Das Kreuz mit dem Frieden / "Suche Frieden"

Dokumentation und Berichte vom 101. Katholikentag

Das Christentum nennt sich eine Religion des Friedens. Und doch wurden im Namen des Glaubens Kriege geführt. Wie passt das zusammen? Neben religiösen Rechtfertigungen für Kriege gab es aber auch immer wieder Kritiker und Friedensmahner in den Reihen der Kirchen. Der Film verfolgt diese Spannung vom Römischen Reich bis heute und zeigt die Aktualität des Themas. Auch der 101. Katholikentag, der vom 9. bis zum 13. Mai in Münster stattfindet, steht unter dem Motto "Suche Frieden". Das ZDF berichtet darüber in zwei Filmen und in dem Magazin "sonntags".

  • ZDF, Dokumentation: Pfingstmontag, 21. Mai 2018, 18.15 Uhr / Berichte vom Katholikentag: 9. und 13. Mai

Texte

Das Kreuz mit dem Frieden Die Christen und der Krieg
Dokumentation

Pfingstmontag, 21. Mai 2018, 18.15 Uhr

Das Kreuz mit dem Frieden Die Christen und der Krieg
Dokumentation

Buch und Regie: Ingo Helm
Regie Reenactment: Volker Schmidt-Sondermann
Fachberatung: Prof. Hubert Wolf
Kamera: Ralf Gemmecke, Reiner Bauer
Schnitt: Sebastian Scholz
Musik: Christian Rehfeldt
Aufnahmeleitung: Manuela Lee-Rusch
Produktionsleitung IFAGE: Andrea Haas-Blenske, Katharina Bork
Produktionsleitung ZDF: Petra Ziegler
Producer: Melanie Weiß
Produzent: Volker Schmidt-Sondermann
Redaktion ZDF: Martina Schönfeld
Leitung der Sendung: Michaela Pilters
Länge: 43'30

Das Christentum nennt sich eine Religion des Friedens. "Selig, die Frieden stiften", sagt Jesus. Und doch wurden im Namen des Glaubens entsetzliche Kriege geführt. Wie passt das zusammen? Neben religiösen Rechtfertigungen für Kriege gab es auch immer wieder Kritiker und Friedensmahner aus den Reihen der Kirchen selbst. Der Film verfolgt diese Spannung vom Römischen Reich bis heute und zeigt die Aktualität des Themas.

Von Kaiser Konstantin über Karl den Großen zu den Kreuzzügen, vom Dreißigjährigen Krieg über den Ersten Weltkrieg bis zur Friedensbewegung in der DDR – überall ist die Frage virulent, wie Christentum und Krieg zusammenpassen. Auch der "Kreuzzug" des ehemaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush gegen den Terror islamischer Fundamentalisten gehört dazu – und die Frage, wie sich die Päpste Johannes Paul II. oder Franziskus zum Thema Krieg positionieren.

Die Spurensuche des Films fördert Überraschungen zutage: prominente Vordenker des Mittelalters etwa, die mutig und mit erstaunlich modernen Argumenten gegen ihre Herrscher das Wort ergriffen. Oder auch die Geschichte des Emblems "Schwerter zu Pflugscharen", das auf eine Propagandaaktion der Sowjetunion zurückgeht und gegen seine Urheber ungeahnte Wirkungen entfaltet hat.

Mit aufwendigen Spielszenen werden Schlüsselmomente dieser Geschichte zum Leben erweckt. Historiker kommen zu Wort, der Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon und der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck.

Zitate aus dem Film von Prof. Hubert Wolf

Prof. Hubert Wolf ist Professor für Kirchengeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und Fachberater des Films "Das Kreuz mit dem Frieden – Die Christen und der Krieg".

"Das Ideal einerseits, dass das Christentum eine Friedensreligion ist, und die Realität, die oft anders aussieht, ist fast das Spannendste, was es in der Geschichte überhaupt gibt."

"Gibt es das Ideal der absoluten Friedfertigkeit? Oder kann es nicht auch notwendig sein, in bestimmten Situationen die Waffen in die Hand zu nehmen, um Menschen, die in Not sind, zu schützen? Was ist zum Beispiel bei einem Genozid? Wer entscheidet, ob es einen gerechten Krieg gibt? Diese Fragen kann man bis heute nicht beantworten."

"Die Taube, der Regenbogen, die Schwerter zu Pflugscharen – diese christlichen Symbole wurden im säkularen Bereich zu Friedenssymbolen. Damit ist das Christentum im säkularen Bereich gegenwärtig, auch wenn nicht immer klar ist, dass die Symbole ursprünglich christliche sind."

"Papst Franziskus denkt weniger theologisch-lehramtlich. Für ihn ist wichtig, dass die Menschen erfahren, konkret spüren, dass Christen für den Frieden und nicht für den Krieg sind. Das macht er vor allem auf der Ebene der Symbole, auf der Ebene der menschlichen Umarmung, der Nähe. Das ist ein neuer Stil für einen Papst. Und er überlegt, die Lehre vom gerechten Krieg endgültig aus dem Katechismus zu streichen."

"Es hat den Anschein, als ob sich immer die Gewalttätigen gegen die Friedfertigen durchsetzen. So ist es aber nicht, wenn man die Geschichte genau betrachtet. Denn wenn sich die Gewalttätigen durchgesetzt hätten, dann wäre das Thema Frieden passé gewesen. Aber das Christentum bleibt die Institution, die immer wieder Mahner zum Frieden hervorbringt. Das Friedensgebot wird nicht eliminiert, indem sich die Gewalttäter durchsetzen, im Gegenteil, es wird immer noch mehr zum Stachel, und es bleibt eine Herausforderung."

