Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk), Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Carl Sievers (Peter Heinrich Brix), Copyright: ZDF / Marion von der Mehden
Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk), Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Carl Sievers (Peter Heinrich Brix), Copyright: ZDF / Marion von der Mehden

Nord Nord Mord - Sievers und die Frau im Zug

Der Fernsehfilm der Woche

Hauptkommissar Carl Sievers (Peter Heinrich Brix) übernimmt als Nachfolger von Theo Clüver die Dienststelle der Sylter Kriminalpolizei. Seine neuen Mitarbeiter Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) stehen ihm skeptisch gegenüber, zumal sich beide selbst Hoffnung auf den freigewordenen Posten gemacht hatten. Doch Sievers hat keine Zeit für Befindlichkeiten: Auf der Insel wird die Leiche eines Oberkommissars der Kieler Schutzpolizei gefunden. In seinem Hotelzimmer finden die Kommissare 30.000 Euro und eine Kamera mit Bildern eines Gastronomen, der unter Verdacht steht mit Drogen zu dealen.

  • ZDF, Montag, 15. Oktober 2018, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Sonntag, 14. Oktober 2018, ab 10.00 Uhr

Texte

Stab und Besetzung

Regie   Thomas Jauch
BuchStefan Cantz & Jan Hinter
KameraRodja Kükenthal
ProduktionNetwork Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH & Co. KG, Hamburg
ProduzentenJutta Lieck-Klenke, Dietrich Kluge
HerstellungsleitungRoger Daute
ProduktionsleitungVanessa Eggers
RedaktionPeter Jännert
Länge

88:30 Minuten

Rollen / Darsteller
Carl Sievers   Peter Heinrich Brix
Ina Behrendsen Julia Brendler
Hinnerk FeldmannOliver Wnuk
Sandy FreyerSinja Dieks
Elke Börner  Adina Vetter
Ivonne RussAngelika Thomas
Tabea Krawinkel Victoria Trauttmansdorff
Oliver KruseRalph Herforth
Dennis Mager Timo Jacobs
RechtsmedizinerinAnne Weber
Berivan SchneiderSophie Dal
Falk Fabius Michael Ehnert
Leonard von KistJohannes Suhm
Udo KinkartzChristoph Hagen Dittmann
Dr. Mohr Nicole Ernst
und andere

Inhalt

Ausgerechnet Sylt – die Insel der Reichen und Schönen. Hätte es nicht Husum oder Pinneberg sein können? Carl Sievers (Peter Heinrich Brix) blickt aus dem Fenster, als sich der Zug auf dem Hindenburgdamm der Insel nähert. Sievers kommt etwas steif daher, ist Hauptkommissar und soll hier eine Dienststelle übernehmen. Als Nachfolger von Theo Clüver.

Nach dem ersten etwas frostigen Zusammentreffen von Sievers mit seinen neuen Mitarbeitern Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk), die sich beide Hoffnung auf den Posten gemacht hatten, wird bei den Dünen eine Leiche gefunden.

Der Tote ist Gunnar Schneider, ein Oberkommissar der Kieler Schutzpolizei. Am Tatort erweist sich Sievers als Vollprofi. Ina und Hinnerk können ihm aber kein Wort darüber entlocken, warum er von seinem bisherigen Arbeitsplatz in Kiel nach Sylt versetzt wurde.

Die Kommissare finden in Schneiders Hotelzimmer 30.000 Euro und eine Kamera mit Fotos des Gastronomen Oliver Kruse (Ralph Herforth). Kruse steht unter Verdacht, in seinen Lokalen auf Sylt und in Kiel mit Drogen zu dealen. Hat Schneider ihn erpresst?

Sievers fährt nach Kiel und findet dort eine neue Spur. Schneider hat vor ein paar Monaten eine Fahrerflucht mit Todesfolge bearbeitet. Bei dem Unfall wurde die kleine Tochter von Sandy Freyer (Sinja Dieks) getötet, die seitdem in therapeutischer Behandlung ist. Freyer ist seit drei Tagen verschwunden und wahrscheinlich auf Sylt untergetaucht. Haben Gunnar Schneider und Sandy Freyer eine Spur zum Täter gefunden und sind dieser auf eigene Faust nachgegangen? Aber wo ist Sandy Freyer? Ist sie auch ermordet worden?

"Sievers und die Frau im Zug" ist der neunte Fall der Reihe "Nord Nord Mord". Peter Heinrich Brix als Kommissar Carl Sievers wird in dieser Folge als Nachfolger von Robert Atzorn eingeführt, der bis zum achten Film den Kommissar Theo Clüver spielte.

