Copyright: ZDF/[F] Petro Domenigg / [M] Mathias Schuckert.
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Am Anschlag – Die Macht der Kränkung

Sechsteilige Dramaserie – neoriginal

Reges Treiben im Einkaufscenter "Sunshine City". Plötzlich fallen Schüsse, und es bricht Panik aus. In der Dramaserie erzählen einzelne Episoden über jeweils einen Menschen, der aufgrund einer tief sitzenden Kränkung der Täter sein könnte.

  • ZDF neo, Dienstag, 24. August 2021, und Mittwoch, 25. August 2021, jeweils drei Folgen, ab 21.45 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Freitag, 20. August 2021, 10.00 Uhr, alle Folgen abrufbar

Texte

Stab

Konzept und Drehbuch: Agnes Pluch

Regie: Umut Dağ

Bildgestaltung: Cristian Pirjol

Montage: Harald Aue

Musik: Iva Zabkar

Kostümbild: Caterina Czepek

Szenenbild: Conrad Moritz Reinhardt

Produktion: Tivoli Film Produktion GmbH und Mona Film Produktion GmbH

Produzenten: Thomas Hroch und Gerald Podgornig

Producerin: Gudula von Eysmondt

Redaktion ZDF: Silvia Hubrich, Dominik Kempf

Koordination ZDFneo: Christiane Meyer zur Capellen  

Länge: 6 x ca. 45 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Georg: Murathan Muslu

Mira: Julia Koschitz

Sarah: Johanna Wokalek

Ingeborg: Ulrike Willenbacher

Eva: Antje Traue

Saschi: Lea Zoë Voss

Lorenz: Jonas Holdenrieder

Gül: Alev Irmak

Mario: Paul Wollin

Richard: Anian Zollner

Bettina: Lara Mandoki

Deniz: Tugra Karabag

Nadim: Erol R. Ünsalan

Oliver: Daniel Langbein             

Uhlig: Rainer Galke

Paul: Luis Aue

und andere

Folgentitel und Ausstrahlungsdaten in ZDFneo

Folge 1: "1. Kapitel: Georg" - Dienstag, 24. August 2021, 21.45 Uhr

Folge 2: "2. Kapitel: Mira" - Dienstag, 24. August 2021, 22.30 Uhr

Folge 3: "3. Kapitel: Sarah" - Dienstag, 24. August 2021, 23.15 Uhr

Folge 4: "4. Kapitel: Ingeborg" - Mittwoch, 25. August 2021, 21.45 Uhr

Folge 5: "5. Kapitel: Lorenz" - Mittwoch, 25. August 2021, 22.30 Uhr

Folge 6: "6. Kapitel: Tag X" - Mittwoch, 25. August 2021, 23.15 Uhr

Inhalt

Schüsse fallen im Einkaufscenter "Sunshine City". Es ist purer Zufall, dass gerade diese Menschen hier sind, aber bei einem von ihnen führt eine lange gärende Kränkung zum gewaltsamen Ausbruch. In jeder Folge stehen das Schicksal und die Kränkungen einer Figur im Fokus. Sie gerätmehr und mehr in einen Ausnahmezustand und könnte so zum Täter werden.

Georg ist Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma. Für seine durch einen Unfall erblindete Frau Eva hat er sich mit Mixed Martial Arts und Anabolika im wahrsten Sinne des Wortes stark gemacht. Aber sein Körper reagiert darauf und zeigt ihm gefährlich deutlich die Grenzen auf. Er möchte zum Teamleiter aufsteigen, um Eva ein besseres Leben zu bieten. Aber zu viele Situationen eskalieren. Mira ist nicht die Einzige, die sich bei Georgs Vorgesetzten über ihn beschwert. Dabei steht für Mira an diesem Tag viel auf dem Spiel. Ihr Job ist alles für sie. Für ihren Arbeitgeber hat sie ein neues Produkt entwickelt, aber ihr Chef, mit dem sie eine Affäre hat, droht sie dabei zu hintergehen.

