Copyright: ZDF / Jule Roehr
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Das Literarische Quartett

Sechs Mal pro Jahr diskutieren Volker Weidermann, Christine Westermann, Thea Dorn und ein prominenter Gast im ZDF über aktuelle Bücher.
Zu Gast beim "Literarischen Quartett" ist dieses Mal die freie Literaturkritikerin Katharina Teutsch (Deutschlandfunk, FAZ.). Im Foyer des Berliner Ensembles diskutieren die vier über Werke von Eshkol Nevo, Johann Scheerer, Éric Vuillard und Serhij Zhadan.

  • ZDF, Freitag, 20. April 2018, 23.25 Uhr / Ab Samstag in der ZDF-Mediathek

Texte

Stab, Konzept und Sendetermine

Das Literarische Quartett
Mit Volker Weidermann, Christine Westermann, Thea Dorn und einem prominenten Gast

Regie_____Rolf Buschmann
Produzent_____Gruppe 5 Filmproduktion, Alexander Hesse
Redaktion_____Luzia Braun
Leitung_____Daniel Fiedler
Sendeform_____Live-on-Tape mit Publikum aus dem Foyer des Berliner Ensembles
Länge_____45 Min.
Sendetermine_____6 Mal pro Jahr, freitags zirka 23.00 Uhr

Nächste Sendungen:
2018: 29.6., 10.8., 12.10., 7.12. (Änderungen vorbehalten)

Im Herbst 2015 startete das Revival des legendären "Literarischen Quartetts" (1988 bis 2001), das untrennbar mit Marcel Reich-Ranicki verbunden ist. Das Konzept: Vier engagierte Literaturexperten debattieren über vier Neuerscheinungen.

Zum festen Stamm gehören neben Gastgeber Volker Weidermann, Literaturchef beim "Spiegel", die Journalistin, Moderatorin und Autorin Christine Westermann und die Schriftstellerin und Publizistin Thea Dorn. Sie kam 2017 für den Schriftsteller Maxim Biller, der aus dem festen Team ausstieg.

DJ und Elektromusiker Henrik Schwarz komponierte die  ursprüngliche Titelmusik – Beethovens Rasumowsky-Quartett op. 59 Nr.3 – für das Revival neu.

Informationen zur aktuellen Sendung

Volker Weidermann lädt am Freitag, 20. April 2018, 23.25 Uhr, gemeinsam mit Christine Westermann und Thea Dorn im ZDF zum Gespräch über Bücher. Zu Gast beim "Literarischen Quartett" ist dieses Mal die freie Literaturkritikerin Katharina Teutsch (Deutschlandfunk, FAZ.). Im Rang-Foyer des Berliner Ensembles diskutieren die vier über Werke von Eshkol Nevo, Johann Scheerer, Éric Vuillard und Serhij Zhadan.

"Über uns" heißt der neue Roman des israelischen Schriftstellers Eshkol Nevo. Er erzählt von drei Familien, die über drei Etagen verteilt in einem gutbürgerlichen Haus in Tel Aviv wohnen. Nachbarn, die nicht wissen, was die anderen hinter ihren Wohnungstüren treiben. Jeder lebt sein Leben, jeder hat sein Geheimnis. Nevo durchleuchtet das Haus und seine Bewohner, erzählt von ihren Ängsten und Freuden, Lügen und Selbsttäuschungen. Erst am Ende des Romans schwant dem Leser, warum der Titel "Über uns" heißt.

Die Reemtsma-Entführung war einer der spektakulärsten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte. In dem Buch "Im Keller" hat Multimillionär Jan Phillip Reemtsma seine Gefangenschaft verarbeitet. Jetzt, 22 Jahre später, erzählt sein Sohn, Johann Scheerer, der damals dreizehn war, in "Wir sind dann wohl die Angehörigen", die Geschichte aus seiner Perspektive. Wie es sich anfühlte, als seine Mutter ihn weckte und davon sprach, sie müssten jetzt beide "ein Abenteuer bestehen", wie der Pubertierende die 33 Tage erlebte, in denen nichts und doch ganz viel passierte, und wie dieses Verbrechen das Verhältnis zu seinem Vater und sein ganzes Leben dramatisch veränderte.

