Copyright: ZDF/ [F] Max Hannes Beutler / [M] Thomas Carls
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Doppelhaushälfte

Achtteilige Comedyserie/neoriginal

Ein Doppelhaus im Grünen, gleich hinter Berlin – zwei Welten unter einem Dach. Mari, Theo und Maris Tochter Zoe sind aus der Mitte Berlins ins Umland gezogen, um die ländliche Idylle zu genießen. Vom Dach der rechten Doppelhaushälfte, bei Andi, Tracy und ihrem Sohn Rocco, weht die Deutschlandflagge. Ex-Polizist Andi sieht es als seine Pflicht an, dafür zu sorgen, dass sich die Neuen an die hiesigen Gepflogenheiten halten und ordentlich in die Nachbarschaft integrieren.  

  • ZDF neo, Ab 15. März 2022, dienstags, 21.45 Uhr, jeweils zwei Folgen
  • ZDF Mediathek, Ab Dienstag, 8. März 2022, 10.00 Uhr, alle Folgen zum Binge-Watching

Texte

Stab und Besetzung

Buch   Dennis Schanz, Christoph Mushayija Rath
RegieDennis Schanz, Christoph Mushayija Rath, Barbara Kronenberg, Florian Dietrich
KameraTilo Hauke, Antonio Paladino, Max Preiss
MusikThe Royals
SzenenbildReinhild Blaschke, Merle Vorwald
KostümeFreya Herrmann
SchnittFriederike Hohmuth, David Kuruc
ProduktionsleitungSebastian Ebert
ProduktionStick Up Filmproduktion im Auftrag von ZDFneo
ProduzentenDennis Schanz, Luis Singer
ProducerinnenLuisa Leopold, Julia M. Müller
RedaktionLucia Haslauer (ZDF), Carina Bernd (Koordination ZDFneo)
Länge

8 x 25 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller*innen
Andi Knuppe Milan Peschel
Tracy Knuppe   Minh-Khai Phan-Thi
Mari Sawadi   Maryam Zaree
Theo Kröger  Benito Bause
Zoe SawadiHelena Yousefi
Rocco Knuppe    Minh Hoang Ha
Wörner   Peer Martiny
GuttscheLeon Ullrich
Tobi   Christopher Schärf
Comfort     Florence Adjidome
Francis Ibrahima Sanogo
Judith Reimers    Nele Kiper
Jochen Reimers Frederic Heidorn
Frau Doktor     Christina Große
und andere

Inhalt                 

Ein Doppelhaus im Grünen, gleich hinter in Berlin - zwei Welten unter einem Dach. Auf der linken Seite zieren Weinreben die stilvoll designte Terrasse. Mari, Theo und Maris Tochter Zoe sind frisch aus der Mitte Berlins ins Umland gezogen, um fernab der Großstadt die ländliche Idylle zu genießen. Wenn da nur nicht die aufdringlichen Nachbarn wären. Vom Dach der rechten Doppelhaushälfte weht die Deutschlandflagge und wirft einen Schatten auf den Vorgarten. Die Nachbarn Andi und Tracy würden sich selbst und ihren Sohn Rocco als "wasch-echt" bezeichnen. Ex-Polizist Andi sieht es als seine Pflicht an, dafür zu sorgen, dass sich die Neuen an die dortigen Gepflogenheiten halten und sich ordentlich in die Nachbarschaft integrieren. Mit seinen Einmischungen geht er stets mindestens zwei Schritte zu weit und damit nicht nur seiner Frau Tracy auf die Nerven. Diese betreibt einen Beauty-Salon, hängt aber am liebsten ungestört von dem Fernseher.

Das kontrastreiche Nachbarschaftsverhältnis entfacht Maris Ehrgeiz, die als Diversity-Beauftragte für einen Großkonzern arbeitet und tagtäglich gegen Ungerechtigkeiten und Vorurteile jeder Art kämpft. Ihre eigenen Vorurteile den Nachbarn gegenüber und die daraus resultierenden Missverständnisse und Konflikte bringen vor allem ihren harmoniesüchtigen Partner, den Musiklehrer Theo, immer wieder in vertrackte Situationen, aus denen er sich und nicht selten auch Mari herauswinden muss.  