Zu ihrer Mutter Ingeborg hat Mira ein angespanntes Verhältnis. Dabei möchte Ingeborg sich mit ihrer Tochter aussöhnen, jetzt, wo sie Jahre nach dem Tod ihres Mannes, eine neue Liebe gefunden hat. Ihrem Nachhilfeschüler Paul, zu dem Ingeborg eine sehr innige Beziehung hat, zieht es den Boden unter den Füßen weg, als er erfährt, dass Ingeborg der Liebe wegen ins Ausland gehen möchte. Seine Mutter Sarah ist ihm dabei keine Hilfe. Als Ärztin und Alleinerziehende ist sie immer am Limit, ihren Stress kann sie zuweilen nur mit Tabletten und Alkohol aushalten.

Lorenz kellnert in der Shoppingmall. Bei seiner Vorgeschichte ist er froh, den Job bekommen zu haben. Er ist heimlich verliebt in Saschi, die als Friseurin ebenfalls im Einkaufszentrum arbeitet. Aber Saschi hat eigentlich etwas mit Mario, einem Sicherheitsbeamten und Kollegen von Georg.

Die einzelnen Folgen im Überblick

Folge 1:

"1. Kapitel: Georg"

Schüsse fallen im Einkaufscenter "Sunshine City". Es ist purer Zufall, dass gerade diese Menschen hier sind. Bei einem von ihnen führt eine lange gärende Kränkung zum gewaltsamen Ausbruch.

Fünf Tage zuvor. Georg arbeitet als Security-Mann in der "Sunshine City". Für die Liebe seiner Frau Eva, die nach einem Unfall erblindet ist, ist er bereit, alles zu tun. Er bewirbt sich als Teamleiter. Aber zu viele Situationen eskalieren und zerstören seine Hoffnungen.

Für Georg hängt viel an dem neuen Job. Er will Eva beweisen, dass er etwas aus seinem Leben macht und kein Versager ist. Seine Chancen auf eine Beförderung stehen nicht schlecht, denn sein Vorgesetzter Uhlig scheint Georg gegenüber dem jüngeren Kollegen Mario, zu präferieren.

Eine Kundin, Mira, wird in der "Sunshine City" von einer Bande Jugendlicher bestohlen. Als Georg den Dieb stellt, gibt der Junge vor, von ihm misshandelt zu werden. Zu allem Überfluss filmt Saschi, die als Frisörin im Einkaufscenter arbeitet, den vermeintlich brutalen Übergriff.

Aufgrund des Zwischenfalls kommt Mira um ein Haar zu spät zur Präsentation ihres eigenen Produkts vor dem Vorstand der Rückversicherung, für die sie arbeitet. Dabei ist das für sie die einmalige Gelegenheit, aus dem Schatten Richards zu treten, dem sie bislang zugearbeitet hat. Doch Richard ist für sie nicht nur beruflicher Konkurrent, sie hat auch eine Affäre mit ihm.

Saschi, die mit dem Security-Mitarbeiter Mario liiert ist, fordert diesen auf, Georgs Verhalten bei seinem Vorgesetzten zu melden. Doch Mario will keinen Kollegen verpfeifen.

Währenddessen freundet sich Eva mit ihrer Nachbarin Gül an. Als Georg nach Hause kommt, muss er feststellen, dass Güls Sohn, Deniz, eines der Mitglieder der Jugendbande ist. Bald sieht Georg sich damit konfrontiert, dass Deniz ihn im Beisein von Eva als aggressiven Schläger diffamiert. Georg droht zu verlieren, was ihm am wichtigsten ist: die Liebe und den Respekt von Eva.

 

Folge 2:

"2. Kapitel: Mira"

Vier Tage bevor Schüsse im Einkaufscenter "Sunshine City" fallen: Bei Mira Job steht im Job heute viel auf dem Spiel. Aber ihr Chef, mit dem sie eine Affäre hat, droht sie zu hintergehen.

Sie will unbedingt einen Deal für das Produkt, das sie entwickelt hat, einfädeln und in der Firma aufsteigen. Aber ihr Chef Richard beansprucht den Erfolg für sich. Noch dazu holt sie ihre ungeliebte Vergangenheit ein.

Es ist Miras Geburtstag und ihre Mutter Ingeborg meldet sich nicht nur mit Geschenken, sondern auch mit Vorwürfen. Das Verhältnis der beiden ist spätestens seit dem Zeitpunkt, als Mira das Klavierspielen aufgegeben hat, mehr als angespannt. Nach wie vor hält Ingeborg ihrer Tochter vor, ihr großes Talent weggeworfen und damit nicht zuletzt sich selbst unglücklich gemacht zu haben.

