Copyright: ZDF / Marion von der Mehden
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Sarah Kohr - Das verschwundene Mädchen

Der Fernsehfilm der Woche

Im Prozess gegen den Waffenschieber Artem Lasarew hat Staatsanwalt Mehringer schlechte Karten: Sein wichtigster Zeuge soll sterben. Um einem realen Anschlag zuvorzukommen, spielt Sarah für Mehringer eine Attentäterin; der Zeuge, angebliches Opfer ihres "tödlichen" Angriffs, ist somit in Sicherheit. Doch während der Staatsanwalt glaubt, die Fäden in der Hand zu halten, begreift Sarah sehr schnell, dass Anton Mehringer den in Untersuchungshaft sitzenden Gegner Lasarew grenzenlos unterschätzt.

  • ZDF, Montag, 6. Mai 2019, 20:15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Freitag, 3. Mai 2019, 10:00 Uhr

Texte

Stab & Besetzung

Buch: Timo Berndt

Regie: Christian Theede

Kamera: Tobias Schmidt

Ton: Torsten Többen-Jung

Musik: Boris Bojadzhiev

Szenenbild: Thomas Neudorfer

Schnitt: Martin Rahner

Kostümbild: Rike Russig

Maske: Christina Paul, Margit Baxmann, Heiko Wengler-Rust

Produktion: die film gmbh

Produktionsleitung: Gregori Winkowski

Ausführende Produzentin: Sonja Zimmerschitt

Produzenten: Uli Aselmann, Sophia Aldenhoven

Redaktion: Daniel Blum

Länge: 89:27

 

Sarah Kohr: Lisa Maria Potthoff

Anton Mehringer: Herbert Knaup

Heike Kohr: Corinna Kirchhoff

Danylo Margraf: Golo Euler

Paula Schönherr: Ursula Strauss

Artem Lasarew: Ulrich Matthes

Innensenator Bader: Devid Striesow

Egor Mewedew: Stipe Erceg

Juri Ivancyk: Anton Levit

Lena Diekmann: Caroline Hartig

Jutta Diekmann: Esther Roling

Martin Diekmann: Jörg Pose

Dr. Raimund Kospel: Hendrik von Bültzingslöwen

Jürgen Rellmann: Christian Bruhn

Nazar Jeltin: Jurij Schrader

Personenschützer: Max Engelke

und andere

Inhalt

Im Prozess gegen den ukrainischen Waffenschieber Artem Lasarew hat Staatsanwalt Mehringer schlechte Karten: Sein wichtigster Zeuge soll sterben. Um einem realen Anschlag zuvorzukommen, spielt Sarah für Mehringer eine Attentäterin; der Zeuge, angebliches Opfer ihres "tödlichen" Angriffs, ist somit durch diesen spektakulären Fake in Sicherheit. Doch während Staatsanwalt Mehringer glaubt, durch diese "Show" die Fäden in der Hand zu halten, begreift Sarah sehr schnell, dass Anton Mehringer den in Untersuchungshaft sitzenden Gegner Lasarew grenzenlos unterschätzt: Die Tochter eines der Personenschützer des Zeugen, Lena, ist entführt worden. Sarah Kohr kennt den einsitzenden Waffenschieber als einen hochgefährlichen, skrupellosen Menschen, der das Mädchen von seinen Handlangern töten lassen wird. Ohne Zweifel. Die Zeit läuft. Gegen die Anweisungen ihres Dienstherrn und gegen jede Ansage von Mehringer sucht Sarah Kohr unter Zeitdruck nach dem Versteck und Lenas Entführern. Schon bald begreift Sarah, warum Mehringer zu drastischen Mitteln griff und warum ihr höchster Dienstherr, der Hamburger Innensenator Stefan Bader, nervös ist: Es geht um viel mehr als diese Entführung, es geht um mehr als den Prozess gegen Lasarew. Der Waffenschieber Lasarew hat eine alte, persönliche Rechnung offen. Zu spät begreift Sarah, dass der Gegner sie längst für seine endgültigen, brutalen Zwecke benutzt.

"Ein Freigeist, der auf Konventionen pfeift" - Interview mit Lisa Maria Potthoff

Frau Potthoff, Sie gehen mit dem neuen Film der Reihe "Sarah Kohr" als Kommissarin Sarah Kohr in die dritte Runde. Wie finden Sie das?

Ich liebe es, diese Reihe zu drehen und dass wir eine Frauenfigur so tough, teilweise skrupellos und eigen zeigen dürfen. Ich liebe es, mich auf Rollen und ihre speziellen Herausforderungen vorzubereiten. Hier sind es immer intensives Training und eine Menge Stunt-Proben. Aber nicht nur. Wir zeigen auch eine Frau mit ihrem Schmerz. Und ich sehe auch oft ihre Einsamkeit.

Gibt es einen Unterschied zu den beiden vorangegangen Thrillern dieser Reihe?

Ich finde, wir haben uns mutig weiterentwickelt. Eben kein Krimi, sondern ein spannender Thriller, der unkonventionell, modern und spannend ist.

Sie spielen meist verschlossene, eigensinnige Ermittlerinnen, die mehr riskieren als ihre männlichen Kollegen und körperlich sehr fit sein müssen, so wie vor allem gerade Sarah Kohr. Was gefällt Ihnen an solchen Rollen?

