde ich es auch wieder machen, in der Hoffnung, wieder das Richtige zu tun und Schlimmes zu verhindern. Im Nachhinein überlege ich zwar auch, was ich noch alles hätte tun können – in dem Moment bin ich aber davon ausgegangen, dass auch mein eigenes Leben in Gefahr ist, und so war für mich wichtig, mich selbst nicht zu gefährden und gleichzeitig dem Mädchen zu helfen. Es bringt nichts, wenn am Ende zwei Leute verletzt sind.

    Was raten Sie anderen Menschen, die von einem Hilferuf mitbekommen?

    Marcel Märkisch: Wenn man sich selbst nicht traut, direkt einzuschreiten, sollte man auch aus sicherer Entfernung den Täter anschreien und rufen, dass die Polizei verständigt wird. Das allein kann schon helfen. Das Dümmste ist, nichts zu tun und wegzuschauen. Viele werden zum Opfer, nur weil Menschen wegschauen.

    Hatten Sie kurz nach dem Vorfall oder haben Sie auch heute noch Kontakt zu dem Mädchen?

    Kevin Batzler: Die Mutter hatte mich auf der Polizeiwache nochmal angesprochen, mittlerweile haben wir aber keinen Kontakt mehr.

    Marcel Märkisch: Ich habe das Mädchen nach dem Vorfall nochmal getroffen. Sie hat mir ein Geschenk gemacht, worüber ich mich sehr gefreut habe. Mit der Mutter stehe ich immer noch in Kontakt.

    Wie haben die Leute in Ihrem Umfeld auf das Ereignis reagiert?

    Kevin Batzler: Ich hab es nicht an die große Glocke gehängt. Ich hatte es ein, zwei Freunden und auch meinem Arbeitgeber erzählt, weil ich mir für die Gerichtsverhandlung freinehmen musste. Die fanden es toll. Es war für mich aber, wie gesagt, eher etwas Selbstverständliches.

    Marcel Märkisch: Am nächsten Morgen wollte ich gerade zur Arbeit, doch kurz davor hat mich die Kripo angerufen und mich zur Aussage geladen. Da musste ich natürlich meinem Chef Bescheid geben, und auf Arbeit konnte erstmal keiner glauben, was passiert war. Meine Großeltern hatten von dem Vorfall in der Zeitung gelesen, ohne zu wissen, dass ich damit etwas zu tun hatte. Sie waren sehr stolz auf mich und mein Handeln.

    Der Bundesinnenminister zeichnet Sie nun aus. Wie geht es Ihnen, wenn Sie an die Preisverleihung denken?

    Kevin Batzler: Wegen der Preisverleihung bin ich noch nicht aufgeregt. Allerdings bin ich auch ein Mensch, der immer relativ ruhig ist. Wahrscheinlich werde ich kurz vor dem Auftritt etwas aufgeregt sein.

    Marcel Märkisch: Ich bin schon aufgeregt vor der Verleihung, das ist ja nichts Alltägliches. Ich hoffe, ich stolpere nicht auf der Bühne (lacht). Und auch den Umgang mit der Presse ist man als Normalbürger nicht gewohnt. Meine Lebensgefährtin begleitet mich, um mir die Aufregung etwas zu nehmen. 

    Das Interview führten Lisa Eileen Stolpmann und Helen Wiedemann.

    Radio-Töne der Preisträger sowie der Paten Steffen Schroeder und Jürgen Tonkel

    > O-Töne der Preisträger und von Steffen Schroeder und Jürgen Tonkel in der Audiofassung

    Preisträgerin Saskia Jürgens, die als 17-Jährige bei einem brutalen Angriff mehrerer Jungen auf zwei Gleichaltrige eingegriffen und Schlimmeres verhindert hat
    O-Ton
    Was bedeutet Ihnen dieser Preis?
    "Das ist so eine Sache, die kann man später seinen Kindern und seinen Enkelkindern erzählen. Das ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes für mich. Ich habe das damals schon oft mit meinem Opa geguckt und hatte auch immer ziemlich Angst, muss ich gestehen. Ich glaube, das wird es noch lange, lange geben." (0:18)


    Preisträgerin Marie-Isabel Kirmes, die als 17-Jährige eine mögliche Entführung und Vergewaltigung eines fünfjährigen Kindes verhindert hat 
    O-Ton
    Was bedeutet Ihnen dieser Preis und was würden Sie anderen raten, wenn sie in eine ähnliche Situation kommen?
    "Ich freue mich riesig, dass ich eine der Preisträgerinnen bin. Ich würde auf alle Fälle anderen Leuten raten, wenn sie in so eine Situation kommen, auch einzugreifen. Ich kann jetzt nur für meine Situation sprechen. Aber dadurch, dass ich eingegriffen habe, konnte der Täter sofort gefunden werden." (0:16)


    Die Preisträger Marcel Märkisch und Kevin Batzler, die eine mögliche Entführung eines fünfzehnjährigen Mädchens verhindert haben 

