Copyright: ZDF / KNSK / Tobias Schult
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Das Pubertier - Die Serie

Sechs Folgen frei nach dem gleichnamigen Bestseller von Jan Weiler

Pubertät ist, wenn aus bezaubernden Wesen plötzlich un­berechenbare Monster werden. Für Familien, die mittendrin stecken, ein echter Härtetest. Für "Außenstehende" ein großer Spaß.

Im Mittelpunkt steht Jan (Pasquale Aleardi), liebvoller Familienvater und Kolumnenschreiber. Mit seiner Frau Sara (Chiara Schoras) und den beiden Kindern hat er sich in einem angenehmen und überschaubaren Leben eingerichtet. Alles könnte so schön sein, wenn bei seiner Tochter Carla (Mia Kasalo) nicht die Pubertät ausgebrochen wäre.

  • ZDF, Ab Donnerstag, 7. September 2017, 20.15 Uhr

Texte

ZDF-Dramaserien in der Primetime
Von
Heike Hempel, Hauptredaktionsleiterin HR Fernsehfilm/Serie II

Wir freuen uns, Ihnen mit "Das Pubertier" und "Zarah"* zwei sehr unterschiedliche Drama-Serien in der Primetime am Donnerstag präsentieren zu können.
"Das Pubertier" ist eine lebensnahe und herrlich komödiantische Familiengeschichte mit allen Untiefen, verborgenen und offenen Gefechtsfeldern rund um eine Tochter mitten in der Pubertät – nach den Vorlagen von Jan Weiler.
In "Zarah" kämpft eine junge Journalistin in den 1970er Jahren höchst unterhaltsam gegen die patriarchalen Strukturen in einem Wochenmagazin und für die Emanzipation der Frau.
Beiden Serien gemeinsam ist unser Wunsch, relevant und populär zu erzählen und die Serie als Format unserer Zeit zu nutzen, um hoffentlich mehrere Generationen vor dem Bildschirm zu versammeln.

* Am Donnerstag, 7. September 2017, 21.00 Uhr startet direkt im Anschluss an "Das Pubertier – Die Serie" die neue Journalisten-Serie "Zarah".

Pubertät ist, wenn man trotzdem lacht.
Von den Redakteurinnen Heike Lagé und Silvia Hubrich

Die Pubertät – irgendwann trifft sie jeden. Wenn man mittendrin steckt in diesem hormonellen Chaos, erscheint einem die ganze Welt verrückt. Die eigenen bis dahin heiß geliebten Eltern mutieren zu peinlichen Wesen. Tja, und Eltern erscheinen die eigenen Kinder plötzlich als Monster.
Die Pubertät stellt eine Erschütterung des Familienlebens dar, für beide Seiten. Ratgeberbücher darüber füllen ganze Regale in den Buchhandlungen, im Internet gibt es unzählige Foren leidgeplagter Eltern. Ein universelles Thema, mit dem man garantiert nicht alleine ist.

Jan Weiler hat sein persönliches Pubertätstrauma auf ganz wunderbar unterhaltsame Weise verarbeitet: mit Kolumnen über sein Pubertier. Seine bislang reizende und liebenswerte Tochter verwandelt sich von einem Tag auf den anderen in ein zickiges und launisches Wesen. Er nimmt uns mit in eine alltägliche Familienwelt, in der wir uns alle wiedererkennen können.

Diese Familienwelt und den herrlichen Fundus an Geschichten hat unser Autorentrio um Head-Autor David Ungureit vergrößert und den Kosmos liebevoll erweitert. Da kommen zum Beispiel noch die Großeltern hinzu, die die pubertären Veränderungen der Enkelin wesentlich entspannter sehen.

Wir zeigen eine ganz normale (heile) Familie. Die Eltern Jan und Sara bekommen irgendwie den Spagat zwischen Job und stressigem Familienalltag hin. Sie arbeitet in einer sozialen Einrichtung, er als Schreiberling von zu Hause. Oft chaotisch und mit Reibereien, aber auch mit viel Spaß, Witz und Ironie kommen sie paritätisch ihrer Aufgabe bei der Kindererziehung nach. Ein Vater, der sich manchmal zu viel Sorgen um den Nachwuchs macht. Eine Mutter, die auch mal die Zügel lockerer lassen kann. Und in all dem wiedererkennbaren Chaos sind sie als Paar "unkaputtbar" und immer noch liebevoll miteinander.

Für uns war es ein großer Spaß, in die Welt "des Pubertiers" einzutauchen. Zwei Redakteurinnen, deren Kinder entweder die Pubertät bereits hinter sich haben oder in deren Startlöchern stehen. Bei der Beschäftigung mit diesen sehr lebensnahen Themen und Problemen und der Herausforderung, diese in eine erzählerische Form über sechs Folgen zu gießen, wurde uns einmal mehr klar:
Diese nervenaufreibende Phase in einer Familie übersteht man am besten mit einer gehörigen Portion Humor.
Denn Pubertät ist, wenn man trotzdem lacht.

Familienunterhaltung im Hier und Heute
Von den Produzenten Markus Brunnemann und Joachim Kosack, UFA FICTION

Früher war alles einfach. Da bestand eine Familie aus Vater, Mutter und Kind(ern) – auch im Fernsehen. Doch schon in den frühen 80ern, mit der ZDF-Serie "Ich heirate eine Familie", trug das Fernsehen den sich ändernden Lebenswirklichkeiten der Deutschen Rechnung. Fortan wurden vermehrt Familien gezeigt, die nicht nach dem traditionellen Muster zusammenlebten. Patchwork-Familien, Adoptivkinder, alleinerziehende Mütter und

Väter lebten im Fernsehen die Vielfalt von neuen Modellen des familiären Zusammenseins vor. Das war gut und richtig, doch dabei geriet die konventionelle Familie in TV-Serien ins Hintertreffen – fast könnte man meinen: Sie verschwand völlig. Mit "Das Pubertier – Die Serie" holen wir zusammen mit dem ZDF die traditionelle TV-Familie wieder zurück auf die Bildschirme, denn auch im wahren Leben ist diese klassische Familienkonstellation noch lange kein Auslaufmodell.

Jan Weilers gleichnamiger Bestseller bot dafür die ideale Vorlage, aus der David Ungureit, Alexandra Maxeiner und Marc Terjung großartige Drehbücher entwickelt haben. Wie wir alle wissen, ist die Pubertät eine turbulente Zeit, die eine Familie immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Wer Kinder hat, wird zwangsläufig irgendwann damit konfrontiert. Ein großer, vielleicht sogar der größte Härtetest für alle Beteiligten. Alles ändert sich, alles wird hinterfragt und neu aufgestellt, Gewohnheiten werden über Bord geworfen, aus kleinen Reibereien werden große Dramen, Türen knallen, und vor der Stirn der Pubertiere hängen unsichtbare Schilder mit der Aufschrift: "Wegen Umbau geschlossen". Wer das einmal erlebt hat – als Kind oder Elternteil – weiß, wie geschichtenträchtig diese besondere Zeit ist und vor welche Zerreißproben sie eine Familie stellt.