Rollenprofile

Carl Sievers (Peter Heinrich Brix)

Der Hauptkommissar kommt aus Kiel, wo er geboren und groß geworden ist und wo er den überwiegenden Teil seiner bisherigen Dienstzeit verbracht hat. Einen Moment hatte Sievers überlegt, dem Polizeidienst Adieu zu sagen, als er, nicht ganz freiwillig, den Weg nach Westerland antreten musste. Aber schließlich hat er sich doch dazu durchgerungen, in den sauren Apfel zu beißen.

Sievers kann mit Sylt und der Klientel, die dort den Ton angibt, nichts anfangen – das ist nicht seine Welt. Er, der aus bescheidenen Verhältnissen stammt und sich immer auch ein bisschen als der "Anwalt der kleinen Leute" verstanden hat, soll sich jetzt in der Schickeria und in den Salons des Kampener Geldadels zurechtfinden? Nicht sein Ding, befürchtet er. Der Geruch seines Kieler Viertels und die Abende in seiner Stammkneipe fehlen ihm jetzt schon.

Nach außen immer korrekt, fast ein bisschen steif daher kommend, ist Sievers dennoch ein Instinktpolizist mit Herz und Seele, der trotz seines zugeknöpften Auftretens  beachtliche Erfolge aufzuweisen hat. Wegen seines zurückhaltenden Temperaments wird der Hauptkommissar leicht unterschätzt, das durchschauen seine Sylter Kollegen auch ziemlich schnell. Im Fußball würde man sagen, sein Spiel ist schwer zu lesen.

Sievers ist kein Kumpeltyp, aber ein Chef mit einem hoch entwickelten Gerechtigkeitssinn, der die Stärken und Schwächen seiner Mitstreiter schnell durchschaut und mit fein dosiertem Lob oder Tadel in die richtige Richtung lenkt. Dann blitzt hinter der unterkühlten Attitüde oft ein trockener Humor hervor, mit dem er den Nagel zumeist auf den Kopf trifft.  Dennoch bleibt Sievers, der nie verheiratet war und sein Singledasein kultiviert, zunächst ein Einzelgänger. Der Grund für seine Zwangsversetzung ist sein Geheimnis, das er mit niemandem teilt, außer mit einer etwas schrägen Therapeutin, zu der sich eine ungewöhnliche Beziehung entwickeln wird.

 

Ina Behrendsen (Julia Brendler)

Kommissarin Ina Behrendsen ist auf Sylt aufgewachsen, wo sie schon in jungen Jahren dabei half, den Familienhof zu bestellen. Bis es ihr zu öde wurde und sie Karriere im höheren Polizeidienst machte.

Ina ist der friesisch-herbe Typ und auf burschikose Weise sehr attraktiv – das findet auch ihr Kollege Hinnerk Feldmann, mit dem sie sich aber immer wieder in kleine Verbalscharmützel verwickelt. Und das, obwohl sie sich doch auch irgendwie zu ihrem "nerdigen" Kollegen hingezogen fühlt.

Als Kriminalistin ist Ina eine verlässliche und souverän mitdenkende Größe. Ihre nüchterne und konsequent emotionslose Art kam ihrem alten Chef Theo Clüver und nun auch dem Neuen, Carl Sievers, angenehm entgegen. In dem vertrauten, doch nie kumpelhaften Ton zwischen ihr und Clüver lag immer auch eine Spur von Vater-Tochter-Beziehung. Es bleibt abzuwarten, ob sich ihr Verhältnis zu Sievers ähnlich entwickeln wird.

 

Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk)

Hinnerk Feldmann kommt ursprünglich von der Ostsee und wurde zu Beginn der Reihe als "Neuer" und "Zugereister" auf Sylt etabliert. Er ist als "nerdiger", liebenswerter und liebevoller Klugscheißer des Teams für die komischen Momente zuständig und zeichnet sich durch drei besondere Eigenschaften aus: Ehrgeiz, Überaktionismus und Unsicherheit. Manchmal kombiniert er zu schnell, gerät hin und wieder ins Stottern oder redet sich um Kopf und Kragen. Aber seine Kollegen nehmen ihm das nie übel, schließlich hat er auch eine besondere Kombinationsgabe und Assoziationsfähigkeit. Hinnerk sieht sich selbst als eine messerscharfe Mischung aus Profiler und hochtechnisiertem Kriminalisten – auch wenn er mit seinen schnellen Schlüssen und Ergebnissen mal daneben haut.

Obwohl es zwischen ihm und seiner Kollegin Ina schon lange knistert, sorgen kleine Malheurs oder Zufälle immer wieder dafür, dass die Spannung zwischen den beiden erhalten bleibt.

Seinen neuen Chef Carl Sievers beobachtet Hinnerk mit Misstrauen, schließlich hatte er sich nach Clüvers Rückzug selbst um die Leitung der Dienststelle beworben.

"Eine Filmreihe ist wie eine Reise" - Interview mit Peter Heinrich Brix

Was macht die Reihe "Nord Nord Mord" für Sie aus?