    O-Ton
    Wie bewerten Sie den "XY-Preis" und was bedeutet er Ihnen? 
    Märkisch: "Ich finde es traurig, dass man für so was Preise vergeben muss. Ich weiß nicht, was so schwer daran ist, hinzugucken. Mit einer Hand kann man helfen, mit der anderen von mir aus immer noch das Smartphone halten." – Batzler: "Der bedeutet für mich eigentlich, dass ich etwas Richtiges getan habe. Wichtig ist es einfach, nicht wegzugucken, hinzugehen, wenn man einen Hilfeschrei hört, einfach nachzugucken. Das kostet nicht viel, nur ein bisschen Überwindung, und  das Richtige zu tun." (0:29)


    Schauspieler Steffen Schroeder („SOKO Leipzig“), der Pate für die Preisträgerin Saskia Jürgens ist
    O-Ton
    Was verbinden Sie mit „Aktenzeichen XY... ungelöst“ und was wünschen Sie der Sendung für die Zukunft?
    "Wenn man wie ich in den 70ern aufgewachsen ist, dann verbindet man sehr viel damit. Bei mir war das so, dass ich das früher nicht gucken durfte, auch als Heranwachsender, hab das dann immer heimlich mit meinem Bruder geschaut, wenn die Eltern ausgegangen sind. Meine Eltern haben das auch so gecheckt, so ein guter alter Röhrenfernseher war ja noch eine Weile warm. Und manchmal sind mir diese Sachen schon sehr nachgegangen und haben mich sehr beschäftigt. Ich wünsche mir, dass es diese Sendung noch möglichst lange gibt und man auf diesem Wege noch möglichst viele Täter überführt." (0:30)

    O-Ton
    Warum unterstützen Sie den „XY-Preis“ als Pate?
    "Warum tun manche Menschen so schreckliche Taten? Das ist ein Thema, was mich auch bis heute beschäftigt. Deswegen bin ich ja auch zum einen in der Opferhilfe als Botschafter beim Weissen Ring, zum anderen in der Straffälligenhilfe tätig. Und besonders, möchte ich noch sagen: Dieser Preis, den ich wahnsinnig wichtig finde – es gibt eben auch viele positive Taten und darüber breit zu berichten, das tut dieser Preis –, davon sollte es noch mehr geben." (0:27)

    Schauspieler Jürgen Tonkel („Die Chefin“), der Pate für die Preisträger Kevin Batzler und Marcel Märkisch ist
    O-Ton
    Was ist das Besondere an „Aktenzeichen XY... ungelöst“ und was wünschen Sie der Sendung für die Zukunft?
    "Diese Ernsthaftigkeit und diese Möglichkeit, die Realität ein kleines bisschen besser zu machen, indem man eben Täter findet, finde ich wahnsinnig wichtig. Es ist ein der wichtigsten Sendungen, finde ich, im deutschen Fernsehen. Möge sie niemals aufhören zu existieren." (0:15)

    Statements der Paten 2017: Anna Loos, Steffen Schroeder und Jürgen Tonkel

    Anna Loos
    "Ich glaube, dass jeder Mensch, der in eine Situation gerät, die Zivilcourage erfordert, eingreifen kann. Wer Zivilcourage zeigt, stellt mutig das Wohl eines Anderen über sein eigenes, um Hilfe zu leisten. Diese Helden des Alltags sind die wahren Vorbilder und sie mit dem XY-Preis auszuzeichnen, schärft nicht nur das Bewusstsein für Zivilcourage, sondern kann auch viele Verbrechen vereiteln und somit Schlimmeres verhindern. Das Thema Zivilcourage sollte mehr Aufmerksamkeit in unserer Gesellschaft bekommen und somit andere Menschen dazu motivieren, nicht wegzuschauen, sondern selbst zu handeln."

    Steffen Schroeder
    "Beim XY-Preis geht es darum, Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, die durch Zivilcourage, durch mutiges, beherztes Handeln in einer schwierigen Situation, Schlimmeres verhindern konnten. Es sind leuchtende Vorbilder, Helden des Alltags, die wir damit ehren. Und die sind für eine Gesellschaft viel wichtiger als wir 'Fernsehhelden'. Eine Gesellschaft kann nur frei sein, solange ihre einzelnen Mitglieder mutig genug sind, ihre Meinung offen auszusprechen. Dass das nicht immer einfach ist, kennt jeder von uns aus ganz gewöhnlichen Alltagssituationen. Es erfordert Mut, zu seiner Meinung, zu seinen ethischen Werten zu stehen, und zwar unabhängig vom Urteil anderer. Wenn man Zeuge einer Gewalttat wird, gilt das in ganz besonderem Maße. Letzten Endes ist Zivilcourage eine Grundlage unserer Demokratie und damit heute wichtiger denn je."

    Jürgen Tonkel
    "Gerade in Zeiten wie heute – wo es mittlerweile leider zum Alltag gehört, dass man Mitmenschen, denen Schlimmes oder Böses widerfährt, lieber mit dem Smartphone filmt, anstatt ihnen zu helfen – ist es wichtig, ein Zeichen für Menschlichkeit und Mut zu setzen. Eines dieser Zeichen ist der XY-Preis mit seinen Preisträgern, denn er zeigt uns, dass es Menschen gibt, die nicht wegschauen oder ein Handy draufhalten, sondern selbstlos und mutig Hilfe leisten und sich für die Rettung von Menschen einsetzen.  Diese Menschen sind ein Vorbild für uns alle!"

    Die Interviews führte Mareike Helgert, all4radio

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