Wir erzählen in der sechsteiligen Serie den Alltag der Familie Maybacher, ihre Probleme, ihre Sorgen, ihr Chaos. Vor allem zwischen Vater Jan und Tochter Carla scheint Frieden kaum noch möglich zu sein, denn das Pubertier wirbelt das Familienleben gehörig durcheinander. Die Regisseure Uwe Janson und Oliver Schmitz inszenieren den Konfliktherd Pubertät auf eine moderne Weise, weit weg von heimeliger Familienseligkeit oder muffiger Reihenhausspießigkeit. Mit Mia Kasalo haben wir ein großartiges "Pubertier" gefunden, das seinen Vater, gespielt von Pasquale Aleardi, jeden Tag aufs Neue auf die Probe stellt. Und auch
Chiara Schoras als Mutter Sara und Levi Eisenblätter als kleiner Bruder Nick bleiben nicht verschont.

"Das Pubertier – Die Serie" ist schnell, frech, teils urkomisch und geht ans Herz! So, wie man sich Familienunterhaltung im Hier und Heute wünscht.

Sendetermine, Stab und Besetzung

Sendetermine
7.9., 21.9., 28.9., 12.10, 19.10 und 26.10.2017
jeweils donnerstags, 20.15 Uhr

Mediathek
ab 24.8.: Folgen 1-3; ab 28.9.: F. 4; ab 12.10.: F. 5; ab 19.10.: F. 6

 

Sechs Folgen, ab Donnerstag, 7. September 2017, 20.15 Uhr
Das Pubertier – Die Serie

Buch_____David Ungureit (Head-Autor), Alexandra, Maxeiner und Marc Terjung nach dem gleichnamigen Bestseller von Jan Weiler
Regie_____Oliver Schmitz, Uwe Janson
Kamera_____Leah Striker, Dominik Berg
Schnitt_____Günter Schultens, Melania Singer
Musik_____Ali N. Askin, Maurus Ronner
Musik-Supervision_____Oliver Ueck
Ton_____Bernhard Joest-Däberitz
Szenenbild_____Olaf Rehahn
Kostümbild_____Sylvia Risa
Maskenbild_____Sabine Schumann
Produktionsleitung_____Solveig Jork
Herstellungsleitung_____Katja Hartwig
Produktion_____UFA Fiction
Produzenten_____Markus Brunnemann, Joachim Kosack
Producer_____Alena Jelinek, Gunther Burghagen
Teamleitung ZDF_____Johannes Frick-Königsmann
Redaktion_____Heike Lagé, Silvia Hubrich
Länge_____6 x 45 Minuten

Durchgehende Rollen und ihre Darsteller
Jan Maybacher_____Pasquale Aleardi
Carla Maybacher_____Mia Kasalo
Sara Maybacher_____Chiara Schoras
Gisela Maybacher_____Gisela Schneeberger
Eberhard Maybacher_____Dietrich Hollinderbäumer
Julia Maybacher_____Henriette Richter-Röhl
Nick Maybacher_____Levi Eisenblätter
Heidi_____Annette Frier
Ute_____Elzemarieke de Vos
Lisa_____Louise Sophie Arnold
Roksana_____Anica Dobra
Lukas_____Marc Sierzputowski
Timm Bergen_____Arndt Schwering-Sohnrey
Marek_____Michael Bruch

Inhalt / Überblick

Pubertät ist, wenn aus bezaubernden Wesen plötzlich un­berechenbare Monster werden. Für Familien, die mittendrin
stecken, ein echter Härtetest. Für "Außenstehende" ein großer Spaß.

Im Mittelpunkt steht Jan, Mitte 40, liebvoller Familienvater und Kolumnenschreiber. Mit seiner Frau Sara und den beiden Kindern hat er sich in einem angenehmen und überschaubaren Leben eingerichtet. Alles könnte so schön sein, wenn bei seiner Tochter Carla (13) nicht die Pubertät ausgebrochen wäre. Von einem Tag auf den anderen hat sich das freundliche, aufgeschlossene und entzückende Mädchen in eine junge Dame verwandelt, die ein erstaunliches und bis dato unerkanntes Talent für Drama, schmerzhafte Wahrheiten, launisches Rumgezicke und totalen Widerstand gegen jedweden Zuspruch entwickelt hat. Ein
falsches Wort kann genügen, um die eben vermutete Familien­idylle in ihr Gegenteil zu verwandeln. Für Jan ist das nur schwer zu ertragen. Wo ist nur das Mädchen hin, das ihn angehimmelt hat? Unerschrocken hält er jedoch an dem Glauben fest, dass auch in einem Pubertier irgendwo verborgen ein vernunftbegabter, liebenswerter Mensch schlummert, der sich nur durch Berge von Klamotten und leeren Puddingbechern ans Tageslicht wühlen muss.

Carla hat noch einen 10-jährigen Bruder Nick, der glücklicherweise noch nicht in der Pubertät ist, ihr aber trotzdem gewaltig auf die Nerven geht.

Völlig überraschend kündigt sich eine große familiäre Veränderung bei den Maybachers an: Sara ist mit dem dritten Kind schwanger. Ein "Pubertier" findet die Fortpflanzung in der eigenen Familie und noch dazu im "fortgeschrittenen Alter" ihrer Eltern natürlich end-peinlich.

Und dann sind da noch Oma und Opa, Jans Eltern: Gisela und Eberhardt. Eberhardt erlebt gerade ausgerechnet mit einer ehemaligen Klassenkameradin von Jan seinen zweiten Frühling. Er trennt sich von seiner langjährigen und vertrauten Gattin Gisela, die erst am Boden zerstört ist, doch dann zur Höchstform in punkto Rache­gelüste aufläuft. Damit kommt Jans Schwester Julia – bekennende Hysterikerin – gar nicht klar. Sie leidet, und das in aller Öffentlichkeit und zum Ärger ihres Bruders. Der Neubau eines Familienhauses unter der Architektenverantwortung von Julia wird zunehmend zu einer unkalkulierbaren Größe für die Maybachers. Der Bau scheint Julia über den Kopf zu wachsen und Jans finanzielle Möglichkeiten zu sprengen. Die einzige Chance, das durcheinander geratene Leben wenigstens monetär in den Griff zu bekommen, scheint sein Buchprojekt zu sein, das der Verlag aus Jans Kolumnen realisieren könnte. Doch die größte der Baustellen, um die sich Jan kümmern muss, bleibt im Moment sein kleines, süßes, bezauberndes Mädchen, das zu diesem fremden, kratzbürstigen Wesen mutiert – dem Pubertier!

Folgeninhalte mit Episodenbesetzung

Folge 1: Das Pubertier wird flügge (7.9.)
Mit: Charlotte Würdig, Micky Beisenherz u.a.