So kühl Ingeborg Mira begegnet, so warmherzig geht sie mit ihrem Nachhilfeschüler Paul um. Liebevoll kümmert sie sich um den Jungen, der in einer Krise steckt. Mira schluckt die privaten und beruflichen Kränkungen mit einer Menge Süßigkeiten hinunter. Die Bulimie ist ihr heimliches Ventil, um nach außen Haltung bewahren zu können.

Währenddessen muss Georg erfahren, dass das Video, das Saschi von ihm gemacht hat, viral gegangen ist. Kurz darauf erleidet er einen Zusammenbruch. Es ist nicht nur der psychische Stress, sondern auch die Einnahme von Anabolika, die seinem Körper zusetzt.

Am Abend droht Miras Geschäftsessen zum Fiasko zu werden. Ihre Assistentin Bettina kann die sexuellen Belästigungen der Geschäftspartner nicht mehr ertragen. Der Deal droht zu platzen. Mira greift zu ungewöhnlichen Mitteln, um ihn dennoch zum Abschluss zu bringen. Scheinbar hat Mira den Sieg in der Tasche, doch dann muss sie eine weitere Demütigung durch Richard erfahren.

 

Folge 3:

"3. Kapitel: Sarah"

Drei Tage bevor Schüsse im Einkaufscenter "Sunshine City" fallen: Ärztin Sarah ist mit den Nerven am Ende. Sie reibt sich auf zwischen der Sorge um ihre Kinder und ihrer Arbeit.

Noch dazu sitzt ihr die Bank wegen ausstehender Kreditraten im Nacken, und ihr Ex-Mann Erik ist wieder mal die Unterhaltszahlungen schuldig geblieben. Sarah hat das Gefühl, auf allen Ebenen zu versagen.

In dieser Situation tut ihr die Bewunderung ihres Arzthelfers Oliver gut, auch wenn der dazu neigt, seine Kompetenzen zu überschreiten. Als Oliver Georg, der sich nach seinem Zusammenbruch untersuchen lassen will, eigenmächtig eine Diagnose stellt, kommt es zum Eklat.

Mit dem Befund, er müsse wegen eines stillen Herzinfarkts sein Leben radikal ändern, kann Georg nicht umgehen. Er kann es sich nicht leisten, krank zu sein. Georg verschweigt seinen gesundheitlichen Zustand sowohl seinem Arbeitgeber als auch Eva gegenüber.

Währenddessen beobachtet Security-Mann Mario eifersüchtig, dass Saschi sich mit dem jungen Kellner Lorenz unterhält. Im Streit eröffnet Mario ihr, dass er in Wahrheit verheiratet und bereits Vater ist.

Sarahs Tochter Fanny wird in der Schule gemobbt. Von den Problemen erzählt Fanny nichts. Auch Paul versucht, seine Mutter zu schonen. Er vertraut sich seiner Nachhilfelehrerin Ingeborg an.

Daraufhin taucht Ingeborg in Sarahs Praxis auf und wirft ihr vor, als Mutter zu versagen. Sie eröffnet Sarah, dass sie bald nicht mehr für Paul da sein kann, da sie nach Japan ziehe, um dort mit ihrer neuen Liebe Wilhelm ein neues Leben zu beginnen. Sarah schluckt ihre Wut und Verzweiflung mit Beruhigungstabletten hinunter.

Als Sarah nach Hause kommt, muss sie feststellen, dass ihr Ex-Mann Erik da ist. Statt pünktlich seine Alimente zu zahlen, hat er Fanny ein teures Geschenk gemacht. Es kommt zum lautstarken Streit zwischen den beiden, in dem Erik Sarah androht, ihr das Sorgerecht zu entziehen.

In ihrer Not bittet Sarah Oliver um finanzielle Hilfe, auch wenn sie insgeheim ahnt, dass dieser Schritt noch größere Probleme mit sich bringen könnte.

 

Folge 4:

"4. Kapitel: Ingeborg"

Zwei Tage bevor Schüsse in der "Sunshine City" fallen: Ingeborg freut sich auf ihren Umzug nach Japan. Aber die erhoffte Aussöhnung mit ihrer Tochter Mira lässt alte Wunden aufbrechen.

