Copyright: ZDF/Jacqueline Krause-Burberg
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Annie - kopfüber ins Leben

Familienkomödie

Ein Seitensprung und seine Folgen: In der turbulenten Familienkomödie spielt Bernadette Heerwagen die 40-jährige Annie. Seit 17 Jahren ist sie mehr oder weniger glücklich verheiratet mit Ralf (Thomas Loibl). Während eines Wellness-Wochenendes erliegt sie den Reizen des Fitnesstrainers Raimund (Eugene Boateng) – und wird schwanger. In weiteren Rollen sind Kathrin von Steinburg, Antonia Fulss, Manuel Rubey, Rita Russek, Brigitte Kren, Michael Lerchenberg, Michael Fitz und andere zu sehen.

  • ZDF, Donnerstag, 19. März 2020, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Mittwoch, 18. März 2020, 10.00 Uhr

Texte

Total unverrückt

Annie ist eine Frau, die zunächst gar nicht recht in diese Zeit zu passen scheint. In einer Epoche, in der scheinbar alles verhandelbar wird – Wahrheit, Freundschaft, die Liebe, die Entscheidung für oder gegen ein Kind – steht Annie fest und völlig unverrückbar zu den Werten, die ihrer Welt zugrunde liegen und übernimmt Verantwortung für ihr Handeln. Sie steht zu ihren Gefühlen, als sie Ralf mit dem Fitnesstrainer Raimund betrügt und damit die Konsequenz aus ihrer festgefahrenen Ehe zieht. Sie steht zur Wahrheit, als sie ihren Mann, genauso wie jeden anderen, der es hören mag, in das Wissen um ihre ungewollte Schwangerschaft einbezieht. Sie entscheidet sich für das Kind, das nichts für die Verwicklungen in ihrem Leben kann und in Annies Augen für sich steht in seinem Recht auf Leben. Schließlich folgt sie ihrem Herzen, als sie erkennt, dass sie Raimund trotz einer leidenschaftlichen Nacht und seiner immensen Hilfsbereitschaft nicht lieben kann, weil ihr Herz eben an einen anderen Mann vergeben ist. In ihrer Aufrichtigkeit und Klarheit ist Annie im Prinzip keine komische Figur, sondern eine zutiefst ernsthafte – aber genau deshalb eine aufregende Komödienfigur.

Wolfgang Grundmann
HR Fernsehfilm/Serie II

Stab, Besetzung und Inhalt

Buch   Dominique Lorenz
RegieMartin Enlen
Schnitt Monika Abspacher
KameraPhilipp Timme
Kostüm  Maria Dimler
Ton Vitus Bernrieder
MusikDieter Schleip 
SzenenbildMonika Maier
HerstellungsleitungSascha Ommert
ProduktionsleitungLisa Schmidt
ProduzentinAnna Oeller
Produktion Bavaria Fiction GmbH
Redaktion Wolfgang Grundmann
Länge ca. 89 Minuten

          

Die Rollen und ihre Darsteller

Annie   Bernadette Heerwagen
Ralf FriedingThomas Loibl
Cora FriedingAntonia Fulss
Raimund Adjey Eugene Boateng
Tine KonradiKathrin von Steinburg
Nils Konradi Manuel Rubey
Doris BaumannRita Russek 
Lydia Frieding Brigitte Kren 
Helmut FriedingMichael Lerchenberg 
Prof. HartungMichael Fitz  
Sandra Christin Balogh
Nachbarin Birgit Barbara Bauer
Nachbarin Frau MilkeUrsula Berlinghof
Anwalt SuttererNorbert Heckner
Trainerin Julia Lilian Naumann
und andere

 

Inhalt

Auf einem Wellness-Wochenende mit ihrer besten Freundin passiert Annie der Seitensprung – nach 17 Jahren Ehe. Für sie ist klar, dass es sich hier um einen einmaligen Ausrutscher handelt. Doch dabei bleibt es nicht: Wenige Tage später muss Annie feststellen, dass sie schwanger ist. Gerade Annies Freundin Tine, die seit Jahren vergeblich versucht, mit ihrem Mann Nils ein Kind zu bekommen, fehlt für diese absurde Situation jeglicher Humor. Annie geht in sich und findet für sich die einzig richtige Lösung, mit der Situation umzugehen: schonungslose Offenheit. Nachdem Annies Mann Ralf mit kurzem Zeitversatz begriffen hat, worum es hier geht und den ersten Schock verdaut hat, legt Annie umgehend nach: Sie wird das Kind behalten und fragt Ralf, ob er sich vorstellen kann, den Nachwuchs gemeinsam mit ihr aufzuziehen. Das sind für Ralf dann doch einige bürgerliche Konventionen zu wenig. Er zieht aus und erklärt die gemeinsame Ehe für beendet.

