Zehnte Verleihung des Prix Courage

Auma Obama ist "Die Frau des Jahres 2013"

Zum zehnten Mal verleiht die ZDF-Redaktion "ML mona lisa" gemeinsam mit Clarins den "Prix Courage". Die Auszeichnung wird am Mittwochabend, 15. Oktober 2014, in München an Auma Obama überreicht. Die diesjährige Preisträgerin erhält die Ehrung für die Arbeit mit ihrer Stiftung "Sauti Kuu". Bei der Verleihung sind als musikalische Gäste Patricia Kaas sowie das Percussion-Duo Peter Fleckenstein & Quirin Reichl der Deutschen Stiftung Musikleben aktiv. Über die Preisträgerin und die Preisverleihung berichtet "ML mona lisa" in der Sendung am Samstag, 18. Oktober 2014, 18.00 Uhr.

  • ZDF, Samstag, 18. Oktober 2014, 18.00 Uhr

Texte

"Sauti Kuu" – Eine starke Stimme für Afrikas Kinder und Jugendliche

"Wir müssen mitdenken und nicht abwarten, dass andere kommen und uns das Leben schöner machen!"

"Die Einstellung, dass ein weißer Mann aus Europa kommen und mich retten wird, weil er es mir schuldig ist, weil ich arm bin, die will ich verändern" – es sind Sätze wie diese, die das Engage­ment von Auma Obama am besten auf den Punkt bringen. Auma Obama, Journalistin, Doktor der Germanistik und Initiatorin des kenianischen Kinder- und Jugendhilfe-Projekts "Sauti Kuu", aus dem Kiswahili übersetzt heißt das "Starke Stimmen". Die ältere Schwester von US-Präsident Barack Obama ist eine leidenschaft­liche Kämpferin für eine bessere Zukunft ihres Heimatlandes Kenia: "Wir sind eine Welt und im Grunde brauchen wir einander. Ohne uns geht es nicht und ohne euch geht es auch nicht." Nur wenn Menschen ihr eigenes Leben bestimmen können, und zwar in allen Teilen dieser Welt, sind die Voraussetzungen für Freiheit, Frieden und eine gemeinsame Zukunft gegeben. Nichts ist für die energische Kämpferin schlimmer als fehlgeschlagene Entwick­lungshilfe, wenn Almosen von oben herab verteilt werden und ein ganzer Kontinent dadurch in Abhängigkeit gehalten wird.

"Redet mit uns, lasst uns austauschen, was wir uns gegenseitig geben können." Ihr Land, seine Menschen hätten viel zu geben, sagt Auma Obama. An Kraft, an Ideen, an Visionen einer zukünf­tigen Welt. Entwicklungshilfe bedeutet für sie ein Geben und Nehmen: "Wir werden immer egoistischer in dieser Welt, wo so viele Möglichkeiten vorhanden sind, wo man materialistisch so viel bekommen kann. Und wo man auch ohne jemanden auskom­men kann, solange es einem gut geht."

Die 53-Jährige hat Charisma, Würde und strahlt eine unglaubliche Stärke aus. Nicht nur deshalb ist sie eine der besten und fort­schrittlichsten Botschafterinnen des afrikanischen Kontinents, die mit all ihrer Kraft für die Kinder und Jugendlichen Kenias kämpft: "Ich wünsche mir, dass die Menschen in meiner Heimat verste­hen, dass nur sie letztendlich ihr Leben verändern können."