Wochenende bei den Maybachers. Eigentlich Zeit, der Alltagshektik zu entfliehen. Aber Jan muss ohne Sara auskommen, weil bei ihrer Arbeitsstelle Tag der offenen Tür ist. Allein das Pubertier wegen häuslicher Pflichten zu wecken, ist ein Problem. Dann findet Jan auch noch im heimischen Badezimmer einen positiven Schwangerschaftstest. Panisch glaubt er, der Test sei von seiner Tochter und geht einen Tag lang durch die Hölle. Und das ist nicht die einzige "Schreckensnachricht" an diesem Tag: Er erfährt auch noch von der Trennung seiner Eltern. Vater Eberhard hat sich in eine Jüngere verliebt, die sich ausgerechnet als eine Schulfreundin von Jan herausstellt. Wer soll diese Botschaft der hysterischen Schwester Julia überbringen, einer Architektin, mit der das neue Familienhaus zur Dauerbaustelle geworden ist.

Folge 2: Das Pubertier bricht aus (21.9.)
Mit: Ralf Lindermann u.a.

Jan tut sich schwer, die Nachricht von Saras unerwarteter Schwangerschaft zu verarbeiten. Sara und er beschließen, diese Neuigkeit erst einmal in Ruhe sacken zu lassen, bevor sie es den Kindern erzählen wollen. Doch vor einem cleveren Pubertier kann man so etwas nicht lange geheim halten. Und Carlas Reaktion ist drastisch: Sie zieht aus und wohnt ab sofort bei ihrer Oma Gisela. Doch Carla hat die Stimmung ihrer Großmutter, die gerade von ihrem Mann verlassen wurde, falsch eingeschätzt und fühlt sich schnell überfordert. Genauso geht es auch Jans Schwester Julia, die seit Wochen auf der Baustelle des künftigen Familienhauses versucht, ihr Bestes zu geben ohne auch nur ein Wort des Dankes von ihrem Bruder Jan einzufahren – so jedenfalls sieht Julia das.

Folge 3: Das Pubertier wird tollwütig (28.9.)
Mit: Charlotte Krause u.a.

Jan und Sara sind bei Jans Vater Eberhard und dessen neuer, junger Freundin Heidi eingeladen. Jan will sich drücken. Ein Zusammentreffen mit seiner ehemaligen Schulfreundin will er um jeden Preis verhindern, denn es gab da in der Vergangenheit einen peinlichen Vorfall zwischen den Beiden. Dass er außerdem gerade mit dem Verlag in mühseligen Verhandlungen wegen einer Buchveröffentlichung seiner Kolumnen ist, macht die Situation für ihn nicht entspannter. Gleichzeitig plant Carla die Abwesenheit ihrer Eltern zu nutzen, um endlich ihrem Schwarm Lukas näher zu kommen. Doch alles kommt anders: Ohne Vorwarnung platzt Eberhard mit Heidi ins Haus und als dann noch Julia und Gisela auftauchen, gerät der Abend außer Kontrolle. Nur das Pubertier kann mit diesem Chaos bei Lukas punkten.

Folge 4: Das Pubertier als verkanntes Genie (12.10.)
Mit: Michael Krabbe u.a.

Jan ist fest vom verborgenen künstlerischen Talent seiner Tochter überzeugt und beschließt, dieses zu erwecken. Er schafft ein Klavier an. Leider hat Carla jedoch ganz andere Interessen. Seit Lukas denkt, ihre Eltern wollen sich scheiden lassen, zeigt er viel Mitgefühl und Interesse an ihr. Carla ist deshalb sehr bemüht, diesen Eindruck aufrecht zu halten. Sie redet Sara ein, dass sie von Jan doch schon lange nicht mehr wahrgenommen werde und die Ehe auf wackeligen Füßen stehe. Auch wenn Oma Gisela, die sich langsam mit Freude am untreuen Ehemann rächt, versucht, Sara von Jans Liebe zu überzeugen, läuft die Geschichte völlig aus dem Ruder.

Folge 5: Das Pubertier geht fremd (19.10.)
Mit: Jan Weiler, Serkan Cetinkaya u.a.

Wie jedes Jahr will Jan mit Carla das Ritual einer gemeinsamen Achterbahnfahrt auf der Kirmes pflegen. Doch Carla hat kein Interesse, findet Achterbahnen auf einmal doof und hat ohnehin andere Pläne. Obwohl es schmerzt, bemüht Jan sich um Gelassenheit. Doch als er dann sehen muss, dass die Tochter statt mit ihm mit Lukas in der Achterbahn sitzt und diesen Kerl auch noch ganz verliebt anschaut, keimt in Jan Eifersucht auf und das Gefühl, seine Tochter zu verlieren. Gisela steht dem ganzen Theater eher gelassen gegenüber, auch die Trennung von Eberhardt scheint sie immer besser zu verkraften. Sie plant eine Reise nach Vietnam. Eberhardt hingegen, kann kaum noch Schritt halten mit der überbordenden Energie seiner jungen Freundin Heidi.

Folge 6: Das Pubertierchen (26.10.)
Mit: Peter Heinrich Brix u.a.

Einige Monate später: Jan hat für den Tag der Geburt alles akribisch geplant und instruiert die Familie detailliert mittels Präsentation. Jeder bekommt eine Aufgabe, alles soll perfekt werden und nicht so chaotisch wie bei den beiden vorangegangenen Geburten. Doch völlig unpassend, als er gerade beim Verlag wegen letzter Buchverhandlungen sitzt, beginnen bei Sara die Wehen. Sein toller Plan erweist sich als Reinfall. Niemand aus der Familie ist zu erreichen. Doch in der Not laufen Giselas neuer Freund Pippo und Roksana, die Putzfrau, zur Höchstform auf und nehmen die Dinge in die Hand. Schließlich lässt auch Julia auf der Baustelle alles stehen und liegen und auch Jan und die Kinder und Oma und Opa sind zur Stelle. Am Ende zeigt sich, dass die Familie trotz allem funktioniert – und dass sogar ein bissiges Pubertier über den eigenen Schatten springen kann, wenn es ein kleines, süßes Pubertierchen in den Arm gelegt bekommt.

Vater, Mutter, Pubertier
Fragen an die Schauspieler Pasquale Aleardi, Chiara Schoras und Mia Kasalo

Chiara Schoras und Pasquale Aleardi, wenn Sie sich an ihre eigene Pubertät erinnern, was fällt Ihnen spontan ein?

Chiara Schoras: Absolutes Hormonchaos! Stimmungsschwankungen, die man selber nicht versteht und ein Körper, der anscheinend macht, was er will.