Trotz der unterschiedlichen Lebenseinstellungen und Weltanschauungen bleibt den beiden Familien durch die räumliche Nähe und den Umstand, dass sie doch mehr verbindet als sie glauben, keine Wahl: Sie müssen sich arrangieren und miteinander auskommen. 

Folgenübersicht und Sendetermine in ZDFneo

Folge 1, "Chancengleichheit ": Dienstag, 15. März 2022, 21.45 Uhr

Auf der Suche nach einem neuen Zuhause hat Mari ein echtes Juwel gefunden: eine Doppelhaushälfte im Grünen, kurz hinter Berlin. Während der Besichtigung fühlt sich der hemdsärmelige Makler allerdings mehr zu ihrer Konkurrenz, der sehr blonden und weißen Familie Reimers, hingezogen. Mari und Theo versuchen deshalb mit allen Mitteln, den Makler von sich zu überzeugen. Als die Reimers mit einem Wein als Begrüßungsgeschenk punkten, schickt Mari Theo los, um ebenfalls Wein zu besorgen – dabei lernt er die asiatisch aussehende, aber im breiten Berlinerisch sprechende Nachbarin und ihren exzentrischen Sohn kennen. Währenddessen gerät Mari mit dem Makler aneinander, weil sie sich von ihm ungerecht behandelt und diskriminiert fühlt. Was niemand weiß: Der angebliche Makler ist Andi Knuppe, der Nachbar.

 

Folge 2, "Gut für die Nachbarschaft": Dienstag, 15. März 2022, 22.10 Uhr

Theo will einen Grill bauen. Als Andi davon erfährt, lädt er die neuen Nachbarn zum Grillen ein, um sie von den Vorzügen eines Gasgrills zu überzeugen. Aber Zoe will mit den "Nazinachbarn" und ihrem "retardierten" Sohn nichts zu tun haben. Und auch Mari sträubt sich. Die ständigen Verletzungen des Jungen machen sie misstrauisch – derzeit hat er ein blaues Auge. Rocco ist auf dem Nachhauseweg von einer Gruppe älterer Jungs verprügelt worden. Für Andi steht fest: Der Junge muss endlich lernen, sich zu wehren und ein richtiger Mann werden. Also trainiert er mit Rocco – Krafttraining, Boxen und Kickbox-Kombos. Mari deutet Andi und Roccos Selbstverteidigungssession als Kindesmisshandlung und ruft die Polizei. Als sie dank Theo erkennt, dass Vater und Sohn nur ein harmloses Workout abhalten, stellt der anschließende Grillabend die Nachbarschaft ernsthaft auf die Probe.

 

Folge 3, "Schall und Rauch": Dienstag, 22. März 2022, 21.45 Uhr

Theo fiebert dem ersten sturmfreien Wochenende im neuen Zuhause entgegen. Mari und Zoes Abfahrt zur Hochzeit von Maris Ex-Schwägerin verzögert sich allerdings, denn Zoe muss noch einen geheimen Deal mit Rocco abwickeln. Als der ihr aus dem Dachfenster eine Plastikdose zuwirft, muss Zoe den Inhalt vom Boden aufklauben. Theo findet kurz darauf eine dicke Grasknospe im Garten und dreht sich daraus einen Joint. Tracy erwischt ihn beim Rauchen und ist überzeugt, dass das ihr Gras ist, das er da raucht. Tatsächlich stehen in Tracys Gewächshaus drei prächtige Marihuana-Pflanzen. Die beiden landen schließlich high im Bandkeller. Als Tracy Theo rüberschickt, um Roccos Süßigkeitenvorrat zu plündern, aktiviert er unbemerkt die Alarmanlage, was Andi und seine Polizeikumpel veranlasst, ihr Saufgelage zu unterbrechen und Tracy zu "retten".

 

Folge 4, "Brian": Dienstag, 22. März 2022, 22.10 Uhr

Maris jüngerer Bruder Brian kommt zu Besuch und lässt sogleich die Bombe platzen: Er hat sich entschlossen, zur Bundeswehr zu gehen. Ein Schock für Mari, die sich keinen schlimmeren Arbeitsplatz für ihren schwulen Bruder vorstellen kann. Obwohl Mari Brians kitschige iPad-Bilder furchtbar banal findet, versucht sie, ihn davon zu überzeugen, sich lieber an der Kunsthochschule zu bewerben. Tatsächlich gelingt es, dass Brian seine Entscheidung noch einmal überdenkt und wieder zu seiner Mal-Software greift. Modell stehen soll ihm aber der attraktive Nachbar, auf den Brian ein Auge geworfen hat – Andi. Das wiederum lässt Theo eifersüchtig werden, denn er würde auch gerne von Brian gemalt werden. 