Eine Einstellung, die ihrer eigenen Lebenserfahrung entspricht. Geboren und aufgewachsen in Kenia ist für Auma Obama Familie der wichtigste Ort auf der Welt, wo sie sich zurückziehen und durchatmen kann. Ihre Familie gehört der Ethnie der Luo an. 1960 in Nairobi geboren, ist Auma noch ein Baby, als ihr Vater Barack Obama sen. die kleine Familie verlässt und nach Amerika geht. Dort heiratet er wieder, bekommt weitere Kinder. Darunter auch

den ein Jahr jüngeren Bruder Barack. Auma bezeichnet ihn als Bruder, da in Afrika diese Unterscheidung zwischen Halbbruder und Bruder nicht existiert. Familie ist Familie, egal welchen Gra­des. Dank eines Stipendiums erfüllt sich ihr großer Traum: Sie beginnt mit 20 ein Germanistik-Studium in Heidelberg. Noch heute erinnert sie sich an die ersten Eindrücke von Deutschland: "Schon vom Flugzeug war zu sehen: Alles ist symmetrisch, or­dentlich. Es war alles neu. Genau das wollte ich damals: Weg von Zuhause, Neues kennenlernen. Angst hatte ich keine, ich wollte Abenteuer."

16 Jahre bleibt Auma Obama in Deutschland, macht ihren Doktor in Germanistik und arbeitet in Berlin als Journalistin. In dieser Zeit sucht ihr Bruder Barack erstmals Kontakt zu ihr. Der spätere US-Präsident ist damals noch Sozialarbeiter in Chicago und will seine große Schwester endlich kennenlernen. Die 24-Jährige fliegt zu ihm in die USA, später reisen sie gemeinsam nach Afrika.

Auma zeigt ihm ihr Afrika, durch sie lernt er die gesamte Familie kennen. Und sie stellen viele Gemeinsamkeiten fest: Hart arbei­ten und an sich glauben – es war das, was ihnen ihr Vater auf den Weg gegeben hat. Und die gegenseitige Achtung getreu dem Motto: "Wer was hat, guckt, dass er den anderen hilft." Stolz sei sie auf ihren kleinen Bruder: "Ich finde, was er geleistet hat, ist wirklich einmalig und er hat ein tolles Beispiel für alle Jugendli­chen der Welt gegeben. Alle Kinder können jetzt hoffen, das zu werden, was sie wollen, wenn sie hart genug arbeiten und stark genug dran glauben."

Und genau diese Hoffnung will sie auch den Kindern und Jugend­lichen vermitteln, die sie in ihrer Stiftung "Sauti Kuu" betreut. Gemeinsam mit ihrem Team holen sie Heranwachsende aus den Slums von Nairobi und bringen ihnen Lesen und Schreiben bei, machen sie mit dem Anbau von Gemüse vertraut, vermitteln Aus­bildungsplätze in den unterschiedlichsten Bereichen. Nicht nur in Afrika, sondern auch in Europa. Kinder und Jugendliche, sagt sie, seien darauf angewiesen, an die Hand genommen zu werden und ein Stück weit in ihr unabhängiges berufliches Leben begleitet zu werden. Und deshalb wollen sie und ihre Helfer die jungen Men­schen aufbauen, selbstbewusst machen und ihnen Hoffnung ge­ben.

Unermüdlich sucht – und findet – Auma Obama Partner für ihre Stiftung, die die Ausbildung der jungen Menschen weltweit unter­stützen. Ihren Platz sieht die 53-Jährige eindeutig in Kenia: "Weil ich dort mehr erreichen kann. Sicher, es gibt auch Menschen und Kinder in Not in Europa. Aber in Kenia kann sich mein Engage-

ment doch mehr entfalten. Ich schulde es auch meiner Heimat, dass ich dort etwas mache. Außerdem wollte ich meine Tochter nach Hause bringen. Damit sie auch dort etwas mitbekommt von der Kultur ihrer Mutter." Auma heißt übersetzt "Der Erde zuge­wandt". Sie macht ihrem Namen alle Ehre. Wir freuen uns, Auma Obama für ihr hervorragendes Engagement mit dem "Prix Courage" in München auszuzeichnen.

