Copyright: ZDF / Svea Pietschmann
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Das Literarische Quartett

Sechs Mal pro Jahr diskutieren Volker Weidermann, Christine Westermann, Thea Dorn und ein prominenter Gast im ZDF über aktuelle Bücher. Gast ist dieses Mal die Philosophin Svenja Flaßpöhler.
Die vier diskutieren über Neuerscheinungen von Sorj Chalandon, Norbert Gstrein, Brigitte Kronauer und Martin Simons.

  • ZDF, Freitag, 9. August 2019, 22.55 Uhr / Ab Samstag in der ZDF-Mediathek

Texte

Stab, Konzept und Sendetermine

Das Literarische Quartett
Mit Volker Weidermann, Christine Westermann, Thea Dorn und einem prominenten Gast

Regie_____Rolf Buschmann
Produzent_____Gruppe 5 Filmproduktion, Alexander Hesse
Redaktion_____Luzia Braun
Leitung_____Daniel Fiedler
Sendeform_____Live-on-Tape mit Publikum aus dem Foyer des Berliner Ensembles
Länge_____45 Min.
Sendetermine_____6 Mal pro Jahr, freitags zirka 23.00 Uhr

Nächste Sendungen:
2019: 9.8.; 18.10.; 6.12. (Änderungen vorbehalten)

Im Herbst 2015 startete das Revival des legendären "Literarischen Quartetts" (1988 bis 2001), das untrennbar mit Marcel Reich-Ranicki verbunden ist. Das Konzept: Vier engagierte Literaturexperten debattieren über vier Neuerscheinungen.

Zum festen Stamm gehören neben Gastgeber Volker Weidermann, Literaturchef beim "Spiegel", die Journalistin, Moderatorin und Autorin Christine Westermann und die Schriftstellerin und Publizistin Thea Dorn. Sie kam 2017 für den Schriftsteller Maxim Biller, der aus dem festen Team ausstieg.

DJ und Elektromusiker Henrik Schwarz komponierte die  ursprüngliche Titelmusik – Beethovens Rasumowsky-Quartett op. 59 Nr.3 – für das Revival neu.

Informationen zur aktuellen Sendung

Volker Weidermann lädt am Freitag, 9. August 2019, 22.55 Uhr, im ZDF gemeinsam mit Christine Westermann und Thea Dorn zum Gespräch über Bücher. Zu Gast beim "Literarischen Quartett" ist die Philosophin und Publizistin Svenja Flaßpöhler. Die vier diskutieren über Neuerscheinungen von Sorj Chalandon, Norbert Gstrein, Brigitte Kronauer und Martin Simons.

"Am Tag davor" von Sorj Chalandon
Für die französische Tageszeitung "Libération" berichtete der französische Autor Sorj Chalandon aus Kriegsgebieten wie dem Irak und Afghanistan und schrieb über die IRA und den Barbie-Prozess. Für seine Reportagen erhielt er zahlreiche Preise. Mit seinem achten Roman ist Chalandon nun, wie er selbst sagt, in die Keimzelle seines engagierten Schreibens zurückgekehrt. In "Am Tag davor" erinnert er an die größte Bergwerkskatastrophe der französischen Nachkriegszeit, in der 42 Kumpel ums Leben kamen. Ein Roman über Schuld und Rache, Verdrängung und Vergessen.

"Als ich jung war" von Norbert Gstrein
"Als ich jung war, glaubte ich an fast alles, und später an fast gar nichts mehr, und irgendwann in dieser Zeit dürfte mir der Glaube, dürfte mir das Glauben abhandengekommen sein", sagt Franz, der Held in Norbert Gstreins neuem Roman "Als ich jung war". Franz kehrt in seine Tiroler Heimat zurück, um herauszufinden, was in seiner Jugend wirklich geschah und was ein geraubter Kuss, eine tote Braut und der Selbstmord eines Professors miteinander zu tun haben. Eine Geschichte über die schwierige Suche nach der Wahrheit und die zerstörerische Kraft von Gerüchten, Verdächtigungen und Denunziation.

"Das Schöne, Schäbige, Schwankende" von Brigitte Kronauer
Im Alter, sagte Brigitte Kronauer in einem Interview, werde das Erregungspotential keineswegs geringer. Und das Wahrnehmen von Natur und von Menschen nehme nicht ab. Im Gegenteil, es verschärfe sich. Wie scharf, komisch, böse, mitleidslos und doch voller Sympathie ihr Blick auf die Welt und die Menschen war und wie meisterhaft sie diese Beobachtungen in Sprache verwandelte, zeigt ihr letzter Roman "Das Schöne, Schäbige, Schwankende". Noch in diesem Jahr arbeitete Brigitte Kronauer an den "Romangeschichten", die am 9. August 2019 posthum erscheinen. Die große Schriftstellerin, Essayistin und Büchner-Preisträgerin ist am 22. Juli 2019 mit 78 Jahren gestorben.