 

Folge 5, "Vorrundenaus": Dienstag, 29. März 2022, 21.45 Uhr

Theo hat seine schwarzen Kumpel aus der Freizeitkicker-Truppe zum Fußballgucken eingeladen – Deutschland spielt gegen Guinea. Mari hat ihre ghanaische Bekannte Comfort und deren Partner Tobi eingeladen. Tobi ist weiß, trägt Dreadlocks und Ballonhosen, weiß mehr über Afrika als jeder Afrikaner und ist so woke, dass er jeden ungefragt über Rassismus aufklärt – auch Schwarze. Theo kann Tobi nicht ausstehen.  

Als dann die Knuppes rüberkommen, weil die Spielübertragung auf Andis neuem Fernseher verzögert ist und die Nachbarn immer etwas früher jubeln, bemerkt Andi, dass nur Schwarze anwesend sind – außer Tobi. Erleichtert, nicht der einzige Weiße zu sein, nickt Andi Tobi zu. Tobi sieht sich als Opfer einer rassistischen Handlung, während Andi sich mit dem senegalesischen Deutschlandfan Francis gegen ihn verbrüdert. Unterdessen laufen Maris Bemühungen, ihre Freundschaft mit Comfort zu vertiefen, ins Leere – stattdessen versteht Comfort sich blendend mit Tracy. Eine Verkettung von Missverständnissen nimmt ihren Lauf. 

 

Folge 6, "Die Kamera": Dienstag, 29. März 2022, 22.10 Uhr

Zoe hat ihren ersten festen Freund: Johnny. Mari kann Johnny nicht ausstehen – zu hübsch, zu arrogant, zu dumm, urteilt sie auf Basis seines Instagram Feeds. Theo dagegen interessiert sich mehr für die Stöhngeräusche, die durch die Wand der Nachbarn dringen. Als Andi am nächsten Tag Überwachungskameras an seiner Doppelhaushälfte anbringt und das damit begründet, dass es in der Gegend "immer schlimmer" werde – ist es allerdings Mari, die ihre Privatsphäre bedroht sieht. Bei einem verbalen Schlagabtausch zieht sie Andi damit auf, dass sie ihn beim Sex hören können. Andi versucht daraufhin, leiser Sex zu haben – aber wie bringt er das Tracy bei, die gerade entdeckt hat, dass Lachen beim Sex die ultimative Erfahrung ist. 

 

Folge 7, "Mediation": Dienstag, 5. April 2022, 21.45 Uhr

Andi hat Zoe angezeigt – Tatvorwurf: Kindesmisshandlung. Das Gericht hat ein Mediationsgespräch vorgeschlagen, die beiden Familien sitzen sich in Maris und Theos Wohnzimmer gegenüber. Um die Lage etwas abzukühlen, schlägt Frau Doktor, wie die Psychologin erst von Andi, dann von allen genannt wird, eine bewährte Mediationstechnik vor: Rollentausch, um sich in die Perspektive der Gegenseite hineinzuversetzen. Zoe und Rocco tauschen die Rollen, Theo und Tracy ebenfalls, Mari soll sich in Andi hineinfühlen und Andi in Mari. Eine Übung, die in der Theorie fruchten mag, in der Realität mit diesem Personal aber zum Scheitern verurteilt ist.