Bevor Ingeborg ein neues Leben mit Wilhelm in Tokio beginnt, möchte sie sich Mira wieder annähern. Aber die geplante Versöhnung von Mutter und Tochter endet im Streit, weil Mira überzeugt ist, dass Ingeborg mit Wilhelm einem Betrüger aufgesessen ist.

Nach dem Tod ihres Mannes, einem berühmten Dirigenten, in dessen Schatten sie lebte, hat sich Ingeborg übers Internet verliebt.  Voller Freude gibt sie zuhause alles auf, löst sogar ihr Konto auf und transferiert das Geld nach Japan. Sie hofft, dass sich Mira über ihr neues Glück freut. Aber das Verhältnis von Mutter und Tochter ist schon lange angespannt, gegenseitige Erwartungen und unausgesprochene Beschuldigungen belasten die Beziehung. Zudem hat Mira gerade erfahren, dass Richard sie bei ihrem Projekt definitiv ausgebootet und noch dazu degradiert hat. Und so enden die Annäherungen zwischen Mutter und Tochter in Verletzungen und Kränkungen.

Unterdessen überrascht Eva Georg damit, dass sie trotz ihrer Blindheit, wieder arbeiten will und ein Bewerbungsgespräch hat. Georg reagiert über und schließt Eva in der Wohnung ein.

Von seinem Chef Uhlig erfährt Georg, dass weder er noch Mario zum Teamleiter befördert werden. Als er später nach Hause kommt, ist das Schloss an der gemeinsamen Wohnung ausgetauscht und Eva ist bei ihrer Nachbarin Gül untergekommen. Für Georg scheint alles verloren zu sein.

Eifersüchtig beobachtet Georgs Kollege Mario, wie sich Saschi und der junge Kellner Lorenz in der "Sunshine City" annähern: Die beidenverabreden sich nach der Arbeit, und steigen am späten Abend ins Freibad ein. Lorenz ist erstmals wieder richtig glücklich.

Für Paul hingegen bricht mehr und mehr die Welt zusammen. Nachdem er erfahren hat, dass seine Vertraute Ingeborg schon bald nach Japan gehen wird, ohne dass sie ihm etwas davon erzählt hat, ist er völlig aufgelöst. Zudem sieht er seine Mutter Sarah in enger Vertrautheit mit ihrem Arzthelfer Oliver. Also fasst er einen folgenschweren Entschluss, der auch Ingeborg hart trifft.

 

Folge 5:

"5. Kapitel:  Lorenz"

Ein Tag bevor die Schüsse in der "Sunshine City" fallen: Lorenz ist frisch verliebt und glücklich. Doch dann läuft alles schief, und seine kriminelle Vergangenheit holt ihn ein.

Nur kurz kann Lorenz noch auf Wolke sieben schweben. Als er realisiert, dass das Etui mit den Tageseinnahmen des Cafés nicht mehr in seinem Rucksack ist, wird er panisch. Kann er seine Aggressionen zurückhalten oder wird er wieder rückfällig?

Noch immer muss Lorenz zu einem Antiaggressionstraining gehen. Als Jugendlicher saß er sogar im Knast. Er befürchtet, dass ihn das verlorene Geld seinen Job kostet. Deshalb beklaut er seine Eltern und will dieses Geld seinem Chef Nadime als Anzahlung geben, aber das Gespräch mit Nadime nimmt eine andere Wendung: Sein Chef glaubt, dass die Jugendgang um Güls Sohn Deniz Lorenz die Tageseinnahmen gestohlen hat. Lorenz stellt das nicht richtig und schweigt, auch als Security-Mann Georg Deniz unsanft vor seinen und Saschis entsetzten Augen abführt.

Georg bedroht Deniz – vor allem, weil er wissen will, ob seine Frau Eva nun bei ihnen wohnt.  

Als Lorenz' Vater im Café auftaucht und sich dafür bedankt, dass Nadime seinem Sohn eine Chance gibt, wird klar, dass Lorenz seinem Chef die Wahrheit verschwiegen hat. Daraufhin feuert Nadime Lorenz.