Cora, Annies und Ralfs gemeinsame 15-jährige Tochter, erklärt sich bereit, ihre Mutter zu unterstützen. Überraschend steht dann jedoch der Vater des ungewollten Kindes vor der Tür: Raimund, ein Hip-Hop-Trainer aus Annies und Tines Hotel, hat beschlossen, die Verantwortung für das Kind anzunehmen und quartiert sich nun vorerst bei Annie und Cora ein. Annie und Raimund versuchen nun – zugunsten des Kindes – ein Leben als Wohngemeinschaft, nicht als Liebespaar. Wie nicht anders zu erwarten, stellt diese neue Konstellation sowohl Annie als auch ihre Familie vor die ein oder andere Herausforderung. Cora fühlt sich hintergangen und ist zuerst alles andere als begeistert von dem lässigen Tänzer, der plötzlich mit ihr unter einem Dach wohnt. Und Annie ist beschäftigt damit, das nächste monatliche Familientreffen zu überleben, bei dem ihre Mutter Doris sowie Ralfs Eltern, Lydia und Helmut, wieder einmal vorhaben, ihr die Welt zu erklären. Gar nicht zu reden von den Blicken der Nachbarschaft, der nicht lange verborgen bleibt, dass Annie sich offenkundig einen jüngeren Ersatz für Ralf gesucht hat.

Bei Annie wachsen die Zweifel, ob vor diesem Hintergrund Raimunds und ihr guter Wille für ein Zusammenleben ausreichen. Wird sie den Karren am Ende ganz alleine aus dem Dreck ziehen müssen?

Alles auf den Kopf gestellt
Statement von Produzentin Anna Oeller

Es gibt Augenblicke im Leben, die verändern alles. So ist es auch bei Annie, die im Grunde alles hat, was man sich so wünscht – einen tollen Beruf, eine nette Tochter, ein hübsches Häuschen am Stadtrand von München, und einen Mann dazu gibt es auch. Nur langweilig und eingeschlafen ist das alles ein bisschen – ein Hamsterrad in Dauerschleife. Annie durchbricht den Lauf des Gewohnten, und das Rad rollt nicht mehr rund. Das Leben aller Beteiligten wird gehörig durcheinander gewürfelt und auf die Probe gestellt. Wie damit umgehen? Annie stellt sich der Herausforderung, sie kann gar nicht anders und verlangt von den anderen das Gleiche. Kann das gut gehen? Was kann, was will Familie aushalten und ertragen?

Als Dominique Lorenz ihre Idee erzählte, waren wir sofort "angefixt" und sind mit ihr und Annie auf Entdeckungsreise gegangen. Und es hat sich mehr als gelohnt, Annie und ihre Familie kennenzulernen. Dann kam der so empathische, kluge und komödienerfahrene Regisseur Martin Enlen hinzu und die wunderbare Bernadette Heerwagen als Annie. Zu ihr gesellten sich Thomas Loibl, Eugene Boateng, Antonia Fulss, Rita Russek – ein großartiges Schauspielensemble fügte sich zusammen. Getragen war unsere gemeinsame Arbeit von Respekt, Vertrauen, Freude und einem "Nie Nachlassen". Wie in einer Familie eben.

"Aus dem Bauch heraus"
Drei Fragen an Bernadette Heerwagen

Können Sie uns Annie kurz beschreiben?

Annie und Ralf sind in einer Krise – vielmehr sieht Annie das so. Ihre Beziehung ist eingeschlafen, sie haben seit drei Jahren so gut wie keinen Sex mehr und haben sich in ihrem Alltag festgefahren. Annie will raus, möchte, dass sie sich Hilfe suchen, steht aber alleine da mit ihrem Wunsch.

Annie lässt sich mit den Worten "das ist jetzt eben so" auf einen One-Night-Stand mit Raimund ein. Warum ist sie plötzlich so fest entschlossen?

Eine außereheliche Nacht mit Raimund zu verbringen, ist eine Kurzschlussreaktion. Sie will sich wieder spüren, leben. Das ist keine Vernunftfrage, eher eine Entscheidung aus dem Bauch heraus.

Haben Sie Verständnis für das Handeln Ihrer Figur?

Ich habe immer Verständnis für meine Figuren, sie handeln nicht ohne Grund, wie sie handeln. Das ist das Spannende an meiner Arbeit. Auch wenn ich persönlich vielleicht nicht so agieren würde, komme ich meinen Figuren im besten Fall immer so nah, dass es doch irgendwie nachvollziehbar ist.

"Das ist ein dicker Hund!"
Drei Fragen an Thomas Loibl

Können Sie uns Ralf kurz beschreiben?