Pasquale Aleardi: Ich hatte ein Adlerauge für Details, das jede noch so winzige körperliche Veränderung an mir oder an meinen Mitschülern registriert hat, und je nach Tagesverfassung für eine Flut an schwer zu bändigenden Emotionen wie Trauer, Glück, Angst ausgelöst hat. Ein Pickel im Gesicht konnte auch mal echte Panik auslösen, meine Wachstumsschübe wiederum Stolz. Ich erinnere mich daran, viele, viele Stunden am Klavier verbracht zu haben, das hat mich immer beruhigt und tut es heute noch. Ich spielte die Hits aus den 80ern, hatte meine ersten Schulbands, war immer voller unbändiger Energie, voller Sehnsucht nach irgendwie Allem, was möglich ist – und immer verliebt (lacht)

Mia, Du bist im gleichen Alter wie das "Pubertier". Gibt es Ähnlichkeiten zwischen Dir und der Filmfigur Carla?

Mia Kasalo: Ja, es gibt da durchaus Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede. Ich streite auch schon mal mit meinen Eltern, aber ich bin nicht so frech wie Carla – da würden meine Eltern auch nicht mitmachen. Die sind etwas strenger und ich weiß, dass ich richtig Ärger bekäme. Wie Carla mit ihrem Bruder Nick umgeht, finde ich dagegen ziemlich normal. So ist das zwischen Geschwistern, ich zanke auch oft mit meiner jüngeren Schwester und dabei geht es oft richtig ab.

Und worüber streitest Du mit Deinen Eltern?

Mia Kasalo: Wenn ich im Haushalt mithelfen soll, aber lieber ins Handy gucken möchte, dann gibt es regelmäßig Krach.

Die Pubertät ist für viele Familien ein echter Härtetest. Was ist der Unterschied zwischen Saras und Jans Blick auf die gemeinsame Tochter Carla?

Chiara Schoras: Sara akzeptiert wohl schneller und einfacher die Tatsache, dass die eigene Tochter sich verändert – als Frau und Mutter kann sie vielleicht auch besser nachvollziehen, was in einem Mädchen in diesem Alter vorgeht.

Pasquale Aleardi: Jan hingegen versucht, die Phasen der Pubertät Carlas im Detail zu verstehen, und kommt damit nicht gut klar. Er hat größte Mühe, seine Tochter als angehende Erwachsene zu sehen.

Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass viele Männer, ähnlich wie Jan, fast durchdrehen, wenn ihre Töchter flügge werden?

Chiara Schoras: Sicherlich ist das von Mann zu Mann verschieden. In Jans Fall ist es so, dass er sich schwer damit tut, Abschied von der Vergangenheit zu nehmen. Dieses kleine Mädchen, das immer den Schutz beim großen, starken Papa gesucht hat, und nun doch ein eigenständiger Mensch zu werden droht; das ist sicherlich ein schmerzlicher Abnabelungsprozess für ihn.

Pasquale Aleardi: Die vermeintliche Vorbild- oder Heldenrolle, die Jan bis zur Pubertät für seine Tochter Carla übernommen hat, ist so tief in ihm verankert, dass er sie nicht ohne weiteres loslassen kann. Die neuen Umstände der Pubertät, die seine Tochter "unberechenbar” machen, überfordern ihn regelmäßig. Und dann noch einem jüngeren Mann Platz zu machen, ist erstmal einfach zu viel für ihn. Da will man als Vater dann schon genau hinschauen und wissen, wer dieser Neue ist. Der Beschützerinstinkt ist ja sehr ausgeprägt und außerdem weiß man als Mann ja, wie man selbst getickt hat in jüngeren Jahren. Ich denke, all diese Beweggründe sind mehr oder weniger bei allen Männern ähnlich, und sorgen je nach Reifegrad des Mannes auch mal für "irrationales" Verhalten.

Jans Vater Eberhard erlebt seinen dritten Frühling mit einer ehemaligen "Knutsch-Freundin" von Jan, was diesen völlig aus dem Konzept bringt. Warum kann Jan in dieser Situation nicht etwas cooler reagieren?

Pasquale Aleardi: Jans Naturell ist grundsätzlich nicht cool, sondern kompliziert. Er nimmt es seinem Vater übel, dass er Jans Mutter für seine ehemalige Knutschfreundin "Heidi" Knall auf Fall verlassen hat. Und mal ehrlich, wer stellt sich schon gerne seinen eigenen Vater beim Sex vor? Und dann noch mit der früheren Knutschfreundin aus der Parallelklasse? Außerdem steht Heidi für ein traumatisches Erlebnis in Jans Jugend. Da kann man nicht "cool” reagieren.

Was macht Ihnen Ihre Filmfigur Jan sympathisch?

Pasquale Aleardi: Jan ist tendenziell eher ein unsicherer, ängstlicher, neurotisch veranlagter Mensch, der Veränderungen im Leben scheut, sich aber aus einer tiefen Liebe zu seiner Familie immer große Mühe gibt und immer alles richtig machen will. Das macht ihn für mich sehr sympathisch. Weil es aber nicht möglich ist, alles immer richtig zu machen, bringt er sich immer wieder in unmögliche Situationen. Das liegt auch daran, dass er immer wieder von negativen Zukunfts- oder Vergangenheitsfantasien gequält wird. Seine lebhafte Fantasie geht immer mal wieder mit ihm durch, und beeinflusst sein Verhalten in alltäglichen Situationen. Jans Visionen, bzw. seine Sicht auf die Welt werden in der Serie explizit gezeigt, dass finde ich sehr schön und macht ihn dadurch, so hoffe ich, auch für die Zuschauer nahbar und sympathisch. Außerdem gefällt mir Jans Neugier und seine sprachliche Ironie.

Mia, in der Serie ist Deiner Figur Carla ihr Vater oft sehr peinlich. Kennst Du dieses Gefühl?

Mia Kasalo: Mein Papa ist nicht so hysterisch wie Jan, der ist ein ganz anderer Typ. Mein Vater macht sich zwar auch schnell Sorgen, aber hat bestimmt keine Visionen. Mein Vater macht auch kein großes Theater daraus, wenn ich mich mal mit Jungs aus meiner Schule treffe. Nur manchmal, wenn Freunde mich besuchen kommen, dann verändert sich seine Stimme und er wuschelt ihnen durch die Haare mit den Worten: "Na, wen haben wir denn da?" – Das finde ich dann schon etwas peinlich. Aber ansonsten ist alles im grünen Bereich.

War es hinter den Kulissen mit Deiner Filmfamilie harmonischer als vor der Kamera?

Mia Kasalo: Auf jeden Fall, wir haben uns sehr gut verstanden und alle waren wirklich sehr nett. Gisela Schneeberger (spielt Jans Mutter, also Carlas Großmutter) hat mir beigebracht, wie man auf Knopfdruck loslacht und sie hat mich motiviert, mit der Schauspielerei weiter zu machen.

Apropos Lachen: In der Serie geht es sehr turbulent zu. Gab es Szenen, wo alle lauthals loslachen mussten?

