Copyright: ZDF / Svea Pietschmann
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Das Literarische Quartett

Sechs Mal pro Jahr diskutieren Volker Weidermann, Christine Westermann, Thea Dorn und ein prominenter Gast im ZDF über aktuelle Bücher. Zu Gast ist dieses Mal der Schauspieler Ulrich Matthes. Im Rang-Foyer des Berliner Ensembles diskutieren die vier über Werke von Sebastian Barry, Hilmar Klute, Minna Rytisalo und Maria Stepanova.

  • ZDF, Freitag, 7. Dezember 2018, 23.00 Uhr / Ab Samstag in der ZDF-Mediathek

Texte

Stab, Konzept und Sendetermine

Das Literarische Quartett
Mit Volker Weidermann, Christine Westermann, Thea Dorn und einem prominenten Gast

Regie_____Rolf Buschmann
Produzent_____Gruppe 5 Filmproduktion, Alexander Hesse
Redaktion_____Luzia Braun
Leitung_____Daniel Fiedler
Sendeform_____Live-on-Tape mit Publikum aus dem Foyer des Berliner Ensembles
Länge_____45 Min.
Sendetermine_____6 Mal pro Jahr, freitags zirka 23.00 Uhr

Nächste Sendungen:
2019: 1.3.; 2.4.; 14.6.; 9.8.; 18.10.; 6.12. (Änderungen vorbehalten)

Im Herbst 2015 startete das Revival des legendären "Literarischen Quartetts" (1988 bis 2001), das untrennbar mit Marcel Reich-Ranicki verbunden ist. Das Konzept: Vier engagierte Literaturexperten debattieren über vier Neuerscheinungen.

Zum festen Stamm gehören neben Gastgeber Volker Weidermann, Literaturchef beim "Spiegel", die Journalistin, Moderatorin und Autorin Christine Westermann und die Schriftstellerin und Publizistin Thea Dorn. Sie kam 2017 für den Schriftsteller Maxim Biller, der aus dem festen Team ausstieg.

DJ und Elektromusiker Henrik Schwarz komponierte die  ursprüngliche Titelmusik – Beethovens Rasumowsky-Quartett op. 59 Nr.3 – für das Revival neu.

Informationen zur aktuellen Sendung

Volker Weidermann lädt am Freitag, 7. Dezember 2018, 23.00 Uhr, im ZDF gemeinsam mit Christine Westermann und Thea Dorn zum Gespräch über Bücher. Zu Gast beim "Literarischen Quartett" ist dieses Mal der Schauspieler Ulrich Matthes. Im Rang-Foyer des Berliner Ensembles diskutieren die vier über Werke von Sebastian Barry, Hilmar Klute, Minna Rytisalo und Marina Stepanova.

"Tage ohne Ende" von Sebastian Barry:
"Tage ohne Ende" ist der achte Roman des vielfach ausgezeichneten, irischen Schriftstellers Sebastian Barry. "Also, wie sie in Missouri 'ne Leiche aufbewahren, das schießt wirklich den Vogel ab." So beginnt die Geschichte von zwei bettelarmen Jungs, die zunächst in Frauenkleidern in einem Salon als Tanzmädchen auftreten, später als Soldaten gegen Indianer kämpfen und der Grausamkeit des Tötens erliegen. Was sie rettet, ist ihre Liebe, denn Thomas und John sind schwul.

"Was dann nachher so schön fliegt" von Hilmar Klute:
Das Ruhrgebiet in den 80er Jahren: Der Ich-Erzähler ist zwanzig und pflegt als Zivildienstleistender inkontinente Bewohner eines Altenheims. In jeder freien Minute schreibt er Gedichte, möchte Lyriker werden. Er geht nach Berlin, tritt in seinen Tagträumen als literarischer Held der Gruppe 47 auf, kippt an der Bar mit Heiner Müller einen Whisky und verliebt sich umständlich in Katja. Diese Coming-of-Age-Story ist das Debüt des Sprachakrobaten Hilmar Klute, der bei der SZ die Seite-Eins- Glosse "Das Streiflicht" verantwortet.

"Lempi, das heißt Liebe" von Minna Rytisalo:
Auf Finnisch heißt Lempi Liebe. Und Lempi heißt auch die Hauptfigur im Roman der finnischen Bloggerin Minna Rytisalo. Vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs im Baltikum erzählt sie die Geschichte der rätselhaften Lempi. Als Lempis Mann, ein Bauer, aus dem Krieg zurückkehrt, ist sie verschwunden. Voller Liebe und Melancholie erinnert er sich an sie. Die Sicht der eifersüchtigen Magd auf Lempi sieht völlig anders aus, und Lempis Zwillingsschwester bringt noch eine weitere Version ins Spiel. Drei unterschiedliche Annäherungen an eine Frau und die Frage: Was heißt Liebe?