Ende vierzig, in der Mitte des Lebens. Obwohl er täglich mit Alarmanlagen zu tun hat, überhört er die Warnsignale, die sein Umfeld schon eine ganze Zeit lang an ihn sendet. Das Verhältnis zu seiner Tochter ist sehr gut und liebevoll, aber er scheint ganz zufrieden, dass sie nun ihren eigenen Weg geht. Die Ehe mit Annie war anfangs voller Witz und von vielen Gemeinsamkeiten getragen. Mit der Zeit aber wurde die Beziehung zu einer Gewohnheit. Die Leidenschaft ging verloren. Immer häufiger flüchtet er allein in seine Garage zu seinem alten Motorrad und träumt sich in eine andere Zeit zurück. Versucht, den Fragen auszuweichen, die sich immer mehr aufdrängen. Weil Annie ihn immer wieder versucht, zum Reden zu bewegen, fühlt er sich unter Druck gesetzt: Vielleicht ist das ja alles auch ganz normal und nur eine Phase. Und dennoch spürt er, dass er sich damit immer weiter entfernt von einem Leben, in das er mit Annie so enthusiastisch gestartet ist.

Ralf ist geschockt, dass Annie fremdgegangen ist. Hat er die Probleme wirklich nicht gesehen?

Annies Affäre bietet Ralf die Gelegenheit, sich in eine Opferrolle zu stürzen und die Probleme, die er sehr wohl gesehen hat, noch weiter wegzuschieben, als er es ohnehin schon getan hat. "Das ist ein dicker Hund!", wie sein Vater ja auch immer sagt. Verletzt rettet er sich in Vorwürfe.

Nachdem klar ist, dass Annie das Kind behalten möchte, zieht er Hals über Kopf aus. Haben Sie Verständnis für das Handeln Ihrer Figur?         

Ralf zieht aus, um Abstand zu gewinnen, was zunächst sicher auch klug ist in solchen Situationen. Gut, dass er seine Freunde hat. Aber gute Freunde sind die besten Korrektive und stellen einen in den wichtigen Momenten auch einmal in Frage. Ralf jedoch schraubt sich weiter in seine Opferrolle hinein, und aus Genugtuung oder um sein Selbstwertgefühl wiederherzustellen beginnt er selbst eine Affäre. So könnte die Geschichte eigentlich enden. Aber Ralf findet einige Antworten auf die ungelösten Fragen, die sich ihm schon lange stellten. Und vor allem, dass man eine Liebe nicht in einen Umzugskarton packen und irgendwo einlagern kann.

"Raimunds Aufrichtigkeit ist bewundernswert"
Drei Fragen an Eugene Boateng

Können Sie uns die wichtigsten Charaktereigenschaften Ihrer Rolle Raimund beschreiben?

Raimund ist lebensbejahend und spontan. Dazu ist er kreativ und verantwortungsbewusst. Für Raimund spielt Integrität eine wichtige Rolle. Er nimmt sich Zeit zur Reflektion und trifft seine Entscheidungen stets mit einem moralischen Kompass. Raimunds Aufrichtigkeit ist bewundernswert.

Obwohl Annie Raimund sagt, dass sie keinerlei Ansprüche an ihn stellen wird, will er sich um sie und das Kind kümmern. Was motiviert ihn dazu?

Er ist der Vater und fühlt sich seinem Kind verpflichtet. Seine wachsende Liebe zu Annie und sein Wunsch nach einer Familie tragen zur Motivation bei. Hinzu kommt, dass für einen Vater mit ghanaischem Hintergrund, wie es bei Raimund der Fall ist, das Weitergeben seiner Kultur an sein Kind von großer Wichtigkeit ist.

Können Sie persönlich das Handeln Ihrer Figur nachvollziehen?

Ich kann Raimunds Verhalten sehr gut nachvollziehen. Ich kann es selbst kaum erwarten, Vater zu werden und diese Rolle und Verantwortung zu übernehmen. Für eine ausgewogene Identitätsentwicklung eines Kindes spielt die Einbindung beider Elternteile eine wichtige Rolle. In diesem Kontext noch viel mehr, da es um ein bi-ethnisches Kind geht. Ich habe die Rolle explizit angenommen, weil ich die Chance gesehen habe, ein positives Beispiel darzustellen.

Statement von Rita Russek

(als Doris Baumann)

Doris war, wie viele Frauen meiner Generation, trotzig entschlossen, sich alleine durchzubeißen. Emanzipation war und ist für sie ein Kampfbegriff. Der "Kampf" hat Doris vermutlich unnachgiebig gemacht. Strikte Regeln anstelle von Improvisationen und dem Umarmen des Unvorhersehbaren. Und wie so oft bei Müttern und Töchtern: Doris lernt von ihrer Tochter, indem sie realisiert, dass das Unvorhergesehene, der Zufall, das scheinbar Undenkbare bereichernd ist.

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