Bereits zum zehnten Mal wird der Prix Courage in diesem Jahr verlie­hen. 2014 ist also ein kleines, aber feines Jubiläum. Und Auma Obama passt perfekt zu unserer "Familie" der Preisträge­rinnen. Es sind starke Frauen, die sich in den unterschiedlichsten Berei­chen der Gesellschaft für Kinder und Jugendliche engagie­ren. Sie setzen sich ein, sie kämpfen, sie geben Kindern und Ju­gendlichen Halt und Sicherheit. Und so unterschiedlich diese Frauen sind, so ist ihnen eines gemeinsam: Es sind ganz beson­dere Menschen, die mit einer kleinen Idee Großartiges bewirken, die zeigen: Ja, es geht! Man kann die Welt verändern, in kleinen Schritten, wenn man es nur will. Und dafür danke ich all diesen beeindruckenden Frauen.

Bedanken möchte ich mich an diese Stelle aber auch bei all je­nen, die diese Feier in der Allerheiligen-Hofkirche heute Abend ermöglichen. Es erwartet uns ein Programm, das ohne die Unter­stützung unserer Gäste so nicht stattfinden könnte. Und deshalb geht mein Dank an Dieter Reiter, Oberbürgermeister der Stadt München und Schirmherr des "Prix Courage". Dank an Wolfgang Bosbach, Mitglied des Deutschen Bundestags und Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, für sein Grußwort. Dank an Friedrich von Thun, den wunderbaren Schau­spieler, der als Kind Enteignung und Vertreibung erleben musste. Er hält die berührende Laudatio auf unsere diesjährige Preisträ­gerin. Dank an Patricia Kaas, die international gefeierte Sängerin, die eigens aus Frankreich kam, um den Abend mit ihren Chan­sons zu einem musikalischen Erlebnis zu machen. Ebenso Dank an die Deutsche Stiftung Musikleben, die es ermöglichte, dass die beiden Percussion-Musiker Peter Fleckenstein und Quirin Reichl bei uns auftreten, und an Heinz Peters, der uns in all den Jahren unterstützt hat und uns auch diesmal zusammen mit Thomas Etschmann und Jost-H. Hecker musikalisch begleitet. Sie alle treten übrigens ohne Gage, allein um der guten Sache willen auf. Zu guter Letzt möchte ich Clarins und besonders auch meinen Kolleginnen und Kollegen des ZDF für ihren bravourösen Einsatz vor und hinter den Kulissen danken. Danke an alle.

Sibylle Bassler Redaktionsleitung "ML mona lisa"

Programm

Begrüßung
ML-Redaktionsleiterin Sibylle Bassler und Christian Courtin-Clarins

Zur Tradition des "Prix Courage" (Zehn Jahre)
Rede von Dieter Reiter, Oberbürgermeister der Stadt München und Schirmherr des "Prix Courage"

Grußwort
Wolfgang Bosbach, Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages

Porträt über Auma Obama und ihre Stiftung "Sauti Kuu"

Laudatio
Friedrich von Thun

Preisverleihung an Auma Obama

Zehnter Prix Courage – Die Auszeichnung

"ML mona lisa" und Clarins verleihen im Jahr 2014 zum zehnten Mal in Deutschland den "Prix Courage". Damit würdigen sie die Initiative und das persönliche Engagement außergewöhnlicher Frauen, die ihre Zeit Kindern und Jugendlichen widmen, die sozial benachteiligt, krank oder vernachlässigt sind. Das Ziel ihrer Pro­jekte ist es, Kindern und Jugendlichen schnell und unkompliziert zu helfen, sie aus ihrer hoffnungslosen Lage zu befreien, ihnen Mut zu machen und Perspektiven für eine bessere Zukunft zu schaffen.

Achtung! "Die Frau des Jahres" wird immer rückwirkend ausgezeichnet, das bedeutet bei der heutigen Verleihung die "Frau des Jahres 2013".

Die Entstehung

1995 begann "ML mona lisa", Frauen, die sich sozial engagieren und denen das Wohl von Kindern am Herzen liegt, zu suchen und zu ehren. Sie wurden als "ML – Frau des Jahres" gewürdigt und in der beliebten und erfolgreichen ZDF-Sendung vorgestellt.

1996 zeichnete Jacques Courtin-Clarins, Gründer des Kosmetik-Unternehmens Clarins, zum ersten Mal in Paris eine Frau mit dem "Prix de la Femme Dynamisante" aus. Der dotierte Preis wurde in Anlehnung an das gleichnamige Körperpflegewasser so genannt.