"Nach dem Gedächtnis" von Maria Stepanova:
Als "Ein wahrhaftes Ereignis – für alle, die noch zu lesen verstehen" wird in Russland "Nach dem Gedächtnis" gefeiert. Autorin ist die vielfach ausgezeichnete Lyrikerin und Essayistin Maria Stepanova. Sie verschmilzt in ihrem Roman Liebesgeschichten und Reiseberichte, Reflexionen über Erinnerung und Trauma zu einer spannungsvollen Erzählung. Im Zentrum steht ihre weitverzweigte jüdisch-russisch-europäische Familie, die in unzivilisierten, gewaltgeprägten Zeiten ein stilles, unspektakuläres Leben führen wollte. Haben die Familienmitglieder genau wegen ihrer Unauffälligkeit überlebt?

"Das Literarische "Quartett" wird im Rang-Foyer des Berliner Ensembles mit Publikum aufgezeichnet. Die nächste Sendung findet am 1. März 2019, 23.45 Uhr, statt.

Bücher der aktuellen Sendung werden immer etwa 14 Tage vor Ausstrahlung veröffentlicht.

Marcel Reich-Ranicki und Volker Weidermann über "Das Literarische Quartett"

Marcel Reich-Ranicki:
"Gibt es im 'Quartett' ordentliche Analysen literarischer Werke?
Nein, niemals.
Wird hier vereinfacht?
Unentwegt
Ist das Ergebnis oberflächlich?
Es ist sogar sehr oberflächlich."

(Aus: Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben, 2009)

 

Volker Weidermann:
"Es ist ein in seinem Purismus unübertreffliches Konzept: Es geht einfach nur und direkt und ohne Umwege um die Bücher. Um den Streit darüber und darum, im Gespräch über sie den Zuschauern diese Bücher im Guten und im Schlechten nahe zu bringen. Und sie dabei, ganz nebenbei, gut zu unterhalten."

Auflistung der Bücher und Gäste ab Oktober 2015

2015

2. Oktober 2015 / Gast: Juli Zeh
Péter Gardós, Fieber am Morgen (Hoffmann und Campe)
Karl Ove Knausgård, Träumen (Luchterhand)
Chigozie Obioma, Der dunkle Fluss (Aufbau)
Ilija Trojanow, Macht und Widerstand (S. Fischer)

6. November 2015 / Gast: Ursula März
Tilmann Lahme, Die Manns – Geschichte einer Familie(S. Fischer)
Verena Lueken, Alles zählt (Kiepenheuer & Witsch)
Boris Sawinkow, Das fahle Pferd (Galiani)
Zeruya Shalev, Schmerz (Berlin Verlag)

11. Dezember 2015 / Gast: Daniel Cohn-Bendit
Martin Amis, Interessengebiet (Kein & Aber)
Bov Bjerg, Auerhaus (Aufbau)
Jane Gardam, Ein untadeliger Mann (Hanser Berlin)
Durs Grünbein, Die Jahre im Zoo (Suhrkamp)
Weihnachtstipps:
Truman Capote, Wo die Welt anfängt (Kein & Aber)
André Franquin, Gaston (Carlsen)
Michael Pauen/Harald Welzer, Autonomie – Eine Verteidigung (S. Fischer)
Moritz Rinke, Man muss ein Spiel auch lesen können (Blumenbar)

2016

26. Februar 2016 / Gast: Eva Menasse
Antonia Baum, Tony Soprano stirbt nicht (Hoffmann u. Campe)
Etgar Keret, Die sieben guten Jahre (S. Fischer)
Anthony Powell, Eine Frage der Erziehung (Elfenbein)
Benjamin von Stuckrad-Barre, Panikherz (Kiepenheuer & Witsch)

29. April 2016 / Gast: Uwe Wittstock
David Grossmann, Kommt ein Pferd in die Bar (Hanser)
John Irving, Straße der Wunder (Diogenes)
Saša Stanišić, Fallensteller (Luchterhand)
Nell Zink, Der Mauerläufer (Rowohlt)

24. Juni 2016 / Gast: Thea Dorn
Lucia Berlin, Was ich sonst noch verpasst habe (Arche)
Jonas Karlsson, Das Zimmer (Luchterhand)
Jörg Magenau, Princeton 66 (Klett-Cotta)
Juli Zeh, Unterleuten (Luchterhand)
Sommertipps:
Hans Fallada, Kleiner Mann – was nun? (Aufbau)
Holger Gertz, Das Spiel ist aus (DVA)
Henryk Grynberg, Der Sieg (Hentrich & Hentrich)
Homer, Odyssee (Manesse)