Chiara Schoras: Das ist tatsächlich immer wieder passiert. Aber an einer Szene hatte ich besonders viel Spaß: Darin versucht
Sara einen bestimmten Standpunkt zu vertreten, ihr hört aber niemand zu. Plötzlich ist sie so genervt, dass sie anfängt, ihre Kinder mit Frühstücksflocken zu bewerfen. Das stand nicht im Drehbuch, hat sich beim Spielen aber so ergeben. Dem Regisseur hat es so gut gefallen, dass wir es drin gelassen haben. Das verwunderte Gesicht meiner beiden Kollegen war diese Improvisation wert.

Mia Kasalo: Ich fand vor allem die Szene witzig, in der sich Oma Gisela betrinkt. Da musste ich mir das Lachen echt verkneifen. Es gab viele lustige Szenen, aber ich konnte mich immer beherrschen, abbrechen mussten wir wegen mir nicht.

Pasquale Aleardi: Es verging kaum ein Drehtag, ohne lauthals zu lachen. Mir fallen da aber spontan hauptsächlich Dinge ein, die wir zwischen den Takes gemacht haben. Wir haben dann als Familie zum Beispiel absurde Beatbox-Rhythmus-Spiele gemacht, oder Tänzchen choreographiert, oder wenn ein Klavier in der Nähe war, habe ich in der Pause Schwanensee gespielt und Mia hat dazu Ballett getanzt. Wir haben viel rumgealbert.

Nochmal persönlich gefragt: Pasquale Aleardi, ihrer Filmfigur fällt es sichtlich schwer, seine heranwachsende Tochter loszulassen. Sind Sie insgeheim froh, dass Sie einen Sohn haben?

Pasquale Aleardi: Diese Frage kommt etwas zu früh. Mein Sohn ist grade mal ein Jahr alt, das kann ich erst in 13 Jahren beurteilen (lacht). Nein, ich denke, dass es unabhängig vom Geschlecht nicht einfach ist, sein geliebtes Kind loszulassen. Glücklicherweise bin ich aber im Gegensatz zu Jan nicht so ängstlich, bzw. neurotisch veranlagt – das macht es dann hoffentlich etwas einfacher, wenn es soweit ist.

Chiara Schoras, Sie haben bereits Pubertätserfahrung mit Ihrer eigenen Tochter. Was raten Sie Eltern, die diesen Lebensabschnitt noch vor sich haben?

Chiara Schoras: Man muss das Ganze mit Humor nehmen, die Kinder wissen ja zum Teil selber nicht, warum sie so reagieren, wie sie reagieren. Man sollte ein Hafen für sein Kind bleiben, in den es sich zurückziehen und in Sicherheit fühlen kann. Natürlich muss man auch Grenzen aufzeigen, aber doch genug Raum lassen, damit das Kind sich entfalten und seine Flügel ausbreiten kann. Denn genau darum geht es in dieser Phase des Lebens: das große Abnabeln. Und zwar für die Kinder UND die Eltern.

Pasquale Aleardi und Chiara Schoras, was würden Ihre Eltern antworten, wenn man sie fragte, ob sie schwierig oder einfach in der Pubertät waren?

Pasquale Aleardi: Schwierig natürlich, und vor allem teuer! (lacht)

Chiara Schoras: Auf jeden Fall eine Herausforderung!

Interviews: Karoline van Baars in Zusammenarbeit mit Birgit-Nicole Krebs

Stichwort "Pubertät"…
Fragen an die Schauspieler Gisela Schneeberger, Dietrich Hollinderbäumer, Henriette Richter-Röhl, Annette Frier und Anica Dobra

Was fällt Ihnen als Erstes beim Stichwort "Pubertät" ein?

Gisela Schneeberger: Pickel!

Dietrich Hollinderbäumer: Pickel!

Henriette Richter-Röhl: Pickel, Selbstzweifel (wegen der Pickel), Verwirrung

Anica Dobra: Unsere Serie - "Das Pubertier"! Nicht zu vergessen, wie schön laut, grobmotorisch, frech, schnell, süüüß, witzig, voller Emotionen und Pickel, augenverdrehend, ungeduldig, zum ersten Mal verliebt, Musik hörend, groooße Pläne im Kopf, wie cool diese Zeit sein kann. Das ist doch wunderbar, nicht wahr?!

Annette Frier: Vermutlich ist das die im wahrsten Sinne des Wortes "aufregendste Zeit" des Lebens? Ich weiß jedenfalls, dass mich damals quasi alles aufgeregt hat: Die Schule, meine Eltern, mein Körper, der sich einfach plötzlich ganz anders benahm als sonst, die ...äh...Jungs !!!!!

Rückblick: Was ist Ihnen aus Ihrer eigenen Pubertät am lebhaftesten in Erinnerung geblieben?

Henriette Richter-Röhl: Ich war unentwegt verliebt. Immer wie noch nie zuvor.

Dietrich Hollinderbäumer: Unerwiderte Verliebtheit!

Annette Frier: Meistens war ich verliebt und mit diesem Gefühl bin ich non stop beschäftigt gewesen: ab und zu himmelhochjauchzend, ansonsten immer zu Tode betrübt

Gisela Schneeberger: Pickel!

Anica Dobra: Zur angesagten Zeit nach Hause kommen zu müssen, obwohl mich das damals gar nicht gestört hat. Allerdings verfolgt mich die Pünktlichkeit bis heute und jetzt stört es mich, haha! Mit Schmunzeln erinnere ich mich auch an die unabdingbaren, regelmäßigen Kinobesuche und mit Stirnrunzeln an die Expansion der Fastfood-Ketten.

Hand aufs Herz: Mussten Ihre Eltern viel mit Ihnen durchmachen oder waren Sie eher "einfach" zu händeln?

Dietrich Hollinderbäumer: Meine armen Eltern!

Gisela Schneeberger: Meine Mutter musste mit drei Mädchen in der Pubertät alleine fertig werden, die Ärmste.

Henriette Richter-Röhl: Also ich fand mich nicht schwierig. Aber meine Eltern waren echt nicht einfach.

Annette Frier: Ich hatte das Glück, mir bei meiner großen Schwester sämtliche Gefahren für die "ernste Phase" schon mal an- und abschauen zu können. Meine Eltern und sie sind echt durch die Hölle gegangen und haben täglich gezankt. Mit diesem wertvollen Vorwissen fiel mir dann alles etwas leichter, heute würde ich meine Pubertät also eher als unauffällig bezeichnen!

Anica Dobra: Das kann ich heute, ehrlich gesagt, gar nicht einschätzen. Doch 'einfach' war ich hoffentlich nicht. Es hat sich damals niemand besonders beschwert, man hat mir meinen Raum gegeben und ich lebte in der Annahme, dass alles in Ordnung sei und ich ein ideales Kind.

Pubertät ist die Zeit der Selbstfindung – auch modisch gesehen. Was war Ihre größte Modesünde in dieser Zeit?