Von den Sorgen und Ängsten ihrer Tochter Fanny, die in der Schule gemobbt wird, bekommt die alleinerziehende Ärztin Sarah nichts mit. Ihr Sohn Paul will immer wieder mit ihr sprechen, aber Arzthelfer Oliver blockt ihn ab. Fanny ist derweil so verzweifelt, dass sie zu Sarahs Tabletten im Bad greift.

Georg bekommt von seinem Chef Uhlig aufgrund seiner erneuten Gewalttätigkeit die Kündigung angedroht. Auch sein Kollege Mario ist emotional aufgebracht und so entlädt sich ihre Aggression an Lorenz, auf den sie zufällig treffen. Vor allem Mario prügelt unwirsch auf ihn ein, woraufhin in Lorenz ein Entschluss reift.

 

Folge 6: 

"6. Kapitel: Tag X"

Der Tag, an dem die Schüsse fallen: Die "Sunshine City" ist voller Menschen. Doch bei wem sitzen die Kränkungen so tief, dass er zur Waffe greift und zum Täter wird?

In den Medien ist zu hören, dass mindestens drei Menschen ums Leben gekommen sind. Georg, Mira, Sarah, Ingeborg und Lorenz, sie alle und noch viele mehr sind im Shoppingcenter, als das Schreckliche passiert. Aber wer ist Opfer und wer Täter?

Lorenz' Vater hat einen schrecklichen Verdacht: Bei seinem Sohn sind die Sicherungen durchgebrannt, und er ist Amok gelaufen.

Zwischen Georg und Eva ist es aus, sein Chef hat ihm aufgrund seiner Gewalttätigkeiten gekündigt. Er ist am Ende und hat sich Marios Waffe geschnappt.

Mario freut sich, endlich seinen Sohn Milan wiederzusehen, aber dann verschwindet Milan in der "Sunshine City" und Mario kann ihn nicht mehr finden.

Lorenz schleicht sich heimlich zur "Sunshine City", er will nochmal mit Saschi sprechen und sie überreden, mit ihm nach Rom abzuhauen.

Mira hat aus der bizarren Waffensammlung ihres Chefs Richard ein Gewehr gestohlen und nähert sich damit dessen Büro in der "Sunshine City". 

Ingeborg und Paul gehen gemeinsam zu Sarah in die Praxis, die sich in der "Sunshine City" befindet. Diesmal lassen sie sich nicht von Arzthelfer Oliver abwimmeln. Ingeborg berichtet Sarah davon, dass Fanny sich umbringen wollte. Und dann steht Sarahs Ex-Mann Erik in der Tür. Fanny ist heimlich zu ihm gekommen, und nun will er das Sorgerecht für sie bekommen.

Bei allen liegen die Nerven blank, alle befinden sich am Anschlag. Aber wer überschreitet die Grenze und wird zum Täter?

Zum Hintergrund

Drehbuchautorin Agnes Pluch hat die Figuren sensibel miteinander verwoben und dringt tief in deren Psyche ein. Die Inszenierung von Regisseur Umut Dağ unterstützt dies und zeichnet so authentische Figuren mit einer großen Nahbarkeit. Das Dramatische liegt hier im Alltäglichen. Jede der Hauptfiguren erfährt Kränkungen und wird auch selbst zum Kränkenden. Doch wann sitzt der Schmerz bei einem Menschen so tief, dass er sich gewaltsam Bahn brechen muss? Die Serie beruht in der Grundidee auf dem Sachbuch "Die Macht der Kränkung" des Psychiaters Reinhard Haller.

Rollenbeschreibungen

Georg (Ende 30):

Georg und seine große Liebe Eva haben sich kennengelernt, als sie beide Anfang 20 waren und im Leben vermeintlich noch alles möglich war. Georg war nie der Typ für die Schulbank. Eine Ausbildung hat er nicht, dafür hat er schon früh zu arbeiten begonnen. Er war geschickt, liebte körperliche Betätigung und Musik. Georg wurde zum Roadie und ging auf Tournee um die ganze Welt – das war seine glorreiche Zeit. Anfangs fand es auch Eva toll, einen Mann zu haben, der so ein aufregendes Leben führte. Irgendwann wollte sie dann aber vor allem einen Mann, der an ihrer Seite war. Ihr zuliebe gab Georg die Arbeit als Roadie auf. Dann geschah vor ein paar Monaten der Autounfall, bei dem ein anderes Fahrzeug in ihren Wagen fuhr. Eva verlor dabei ihr Augenlicht. Nun arbeitet Georg als Security-Mitarbeiter in dem Einkaufszentrum "Sunshine City". Immer wieder hat er hochtrabende Pläne, aber Eva zweifelt daran, dass er je einen davon in die Tat umsetzen wird. Die körperliche Liebe zwischen den beiden ist nicht erloschen, und Georg tut alles, um mit viel Training und Anabolika für sie attraktiv zu bleiben. Das setzt seiner körperlichen Verfassung stärker zu als er wahrhaben will.