26. August 2016 / Gast: Mara Delius
Emma Cline, The Girls (Hanser)
Elena Ferrante, Meine geniale Freundin (Suhrkamp)
Hans Kang, Die Vegetarierin (Aufbau)
Elizabeth Strout, Die Unvollkommenheit der Liebe (Luchterhand)

14. Oktober 2016 / Gast: Thomas Glavinic
John Burnside, Wie alle anderen (Knaus)
Ismail Kadare, Die Dämmerung der Steppengötter (S. Fischer)
André Kubiczek, Skizze eines Sommers (Rowohlt)
Thomas Melle, Die Welt im Rücken (Rowohlt)

9. Dezember 2016 / Gast: Axel Hacke
Joan Didion, Sentimentale Reisen (Ullstein)
John Fante, 1933 war ein schlimmes Jahr (Blumenbar)
Christoph Ransmayr, Cox oder Der Lauf der Zeit (S. Fischer)
Lew Tolstoi, Auferstehung (Hanser)
Weihnachtstipps:
Goscinny & Sempe, Das große Buch vom Kleinen Nick (Diogenes)
Hellmuth Karasek, Nach dem Krieg: Wie wir Amerikaner wurden (Europa)
Max Küng, Wenn Du Dein Haus verlässt, beginnt das Unglück (Kein & Aber)
Dirk Stermann, Der Junge bekommt das Gute zuletzt (Rowohlt)
Ror Wolf, Die plötzlich hereinkriechende Kälte im Dezember (Schöffling)

2017

3. März 2017 / Gast: Elke Schmitter
Julian Barnes, Der Lärm der Zeit (Kiepenheuer und Witsch)
Chris Kraus, I love Dick (Matthes & Seitz)
Martin Walser, Statt etwas oder Der letzte Rank (Rowohlt)
Hanya Yanagihara, Ein wenig Leben (Hanser Berlin)

5. Mai 2017 / Gast: Claus Peymann
Margaret Atwood, Hexensaat (Knaus)
Christoph Hein, Trutz (Suhrkamp)
Toni Morrison, Gott, hilf dem Kind (Rowohlt)
Barney Norris, Hier treffen sich fünf Flüsse (Dumont)

16. Juni 2017 / Gast: Ulrich Matthes
Maeve Brennan, Sämtliche Geschichten (Steidl)
Oskar Maria Graf, Minutengeschichten (Ullstein)
Lawrence Osborne, Denen man vergibt (Wagenbach)
Julia Wolf, Walter Nowak bleibt liegen (Frankfurter Verlagsanstalt)
Sommertipps:
F.W. Bernstein, Frische Gedichte (Kunstmann)
Tomas Espedal, Biografie Tagebuch Briefe (Matthes & Seitz)
Bernd Fischerauer, Burli (Picus)
Frank Schirrmacher, Die Stunde der Welt (Blessing)
Michael Wolffsohn, Deutschjüdische Glückskinder (dtv)

11. August 2017 / Gast: Ijoma Mangold
Virginie Despentes: Das Leben des Vernon Subutex (Kiepenheuer & Witsch)
Richard Ford: Zwischen ihnen (Hanser Berlin)
Franzobel: Das Floß der Medusa (Zsolnay)
Paulus Hofgatterer: Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war (Deuticke)

13. Oktober 2017 von der Frankfurter Buchmesse / Gast: Johannes Willms
Annie Ernaux, Die Jahre (Suhrkamp)
Sonja Heiss, Rimini (Kiepenheuer & Witsch)
Daniel Kehlmann, Tyll (Rowohlt)
Salman Rushdie, Golden House (C. Bertelsmann)

8. Dezember 2017 / Gast: Thomas Gottschalk
Peter Handke, Die Obstdiebin (Suhrkamp)
Ina Hartwig, Wer war Ingeborg Bachmann? (S.Fischer)
Stephen und Owen King, Sleeping Beauties (Heyne)
Joachim Meyerhoff, Die Zweisamkeit der Einzelgänger (Kiepenheuer & Witsch)

2. März 2018 / Gast: Philipp Tingler
James Baldwin "Von dieser Welt" (dtv)
Felicitas Hoppe "Prawda. Eine amerikanische Reise" (S. Fischer)
Monika Maron "Munin oder Chaos im Kopf" (S. Fischer)
Jon McGregor "Speicher 13" (Liebeskind)