2004 kam es zur ersten glücklichen Begegnung der Verantwortli­chen beider Initiativen, und "ML mona lisa" und Clarins beschlos­sen, ihre Projekte zu vereinigen. 2005 wurde der "Prix Courage" zum ersten Mal verliehen.

Jede Preisträgerin erhält bei ihrer Auszeichnung einen Scheck über 20.000 Euro, in den darauffolgenden zwei Jahren jeweils 5.000 Euro und ab dem dritten Jahr 2.000 Euro für ihr Projekt.

"Es sind die mutigen und engagierten Frauen, die Großartiges leisten, die von uns geehrt werden."
(Sibylle Bassler, Redaktionsleitung "ML mona lisa")

"Wir wollen Kindern, die durch Intoleranz verletzt oder Opfer von Gewalt werden, die keine Möglichkeit der Entwicklung haben und ihre Unschuld nicht verteidigen können, helfen."
(Christian Courtin-Clarins, Gründer von Clarins)

Die Preisträgerinnen von 2004 bis 2012

Die Frau des Jahres 2004
Die Schauspielerin Jutta Speidel wurde für ihr mutiges Projekt "Horizont e.V. – Initiative für obdachlose Kinder und deren Mütter in München" ausgezeichnet. Heute finden 25 Frauen und 40 Kinder dort ein vorläufiges Zuhause. www.horizont-ev.org

Die Frau des Jahres 2005
Gina Graichen, Erste Kriminalhauptkommissarin des Dezernats für "Delikte an Schutzbefohlenen" beim Landeskriminalamt in Berlin, erhielt den Preis für ihr Engagement gegen Kindesmisshandlung und Kinderverwahrlosung innerhalb der eigenen Familien. www.kindernotdienst.de

Die Frau des Jahres 2006
Ursula Nölle, Hamburg, wurde für ihren Verein "Afghanistan-Schulen" ausgezeichnet. Unerschrocken baut sie seit mehr als 30 Jahren in dem von Kriegen zerrütteten Land Schulen mit dem Ziel "Bildung für alle, Mädchen und Jungen". www.afghanistan-schulen.de

Die Frau des Jahres 2007
Tina Witkowski ermöglicht mit ihrem Verein "KAHUZA e.V." Kin­dern in ihrer Heimatstadt Halle/Saale, die bei ihren Eltern kaum Zuneigung, Geborgenheit, Liebe und Betreuung finden und ver­wahrlost aufwachsen, ein Zuhause. www.kahuza.de

Die Frau des Jahres 2008
Rose Volz-Schmidt bietet mit ihrer Organisation "Wellcome" prak­tische Hilfe für junge Familien nach der Geburt des Babys. Wie erfolgreich ihre Idee und die Organisation bundesweit sind, lässt sich auch daran erkennen, dass es mittlerweile 250 "Wellcome"-Teams gibt, die bundesweit über 5.000 Familien betreuen. www.wellcome-online.de

Die Frau des Jahres 2009
Dagmar Riedel-Breidenstein kümmert sich mit ihrem Projekt "Heroes" in besonderer Weise um die Integration von Migrantenfamilien in unserer Gesellschaft. Dabei engagieren sich junge Männer mit Migrationshintergrund für ein friedliches Zusammenleben, indem sie sich direkt in Berliner Problemvierteln für Mädchen und Frauen stark machen. Sie verstehen sich als Helden im Kampf gegen falsche Ehrbegriffe. Ihr Erfolg wächst stetig: Neben Berlin sind nun auch in Duisburg und München "Heroes"-Projekte gegründet worden. In Augsburg sind die Heroes inzwischen ebenfalls aktiv. www.heroes-net.de