Gisela Schneeberger: Ein selbst gehäkeltes, schwarzes Haarnetz, das ich mir über den gesamten Hinterkopf gestülpt habe. Ich fand das damals sehr fein und damenhaft.

Dietrich Hollinderbäumer: Ich trug mit circa 13 Jahren, wie viele meiner Freunde, einen Hut, um älter auszusehen!

Annette Frier: Diese Frage ist insofern eine Zumutung, als meine Pubertät mitten in die späten 80er Jahre gefallen ist!? Mehr möchte ich dazu nicht sagen. (Räusper)

Henriette Richter-Röhl: Ich hatte eine Phase mit Minirock in Kuhfell-Optik und Plateauschuhen. Dazu trug ich Abdeckstift von minderer Qualität. Übel!

Anica Dobra: Naja... zum Beispiel so aussehen zu wollen wie Olivia Newton John in "Grease", sowohl 'vorher', als auch 'nachher'. Das ist mir natürlich unter Garantie nie gelungen, nichtsdestotrotz war es mir damals nicht bewusst und ich habe alle erstaunten Blicke auf der Straße genossen. Heute würde man es Modetrend nennen. So manche der damaligen Modesünden ist heute wieder Modetrend! (schmunzelt)

Die Fragen stellte Karoline van Baars

Statement des Autorentrios
Alexandra Maxeiner, Marc Terjung und David Ungureit

"Endlich mal wieder eine Familienserie am Hauptabend!" – Das war die erste Reaktion auf das Vorhaben, Jan Weilers Buch "Das Pubertier" fürs Fernsehen zu adaptieren. So ein Angebot kommt nämlich sehr viel seltener, als man vielleicht denkt. Zumindest, wenn kein Mitglied der TV-Familie PolizistIn, PfarrerIn oder MedizinerIn ist, wodurch die Serie dann einem anderen Genre angehört. Mit den überaus erfolgreichen Geschichten von Jan Weiler stand die Tür für eine Wiederbelebung der reinen Familienserie, die eigentlich zur Grundausstattung des Fernsehens gehört, plötzlich offen. Eine große Chance, aber auch eine große Herausforderung.

Drehen sich Weilers Kolumnen praktisch ausschließlich um das Verhältnis zwischen Vater und Tochter (und später auch um das zum Sohn), waren wir aufgefordert, den Kosmos zu erweitern und eine komplette Familie zu erfinden. Der Kern bleibt auch bei uns die Auseinandersetzung des Vaters mit dem Pubertier, allerdings umgeben von einem Ensemble weiterer Familienmitglieder sowie einer Putzhilfe, einer Zeitungsredakteurin und der neuen Freundin des Großvaters. So schlägt jeder Streit zwischen Vater und Tochter Wellen, die auch den Rest der Familie erreichen.

Von Anfang an stand für uns fest, dass unser Pubertier bissig sein muss. Jan soll – ebenso wie sein literarischer Zwilling – die volle Härte des Lebens mit einer Heranwachsenden zu spüren bekommen. Wer selbst mit einem Menschen dieses schwierigen Alters zusammenlebt, weiß, wie schnell die Nerven da mal blank liegen und eigentlich harmlose Konflikte eskalieren können. Wem diese Erfahrung vorenthalten bleibt, der weiß vielleicht noch aus seiner eigenen Pubertät, welche gewaltigen Dramen oft im Kleinen schlummern. Dies alles wollen wird ebenso glaubwürdig wie unterhaltsam erzählen, ebenso schmerzhaft wie humorvoll, ebenso aufrührend wie berührend.

Zwei Regisseure, eine Serie
Fragen an Oliver Schmitz (Folgen 1-3) und Uwe Janson (Folgen 4-6)

Aus dem Blickwinkel des Regisseurs: Was war für Sie das Spannende bei der Inszenierung dieses Serienprojektes?

Oliver Schmitz: Das Spannende ist erstens, der Entstehungsprozess, lang bevor ich ans Set komme. Da hat man das Glück und die Gnade, am Anfang einer Serie dabei zu sein und mit zu gestalten. Eine Serie lebt von der Glaubwürdigkeit und Beständigkeit ihrer Figuren. Das ergibt Möglichkeiten, die man in einem 90-minütigen TV- oder Kinofilm nicht hat. Die Figuren entfalten sich, zeigen viele Facetten und Zwischentöne, die in kürzeren Formaten nicht machbar sind. Ich denke, deswegen sehnen sich Schauspieler jetzt gerade nach hochwertigen Serien – und Regisseure natürlich auch.
Die Bücher von David Ungureit und Alexandra Maxeiner umzusetzen, ist die andere Freude an der Serie. Ich arbeite zum zweiten Mal mit dieser Autorenkombi und die Welt mit den Figuren, die sie um Jan Maybacher kreiert haben, ist wunderbar. Pubertät und Vaterschaft ist nichts Neues, aber so, wie sie es, inspiriert von Jan Weiler, unter die Lupe nehmen, ist es witzig und berührend. Das Spannende ist die Doppelperspektive – Tochter aus Sicht des Vaters und Vater aus Sicht der Tochter. Ihre Innenwelt, Begierden, Ängste, entfaltet über digitale Medien, Flashbacks und Visionen bereichert das Ganze zu einer sehr emotionalen, modernen Komödie.

Uwe Janson: Den Grat zwischen Drama und Komödie so auszutarieren, dass beide Elemente sich nicht nur ergänzen, sondern die Geschichte facettenreich und veritabel nach vorne treiben.

Worauf müssen Sie besonders achten, wenn Sie sich ein Projekt mit einem Kollegen teilen, im Gegensatz zu einem Film, bei dem Sie alleine Regie führen?

Oliver Schmitz: Ich habe auch "Türkisch Für Anfänger" mit einem Regiekollegen gestartet. Man muss natürlich auf einer Wellenlänge sein, aber wie damals mit Edzard Onneken und jetzt mit Uwe Janson hat das sehr gut funktioniert. Ich finde, wir haben ein ähnliches Gespür für Schauspieler. Wir sind auch beide Regisseure, die nicht genreabhängig sind. Uwe, wie ich, macht Comedy und Drama und das gibt eine andere Sicht auf die Arbeit. Jeder macht natürlich seine eigenen Folgen, aber eine Serie muss auch aus einem Guss sein, deswegen ist die gemeinsame Aufbauarbeit sehr konstruktiv. Ich fand von Anfang an, dass wir uns gut verstehen.

Uwe Janson: Mit einem so starken Kollegen wie Oliver Schmitz, der fachlich als auch menschlich immer ein vertrauter und verlässlicher Partner war und ist, macht die notwendige kreative Auseinandersetzung Freude und bereichert das gemeinsame künstlerische Schaffen.

Was hat Ihnen an der Zusammenarbeit mit dem Schauspiel-Ensemble, speziell auch mit dem "Pubertier" Mia Kasalo, besonders gefallen?