Historische Ereignisse zugespitzt und ganz neu zu erzählen, dafür ist Éric Vuillard bekannt. In "Die Tagesordnung" schildert er auf nur 128 Seiten entscheidende Momente von Hitlers Aufstieg. Am 20. Februar 1933 – kurz nach der Machtübernahme – findet in Berlin ein geheimes Treffen zwischen Adolf Hitler und 24 Industriebossen statt. Fast zwei Millionen Reichsmark spendet die deutsche Wirtschaftselite der NSDAP. Danach gehen alle zunächst wieder zur Tagesordnung über. Doch Vuillard zeigt: Die Deals zwischen Geld und Macht wirken bis heute. Für diese Weltgeschichte in Kurzversion erhielt Éric Vuillard den wichtigsten Literaturpreis Frankreichs: den Prix Goncourt.

Wie der Krieg eine vertraute Umgebung in eine apokalyptische Landschaft verwandelt, davon erzählt der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan in seinem Roman "Internat", für dessen brillante Übertragung ins Deutsche das Übersetzerduo Juri Durkot und Sabine Stöhr gerade den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten hat. Mit dem Sprachlehrer Pascha macht sich der Leser auf den Weg durch die Ostukraine. Pascha soll seinen Neffen aus einem nahen Internat abholen und gerät dabei in eine Kriegszone, in der sich Separatisten, Milizionäre und ukrainische Soldaten gegenseitig in Schach halten. Der Heimweg der beiden wird zur Prüfung. Je willkürlicher und surrealer der Krieg tobt, desto klarer wird Paschas Haltung zur Welt.

Bücherliste:
Eshkol Nevo "Über uns" (dtv)
Johann Scheerer "Wir sind dann wohl die Angehörigen: Die Geschichte einer Entführung" (Piper)
Éric Vuillard "Die Tagesordnung" (Matthes & Seitz)
Serhij Zhadan "Internat" (Suhrkamp)

"Das Literarische "Quartett" wird im Rang-Foyer des Berliner Ensembles mit Publikum aufgezeichnet. Die nächste Sendung findet am 29. Juni 2018 statt.

Gast und Bücher der aktuellen Sendung werden immer etwa 14 Tage vor Ausstrahlung veröffentlicht.

Marcel Reich-Ranicki und Volker Weidermann über "Das Literarische Quartett"

Marcel Reich-Ranicki:
"Gibt es im 'Quartett' ordentliche Analysen literarischer Werke?
Nein, niemals.
Wird hier vereinfacht?
Unentwegt
Ist das Ergebnis oberflächlich?
Es ist sogar sehr oberflächlich."

(Aus: Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben, 2009)

 

Volker Weidermann:
"Es ist ein in seinem Purismus unübertreffliches Konzept: Es geht einfach nur und direkt und ohne Umwege um die Bücher. Um den Streit darüber und darum, im Gespräch über sie den Zuschauern diese Bücher im Guten und im Schlechten nahe zu bringen. Und sie dabei, ganz nebenbei, gut zu unterhalten."

Auflistung der Bücher und Gäste ab Oktober 2015

2015

2. Oktober 2015 / Gast: Juli Zeh
Péter Gardós, Fieber am Morgen (Hoffmann und Campe)
Karl Ove Knausgård, Träumen (Luchterhand)
Chigozie Obioma, Der dunkle Fluss (Aufbau)
Ilija Trojanow, Macht und Widerstand (S. Fischer)

6. November 2015 / Gast: Ursula März
Tilmann Lahme, Die Manns – Geschichte einer Familie(S. Fischer)
Verena Lueken, Alles zählt (Kiepenheuer & Witsch)
Boris Sawinkow, Das fahle Pferd (Galiani)
Zeruya Shalev, Schmerz (Berlin Verlag)

11. Dezember 2015 / Gast: Daniel Cohn-Bendit
Martin Amis, Interessengebiet (Kein & Aber)
Bov Bjerg, Auerhaus (Aufbau)
Jane Gardam, Ein untadeliger Mann (Hanser Berlin)
Durs Grünbein, Die Jahre im Zoo (Suhrkamp)
Weihnachtstipps:
Truman Capote, Wo die Welt anfängt (Kein & Aber)
André Franquin, Gaston (Carlsen)
Michael Pauen/Harald Welzer, Autonomie – Eine Verteidigung (S. Fischer)
Moritz Rinke, Man muss ein Spiel auch lesen können (Blumenbar)