Die Frau des Jahres 2010
Bärbel Kannemann wurde für ihr Engagement gegen sogenannte Loverboys geehrt. Sie setzt sich für minderjährige Mädchen ein, die von kriminellen jungen Männern gefügig gemacht und anschließend zur Prostitution gezwungen werden. Die pensionierte Kriminalhauptkommissarin widmet ihrem Kampf gegen die Loverboys den Großteil ihrer Zeit. Was sie tut, ist nicht ungefährlich, denn sie legt sich mit Menschenhändlern an. So manches Mädchen konnte sie bereits retten und auf den Weg ins normale Leben zurückführen. www.eilod.de

Die Frau des Jahres 2011
Christine Bronner wurde für ihr Projekt "Ambulante Kinderhospiz München" ausgezeichnet. Mit ehrenamtlichen ausgebildeten Fa­milienbegleitern kümmert sie sich um schwerst- und unheilbar kranke Kinder und deren Familien. Für viele ist sie ein wahrer "Engel", weil sie in Zeiten der Trauer, Angst und Sorge den be­troffenen Familien beisteht und sie auch bei finanziellen, juristi­schen und organisatorischen Problemen unterstützt. Die ausge­bildete Musiktherapeutin und Sozialarbeiterin ist mit ihrem Team 24 Stunden am Tag im Einsatz. Das "Ambulante Kinderhospiz München" ermöglicht es Familien, ihre kranken Kinder zuhause im gewohnten vertrauten Umfeld zu betreuen, schenkt aber auch den Eltern und Geschwisterkindern die nötige Zuwendung. www.kinderhospiz-muenchen.de

Die Frau des Jahres 2012
Silke Mader ist Mutter eines Sohnes, der als Frühchen in der 25. Schwangerschaftswoche zur Welt kam. Seine kleine Zwillingsschwester Lena starb. Die Erfahrungen, die sie und ihr Mann damals in den Kliniken machen mussten, wollte sie anderen ersparen. Und so setzt sie sich seit 1999 ehrenamtlich für Frühgeborene und ihre Familien ein. Sie sucht Kontakt zu betroffenen Eltern, um sich auszutauschen, sie stark zu machen für die Dinge, die auf sie zukommen. Klein fing sie an, heute ist sie mit der Stiftung "European Foundation for the Care of Newborn Infants" (EFCNI), deren Vorsitzende sie seit 2008 ist, europaweit aktiv. Sie wirbt für bessere Ausbildung des Klinikpersonals, um eine familienfreundliche Therapie und allgemeingültige Standards für Frühchen-Stationen. Dank ihr gibt es sogar einen internationalen Frühchen-Tag, den 17. November. www.efcni.org

Auma Obama – Preisträgerin "Frau des Jahres 2013"
Initiatorin und Vorstandsvorsitzende des Kinder- und Jugendhilfeprojekts "Sauti Kuu"

"Wir sind eine Welt und im Grunde brauchen wir einander", sagt Auma Obama. Als Initiatorin der Stiftung "Sauti Kuu – Starke Stimmen für eine starke Jugend" engagiert sie sich für Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt, besonders aber in ihrer Heimat Kenia.

Die Organisation "Sauti Kuu" versucht, für Jugendliche und Kinder Perspektiven vor Ort zu schaffen. Mit Bildung, Sport und Freizeitgestaltung soll all jenen Hilfestellung gegeben werden, die es alleine nicht schaffen, die Herausforderungen ihres Lebens zu bewältigen. In Zeiten wie diesen, wo viele Flüchtlingskinder die Orientierung und Familiengemeinschaft verlieren, erhält die Problematik eine noch größere Brisanz. Seit 2013 ist das Jugendhilfeprojekt nicht zuletzt deshalb auch in Deutschland aktiv. Auma Obama sucht Ausbildungsplätze in Europa, um Jugendlichen aus Kenia die Chance zu geben, eine Lehre zu machen, oder ihnen beizubringen, wie sie ihr Land in der Heimat bewirtschaften können. Im Anschluss kehren die jungen KenianerInnen wieder zurück in ihre Heimat, um ihr Wissen dort anzuwenden beziehungsweise weiterzugeben. So können sie helfen, die Entwicklung und den Fortbestand ihres Heimatlandes zu sichern. "Es sind die Besten, die unseren Kontinent Afrika verlassen. Wir brauchen diese Menschen hier, deshalb müssen wir alles dafür tun, dass sie in ihrer Heimat bleiben können und das Land stärken und unterstützen", so das Credo von Auma Obama.