"Jetzt noch nicht, aber irgendwann schon" von Martin Simons
An einem grauen Dezembertag verliert Martin Simons die Kontrolle über seinen Körper. Er findet sich auf einer Intensivstation wieder. Die Ärzte stellen eine Hirnblutung fest, die sich jederzeit wiederholen und sein Leben beenden kann. Mit akribischer Präzision, als wäre er selbst gar nicht beteiligt, schildert er in "Jetzt noch nicht, aber irgendwann schon" die Zustände im Krankenhaus, das Elend der anderen Patienten, sein Verhältnis zu seiner Familie, vor allem aber zu sich selbst. Durch die Erfahrung der Vergänglichkeit gerät sein Gefühlspanzer in Bewegung, und nichts mehr ist, wie es vorher war.

"Das Literarische "Quartett" wird im Rang-Foyer des Berliner Ensembles mit Publikum aufgezeichnet. Die nächste Sendung wird von der Frankfurter Buchmesse am Freitag, 18. Oktober 2019, 23.00 Uhr, ausgestrahlt.

Bücher der aktuellen Sendung werden immer etwa 14 Tage vor Ausstrahlung veröffentlicht.

Marcel Reich-Ranicki und Volker Weidermann über "Das Literarische Quartett"

Marcel Reich-Ranicki:
"Gibt es im 'Quartett' ordentliche Analysen literarischer Werke?
Nein, niemals.
Wird hier vereinfacht?
Unentwegt
Ist das Ergebnis oberflächlich?
Es ist sogar sehr oberflächlich."

(Aus: Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben, 2009)

 

Volker Weidermann:
"Es ist ein in seinem Purismus unübertreffliches Konzept: Es geht einfach nur und direkt und ohne Umwege um die Bücher. Um den Streit darüber und darum, im Gespräch über sie den Zuschauern diese Bücher im Guten und im Schlechten nahe zu bringen. Und sie dabei, ganz nebenbei, gut zu unterhalten."

Auflistung der Bücher und Gäste ab Oktober 2015

2015

2. Oktober 2015 / Gast: Juli Zeh
Péter Gardós, Fieber am Morgen (Hoffmann und Campe)
Karl Ove Knausgård, Träumen (Luchterhand)
Chigozie Obioma, Der dunkle Fluss (Aufbau)
Ilija Trojanow, Macht und Widerstand (S. Fischer)

6. November 2015 / Gast: Ursula März
Tilmann Lahme, Die Manns – Geschichte einer Familie(S. Fischer)
Verena Lueken, Alles zählt (Kiepenheuer & Witsch)
Boris Sawinkow, Das fahle Pferd (Galiani)
Zeruya Shalev, Schmerz (Berlin Verlag)

11. Dezember 2015 / Gast: Daniel Cohn-Bendit
Martin Amis, Interessengebiet (Kein & Aber)
Bov Bjerg, Auerhaus (Aufbau)
Jane Gardam, Ein untadeliger Mann (Hanser Berlin)
Durs Grünbein, Die Jahre im Zoo (Suhrkamp)

2016

26. Februar 2016 / Gast: Eva Menasse
Antonia Baum, Tony Soprano stirbt nicht (Hoffmann u. Campe)
Etgar Keret, Die sieben guten Jahre (S. Fischer)
Anthony Powell, Eine Frage der Erziehung (Elfenbein)
Benjamin von Stuckrad-Barre, Panikherz (Kiepenheuer & Witsch)

29. April 2016 / Gast: Uwe Wittstock
David Grossmann, Kommt ein Pferd in die Bar (Hanser)
John Irving, Straße der Wunder (Diogenes)
Saša Stanišić, Fallensteller (Luchterhand)
Nell Zink, Der Mauerläufer (Rowohlt)

24. Juni 2016 / Gast: Thea Dorn
Lucia Berlin, Was ich sonst noch verpasst habe (Arche)
Jonas Karlsson, Das Zimmer (Luchterhand)
Jörg Magenau, Princeton 66 (Klett-Cotta)
Juli Zeh, Unterleuten (Luchterhand)

26. August 2016 / Gast: Mara Delius
Emma Cline, The Girls (Hanser)
Elena Ferrante, Meine geniale Freundin (Suhrkamp)
Hans Kang, Die Vegetarierin (Aufbau)
Elizabeth Strout, Die Unvollkommenheit der Liebe (Luchterhand)