2016

26. Februar 2016 / Gast: Eva Menasse
Antonia Baum, Tony Soprano stirbt nicht (Hoffmann u. Campe)
Etgar Keret, Die sieben guten Jahre (S. Fischer)
Anthony Powell, Eine Frage der Erziehung (Elfenbein)
Benjamin von Stuckrad-Barre, Panikherz (Kiepenheuer & Witsch)

29. April 2016 / Gast: Uwe Wittstock
David Grossmann, Kommt ein Pferd in die Bar (Hanser)
John Irving, Straße der Wunder (Diogenes)
Saša Stanišić, Fallensteller (Luchterhand)
Nell Zink, Der Mauerläufer (Rowohlt)

24. Juni 2016 / Gast: Thea Dorn
Lucia Berlin, Was ich sonst noch verpasst habe (Arche)
Jonas Karlsson, Das Zimmer (Luchterhand)
Jörg Magenau, Princeton 66 (Klett-Cotta)
Juli Zeh, Unterleuten (Luchterhand)
Sommertipps:
Hans Fallada, Kleiner Mann – was nun? (Aufbau)
Holger Gertz, Das Spiel ist aus (DVA)
Henryk Grynberg, Der Sieg (Hentrich & Hentrich)
Homer, Odyssee (Manesse)

26. August 2016 / Gast: Mara Delius
Emma Cline, The Girls (Hanser)
Elena Ferrante, Meine geniale Freundin (Suhrkamp)
Hans Kang, Die Vegetarierin (Aufbau)
Elizabeth Strout, Die Unvollkommenheit der Liebe (Luchterhand)

14. Oktober 2016 / Gast: Thomas Glavinic
John Burnside, Wie alle anderen (Knaus)
Ismail Kadare, Die Dämmerung der Steppengötter (S. Fischer)
André Kubiczek, Skizze eines Sommers (Rowohlt)
Thomas Melle, Die Welt im Rücken (Rowohlt)

9. Dezember 2016 / Gast: Axel Hacke
Joan Didion, Sentimentale Reisen (Ullstein)
John Fante, 1933 war ein schlimmes Jahr (Blumenbar)
Christoph Ransmayr, Cox oder Der Lauf der Zeit (S. Fischer)
Lew Tolstoi, Auferstehung (Hanser)
Weihnachtstipps:
Goscinny & Sempe, Das große Buch vom Kleinen Nick (Diogenes)
Hellmuth Karasek, Nach dem Krieg: Wie wir Amerikaner wurden (Europa)
Max Küng, Wenn Du Dein Haus verlässt, beginnt das Unglück (Kein & Aber)
Dirk Stermann, Der Junge bekommt das Gute zuletzt (Rowohlt)
Ror Wolf, Die plötzlich hereinkriechende Kälte im Dezember (Schöffling)

2017

3. März 2017 / Gast: Elke Schmitter
Julian Barnes, Der Lärm der Zeit (Kiepenheuer und Witsch)
Chris Kraus, I love Dick (Matthes & Seitz)
Martin Walser, Statt etwas oder Der letzte Rank (Rowohlt)
Hanya Yanagihara, Ein wenig Leben (Hanser Berlin)

5. Mai 2017 / Gast: Claus Peymann
Margaret Atwood, Hexensaat (Knaus)
Christoph Hein, Trutz (Suhrkamp)
Toni Morrison, Gott, hilf dem Kind (Rowohlt)
Barney Norris, Hier treffen sich fünf Flüsse (Dumont)

16. Juni 2017 / Gast: Ulrich Matthes
Maeve Brennan, Sämtliche Geschichten (Steidl)
Oskar Maria Graf, Minutengeschichten (Ullstein)
Lawrence Osborne, Denen man vergibt (Wagenbach)
Julia Wolf, Walter Nowak bleibt liegen (Frankfurter Verlagsanstalt)
Sommertipps:
F.W. Bernstein, Frische Gedichte (Kunstmann)
Tomas Espedal, Biografie Tagebuch Briefe (Matthes & Seitz)
Bernd Fischerauer, Burli (Picus)
Frank Schirrmacher, Die Stunde der Welt (Blessing)
Michael Wolffsohn, Deutschjüdische Glückskinder (dtv)