Was Auma Obama zuwider ist, sind Almosen von oben herab: "Früher hat man den Leuten Fisch gegeben, Hilfe gegeben. Dann hat man gesagt, nein, man soll den Leuten beibringen zu fischen. Hilfe zur Selbsthilfe also. Und ich sage immer, nein, nicht Fisch geben, nicht beibringen zu fischen, einfach fragen, ob wir Fisch essen."

Entwicklungshilfe bedeutet für Auma und ihr Jugend-Projekt ein Geben und Nehmen, einen Austausch auf Augenhöhe. Denn ihr Land, seine Menschen, hätten viel zu geben, an Kraft, an Ideen, an Visionen einer zukünftigen Welt. "Es gibt tausende von Leuten, die so sind wie ich, die aus Afrika kommen. Und wir haben viel beizutragen und können auch viel mitreden. Man muss uns nur eine Plattform geben", sagt Auma Obama.

Friedrich von Thun

Laudator

Friedrich von Thun, der Grandseigneur des deutschen Film und Fernsehens, wurde 1942 als jüngstes von fünf Kindern auf dem Familiensitz in Mähren, Schloß Kwassitz, geboren. Sein voller Name: Friedrich Ernst Peter Paul Maria Graf von Thun und Hohenstein. Er ist nicht einmal drei Jahre, als die Familie nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Schloss und ihrem Wohlstand vertrieben wird. Die Familie war eineinhalb Jahre in einem tschechischen Lager, bis sie nach Österreich fliehen konnte. In der Steiermark machte Friedrich von Thun Abitur, studierte danach in München Germanistik und Theaterwissenschaften und nahm Schauspielunterricht. Er schlug sich mit Jobs bei Theater, Film und Fernsehen durch und bekam erste kleine Filmrollen in "Kohlhiesels Töchter" oder "Die fromme Helene". Für viel Geld, unfassbare vier Monatsmieten, wie er sagt, übernahm er Ende der 60er Jahre eine Rolle im Schulmädchenreport. Über diesen Film müsse er bis heute viel mehr sprechen, als er jemals gedacht hätte, sagte er lachend in einem Interview für "ML mona lisa". Zur gleichen Zeit trat er an den Münchner Kammerspielen auf. Der eigentliche Durchbruch kam spät, da war von Thun bereits 40. In der "Blaßblauen Frauenschrift" nach Franz Werfel spielt er einen allzu geschmeidigen Aufsteiger. Bekannt wurde er mit großen TV-Serien wie "Die Guldenburgs" im ZDF; "Professor Capellari" oder in Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen. Aber auch in Steven Spielbergs oscargekrönten Meisterwerk "Schindlers Liste" spielte er mit. Friedrich von Thun hat in über 100 Fernseh- und Kinoproduktionen mitgewirkt. Er war zweimal verheiratet, hat zwei Kinder und ist inzwischen fünffacher Großvater. Von der Bühne verabschieden aber möchte er sich noch nicht, dafür liebt er seinen Beruf viel zu sehr. Und solange ihn die Leute sehen wollen, meint er, habe er ja auch keinen Grund, aufzuhören. Er selbst engagiert sich auch für Flüchtlingskinder.