14. Oktober 2016 / Gast: Thomas Glavinic
John Burnside, Wie alle anderen (Knaus)
Ismail Kadare, Die Dämmerung der Steppengötter (S. Fischer)
André Kubiczek, Skizze eines Sommers (Rowohlt)
Thomas Melle, Die Welt im Rücken (Rowohlt)

9. Dezember 2016 / Gast: Axel Hacke
Joan Didion, Sentimentale Reisen (Ullstein)
John Fante, 1933 war ein schlimmes Jahr (Blumenbar)
Christoph Ransmayr, Cox oder Der Lauf der Zeit (S. Fischer)
Lew Tolstoi, Auferstehung (Hanser)

2017

3. März 2017 / Gast: Elke Schmitter
Julian Barnes, Der Lärm der Zeit (Kiepenheuer und Witsch)
Chris Kraus, I love Dick (Matthes & Seitz)
Martin Walser, Statt etwas oder Der letzte Rank (Rowohlt)
Hanya Yanagihara, Ein wenig Leben (Hanser Berlin)

5. Mai 2017 / Gast: Claus Peymann
Margaret Atwood, Hexensaat (Knaus)
Christoph Hein, Trutz (Suhrkamp)
Toni Morrison, Gott, hilf dem Kind (Rowohlt)
Barney Norris, Hier treffen sich fünf Flüsse (Dumont)

16. Juni 2017 / Gast: Ulrich Matthes
Maeve Brennan, Sämtliche Geschichten (Steidl)
Oskar Maria Graf, Minutengeschichten (Ullstein)
Lawrence Osborne, Denen man vergibt (Wagenbach)
Julia Wolf, Walter Nowak bleibt liegen (Frankfurter Verlagsanstalt)

11. August 2017 / Gast: Ijoma Mangold
Virginie Despentes: Das Leben des Vernon Subutex (Kiepenheuer & Witsch)
Richard Ford: Zwischen ihnen (Hanser Berlin)
Franzobel: Das Floß der Medusa (Zsolnay)
Paulus Hofgatterer: Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war (Deuticke)

13. Oktober 2017 von der Frankfurter Buchmesse / Gast: Johannes Willms
Annie Ernaux, Die Jahre (Suhrkamp)
Sonja Heiss, Rimini (Kiepenheuer & Witsch)
Daniel Kehlmann, Tyll (Rowohlt)
Salman Rushdie, Golden House (C. Bertelsmann)

8. Dezember 2017 / Gast: Thomas Gottschalk
Peter Handke, Die Obstdiebin (Suhrkamp)
Ina Hartwig, Wer war Ingeborg Bachmann? (S.Fischer)
Stephen und Owen King, Sleeping Beauties (Heyne)
Joachim Meyerhoff, Die Zweisamkeit der Einzelgänger (Kiepenheuer & Witsch)

2. März 2018 / Gast: Philipp Tingler
James Baldwin "Von dieser Welt" (dtv)
Felicitas Hoppe "Prawda. Eine amerikanische Reise" (S. Fischer)
Monika Maron "Munin oder Chaos im Kopf" (S. Fischer)
Jon McGregor "Speicher 13" (Liebeskind)

20. April 2018 / Gast: Katharina Teutsch
Eshkol Nevo "Über uns" (dtv)
Johann Scheerer "Wir sind dann wohl die Angehörigen: Die Geschichte einer Entführung" (Piper)
Éric Vuillard "Die Tagesordnung" (Matthes & Seitz)
Serhij Zhadan "Internat" (Suhrkamp)

Freitag, 22. Juni 2018 / Gast: Martin Schulz
Arthur Koestler "Sonnenfinsternis" (Elsinor)
Francesca Melandri  "Alle, außer mir" (Wagenbach)
George Saunders "Lincoln im Bardo" (Luchterhand)
Heinrich Steinfest Die Büglerin" (Piper)

Freitag,  10. August 2018 / Gast: Sasha Marianna Salzmann
Maxim Biller "Sechs Koffer" (Kiepenheuer & Witsch)
Emmanuel Carrère "Der Widersacher" (Matthes & Seitz, Berlin)
Michael Ondaatje "Kriegslicht" (Hanser Verlag )
Albertine Sarrazin "Der Ausbruch" (Ink Press)

Freitag, 12. Oktober 2018 / Gast: Denis Scheck
Karen Duve, "Fräulein Nettes kurzer Sommer" (Galiani)
Richard Powers, "Die Wurzeln des Lebens" (S. Fischer)
Stephan Thome, "Gott der Barbaren" (Suhrkamp)
David Foster Wallace, "Der Spaß an der Sache – alle Essays" (KiWi)

