Copyright: ZDF / Christoph Assmann
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Gegen die Angst

Der Fernsehfilm der Woche

Staatsanwältin Judith Schrader (Nadja Uhl) führt einen unerbittlichen Kampf gegen den kriminellen Al-Fadi-Clan, der die Berliner Szene in Sachen Prostitution, Schutzgeld und Drogen beherrscht. Heimlich hat sie auch persönliche Motive, denn ein Clan-Mitglied hat ihren Geliebten, einen verheirateten Polizisten, schwer verletzt. Nachzuweisen ist das jedoch kaum.

Im Anschluss zeigt das ZDF eine Dokumentation über kriminelle arabischstämmige Clans.

  • ZDF, Montag, 25. März 2019, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Freitag, 22. März 2019, 10.00 Uhr

Texte

Stab, Besetzung und Inhalt

Montag, 25. März 2019, 20.15 Uhr
Gegen die Angst
Der Fernsehfilm der Woche

Buch_____Robert Hummel
Regie_____Andreas Herzog
Kamera_____Lars R. Liebold
Ton_____Jörg Krieger
Szenenbild_____K.D. Gruber
Kostüme_____Nici Zinell
Schnitt_____Gerald Slovak
Musik_____Christopher Bremus
Produktionsleitung_____Sabine Bischof
Produktion_____REAL Film, Berlin
Produzentin_____Heike Streich
Redaktion_____Esther Hechenberger
Eine ZDF-Auftragsproduktion der REAL Film, Berlin

Die Rollen und ihre Darsteller
Judith Schrader_____Nadja Uhl
Jochen Montag_____Dirk Borchardt
Jan Wiegand_____Andreas Pietschmann
Leyla Sharif_____Sabrina Amali
Machmoud Al-Fadi_____Atheer Adel
Hisham Al-Fadi_____Burak Yigit
Andrea Marquart_____Judith Engel
und andere

Inhalt

Berlin: Polizist Jan Wiegand wird im Einsatz niedergeschossen und schwer verletzt. Staatsanwältin Judith Schrader will den Täter finden und anklagen. Eigentlich müsste sie den Fall wegen Befangenheit abgeben, denn sie hatte mit dem verheirateten Opfer eine heimliche Liebesbeziehung. Doch Judith schweigt.

Mit dem ermittelnden Kommissar Jochen Montag an ihrer Seite will Judith es mit einem kriminellen Clan aufnehmen, der aggressiv die Szene von Prostitution, Schutzgeld und Drogen beherrscht. Die Ermittlungen gegen den Clan sind schwierig und gefährlich.
Clanchef Machmoud Al-Fadi zieht alle Register, um die Ermittlungen zu behindern, mit der eiskalten Anwältin Andrea Marquart an seiner Seite. Wie kann der Rechtsstaat sich gegen Kriminelle zu Wehr setzen, die alle legalen und illegalen Mittel nutzen, um der Bestrafung zu entkommen? Judith findet heraus, warum die entscheidende Zeugin, die junge Polizistin Leyla, schweigt: Sie ist Al-Fadis Nichte. Als Judith Leyla schließlich überzeugen kann, auszusagen, schwört Al-Fadi blutige Rache. Der Prozess gerät zum harten Kampf, Leyla muss in den Zeugenschutz.

Der Zustand von Judiths Geliebtem verschlechtert sich. Sie ist aufgewühlt und macht Fehler. Mittlerweile ahnt Jochen Montag, dass Judith mehr mit dem Fall verbindet, als sie zugibt. Ist sie noch eine objektive Staatsanwältin, oder geht es ihr um Vergeltung um jeden Preis?

Realität in der Fiktion - Über die Entstehung des Films
Von Redakteurin Esther Hechenberger

Den ersten Gedanken an einen Film über eine Staatsanwältin, die es in Berlin mit einem kriminellen arabischen Clan aufnehmen will, fassten wir im Sommer 2015. Damals begann das Thema gerade, in der Öffentlichkeit präsenter zu werden. Von Anfang an zeigte sich, dass eine große Kraft darin lag, das Projekt in die Hände des Autors Robert Hummel zu legen, der die Idee zu "Gegen die Angst" lieferte. Robert Hummel hatte aufgrund seiner Tätigkeit als Schöffe am Berliner Landgericht umfassenden Einblick in bereits stattgefundene Clan-Prozesse gehabt und so die Abläufe, Strukturen und Hierarchien im Justizapparat direkt erlebt. Ziel war es, dieses Wissen in einen möglichst authentischen Film einfließen zu lassen.