20. April 2018 / Gast: Katharina Teutsch
Eshkol Nevo "Über uns" (dtv)
Johann Scheerer "Wir sind dann wohl die Angehörigen: Die Geschichte einer Entführung" (Piper)
Éric Vuillard "Die Tagesordnung" (Matthes & Seitz)
Serhij Zhadan "Internat" (Suhrkamp)

Freitag, 22. Juni 2018 / Gast: Martin Schulz
Arthur Koestler "Sonnenfinsternis" (Elsinor)
Francesca Melandri  "Alle, außer mir" (Wagenbach)
George Saunders "Lincoln im Bardo" (Luchterhand)
Heinrich Steinfest Die Büglerin" (Piper)

Freitag,  10. August 2018 / Gast: Sasha Marianna Salzmann
Maxim Biller "Sechs Koffer" (Kiepenheuer & Witsch)
Emmanuel Carrère "Der Widersacher" (Matthes & Seitz, Berlin)
Michael Ondaatje "Kriegslicht" (Hanser Verlag )
Albertine Sarrazin "Der Ausbruch" (Ink Press)

Freitag, 12. Oktober 2018 / Gast: Denis Scheck
Karen Duve, "Fräulein Nettes kurzer Sommer" (Galiani)
Richard Powers, "Die Wurzeln des Lebens" (S. Fischer)
Stephan Thome, "Gott der Barbaren" (Suhrkamp)
David Foster Wallace, "Der Spaß an der Sache – alle Essays" (KiWi)

Freitag, 7. Dezember 2018 / Gast: Ulrich Matthes
Sebastian Barry: "Tage ohne Ende", Steidl Verlag
Hilmar Klute: "Was dann nachher so schön fliegt", Galiani Berlin Verlag
Minna Rytisalo: "Lempi, das heißt Liebe", Hanser Verlag
Maria Stepanova: "Nach dem Gedächtnis", Suhrkamp Verlag

Biografien (alphabetisch)

"Das Literarische Quartett" 1988 bis 2001

Zwischen 1988 und 2001 bot das "Das Literarische Quartett" unterhaltsame Literaturkritik im Fernsehen – untrennbar verbunden mit Marcel Reich-Ranicki. 
Erfunden wurde das Quartett bei einem Gespräch des damaligen "aspekte"-Redak­tionsleiters Dr. Dieter Schwarzenau und des späteren "aspekte"-Chefs Dr. Johannes Willms mit Marcel Reich-Ranicki. Von Reich-Ranicki stammt das Grundkonzept mitsamt der Titelmelodie (Beethovens Rasumowsky-Quartett op. 59 Nr.3) und dem vielzitierten Schlusssatz aus Brechts Theaterstück "Der gute Mensch von Sezuan": "Den Vorhang zu und alle Fragen offen."

Insgesamt: 77 Sendungen

Erste Sendung am 25. März 1988
Teilnehmer: Marcel Reich-Ranicki, Sigrid Löffler, Hellmuth Karasek, Jürgen Busche

Letzte Sendung: 14. Dezember 2001
Teilnehmer: Marcel Reich-Ranicki, Hellmuth Karasek, Jürgen Busche und Iris Radisch

Feste Mitglieder:
Jürgen Busche
von März 1988 bis Juni 1989 (6 Sendungen) und als Gast im Quartett am 25. Februar 2000
Klara Obermüller vom 12. Oktober 1989 bis zum 30. November 1989 (2 Sendungen) und als Gast im Quartett am 10. Oktober 1997
Sigrid Löffler vom 25. März 1988 bis zum 30. Juni 2000 (67 Sendungen)
Hellmuth Karasek festes Mitglied seit 25. März 1988
Iris Radisch seit 18. August 2000 (6 Sendungen) und als Gast im Quartett am 19. November 1992

Insgesamt gab es 70 Gäste – angefangen mit Jurek Becker.

Gäste, die mehrmals eingeladen waren: Peter Demetz, Peter von Matt, Joachim Kaiser, Ruth Klüger, Verena Auffermann, Eva Demski, Jochen Hieber, Elke Schmitter, Josef Haslinger, Ulrich Greiner.

Über 400 Bücher wurden besprochen (ohne Weihnachtsempfehlungen.)

Weitere Informationen

Fotos: 06131 – 70-16100 oder über presseportal.zdf.de/presse/dasliterarischequartett

Karten für die Sendung: https://ticketservice.zdf.de

Verfügbare Sendungen: https://dasliterarischequartett.zdf.de

Impressum

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Presse und Information
Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
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Name: Dr. Birgit-Nicole Krebs
E-Mail: presse.berlin@zdf.de
Telefon: (030) 2099 1096