 

Mira (45):

Miras Vater war Dirigent – keiner der ganz Großen, aber in der "zweiten Liga" durchaus erfolgreich. In der Familie wurde alles seiner Karriere untergeordnet. Für Miras Mutter Ingeborg war es eine Selbstverständlichkeit, ihren eigenen Beruf als Lehrerin aufzugeben und sich ganz dem Management ihres Mannes, und später der Förderung der begabten Tochter, zu widmen. Mira lernte Klavier zu spielen, und schnell waren alle davon überzeugt, dass ihr die musikalische Begabung in den Genen liege. Sie war Ingeborgs ganzer Stolz. Dass es neben Ingeborg immer andere Frauen im Leben ihres Mannes gab, steckte die betrogene Ehefrau weg. Bald verachtete Mira ihre Mutter dafür, dass sie sich so erniedrigen ließ. Mira wusste genau, womit sie Ingeborg am meisten treffen konnte: Sie hörte mit dem Klavier spielen auf, auch wenn sie sich damit nicht zuletzt selbst weh tat.

Heute ist Miras Job bei der Rückversicherung ihr Leben. Dafür gibt sie alles, aber sie hat deswegen längst nicht alles im Griff. Mit ihrem Chef Richard hat sie eine Affäre begonnen. Die Angst, deswegen ihre Arbeit zu verlieren, verdrängt sie. Welche Chancen sie als gefeuerte 45-Jährige auf dem Arbeitsmarkt hätte – darüber will sie nicht nachdenken.

Alle Ängste und Kränkungen schluckt sie mit viel Essen hinunter, denn seit Jahren leidet Mira an Bulimie.

 

Sarah (Ende 30):

Früher hätten Sarah und auch ihre Eltern nie daran geglaubt, dass sie einmal Ärztin werden würde. Sie war eine wilde, trotzige Schulabbrecherin, ein Partygirl. Anfangs begann Sarah das Studium nur, um den Eltern zu beweisen, dass sie keine Versagerin war, später entdeckte sie darin ihre Berufung. 

Sarah lernte Erik während des Studiums kennen. Er machte Karriere als Chirurg, während sie mit Paul, der inzwischen 16 Jahre ist, schwanger wurde. Ein zweites Kind wollte sie nicht. Die heute elfjährige Fanny ist das, was man einen "Unfall" nennt. Bis heute hat Sarah insgeheim Schuldgefühle, die Tochter anfangs nicht gewollt zu haben. Erik und Sarah hatten sich schon länger auseinandergelebt, den Schlussstrich zog dann Sarah und trennte sich.

Die Unterhaltszahlungen vergisst Erik gerne, schenkt seinen Kindern aber stets teure Geschenke und erkauft sich so immer wieder Fannys Liebe. Paul hingegen ist sensibel und reflektiert genug, um das Spiel seines Vaters zu durchschauen. Seit einiger Zeit wird der Junge von Zukunftsängsten geplagt, was Sarah nicht wahrnimmt – sie hat viel zu viel mit ihrer überschuldeten Praxis um die Ohren.

 

Ingeborg (Mitte 70):

Ingeborg hat fast ihr ganzes Leben ihrer Ehe und der Erziehung ihrer Tochter geopfert. Vor fünf Jahren ist ihr Mann gestorben. Weniger die Trauer als vielmehr die plötzliche Leere war hart für sie. Darüber reden konnte sie mit nur wenigen Menschen. Der Kontakt zu ihrer Tochter Mira ist seitdem auf die berühmten "heiligen Zeiten" beschränkt. Und wenn sie sich sehen oder telefonieren, dann reden sie oberflächlich, umschiffen persönliche Themen – um nicht gleich wieder im Streit zu enden.