Bei der Stoffentwicklung haben wir die Private Lines unserer Staatsanwältin immer weiter reduziert, weil das Thema kriminelle Clans so viele Aspekte bot, die wir erzählen wollten. So auch die Personalknappheit bei den ermittelnden Beamten, die trotz widriger Umstände versuchen, die Werte unseres Rechtsstaates in ihrer Arbeit gegen das hochkomplexe System einer "kriminellen Krake" hochzuhalten.

Parallel zu unserer Drehbuchentwicklung rückte das Thema kriminelle Clans immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit. Enormes Glück hatten wir zudem, weil Nadja Uhl großes Interesse hatte, die Staatsanwältin zu spielen. Durch ihr Dazukommen nahm unsere Projektentwicklung weiter Fahrt auf. Jede Drehbuchfassung glichen wir mit den aktuellen Berliner Entwicklungen in Sachen Clans ab. Während unserer ersten Schnittfassungen füllte im September 2018 die Beerdigung eines Serientäters, zu der 2.000 Clanmitglieder anreisten, bundesweit die Titelseiten. Die Realität hatte hier die Fiktion eingeholt. Unabhängig davon war die Entstehung des Films "Work in progress" im besten Sinne. 

Dreh an Originalschauplätzen
Statement von Produzentin Heike Streich

Die Produktion einer Geschichte, wie wir sie in "Gegen die Angst" erzählen, verlangt allen Beteiligten extrem viel Feingefühl, Sorgfalt, Konzentration und auch Vorsicht ab. Wir haben, oft auch in der Nacht, an Originalschauplätzen in Berlin gedreht. Alles, was wir erzählen, hat sich also in der Realität zwei Straßen neben unserem Filmset so oder ähnlich abgespielt. Wir haben in jeder Sekunde nach der bestmöglichen Übersetzung in die fiktionale Welt gesucht.

Statement des Drehbuchautors Robert Hummel

Vor ein paar Jahren wurde ich Schöffe am Landgericht Berlin. In Verhandlungen gegen Drogenhändler und Gewalttäter bekam ich Einblick in die Parallelwelt der organisierten Kriminalität. Ich sah Angeklagte, Opfer und Zeugen, und ich erlebte frustrierte Polizisten und überarbeitete Staatsanwältinnen, die unter schwierigen Bedingungen einen ermüdenden Kampf führen. Dort entstand die Idee zu diesem Stoff. Als Berliner und halber Araber interessieren mich kriminelle Clans schon lange – ich bin fasziniert von ihrem Zusammenhalt und abgestoßen von ihrem Tun.

Für Nadja Uhl als Staatsanwältin Judith Schrader stellt sich im Film die gleiche Frage, die sich im ernüchternden Justizalltag immer wieder stellt: Wie kann der Rechtsstaat mit legalen Mitteln, aber begrenzten Kapazitäten die rücksichtslosen Verbrechen der organisierten Kriminalität bekämpfen? Denn wenn der Staat das nicht schafft, verliert er das Vertrauen der Bürger.

Statements des Regisseurs Andreas Herzog

Über die Vorbereitung auf den Film und die Herausforderung als Regisseur
Ich habe mir während der Vorbereitung im Gericht in Moabit verschiedene Strafprozesse angesehen. Nadja Uhl hat das auch getan und mehrfach einen bekannten Berliner Staatsanwalt interviewt. Wir waren beide fasziniert von der stoischen Ruhe und scheinbar emotionslosen, aber unbestechlichen Kraft, mit der die Mühlen des Gesetzes mahlen. Diese deutsche Korrektheit, das zwanghafte Verfolgen der Vollständigkeit wirkt in der Realität lähmend, hat mich aber genau deshalb filmisch herausgefordert. Ich wollte das alles unbedingt zeigen, allein schon weil es einen unglaublichen Kontrast zu den Gesetzen innerhalb eines arabischen Clans darstellt. Aber wie lässt sich das realitätsnah darstellen, ohne die Zuschauer zu langweilen?