 

Folge 8, "SchöneBunteFelde": Dienstag, 5. April 2022, 22.10 Uhr

Als Initiatorin des SchöneBunteFelde-Festivals fiebert Mari voller Vorfreude dem Beginn des Events entgegen. Ein Dorffest der etwas anderen Art soll es werden, das die ethnisch-kulturelle Vielfalt auch im Speckgürtel Berlins sichtbar macht und zelebriert. Ausgerechnet Andi hat seine Kontakte spielen lassen und den Veranstaltungsort klargemacht: das Vereinsgelände des lokalen Fußballclubs Germania Schönefelde. Doch es gibt Probleme. Theo, der die Aufbauarbeiten koordinieren soll, hat zu spät bemerkt, dass die Bühne auf der falschen Seite aufgebaut wurde. Das anschließende Gerangel der Standbetreiber um die besten Plätze versprüht nicht gerade den positiven, Diversität feiernden Vibe, um den es bei dem Fest gehen soll. Als dann auch noch Andis alte Polizeikumpel auftauchen und im Namen der Vereinsführung die Veranstaltung abbrechen wollen, ist das Chaos programmiert. 

Die Rollenprofile

Andi Knuppe (Milan Peschel)

Andi würde sich selbst nie als Wutbürger bezeichnen, er sieht sich selbst als klassischen Wendeverlierer und Pechvogel, der vom "korrupten System“ immer schon klein gehalten wurde. Andi kann und weiß alles besser, sein Lebenslauf ist jedoch gespickt von Gelegenheits- und Aushilfsjobs. Von seinem Rausschmiss aus dem Polizeidienst – als junger Polizist wurde er kurz vor der Verbeamtung auf Lebenszeit entlassen – hat er sich nie richtig erholt. Seitdem ist die Nachbarschaft Andis Revier. Political Correctness, mediale Panikmache, Klimawandel, Feminismus oder Multikulti – um Andi in Sekundenschnelle von 0 auf 100 zu bringen, mangelt es nicht an Themen. Andi will vor allem eins: recht behalten. Denn seine größte Angst ist es, vor anderen blöde auszusehen.

 

Tracy Knuppe (Minh-Kai Phan-Thi)

Tracy ist Deutsche mit vietnamesischen Wurzeln. Ihre Eltern sind Anfang der 80er als Vertragsarbeiter aus Vietnam in die DDR gekommen, Tracy ist unter beengten Umständen in einer Platte am Stadtrand von Potsdam aufgewachsen. Da ihre Eltern nie richtig Deutsch sprechen gelernt haben, ist sie als älteste von drei Geschwistern von ihrer Mutter bereits als Kind in die Verantwortung genommen worden. All das war eine gute Schule für vor allem eins: einen rauen Umgangston. So gut und schlagfertig pöbeln wie sie können nur wenige um sie herum. Sie ist straight – was sie braucht, nimmt sie sich. Aus dem Blumenladen ihrer Mutter hat sie irgendwann den Nagel- und Beautysalon "Beautyfelde" gemacht. Sie überlässt ihren Mitarbeiterinnen mehr Verantwortung, als dem Laden guttut, und ist selten im Salon anzutreffen. Am liebsten ist sie zu Hause vor dem Fernseher und frönt ausgiebig ihrer Leidenschaft für Vorabendserien. Nebenher vertickt sie alles, was sich im Internet zu Geld machen lässt. Andi ist Tracys Jugendliebe, Sohn Rocco war Mitte 20 der nächste Schritt. Der Umzug aus der Brandenburg-Platte in das kuschelige Doppelhäuschen die logische Konsequenz. 

 

Mari Sawadi (Maryam Zaree)

Mari ist Berlinerin iranischer Herkunft. Eine moderne Frau – promoviert, selbstbewusst, viel gereist, erfolgreich. Sie kämpft für eine offene, pluralistische Gesellschaft, in der Chancengleichheit das oberste Gebot ist. Dabei scheut sie weder Diskussion noch Streit. Sie arbeitet bei einem großen Elektro-Automobilhersteller, und als Diversity-Beauftragte ist sie es gewohnt, sich Gehör zu verschaffen. Maris eigene Überzeugung zwingt sie immer wieder aufs Neue, mit den Nachbarn in Dialog zu treten. Der berufsbedingte Umzug von der Stadt in die Provinz geht für sie auch mit sozialer Verantwortung einher. Sie denkt viel über ihre Umwelt nach, aber wenig über sich selbst. Vielfalt und Nachhaltigkeit sind Maris Steckenpferde, sie möchte die Welt zu einem besseren Ort machen. Der Widerspruch, dass ihre eigene Toleranz bereits bei den Ansichten der Nachbarn endet, fällt ihr zunächst gar nicht auf, so überzeugt ist sie, auf der richtigen Seite zu stehen. 