11. August 2017 / Gast: Ijoma Mangold
Virginie Despentes: Das Leben des Vernon Subutex (Kiepenheuer & Witsch)
Richard Ford: Zwischen ihnen (Hanser Berlin)
Franzobel: Das Floß der Medusa (Zsolnay)
Paulus Hofgatterer: Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war (Deuticke)

13. Oktober 2017 von der Frankfurter Buchmesse / Gast: Johannes Willms
Annie Ernaux, Die Jahre (Suhrkamp)
Sonja Heiss, Rimini (Kiepenheuer & Witsch)
Daniel Kehlmann, Tyll (Rowohlt)
Salman Rushdie, Golden House (C. Bertelsmann)

8. Dezember 2017 / Gast: Thomas Gottschalk
Peter Handke, Die Obstdiebin (Suhrkamp)
Ina Hartwig, Wer war Ingeborg Bachmann? (S.Fischer)
Stephen und Owen King, Sleeping Beauties (Heyne)
Joachim Meyerhoff, Die Zweisamkeit der Einzelgänger (Kiepenheuer & Witsch)

2. März 2018 / Gast: Philipp Tingler
James Baldwin "Von dieser Welt" (dtv)
Felicitas Hoppe "Prawda. Eine amerikanische Reise" (S. Fischer)
Monika Maron "Munin oder Chaos im Kopf" (S. Fischer)
Jon McGregor "Speicher 13" (Liebeskind)

20. April 2018 / Gast: Katharina Teutsch
Eshkol Nevo "Über uns" (dtv)
Johann Scheerer "Wir sind dann wohl die Angehörigen: Die Geschichte einer Entführung" (Piper)
Éric Vuillard "Die Tagesordnung" (Matthes & Seitz)
Serhij Zhadan "Internat" (Suhrkamp)

Biografien (alphabetisch)

"Das Literarische Quartett" 1988 bis 2001

Zwischen 1988 und 2001 bot das "Das Literarische Quartett" unterhaltsame Literaturkritik im Fernsehen – untrennbar verbunden mit Marcel Reich-Ranicki. 
Erfunden wurde das Quartett bei einem Gespräch des damaligen "aspekte"-Redak­tionsleiters Dr. Dieter Schwarzenau und des späteren "aspekte"-Chefs Dr. Johannes Willms mit Marcel Reich-Ranicki. Von Reich-Ranicki stammt das Grundkonzept mitsamt der Titelmelodie (Beethovens Rasumowsky-Quartett op. 59 Nr.3) und dem vielzitierten Schlusssatz aus Brechts Theaterstück "Der gute Mensch von Sezuan": "Den Vorhang zu und alle Fragen offen."

Insgesamt: 77 Sendungen

Erste Sendung am 25. März 1988
Teilnehmer: Marcel Reich-Ranicki, Sigrid Löffler, Hellmuth Karasek, Jürgen Busche

Letzte Sendung: 14. Dezember 2001
Teilnehmer: Marcel Reich-Ranicki, Hellmuth Karasek, Jürgen Busche und Iris Radisch

Feste Mitglieder:
Jürgen Busche
von März 1988 bis Juni 1989 (6 Sendungen) und als Gast im Quartett am 25. Februar 2000
Klara Obermüller vom 12. Oktober 1989 bis zum 30. November 1989 (2 Sendungen) und als Gast im Quartett am 10. Oktober 1997
Sigrid Löffler vom 25. März 1988 bis zum 30. Juni 2000 (67 Sendungen)
Hellmuth Karasek festes Mitglied seit 25. März 1988
Iris Radisch seit 18. August 2000 (6 Sendungen) und als Gast im Quartett am 19. November 1992

Insgesamt gab es 70 Gäste – angefangen mit Jurek Becker.

Gäste, die mehrmals eingeladen waren: Peter Demetz, Peter von Matt, Joachim Kaiser, Ruth Klüger, Verena Auffermann, Eva Demski, Jochen Hieber, Elke Schmitter, Josef Haslinger, Ulrich Greiner.

Über 400 Bücher wurden besprochen (ohne Weihnachtsempfehlungen.)

Weitere Informationen

Fotos: 06131 – 70-16100 oder über presseportal.zdf.de/presse/dasliterarischequartett

Karten für die Sendung: https://ticketservice.zdf.de

Verfügbare Sendungen: https://dasliterarischequartett.zdf.de

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