Ingeborg ist aber zu diszipliniert, um sich aufzugeben. Ihre Ärztin Sarah brachte sie auf die Idee, deren Sohn Paul Nachhilfe zu geben. Bei dem Jungen vermag Ingeborg, was sie bei ihrer eigenen Tochter nie konnte: Sie nimmt ihn so wie er ist, mit all seinen Ängsten und Nöten. Paul wiederum vertraut Ingeborg Dinge an, die er mit seiner Mutter nicht besprechen kann.

Paul hilft Ingeborg dabei, ein Profil anzulegen, um sich im Internet mit Gleichgesinnten austauschen zu können. So lernt sie Wilhelm aus Tokio kennen. Dass sie in ihrem Alter noch einmal solche Gefühle empfinden könnte, hätte Ingeborg nie für möglich gehalten. Wilhelm ist die große Liebe, auf die sie nicht mehr zu hoffen gewagt hat.

Als sie sich entschließt, am anderen Ende der Welt, gemeinsam mit Wilhelm, ein neues Leben anzufangen, verletzt sie Paul damit schwer.

 

Lorenz (19):

Lorenz stand von Anfang an im Schatten seines großen Bruders. Der ältere Sohn war der ganze Stolz der Eltern, aber mit 16 Jahren kam er bei einem Badeunfall ums Leben. Die Eltern trauerten so sehr um ihn, dass sie dem jüngeren Lorenz zu wenig Aufmerksamkeit schenkten. Mit dem toten Bruder zu konkurrieren, war für Lorenz unmöglich. Die fehlende Bestätigung der Eltern suchte sich Lorenz woanders. Dabei geriet er in die falschen Kreise: Er fing an zu klauen und sich zu prügeln. Anerkennung bekam er fortan von seinen Freunden und die Verzweiflung seiner Eltern kümmerte ihn offenbar nicht – aber das war reine Fassade. Mit 16 Jahren flog er von der Schule. Bei einer Schlägerei war Lorenz der Brutalste in seiner Clique. Für die Körperverletzung kam er in den Knast und muss bis heute an einem Antiaggressionstraining teilnehmen. Aber jetzt will Lorenz sich wirklich ändern und auch seinen Eltern beweisen, dass er ein guter Sohn ist. Seit Kurzem arbeitet er in der "Sunshine City" als Kellner im Lokal "Buon Giorno". Lorenz ist fleißig und kommt bei den Gästen und auch bei seinem Chef Nadime gut an. Er hat sich in die Friseurin Saschi aus dem Salon gegenüber verliebt. Doch die hat etwas mit dem Sicherheitsbeamten Mario. 

Statement der Autorin Agnes Pluch

Als Gudula von Eysmondt und Gerald Podgornig von der Mona Film mit dem Sachbuch "Die Macht der Kränkung" von Reinhard Haller zu mir kamen, war ich sofort von dem Thema begeistert. Es ist ein zutiefst menschliches. Jeder kränkt im Laufe seines Lebens, jeder ist kränkbar und wird gekränkt. Was kränkt, ist aber ganz individuell, und wer kränkt, tut dies häufig unbewusst. Dennoch stehen oft kleine persönliche Verletzungen am Anfang ganz großer Katastrophen.

Dieser Gedanke war für mich Ausgangspunkt, um in einer Geschichte verschiedene Lebenswege kreuzen zu lassen. Ich wollte eine Art "Reigen der Kränkungen" kreieren und zeigen, wie die emotionale Verletzung einer Figur zu einer weiteren bei der nächsten Figur führen kann – fast so wie eine Kugel im Billardspiel, die der nächsten den Drall verleiht. Ein ShoppingcCenter war für mich die ideale Location dafür, weil hier ganz natürlich Menschen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten aufeinandertreffen können. Unsere Figuren sind keine großen Held*innen , sie sind nicht "bigger than life". Drama und Dramatik entwickelnt sich aus dem Alltäglichen. Ins Herz geschlossen habe ich diese Menschen, von denen wir erzählen, darum nicht weniger. Ein großes Glück war es, dass alle im Team das ähnlich gesehen haben. Wir alle wollten von Anfang an nicht nur eine spannende Geschichte erzählen, sondern vor allem viel Empathie für unsere Figuren erzeugen und so vielleicht ein wenig für das Thema Kränkung sensibilisieren.