 

Theo Kröger (Benito Bause)

Theo ist in Frankfurt geboren, sein Vater kommt aus Ruanda, seine Mutter ist Deutsche. Seit einer Ruanda-Reise als Teenager weiß er, dass er durch und durch deutsch ist. Weil er immer daran gezweifelt hat, ob sein musikalisches Talent für eine Karriere ausreichen würde, studierte er einige Jahre in alle Richtungen vor sich hin, um dann letzten Endes Musiker zu werden. 

Theo macht gerne Pläne, erstellt bei jeder Gelegenheit Pro- und Kontralisten, und ohne seine To-do-Listen wäre er verloren. Theo ist nicht Zoes leiblicher Vater, liebt sie aber wie eine Tochter. Trotzdem will Theo eigene Kinder, was sich bisher nicht mit Maris Job verbinden ließ. Als Maris Karriere gerade richtig los ging und Zoe noch klein war, blieb er zunächst einige Jahre zu Hause, während Mari das Geld verdient hat. Jetzt unterrichtet Theo in einer Gesamtschule im Nachbarort, die Rolle des Hausmanns ist ihm aber geblieben. Theo geht Konflikten lieber aus dem Weg. Er ist harmoniesüchtig und will immer, dass sich am Ende alle lieb haben. 

 

Zoe Sawadi (Helena Yousefi) 

Zoe, Maris Tochter aus einer vorangegangenen Beziehung, kommt gerade in die Pubertät – ein denkbar schlechter Zeitpunkt, um wegzuziehen und die Schule zu wechseln. Das provinzielle Umfeld macht ihr die Suche nach neuen Freundinnen nicht einfacher – vielleicht ist es aber auch nur das Heimweh nach Kreuzberg, das ihr den Neustart schwer macht. Zoe weiß das schlechte Gewissen ihrer Eltern bei jeder Gelegenheit auszunutzen. Überhaupt weiß sie immer genau, wie sie ein bisschen Salz in die Wunde streut, provoziert und andere von ihrer Meinung überzeugt. Einstecken und das eigene Verhalten reflektieren, liegt ihr weniger. In ihrem Repertoire, auf Kritik zu reagieren, findet sich das ganze Spektrum – von heftigen Wutanfällen und knallharter Arroganz bis zu tiefer Trauer.  

 

Rocco Knuppe (Minh Hoang Ha) 

Rocco ist der Sohn von Andi und Tracy. Er wird oft als Problemkind dargestellt, und tatsächlich fällt es ihm manchmal schwer, die einfachsten sozialen Interaktionen auszuüben. In der Schule macht ihn das zum Außenseiter und Sonderling. Doch Rocco hat eine eigene Strategie gefunden, mit Hänselei und Zurückweisungen umzugehen. Sie beschert ihm ein wenig Geltung, und die Liebkosungen seiner Mutter und die Aufmerksamkeit der Nachbarstochter Zoe, auf die er ein Auge geworfen hat, sind ihm damit garantiert. 

Audio-Interview mit Milan Peschel

Hier finden Sie das Interview mit Milan Peschel als Audio-File sowie die Abschrift des Interviews als Word-Datei.

Vier Fragen an Minh-Khai Phan-Thi

Was war das Besondere an den Drehbüchern von "Doppelhaushälfte"? Was hat Sie direkt angesprochen? 

Die Drehbücher sind sehr humorvoll und intelligent geschrieben. Die Figuren divers, feingezeichnet und liebevoll. Ich glaube, dass sich jede*r in den Figuren wiederfinden wird. Besonders gut gefällt mir, dass nicht eine weiße Figur nicht politically correct ist, sondern eine asiatisch gelesene Person wie Tracy. 

Sie berlinern in der Serie richtig super. Konnten Sie das schon, oder haben Sie es für die Rolle extra gelernt?

Ich musste mir das Berlinern erst draufschaffen, und alle haben mitgeholfen: der Produzent und Autor Dennis Schanz, die Producerin Luisa Leopold und mein Kollege Milan Peschel.

Tracy hat in der Serie einen Sohn und ist eine sehr lässige Mutter. Entspricht das auch Ihrem Erziehungsstil?