Über organisierte Kriminalität, das deutsche Rechtssystem und die Staatsanwältin im Film
Im Film kann man im Gerichtssaal, aber auch auf anderen Ebenen immer wieder erkennen, dass unser Rechtssystem gerade von der organisierten Kriminalität nicht ernst genommen, geradezu ausgelacht wird. Wenn man beobachtet, wie mitten im Prozess der Angeklagte mit seinem Verteidiger leise feixend Scherze macht, während Opfer und deren Angehörige auf der Nebenklägerbank die Urteilsbegründung für einen Freispruch wegen Mangel an Beweisen aushalten müssen, dann macht einen das wütend. Genau das ist einer der Identifikationsmomente, der es nachvollziehbar macht, wenn Staatsanwältin Schrader manchmal die Grenzen der deutschen Gesetzgebung etwas verschiebt.
Es war unglaublich spannend, zusammen mit Nadja aus diesen Fragen die Haltung von Staatsanwältin Schrader zu ihren Handlungen zu erarbeiten: Selbstzweifel, Wut, Trauer, Enttäuschung, aber auch Empathie, Stärke, Mut und Willenskraft. All das musste über den Dialog hinaus spielbar gemacht werden.

Über die Unterstützung durch die Schauspieler mit arabischem Hintergrund
Mit einer kleinen Ausnahme hatten alle Schauspieler des "Al-Fadi-Clans" auch wirklich einen arabischen Hintergrund. Ich habe ihnen während der Vorbereitung, aber auch noch während des Drehs immer wieder Löcher in den Bauch gefragt, ob das, was wir in diesem Film abbilden, irgendwie mit ihrer Sicht der Realität vereinbar ist. Das war meine Versicherung, um mich in einem mir doch weitgehend fremden Kulturkreis nicht total zu verirren. Trotzdem ist man unablässig damit beschäftigt, eine Balance zwischen filmischer Überhöhung und Wahrhaftigkeit zu finden.

Über das multikulturelle Berlin
Mein Blick auf die Stadt Berlin hat sich durch die Arbeit an diesem Film nicht wirklich verändert. In der Seifenblase meiner Wahrnehmung funktioniert das multikulturelle Babylon Berlin sehr gut. Alles ist ständig in Bewegung, Berlin wächst und verändert sich in atemberaubender Geschwindigkeit. In "Gegen die Angst" kämpft unsere Heldin gegen die organisierte Kriminalität und zeigt uns, wie hoffnungslos überfordert die Stadt damit ist, es allen Kulturen "recht" zu machen. Diese Situation wird sich auch weder heute, noch morgen durch Politik und Gesetze in Wohlgefallen auflösen.

Statements von Hauptdarstellerin Nadja Uhl

Über das inhaltliche Interesse am Filmstoff und an der Figur der Staatsanwältin Judith Schrader  
"Inhaltlich hatte ich das Gefühl, vollkommenes Neuland zu betreten. Das kann mein Interesse an einem Stoff maßgeblich beeinflussen. Diese Clan-Thematiken aus dem Film sind mir nicht bekannt, geschweige denn vertraut gewesen. Es war eine Herausforderung, mir diese fremde Welt ansatzweise zu erschließen.
Und, obwohl ich ein offener und sehr interessierter Mensch bin, bin ich erneut beruflich durch ein Filmthema in Grenzbereiche vorgestoßen, die am Ende mehr Fragen aufgeworfen haben. Diese Art von Konflikt macht meinen künstlerischen Beruf sehr reich, und er wird ganz intensiv durch die Figur der Staatanwältin Judith Schrader gespiegelt."

