Copyright: ZDF/Martin Rottenkolber
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Sterne über uns

Der Fernsehfilm der Woche

"Sterne über uns" erzählt, wie eine alleinerziehende Mutter (gespielt von Franziska Hartmann) mutig um ihre Existenz kämpft und keinen anderen Lebensort als den Wald findet, um ihre Würde zu bewahren.

  • ZDF, Montag, 15. Juni 2020, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Sonntag, 14. Juni 2020, 10.00 Uhr

    Texte

    Sterne über uns
    Stab, Besetzung, Inhalt

    Montag, 15. Juni 2020, 20.15 Uhr, ZDF
    Ab Sonntag, 14. Juni 2020, 10.00 Uhr, in der ZDFmediathek 

    Sterne über uns
    Spielfilm/Drama, Deutschland 2019

    Der Fernsehfilm der Woche

    Stab 

    Buch Christina Ebelt, Franziska Krentzien
    RegieChristina Ebelt 
    KameraBernhard Keller
    SchnittFlorian Riegel
    MusikBenjamin Drees, Jakob Ilja Ton Bernd Hackmann
    SzenenbildJochen Dehn 
    Kostümbild Eugenia Giesbrecht 
    Produzenten Harry Flöter 
    Produktion2Pilots Filmproduction in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE mit Unterstützung von Film- und Medienstiftung NRW und des Creative Europe MEDIA Programms der Europäischen Union
    Redaktion Claudia Tronnier, Lucas Schmidt (ZDF), Doris Hepp (ZDF/ARTE)
     Längeca. 89 Minuten

     

    Die Rollen und ihre Darstellerinnen und Darsteller

    MelliFranziska Hartmann
    BenClaudio Magno
    Martin LauensteinKai Ivo Baulitz
    Frau GersterNicole Johannhanwahr
    Ausbilderin YvonneDavina Donaldson
    Sascha Elias Reichert
    AnitaMarita Breuer
    MaxLeon Kamps
    Kerstin     Demet Fey
    Frau Kujawski Mareile Blendl
    und andere

    Inhalt

    Melli hat die Miete einbehalten. Die Wände ihrer Wohnung sind feucht und schimmelig. Statt die Mängel zu beseitigen, kündigt ihr der Vermieter fristlos. In die Obdachlosigkeit gedrängt, zieht die Alleinerziehende mit ihrem neunjährigen Sohn Ben sowie Zelt und Koffer in den Wald. Hier improvisieren die beiden ein notdürftig eingerichtetes Lager, abgelegen von Wegen, damit niemand sie entdecken kann.

    Für Melli ist das Waldleben nur eine Notlösung, bis sie wieder eine Wohnung gefunden hat. Sie hofft, dass es dank ihrer neuen Stelle als Flugbegleiterin bald wieder bergauf geht. Anders als Melli findet Ben das Waldleben aufregend, die extremen Bedingungen zwingen die beiden noch enger zusammen. Doch niemand soll von ihrer Obdachlosigkeit erfahren, da Melli große Sorge hat, dass man ihr ansonsten den Jungen wegnimmt. Mit enormer Kraft strengt sie sich Tag für Tag an, um einen Weg aus ihrer Misere zu finden.

    Als ihre Wohnungssuche aussichtslos bleibt, ihr das Jugendamt im Nacken sitzt und ihr Arbeitgeber zusätzlich Druck macht, ist Melli heillos überfordert. Was sie mit aller Gewalt zu verhindern versuchte, kann sie nicht länger aufhalten: Zum Wohl ihres Kindes trifft sie eine schwerwiegende Entscheidung.

    Statement von Drehbuchautorin und Regisseurin Christina Ebelt

    "Sterne über uns" erzählt, wie der alltägliche Kampf für etwas Würde, das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn auf die Probe stellt und letztlich – beinahe abrupt – von innen zersetzt. Die Geschichte von Melli und Ben ist eine Art Betrachtungsmodell, ein Beispiel von vielen dafür, wie schnell man vor dem Abgrund stehen kann, wenn nur ein Baustein aus dem sozialen Fundament rausfällt. Wie schnell stehe ich auf der Straße, wenn ich meinen Job verliere? Welches Netz fängt mich auf, wenn ich meine Miete nicht mehr zahlen kann? Wir erzählen Überforderung auf allen Seiten.

    Melli tut mit unbändiger Kraft alles dafür, für sich und ihren Sohn ein neues zu Hause zu finden. Gleichzeitig will sie aber auch geheim halten, wie ernst ihre Lage tatsächlich ist, womit sie ihren Sohn in eine unzumutbare Lage bringt. Die Frage der Verantwortung können wir dabei gar nicht so schnell klären, das wäre zu einfach. Den Behörden mangelt es enorm an Möglichkeiten zur Hilfe, da wird lieber die Zuständigkeit geklärt.

    Uns ging es darum, unser Wertesystem zu hinterfragen und eine Geschichte zu erzählen, die uns mit unseren eingeschliffenen Moralvorstellungen konfrontiert und uns zwingt, die eigene Position zu überdenken: Können wir es uns als Gesellschaft leisten, Fragen nach dem Selbstverschulden zu stellen? Wollen wir überhaupt so miteinander umgehen? Die Geschichte ist atemlos und aufwühlend, aber zunächst noch ohne die erwartete Entwicklung.

    Die Hauptfigur scheint nicht dazulernen zu wollen. Der Druck von außen steigt und staut sich, doch letztlich zwingt die innere Not die Hauptfigur, genau das zu tun, was sie zuvor mit aller Kraft verhindern wollte. In einem emotionalen Moment transzendiert das Gefühl des konstanten Drucks in eine kathartische, wenn auch tragische Geste der Aufgabe.

    Biografie von Christina Ebelt (Buch und Regie)

    Christina Ebelt wurde 1979 in der Nähe von Stuttgart geboren. Während ihres Studiums an der Kunsthochschule für Medien in Köln entstand in Zusammenarbeit mit Jan Bonny das Drehbuch zum Kinofilm "Gegenüber“, der in Cannes' "Quinzaine des Réalisateurs" Premiere feierte und 2007 beim Filmfest München den Preis für das beste Drehbuch erhielt. Seitdem arbeitet sie als freie Drehbuchautorin. Ihr Regiedebüt "Sterne über uns" feierte 2019 im Rahmen des Filmfestes München Premiere, im Februar 2020 erhielt Christina Ebelt für ihren Film den SI STAR Förderpreis für Regie. Das Drehbuch schrieb sie gemeinsam mit Franziska Krentzien.

    Fotos

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über 
    https://presseportal.zdf.de/presse/sterneueberuns                                                                        

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