"Nord Nord Mord" ist eine sehr erfolgreiche Reihe, die sich durch ein hervorragendes Ensemble auszeichnet. Das Erbe von Robert Atzorn trete ich mit Respekt und Freude an. Das Besondere an dem Format ist der Wechsel zwischen dem feinen Humor und der Ernsthaftigkeit der polizeilichen Ermittlungen. Das ist einerseits den Drehbuchautoren zu verdanken, aber vor allem auch den Kollegen Oliver Wnuk und Julia Brendler, die die besondere Note reinbringen durch die Art, wie sie miteinander harmonieren.

Für mich geht es vor allem um zwei Dinge: Erstens, generell jeden Versuch zu unterlassen, witziger sein zu wollen, als die beiden miteinander. Zweitens, den ernsten, verschlossenen Charakter von Sievers zu zeigen, der anfangs fast am Rande des Unsympathischen daherkommt. Das ist für mich der Reiz der Figur und auch neu. Die Kollegen würden sich ja am liebsten gegen ihn wehren. Die Reihe hat damit in der Dreierkonstellation eine große Veränderung, aber auch die Chance, sich dennoch treu zu bleiben im Geist des Formates. Hoffentlich.

Was für ein Typ ist Carl Sievers?

Er ist ein akribischer, professioneller Polizeiarbeiter und versteht sein Handwerk. Er ist im Kern sehr aufrichtig und ehrlich, Bestechungsversuche sind zwecklos. Bei seinen Ermittlungen vergisst er zwar alles Weitere drum herum und gibt sich spröde, ist aber dennoch zur Selbstreflexion in der Lage. Er hat den Job in Kiel seit Jahrzehnten gemacht. Es ist für ihn nicht einfach, den Einsatzort zu wechseln. Er will das nicht und kommt zu Kollegen, die ihn auch nicht wollen, denn sie hatten sich selbst Hoffnung auf den Posten gemacht. Er passt da also schwer hin. Es könnte geschmeidiger laufen.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Eine Filmreihe ist wie eine Reise, auf die man sich begibt. Ich freue mich sehr, mit den tollen Kollegen zu schauen, wohin wir auf Sylt mit Hauptkommissar Carl Sievers gelangen werden.

Sievers ist mit dem Fahrrad auf der Insel unterwegs. Warum verheimlicht er seine gesundheitlichen Probleme?

Sievers ist gar nicht in der Lage, diese gesundheitlichen Probleme selbst zu erkennen. Er hat sein Leben lang funktioniert, wie so viele: Das ist Segen und Fluch zugleich. Da findet – wie so häufig – eine riesige Verdrängung statt: Er verheimlicht die Probleme nicht nur vor anderen, sondern auch vor sich selbst. Er hat was im Gepäck; ob es Übergepäck ist, wird sich noch zeigen. Vielleicht kann er sich seinen Dämonen stellen.

Sievers ist mutig und konsultiert erstmals in seinem Leben eine Therapeutin, die als Ex-Internistin heute mit sogenannten alternativen Heilmethoden arbeitet. Wie läuft die Begegnung der grundsätzlich so verschiedenen Geister für unseren Kommissar?

Meiner Kollegin Victoria Trauttmansdorff, der Produzentin Jutta Lieck-Klenke und mir war wichtig, dass wir aus dem Therapeutenbesuch keine Lachnummer machen. Wir wollten das ernst nehmen. Es kostet Sievers eine Menge Überwindung, zu ihr zu gehen. Er respektiert sie, ist aber sehr schwer zu knacken. Sein erster Besuch ist von großer Vorsicht geprägt, er kann sich noch nicht wirklich darauf einlassen. Es ist nicht gerade seine leichteste Übung, jemandem Vertrauen zu schenken. Die Therapeutin findet aber recht schnell seine Baustellen. Sie wird – wie auch der Zuschauer – Geduld mit ihm brauchen. Wie das weitergeht, werden wir sehen.

Herr Brix, Sie kommen aus Angeln. Fühlt man sich dort mehr der Ost- oder der Nordsee verbunden?

Ich bin an der Ostsee groß geworden, mag aber auch die Nordsee. Da gibt es keine Befindlichkeiten.

Krabbe oder Matjes?

Finden Brix und Sievers beides nicht schlecht – weil Fisch. Im Zweifel für den Matjes.

Niedrige oder hohe Hecke?

Kommissar Sievers: Niedrige Hecke. Brix: Hohe Hecke, dann kann man über Distanz und Nähe selber entscheiden.

Fahrrad oder Ferrari?

Sievers und Brix: Fahrrad. Einen Ferrari werden sie bei beiden nicht hinter der Hecke finden.

Das Interview führt Claudia Maxelon

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