Über Berlin und die Herausforderungen bei den Dreharbeiten
"Ganz ehrlich: Bei täglich 30 Grad im Hochsommer an sogenannten Brennpunkten Berlins zu drehen, ist nur begrenzt schön. Berlin war früher meine Stadt. Aber jetzt war ich eher froh, am Abend aus dem Moloch herauszufahren. Das hat mich etwas traurig und nachdenklich gemacht.
Es gab die Thematik um den Mord an Leila. Berlin war sicher noch nie ein Musikantenstadl, aber der Blick in seine Abgründe, und sei es nur durch einen Film, ist eine Herausforderung."

Über positive Seiten von Berlin
"Im positiven Sinne steht Berlin für mich nach wie vor für Inspiration. Ich sehe spannende Menschen, Künstler, Freaks, Leute mit ihrem ganz eigenen Stil. Da ich einen guten Teil meiner Jugend in den Clubs der Stadt verbracht habe, schlägt mein reiferes Herz nach wie vor für all diese Szenerien und all die "Vögel der Nacht". Der Zugriff auf Kunst und Museen ist fantastisch."

Über ihre Vorbereitung auf den Film
"Im Rahmen meiner Vorbereitungen zum Film bin ich in einer ganz anderen Welt gelandet. Ich saß zum Beispiel mehrere Stunden lang in fünf verschiedenen Gerichtsverhandlungen und habe Staatsanwälte, Richter und Polizisten an weiteren Tagen treffen können. Seitdem kenne ich solche Begriffe wie "Beweislastumkehr".

Fazit
"… letztlich taucht man als Künstler in eine Welt ein, deren viele offene Fragen man offensichtlich aushalten und ansprechen muss."

Statements der Schauspieler Sabrina Amali, Atheer Adel und Dirk Borchardt

Sabrina Amali
"Am meisten fasziniert hat mich an der Figur Leyla ihr Dilemma, ihren eigenen Idealen und Überzeugungen treu zu bleiben, während sie gezwungen ist, einen Spagat zwischen zwei miteinander konkurrierenden Gesellschafts- und Rechtssystemen hinzulegen: Einerseits fühlt sie sich dem Rechtsstaat versplichtet, dem sie sich als angehende Polizistin per Eid verschrieben hat, und andererseits dem Clansystem ihrer Familie, das sie kompromisslos an ihre Herkunft und die damit einhergehende Verantwortung bindet. Beiden kann sie es nicht recht machen, also muss sie wählen, ohne sich selbst dabei aufzugeben – eine ganz eigene Form der Emanzipation."

Atheer Adel
"Von Anfang an habe ich mich parallel zur Studie meiner Figur auch mit der Frage nach Recht und Gerechtigkeit befasst. Ich finde, man sollte auch die Frage stellen, warum sich Menschen wie Machmoud und Hisham Al-Fadi nicht der deutschen Justiz unterordnen. Hängt es vielleicht auch damit zusammen, dass man ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit verweigert, obwohl sie zum Teil seit Jahrzehnten in diesem Land leben? Nimmt man ihnen dadurch nicht die Möglichkeit und den Raum, sich auf legitime Weise in die hiesige Gesellschaft zu integrieren?
Anhand dieser offenen Fragen entwickelte sich bei mir schnell ein Gefühl für die Figur Machmoud. Er ist jemand, der sich jenseits der hier vorherrschenden Moral und Gesetze sein eigenes kleines Reich gebaut hat."

Dirk Borchardt
"Es war sehr interessant, einen Film über libanesische Clanfamilien in Berlin zu machen. Ich bin am Kottbusser Tor in Berlin Kreuzberg aufgewachsen und war durch Freundschaften nah an diesen Strukturen und konnte diese Erfahrung für die Rolle nutzen.
Ich halte viel von den Anmerkungen des ehemaligen Neuköllner Bürgermeisters Buschkowski und glaube, dass die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft eine harte und gute Arbeit macht. Das zeigen ja auch die letzten Beschlagnahmungen und Vorgehensweisen der Berliner Justiz. Das sollte wahrgenommen werden. Es gibt Menschen, die hart dafür arbeiten.