Drei Frauen für den Frieden
Denkanstöße zum Katholikentag in Münster

Mittwoch, 9. Mai 2018, 0.45 Uhr

Drei Frauen für den Frieden Denkanstöße zum Katholikentag in Münster

Film von Jürgen Erbacher und Jan Frerichs

Zum Auftakt des 101. Katholikentags in Münster

Der Film porträtiert drei Frauen, die sich für Frieden engagieren, obwohl oder gerade weil sie die Erfahrung von Terror, Gewalt und Tod in der eigenen Familie gemacht haben.

Der Sohn von Frederike Herrlich kam beim Attentat am Berliner Breitscheidplatz ums Leben. Ahlam verlor ihren Mann und ihren Bruder im Bombenhagel von Aleppo. Naisys Bruder wurde von Militärs in Kolumbien erschossen.

Frederike Herrlich hat der Tod ihres Sohnes Christoph aus der Bahn geworfen. Der 40-Jährige starb bei dem islamistischen Attentat auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016. Halt und Unterstützung fand die 67-Jährige in ihrer Kirchengemeinde, beim Singen und durch die aktive Mitarbeit in Sozialprojekten. Sie hat der Mutter des Attentäters einen Brief geschrieben, weil sie überzeugt ist, dass nur im Dialog Versöhnung und Frieden möglich sind.

Ahlam war Lehrerin in Aleppo. Ihr Mann und ihr Bruder kamen bei Bombenanschlägen auf die syrische Stadt ums Leben. Daraufhin flüchtete die 28-Jährige mit ihrem kleinen Sohn aus der Kriegsregion. Über die Türkei, Griechenland und mehrere osteuropäische Länder kam sie schließlich nach Deutschland. Sie lebt heute in Gelsenkirchen und versucht mit Kunstprojekten ihre traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten. Bei Gesprächsabenden versucht sie die Deutschen für die Situation in ihrer Heimat Syrien zu sensibilisieren. 

Naisy lebt in Tumaco, einer Stadt in Kolumbien mit einer der höchsten Rate an Gewalttaten des Landes. Tumaco wird von FARC-Rebellen beherrscht, die sich bisher dem Versöhnungsprozess zwischen Regierung und den Rebellen verweigern. Naisys Bruder wurde vor dem Haus der Familie von einem Soldaten getötet. Die 21-Jährige arbeitet als Sozialarbeiterin und engagiert sich in verschiedenen Projekten der Kirchengemeinde, um Jugendlichen eine Perspektive ohne Gewalt und Drogen zu bieten. Mit ihrer Hip-Hop-Gruppe versucht sie zudem, die Gewalterfahrungen in der Musik zu verarbeiten.

Magazin "sonntags":
Münster – Friedenssuche auf dem Katholikentag

Sonntag, 13. Mai 2018, 9.03 Uhr

"sonntags": Münster – Friedenssuche auf dem Katholikentag

Moderation: Andrea Ballschuh

Der Katholikentag in Münster steht unter dem Motto: Suche Frieden. Nach der Amokfahrt vom 7. April hat das Thema für die Stadt eine neue Dimension bekommen. "sonntags" ist vor Ort.

Die Stadt hat eine lange Friedenstradition als Ort des Westfälischen Friedens (1648), dem Ende der Konfessionskriege. Das Thema Friedenssuche ist aktueller denn je, politisch, gesellschaftlich und sozial. Wie gehen der Katholikentag und seine Besucher damit um?

Suche Frieden
Bericht vom Katholikentag in Münster

Sonntag, 13. Mai 2018, 0.30 Uhr

Suche Frieden – Bericht vom Katholikentag in Münster

Ist die Suche nach Frieden ein individueller Herzenswunsch oder gar ein gesellschaftlicher Auftrag? Vier Tage lang diskutierten Christen in Münster über Lösungen für den Alltag.

Was bleibt vom 101. Katholikentag? Der Abschlussbericht bündelt die Erkenntnisse von vier Journalisten, deren Verhältnis zu Gott unterschiedlicher nicht sein könnte: Es sind eine Katholikin, ein Muslim, eine spirituell Suchende und eine Nichtgläubige.

Was können Muslime von Katholiken lernen und umgekehrt? Warum fällt es so schwer, inneren Frieden zu finden oder äußeren Frieden herzustellen? Inwiefern kann die geschichtsträchtige Stadt Münster, die Stadt des "Westfälischen Friedens", besonderer Impulsgeber für praktikable Antworten sein?

Am Domplatz treffen sich die langjährige Leiterin der ZDF-Redaktion Kirche und Leben/katholisch, Michaela Pilters (65), der Islamwissenschaftler Abdul-Ahmad Rashid (54), die Politikwissenschaftlerin Sandra Olbrich (48) und die aus Ostdeutschland stammende Moderatorin Andrea Ballschuh (45), um auszuschwärmen, das Treiben zu beobachten und schließlich zu reflektieren: Wie lässt sich Frieden mit sich selbst, mit der Welt und mit Gott finden?

Fotos

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und unter https://presseportal.zdf.de/presse/daskreuzmitdemfrieden und https://presseportal.zdf.de/presse/katholikentag2018

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