Oliver Schmitz: Besonders intensiv war die Suche nach und dann die Entdeckung einer 13-jährigen Schauspielerin, die so viel auf ihren Schultern tragen muss, und die Arbeit mit ihr. Mia Kasalo ist eine Granate, und zusammen mit ihr ist die Maybacher-Familie, Pasquale Aleardi, Chiara Schoras und Levi Eisenblätter, eine tolle Kombi. Wenn man die Entstehung am Set sieht, weiß man, dass das ganze Casting sich rentiert hat. Mia ist ganz klar eine hervorragende Schauspielerin. Sie spielt mit einer Reife weit über ihr Alter hinaus. Es ist, glaube ich, sowieso ein Fehler, junge Schauspieler als halbgeformte Menschen zu sehen. Ihre Gedankenwelt ist komplett und wir sollten nie unterschätzen, was sie denken oder verstehen können. Ich habe selbst eine 13-jährige Tochter und kann viel von ihr lernen.

Uwe Janson: Das Ensemble war großartig – besonders Chiara Schoras und Pasquale Aleardi. Ganz fern von Eitelkeiten und Profilneurosen, durchdrungen von professioneller Arbeit, immer auf der Suche nach Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit. Eine Wonne im Zusammenwirken, in dem ausschließlich der Mensch mit all seinen Gefühlen und Hoffnungen im Zentrum steht. Ich kann mich nur verneigen.
Mia Kasalo ist unglaublich. Ein ganz großes Talent für die große Leinwand. Im Ausland wird man das erkennen und sie fördern – vorausgesetzt, Mia will das. Wenn ja, so wünsche ich ihr nur das Beste und das nötige Quäntchen Glück.

Die Fragen stellte Karoline van Baars

 "…wie bei uns zuhause. Nur lustiger."
Von Jan Weiler, Autor des Bestsellers "Das Pubertier"

Endlich bekommt "Das Pubertier", was es verdient: Eine TV-Serie!
Dafür haben die Autoren mein kleines Universum aus sämtlichen Kolumnen erweitert und eine neue ganz eigene Welt erschaffen, die mir sehr gefällt. Und ich bin stolz darauf, dass diese kleine Welt ab Herbst im ZDF zu besichtigen ist.

Als Autor muss man es sich gut überlegen, ob man einem Sender oder einer Produktionsfirma erlaubt, aus einem Buch einen Film oder eine Serie zu machen. Es könnte ja sein, dass sie die Handlung vom Originalort an einen anderen verlegen, zum Beispiel von Nairobi nach Nürnberg. Oder dass sie finden, dass die Hauptfigur zu alt ist und sie verjüngen, so um dreißig bis vierzig Jahre. Es kann auch sein, dass ihnen die ganze Handlung nicht gefällt und am Ende wird aus einem Buch über den Dreißigjährigen Krieg eine Liebesromanze über einen Hersteller von Blechkuchen in der Lüneburger Heide. Man hat da schon von den merkwürdigsten Dingen gehört. Deshalb ist Sorge angebracht, wenn man seine Figuren und Geschichten freigibt.

In diesem Fall habe ich mich daran orientiert, was die Produzenten und die Drehbuchautoren vorher gemacht haben. Das ist eine gute Richtschnur. Wenn ein Produzent zum Beispiel vorher hauptsächlich dadurch aufgefallen ist, dass er die Bibel als Daily Drama mit Darstellern aus dem Pornomilieu verfilmt hat, sollte man von einer Zusammenarbeit Abstand nehmen. Das war hier aber anders. Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Autoren und Produzenten und ich mag die Art und Weise, wie sie mit meinem Material umgegangen sind. Natürlich konnten sie nicht einfach eins zu eins meine Geschichten verfilmen. Das hätte gar keinen Zusammenhang ergeben. Also haben sie sich eine fortlaufende Handlung ausgedacht, die es so bei mir nicht gibt. Und ein paar Figuren, die sie gut gebrauchen konnten. Ich finde das sehr in Ordnung und das muss man zugestehen, so lange der Kern der Vorlage nicht verändert wird.

Dieser Kern, das ist die Coming-of-Age-Geschichte unserer Kinder, die sich plötzlich verwandeln und zu Pubertieren mutieren, denen wir fasziniert und manchmal hilflos gegenüberstehen. Und es ist unsere eigene Coming-of-Age-Geschichte, denn wenn die Kinder älter werden, dann werden wir plötzlich auch älter. Das ist das Drama und die Komödie in jeder Familie. Es ist das, worum es mir geht. Und es ist das, worum es den Produzenten geht. Das ist für mich sehr beruhigend und ich wünsche uns Allen, dass das Publikum nach dem Anschauen dasselbe sagt, was ich seit Jahren immer wieder höre: "Das ist ja ganz genau so wie bei uns zuhause. Nur lustiger."

Online-Begleitung

Am 17. August startet das ZDF seine Online-Begleitung zur neuen Primetime-Serie "Das Pubertier – Die Serie". Unter der URL pubertier.zdf.de finden die Zuschauer jede Woche neue Informationen und exklusive Clips, darunter Porträts der Figuren, "Überlebenstipps für Eltern" von Autor Jan Weiler, Backstage-Videos vom Set und vieles mehr.
Besonderer Service für alle Neugierigen: Die ersten drei Folgen werden zwei Wochen vor der TV-Premiere zu sehen sein – ab 24. August 2017, 10.00 Uhr in der ZDF-Mediathek.

AUDIODATEIEN
O-Töne von Heike Hempel, Pasquale Aleardi, Mia Kasalo, Chiara Schoras und Jan Weiler

> Heike Hempel

Heike Hempel zur Tradition der ZDF-Familienserien

Das ZDF hat ja eine lange Tradition in Sachen Familienserien: "Ich heirate eine Familie" oder "Diese Drombuschs" usw. Ich glaube, dass die Perspektive, die wir auf Familienleben werfen, eine sehr humorvolle ist, und dass Humor, vor allem in der Familie, immer sehr hilft, auch Konflikte noch mal anders zu betrachten. Ich denke, dass das tatsächlich der Schlüssel für diese Serie ist. (0'25)  

> Pasquale Aleardi

Pasquale Aleardi zu seiner Rolle als Papa Jan Maybacher und dessen Tochter Carla

Das Verhältnis zwischen den beiden hat sich dadurch ausgedrückt, dass sie mal ihren Vater als Helden gesehen hat, als Super-Dad, sie hatten ein ganz inniges Verhältnis. Und dann kommt sie in die Pubertät und verwandelt sich in einen kleinen Terroristen, in ein Pubertier, in ein unberechenbares Wesen. Das überfordert den Vater total, er will nur das Beste für seine Tochter, aber er kommt an sie irgendwie nicht ran. Er gibt sich total Mühe, und das finde ich das Schöne an meiner Figur, er will für alle in der Familie immer das Beste und auch das Richtige machen, tut aber dadurch oft das Falsche. (0:29)