Gott sei Dank ist es eben nicht so, dass ich meist verschlossene Charaktere spiele. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich so unterschiedlich spielen darf. Die zickige Provinzdame Susi in unseren Eberhofer-Filmen, bei "Bier Royal" eine High-Society-Erbin und dann wieder eine Ärztin in "Irgendwas bleibt immer", Mutter von zwei Kindern, die sich verliebt und sich fragen muss, kann ich diesem Menschen vertrauen, obwohl er jemanden grausam umgebracht hat.

Vor welche Herausforderung stellt Sie das als Schauspielerin?

Die Herausforderung bei Sarah Kohr ist sicher die Körperlichkeit. Sie löst nicht klassisch einen Fall, bei dem wir am Anfang eine Leiche sehen und sie sich durch den Film fragt, wer es wohl gewesen sein könnte. Indem sie selbst in den Filmen Teil des Problems beziehungsweise der Bedrohung ist, wird es immer sehr spannend, weil sie sich selber in Gefahr begibt. Für mich als Schauspielerin bedeutet das dann eben die Herausforderung, mich körperlich vorzubereiten. Aber da ich immer einen Grund brauche, etwas zu tun, ist es herrlich, mir zu sagen: "Ich würde lieber auf der Couch liegen, aber für Sarah muss ich Schläge üben".

Gab es da auch mal Rückschläge?

Bei der Vorbereitung zu diesem Film habe ich mir das Außenband gerissen. Ich glaube, einen Monat vor Drehbeginn. Nach zwei Wochen haben wir wieder locker weiter Choreos trainiert, ich habe die Kämpfe mit Schiene gemacht, und es ging. Das war schon schmerzhaft und herausfordernd, aber da hilft mir die preußische Erziehung meiner Eltern, bei der einfach nicht viel gejammert werden durfte, die "Krav Maga Schule" der letzten zwei Jahre, wo man sich das Blut von der Nase wischt und weiter macht, und die liebevoll, fordernde Art des Stuntkoordinators Wanja, der auch guckt, dass ich heil aus der Nummer wieder raus komme. Sarah Kohr kennt keine Angst und schreckt wirklich vor nichts zurück. Stets agiert sie im Alleingang und riskiert dabei nicht nur ihren Job, sondern öfter auch ihr Leben. Man könnte fast sagen, gewagte Stunts statt weiblicher Intuition.

Ich finde, Sarah handelt oft sehr intuitiv. Und weil sie das tut, gerät sie in Situationen, die gefährlich sind. Sie hat gelernt, sich auf sich selbst, ihre Intuition und Stärke zu verlassen, da sie sich oft nur selbst helfen konnte und sich im Leben dadurch auch schon verdammt einsam gefühlt hat. Indem sie sich auf sich selbst verlässt und sich nicht richtig auf andere einlässt, kann sie auch keiner enttäuschen oder gar verletzen. Stärke und Distanziertheit sind ihr Schutz. Würde sie sich auf andere Menschen einlassen, wäre sie verletzbar und schutzlos. Nur Anton kennt meiner Meinung nach ihr Geheimnis und ist ihr Verbündeter. Ihm vertraut sie. Um ans Ziel zu kommen, sind Sarah Kohr alle Mittel Recht. In diesem Fall setzt sie alles daran, dass entführte Mädchen zu retten. Dafür nimmt sie den Sohn des Waffenschiebers als Geisel und fängt sogar etwas mit ihm an.

Könnte man das als weiteres Indiz ihrer gestörten Beziehungsfähigkeit deuten?

Na ja, sagen wir so: Es ist schon sehr unkonventionell. Aber Sarah ist ja auch irgendwie ein Freigeist, der auf Konventionen pfeift. Sie ist Single – und dann alleine mit einem Mann. Da nimmt sie sich, was sie möchte – mit dem Versuch, sich nicht emotional einzulassen. Ob ihr das so ganz gelingt, bleibt die Frage.

Sie haben eigens für ihre Action-Szenen die Krav Maga-Technik trainiert, die eine besonders effektive Form der Selbstverteidigung und des Angriffs darstellt. Drehen Sie diese Art von Stunt- und Actionszenen nach wie vor selbst?

Ja. Ich glaube, in diesem Film gab es einen kurzen Moment, in dem eine Stuntfrau über ein Dach geklettert ist, da Einsturzgefahr bestand. Aber sonst bin es ich. Durch die gute Vorbereitung ist so was aber machbar. Ich sage zwar jedes Mal am Anfang der Trainingsphase zu Wanja, unserem Stuntkoordinator: "Das schaff ich nicht, nehmen wir doch lieber ein Double!" Weil ich die Stuntchoreographie sehe und denke, das wird nie was. Aber er kennt mich mittlerweile und sagt: "Nein, das machen wir nicht".

Inwiefern hilft Ihnen dieser besondere Kampfsport auch in Ihrem realen Leben?

Klar wird man selbstbewusster und fühlt sich sicherer. Ich weiß jetzt, ich könnte es vielleicht aus einer ausweglosen Lage schaffen, wenn mich ein Mann zum Beispiel vergewaltigen wollte. Es gibt gute Möglichkeiten, sich als vermeintlich Schwächerer oder Schwächere zu wehren.

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