Wie aktuell wir mit unserem Film sind, zeigen ja die Ereignisse um den Rapper Bushido und viele weitere Ereignisse der letzten Jahre im sogenannten "Clan-Milieu" von Berlin. Das harte Ende des Films ist durchaus auch in unserer Realität denkbar.
Im Moment denke ich oft: Da steht unsere Politik in der Verantwortung – wir sind aber leider schon zu spät. Die Parallelgesellschaft ist schon da. Dieses Gegeneinander in ein Miteinander umzuwandeln, wird schwer. Ich bin und bleibe aber Optimist und lebe selber Multikulti."

Über die Dokumentation: "Die Macht der Clans"

Montag, 25. März 2019, 21.45 Uhr
Die Macht der Clans

Autoren____Anja-Brenda Kindler, Thomas Heise, Claas Meyer-Heuer
Cutterin_____Ute Kampmann
Kamera_____Oliver Gurr (Haupt-Kamera), Dominik van Alst, Jürgen Staiger
Produktion_____Spiegel TV
Redaktion_____Nina Behlendorf, Beate Höbermann
Sendelänge_____30 Minuten

Gewalt, Geld, Größenwahn: Jahrzehnte lang haben kriminelle Teile arabisch-stämmiger Clans ihre Macht ausgebaut, Parallelwelten geschaffen. Lange fanden Politik und Justiz keine Mittel dagegen. Der Überfall auf das KaDeWe, der Diebstahl einer 100 Kilogramm-Goldmünze aus dem Bode-Museum – es sind solche Schlagzeilen, die das öffentliche Bild von sogenannter "Clankriminalität" prägen. Doch welche Bedeutung haben Clans in manchen Städten im Alltag?

Die Dokumentation "Die Macht der Clans" beleuchtet familiäre Strukturen und Rechtsauffassungen arabisch-stämmiger Clans. Zudem stellt sie die Frage nach wirksamer Strafverfolgung und Versäumnissen im Umgang mit kriminellen Mitgliedern aus den Großfamilien. Dabei greift die 30-minütige Dokumentation immer wieder auf Spielfilm-Szenen aus "Gegen die Angst" zurück. Die Figur der Staatsanwältin darin– verkörpert von Nadja Uhl – ist erfunden. Doch die Themen, die der Spielfilm aufgreift, beschäftigen Polizisten und Staatsanwälte auch im realen Leben. Denn Teile einiger Clans haben sich – in den 80er und 90er Jahren aus dem Libanon nach Deutschland gekommen – zu einer festen Größe der organisierten Kriminalität entwickelt. Ihre Mitglieder verdienen an Drogenverkauf, Prostitution, Schutzgelderpressung und spektakulären Raubzügen, so Ermittler.
Vor allem in sozial schwachen Berliner Stadtteilen wie Wedding und Neukölln sind arabische Großfamilien zu Hause, einige Straßenzüge nach Darstellung von Insidern fest in ihrer Hand. "Probleme, mit denen wir hier in Neukölln kämpfen, gehen überwiegend zurück auf arabische Großfamilien", skizziert der stellvertretende Bürgermeister Neuköllns, Falko Liecke, in der Dokumentation seine Erfahrungen aus mehreren Jahren Arbeit als Bezirkspolitiker. Es gebe in Neukölln Hotspots, in denen jugendliche Straftäter Straftaten sammelten "wie andere Briefmarken". 
Ermittlungen innerhalb der oftmals abgeschotteten Familien sind schwer. Der Name mancher Großfamilie reiche bereits, um Zeugen zum Verstummen zu bringen, heißt es bei der Berliner Staatsanwaltschaft. Denn: Clans haben ihre ganz eigenen Gesetze, den familiären Zusammenhalt stellen manche Clan-Mitglieder über Rechtsstaat und Grundgesetz. Polizei und Justiz – insbesondere in Berlin – schienen lange Zeit machtlos.

Die Dokumentation "Die Macht der Clans" beleuchtet kriminelle Machenschaften einzelner Clanmitglieder. Politiker, Staatsanwälte, Islam-Experten und Vertreter der Polizei erklären, wie der Staat versucht, gegen die Kriminellen aus den Clans vorzugehen, und warum er dabei bisweilen an Grenzen stößt.

Weitere Informationen

Fotos über (06131) 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/gegendieangst

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