Patricia Kaas

Der größte Reichtum sei es, gesund zu sein und das machen zu können, was man liebe, sagt Patricia Kaas, und das sei bei ihr die Musik. Das sagte die Sängerin bei "ML mona lisa" im Interview. Patricia Kaas wuchs in Lothringen auf, war das jüngste von sieben Kindern. Der Vater Joseph war ein stolzer französischer Bergmann, ihre Mutter Irmgard war Deutsche. Und ihre Mutter ermutigte Patricia schon von klein auf, Sängerin zu werden und glaubte immer an das Talent der Tochter. Bereits als Achtjährige sang Patricia Kaas auf kleinen Veranstaltungen und nahm an Schlagerwettbewerben teil. Mit ihrem ersten Album "Mademoiselle chante …" schafft die Musikerin in Frankreich den Sprung auf Platz zwei. Der internationale Durchbruch gelingt Patricia Kaas schließlich 1993 mit dem Album "Je te dis vous", das sich bis heute mehr als 2,5 Millionen Mal verkauft hat. Die Französin tritt mit ihrem ganz eigenen Mix aus Rock, Jazz und Blues auf und mit ihrer rauchigen Stimme verzaubert sie Zuhörer auf der ganzen Welt. Ihr jüngstes Album "Kaas chante Piaf" ist ein Tribut an die große französische Chanson-Sängerin Edith Piaf. Neun Alben hat die Sängerin bisher veröffentlicht, die sich in 47 Ländern etwa 15 Millionen Mal verkauft haben. Und für ihr langes Engagement für die deutsch-französische Freundschaft wurde Patricia Kaas mehrfach ausgezeichnet. www.patriciakaas.net

Peter Fleckenstein & Quirin Reichl

Die beiden Schlagzeuger lernten sich 2004 beim Regionalwettbewerb von "Jugend musiziert" in Grünwald bei München kennen. 2009 erspielte sich das Duo in der Ensemblewertung "Schlagzeug" auf Anhieb den 1. Bundespreis, der mit einem Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben verbunden war. Die Stiftung präsentierte das Duo bereits bei mehreren Konzerten und Festivals. Ihr Repertoire umfasst klassische Stücke ebenso wie Jazzkompositionen, experimentelle Werke und eigene Kompositionen. Sie spielten im Bayerischen Landesjugendorchester und sind Mitglieder im Ensemble "Bundesbeat" unter der Leitung von Prof Johannes Fischer.

Peter Fleckenstein, geboren 1994 in Starnberg, begann im Alter von sechs Jahren mit dem Schlagzeugspiel. Seit Wintersemester 2012/2013 studiert er Schlagzeug an der Musikhochschule Lübeck und ist seit 2013 Stipendiat der Förderergesellschaft der Musikhochschule.

Quirin Reichl, geboren 1994 in Regensburg, erhielt mit fünf Jahren seinen ersten Klavier- und Schlagzeugunterricht. Seit Wintersemester 2012/2013 studiert er klassisches Schlagzeug an der Musikhochschule in München.

Deutsche Stiftung Musikleben

Seit 1962 widmet sich die Deutsche Stiftung Musikleben der bundesweiten Förderung des Spitzennachwuchses in der klassischen Musik. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten begleitet sie derzeit rund 300 hochbegabte junge Musiker zwischen 12 und 30 Jahren langfristig und individuell mit einem umfassenden Förderangebot. Der 1993 als gemeinsame Initiative mit der Bundesregierung gegründete Deutsche Musikinstrumentenfonds stattet aufstrebende Solisten mit hervorragenden Streichinstrumenten aus. In der Konzertreihe "Foyer Junger Künstler" bietet die Stiftung ihren "Rising Stars" vielfältige Auftrittsmöglichkeiten – vom Kammerkonzert bis zum Debüt in großen Sälen. Besonders beliebt bei den Stipendiaten sind die Kooperationen der Stiftung mit renommierten Orchestern, Festivals und Konzertveranstaltern, die es den jungen Musikern ermöglichen, sich vor großem Publikum zu präsentieren. Abgerundet wird das Förderkonzept durch Sonderpreise und Stipendien; Patenschaften ermöglichen die finanzielle Unterstützung eines ausgewählten Stipendiaten. Die gemeinnützige Stiftung bestreitet ihr umfangreiches Programm unter dem Motto "Könner brauchen Gönner" fast ausschließlich über die finanziellen Zuwendungen ihrer Freunde und Förderer. www.deutsche-stiftung-musikleben.de

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