Freitag, 7. Dezember 2018 / Gast: Ulrich Matthes
Sebastian Barry: "Tage ohne Ende", Steidl Verlag
Hilmar Klute: "Was dann nachher so schön fliegt", Galiani Berlin Verlag
Minna Rytisalo: "Lempi, das heißt Liebe", Hanser Verlag
Maria Stepanova: "Nach dem Gedächtnis", Suhrkamp Verlag

Freitag, 1. März 2019 / Gast: Robert Habeck
Michel Houellebecq: "Serotonin", Dumont
Gabriele Tergit: "Effingers", Schöffling & Co.
Hanya Yanagihara: "Das Volk der Bäume", Hanser Berlin
T.C. Boyle: "Das Licht", Hanser Verlag

Freitag, 12. April 2019 / Sandra Kegel
César Aira: Was habe ich gelacht, Matthes & Seitz
Yishai Sarid: Monster, Kein & Aber
Saša Stanišić: Herkunft, Luchterhand
Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen, Verbrecher Verlag

Freitag, 14. Juni 2019 / Joachim Meyerhoff
Alina Bronsky: Der Zopf meiner Grossmutter, Kiepenheuer&Witsch Verlag
Jochen Schmidt: Ein Auftrag für Otto Kwant, C.H.Beck Verlag
Raymond Queneau: Zazie in der Metro , Suhrkamp Verlag
Colson Whitehead: Die Nickel Boys, Hanser Verlag

Freitag, 9.August 2019 / Svenja Flaßpöhler
Sorj Chalandon: Am Tag davor, dtv Verlag
Norbert Gstrein: Als ich jung war, Hanser Verlag
Brigitte Kronauer: Das Schöne, Schäbige, Schwankende, Klett-Cotta Verlag
Martin Simons: Jetzt noch nicht, aber irgendwann schon, Aufbau Verlag

Biografien (alphabetisch)

"Das Literarische Quartett" 1988 bis 2001

Zwischen 1988 und 2001 bot das "Das Literarische Quartett" unterhaltsame Literaturkritik im Fernsehen – untrennbar verbunden mit Marcel Reich-Ranicki. 
Erfunden wurde das Quartett bei einem Gespräch des damaligen "aspekte"-Redak­tionsleiters Dr. Dieter Schwarzenau und des späteren "aspekte"-Chefs Dr. Johannes Willms mit Marcel Reich-Ranicki. Von Reich-Ranicki stammt das Grundkonzept mitsamt der Titelmelodie (Beethovens Rasumowsky-Quartett op. 59 Nr.3) und dem vielzitierten Schlusssatz aus Brechts Theaterstück "Der gute Mensch von Sezuan": "Den Vorhang zu und alle Fragen offen."

Insgesamt: 77 Sendungen

Erste Sendung am 25. März 1988
Teilnehmer: Marcel Reich-Ranicki, Sigrid Löffler, Hellmuth Karasek, Jürgen Busche

Letzte Sendung: 14. Dezember 2001
Teilnehmer: Marcel Reich-Ranicki, Hellmuth Karasek, Jürgen Busche und Iris Radisch

Feste Mitglieder:
Jürgen Busche
von März 1988 bis Juni 1989 (6 Sendungen) und als Gast im Quartett am 25. Februar 2000
Klara Obermüller vom 12. Oktober 1989 bis zum 30. November 1989 (2 Sendungen) und als Gast im Quartett am 10. Oktober 1997
Sigrid Löffler vom 25. März 1988 bis zum 30. Juni 2000 (67 Sendungen)
Hellmuth Karasek festes Mitglied seit 25. März 1988
Iris Radisch seit 18. August 2000 (6 Sendungen) und als Gast im Quartett am 19. November 1992

Insgesamt gab es 70 Gäste – angefangen mit Jurek Becker.

Gäste, die mehrmals eingeladen waren: Peter Demetz, Peter von Matt, Joachim Kaiser, Ruth Klüger, Verena Auffermann, Eva Demski, Jochen Hieber, Elke Schmitter, Josef Haslinger, Ulrich Greiner.

Über 400 Bücher wurden besprochen (ohne Weihnachtsempfehlungen.)

Weitere Informationen

Fotos: 06131 – 70-16100 oder über presseportal.zdf.de/presse/dasliterarischequartett

Karten für die Sendung: https://ticketservice.zdf.de

Verfügbare Sendungen: https://dasliterarischequartett.zdf.de

Impressum

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Presse und Information
Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
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Ansprechpartner

Name: Dr. Birgit-Nicole Krebs
E-Mail: presse.berlin@zdf.de
Telefon: (030) 2099 1096