Statement des Regisseurs Umut Dağ

Als Regisseur bin ich immer auf der Suche nach Projekten, die eine besondere Herangehensweise erfordern und mich dazu zwingen, meine Komfortzone zu verlassen. Als ich mit so ehrlichen Drehbüchern wie denen von Agnes Pluch konfrontiert wurde, die in jeder Zeile den Anspruch haben, authentisch und wahrhaftig zu sein, weil sie so tief in die Psyche und Schicksale der Figuren blicken, verspürte ich einen positiven Druck, diesem Anspruch und der Detailtreue in der Erzählung, gerecht werden zu wollen. "Am Anschlag – Die Macht der Kränkung" ist ein Projekt, das auf vielen Ebenen eine tolle Herausforderung war, der ich mich mit dem gebührenden Respekt stellen durfte. 

Das Ziel der absoluten Wahrhaftigkeit war nur zu erreichen, indem wir Schauspieler*innen finden, die bereit waren, sich vollkommen zu öffnen, um ihren Charakteren damit eine Tiefe zu verleihen, die weit über die üblichen Sehgewohnheiten der Zuseher*innen hinausgeht. Daher war ich sehr froh, dass wir ein Schauspielensemble zusammenstellen konnten, das sich diesem Vorhaben bedingungslos gestellt hat.

Diese Hingabe war auch vollkommen notwendig, da wir Konflikte, Emotionen und Kränkungen der Figuren behandeln, die sehr nah am Alltag und der Lebensrealität der Zuschauer*innen sind. Ohne diese Offenheit und damit auch Verletzlichkeit der Schauspieler*innen, mit denen sie ihre Charaktere verkörpert haben, hätte sich die erforderliche Nahbarkeit nicht dargestellt.

Bei all dieser Tragik und den vielen Kränkungen, war es eine Herausforderung, die Charaktere in ihrer Menschlichkeit und Wärme so einzufangen, dass wir trotzdem unmittelbar und emotional an ihnen dranbleiben, um mit ihnen zu leiden und keine distanziert beobachtende Rolle einzunehmen. Besonders, weil wir mit allen Protagonist*innen mitfiebern und damit die Spannung bis zum Ende aufrecht erhalten – mit der Frage: Wer ist der Täter oder die Täterin? Um dieses Rätsel nicht voreilig zu lösen, haben wir uns dazu entschlossen, immer wieder kurze "Flashes" aus der letzten Folge, in der die Tat passiert, zu zeigen. Diese haben wir in Momente eingewoben, in denen unsere Charaktere hoffnungsvoll und fröhlich sind, so dass die Fallhöhe, die sie am Ende der Serie erwartet, so greifbar wie möglich wird. Damit haben wir in unserer Erzählform einen Spagat zwischen Drama und Thriller versucht, der die Zuschauer bis zum Ende fesseln soll.

Um all das zu erreichen, haben wir bei der visuellen Gestaltung neue Wege beschritten, die sehr ungewöhnlich für gegenwärtige Produktionen im deutschen Fernsehen sind. Wir haben zum Beispiel sehr nahe Einstellungen gedreht, in denen wir teilweise nur noch die Augen der Darsteller*innen sehen, oder in denen sie in Momenten tiefster emotionaler Verletzung direkt in die Kamera, also zum Publikum, schauen.

Mit dem Look und der Farbgestaltung der Serie wollten wir diese Unmittelbarkeit konsequent

weiterführen. Dafür haben wir uns stilistisch von alten 16mm-Homevideos inspirieren lassen, weil uns der Look von haptisch fassbarem Film ein Gefühl von Nähe vermittelt, das wir in der digitalen Welt, die seit geraumer Zeit unsere Sehgewohnheiten bestimmt, nicht mehr kennen.

Am Ende bin ich sehr froh und glücklich, dass wir es geschafft haben, eine Filmrealität zu kreieren, die uns nah an den Figuren sein lässt und dabei stets eine Wärme ausstrahlt, die uns immer mit ihnen fühlen lässt.

Bildhinweis

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und über https://presseportal.zdf.de/presse/amanschlag

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