Pasquale Aleardi zu Auswirkungen auf Verständnis zwischen Generationen dank Serie

Das hoffe ich, also ich denke schon. Die Chancen sind wirklich sehr groß, dass sich in der Familie, wenn sie die Serie zusammenschaut, einige wiedererkennen werden, sowohl die Erwachsenen als auch die Heranwachsenden, und dass es da ganz bestimmt dann auch einen Austausch geben wird. (0:17)

>Mia Kasalo

Mia Kasalo zum Verhalten von Pubertieren und dem Umgang mit ihnen

Sie wollen den Eltern nicht weh tun oder so, aber sie sind eben schon gemein und versuchen, das Beste rauszuholen, was sie haben können - und das ist meistens Geld. Und dann kontrollieren sie: Wie weit kann ich gehen? Wie kriege ich die Eltern rum, was muss ich sagen, was muss ich tun? Und ich selbst bin zum Beispiel auch sehr launisch. Manchmal habe ich dann keine Ahnung, was ich machen soll. Dann hat man auch so seltsame Emotionen, die einfach ausbrechen. Ich glaube, man muss da einfach ruhig bleiben. (0'30)

>Chiara Schoras

Chiara Schoras zu Tipps für Eltern, die ein Pubertier zuhause haben

Das Allerwichtigste ist Kommunikation, also wirklich über seine Gefühle zu sprechen, gleichzeitig sich aber auch als Eltern bewusst zu sein, dass man die Kinder auch loslassen muss, dass sie auch ihre Wege gehen müssen und man das auch mal aushält. Außerdem sollte man ein Hafen bleiben für dieses Kind, weil es ja trotzdem noch ein Kind ist. Und ganz wichtig: Sie brauchen Grenzen, das ist klar. Aber als Eltern muss man eben auch ein Stück weit loslassen und akzeptieren, dass wir nicht mehr die Nummer Eins im Leben unseres Kindes sind. (0'30)

Chiara Schoras zu Auswirkungen auf Verständnis zwischen Generationen dank Serie

Ich hoffe, dass die Serie anregt und sie Kinder und Eltern zusammen angucken und anschließend nach einer Folge darüber sprechen. Also dass das Kind sagt: "Das ist ja total übertrieben", und die Eltern aber sagen: "Ach, ich finde das jetzt gar nicht so weit hergeholt, ich bin nämlich ganz schön verletzt manchmal, wenn das und das passiert." Also es wäre schön, wenn man anfängt, darüber zu reden und sich vielleicht dadurch doch ein Stück weit näherkommen kann. (0'28)

>Interview mit Jan Weiler 

1. Herr Weiler, wer oder was ist denn überhaupt ein "Pubertier"?

Das Pubertier ist ein sich verwandelt habendes Kind in dieser Schattenwelt zwischen Kindheit, in der man noch umsorgt und beschützt werden will und muss, und der Erwachsenenwelt, in der man selber Verantwortung übernehmen und wichtige Entscheidungen treffen muss. Das, was dazwischen liegt, ist diese verdammte Pubertät, durch die alle durch müssen. (0’25)

2. Jetzt läuft Ihr Buch "Das Pubertier" nicht nur im Kino, sondern auch noch im Fernsehen. Und Sie spielen in der ZDF-Serie sogar selber mit …

Meine Beteiligung an dem Film besteht in einem Gastauftritt. Das hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Wenn man die Serie im Entstehen betrachtet, sieht man die Ernsthaftigkeit, die nötig ist, um Komödie herzustellen. Außerdem hat das ZDF der Serie einen phantastischen Sendeplatz zur Verfügung gestellt, das ist einfach irre und toll – und es hat keine Werbeunterbrechung. Das ist ein ganz schöner Klotz, Donnerstag 20:15 Uhr. Das finde ich natürlich toll, es ist eine riesen Ehre. (0’28)

3. Glauben Sie, dass die Serie dazu beitragen kann, das Verständnis zwischen den Generationen zu verbessern?

Man neigt dazu, die eigene Arbeit und sich selber irre wichtig zu nehmen und zu denken, man bereichert das kulturelle Leben eines Landes unfassbar. Das ist aber Quatsch. Die Probleme in Familien werden dadurch nicht gelöst, sondern Familien sehen höchstens: Man kann es auch lustig sehen, also mal die Perspektive wechseln und sagen: "Hey, Leute, das ist alles nicht sooo furchtbar, wie wir gerade annehmen, wir können gelassener sein." Es kann sein, dass sich der Effekt einstellt. Aber er hat keine lange Halbwertszeit, denn zwei Tage später ist trotzdem wieder tierisch Dampf im Kessel. Insofern glaube ich nicht, dass die Serie zur Eskalation beiträgt - aber zur Unterhaltung. (0’37)   

4. Weshalb gibt es eigentlich diese spezifische Vater-Tochter-Problematik?

Das liegt zum einen daran, dass der Schutzinstinkt riesengroß ist. Man hat das Gefühl, man kann dieses Mädchen jetzt nicht der Außenwelt mit den großen Raubtieren überlassen. Das fordert den Vater heraus. Weil er war ja selbst mal ein kleiner junger Mann. Und das andere ist so eine spezifische Form von Eifersucht. Da werden dann andere Personen wichtiger, die sogenannte Peergroup, die Freunde und irgendwelche YouTube-Influencer. Und dieser Schrumpfprozess, dem man da unterliegt, macht einen zuweilen auch ein bisschen traurig. Aber cool bleiben! Es kommt die Zeit, in der man dann wieder wichtiger wird. (0’37) 

5. Hat sich Ihre Tochter eigentlich schon mal bei Ihnen beschwert und gesagt: "Papa, du plauderst zu viel Privates von mir aus!"?

Nein, das hat sie noch nie gesagt, weil ich ja tatsächlich gar nichts aus ihrem Privatleben ausplaudere. Denn diese Carla- und Nick-Figuren, sind fiktionale Figuren. Man schöpft natürlich aus dem, was um einen herum ist, aber man transportiert das in eine Parallelwirklichkeit. (0’19)

6. Sie haben sich jetzt so viel mit dem Thema Pubertät beschäftigt – da haben Sie doch sicher die ultimativen Tipps für Eltern, oder?!

Das werde ich oft gefragt – und muss dann immer sagen: Ich bin inkompetent, denn ich bin kein Ratgeber-Autor. Ich bin genauso überfordert, inkonsequent und ungerecht wie alle anderen Vätern auch. Es gibt allerdings eine Sache, die ich tatsächlich beitragen kann: Leute, redet nicht so viel. Quatscht die Kinder nicht so voll. Das frustriert sie. Macht nicht immer diese Tribunale. Seht zu, dass die Kinder euch was erzählen - und erzählt ihnen dafür etwas weniger. (0’31)

Die Interviews führte Mareike Helgert

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