Ich würde nicht unbedingt sagen, dass Tracy lässig ist. Sie ist sehr mit sich selbst beschäftigt und mag keinen Stress. Sie liebt ihren Sohn, aber sie ist auf keinen Fall eine "Spielmutti". Stattdessen setzt sie lieber ihren Sohn mit einer Chipstüte vor den Fernseher. Das Einzige, was Tracy und ich gemein haben, ist, dass wir gute "Loslass-Mamis" sind.

Ihr sehr erfolgreicher Podcast heißt "Anderssein". Worum geht es? Was war Ihre Motivation, einen eigenen Podcast zu machen?

Auslöser waren mehrere Ereignisse: Die AfD zog in den Bundestag, und Rechtspopulisten wie Trump und Bolsonaro wurden Präsidenten. Ich wollte einen "Safe Space" für Menschen wie mich kreieren, in dem wir unsere Geschichten erzählen. Ohne Einfluss eines Senders und/oder Redakteur*in. Das Medium Podcast ist ideal, weil man als Zuhörer*in genau hinhören muss. Es ist eine sehr befriedigende Arbeit, weil ich a) viel lernen darf und b) in meinem Schaffen total unabhängig bin. Ich bin für die Offenheit meiner Gäste sehr dankbar – dass sie bereit sind, ihre Lebens- und Sichtweisen mit mir zu teilen.

Die Fragen stellte Claudia Burau.

Vier Fragen an Maryam Zaree

Was hat Ihnen besonders an den Drehbüchern von "Doppelhaushälfte" gefallen?

Zunächst musste ich beim Lesen der Drehbücher wirklich laut lachen, und das passiert mir sehr selten. Neben dem unglaublichen Humor zeichnet sich "Doppelhaushälfte" vor allem dadurch aus, dass zwar die klassischen Sitcom-Mittel elegant bedient werden, es dabei aber einen echten gesellschaftlichen Anspruch gibt. Dennis Schanz und Christoph Rath scheuen sich nicht davor, dahin zu gehen, wo es weh tut. Sie haben Figuren geschaffen, deren Fehlbarkeit und doch liebevolle Seiten nie im Widerspruch zueinander stehen. Das zeugt von einer großen Menschlichkeit. Dabei zuzuschauen, wie die Figuren immer wieder mit vollem Karacho aufeinander einstürzen, ist eine große Freude und hinterlässt uns als Leser*innen am Ende doch immer auch hoffnungsvoll zurück.  

Die Serie setzt sich sehr überzogen mit Rassismus und Vorurteilen auseinander. Sind Vorurteile auch in Ihrem Alltag ein Thema?

Rassismus und Vorurteile sind Teil des gesellschaftlichen Alltags von uns allen, nicht nur meines individuellen. Wir alle, sowohl die von Ausgrenzung Betroffenen, als auch jene, die von der Benachteiligung anderer profitieren, müssen uns immer wieder fragen, ob wir ein System der Ungleichheit aufrecht erhalten wollen oder uns dafür einsetzen, es zu überwinden. Der Prozess ist ein herausfordernder, weil viele sich ihrer Privilegien erst langsam bewusst werden und andere – Frauen, BPoCs, Menschen mit Behinderung, anderer sexueller Orientierung oder anderen Geschlechts, von Armut betroffene Menschen – erst allmählich Teil des öffentlichen Diskurses werden und ihre Stimme gehört wird. Unser Grundgesetz sieht die gleiche Chance für alle zwar vor, wir müssen uns aber stetig um die Realisierung dieses Versprechens bemühen. 

Sie wohnen seit vielen Jahren in Berlin. Wäre ein Umzug ins Grüne in die Vorstadt auch für Sie denkbar?

Auf jeden Fall, ich habe auch schon eine Art Garten im Grünen und bin da sehr regelmäßig. Die Natur ist mein liebster Rückzugsort. 

Sie sind Grimme-Preisträgerin, haben ein Theaterstück geschrieben und als Regisseurin einen Dokumentarfilm über das Gefängnis im Iran umgesetzt, indem Sie geboren wurden. Was sind Ihre nächsten Projekte?

Ich schreibe zurzeit an meinem neuen Kinofilm und werde hoffentlich bei einer zweiten Staffel von "Doppelhaushälfte" als Regisseurin auch hinter der Kamera arbeiten. 

Die Fragen stellte Claudia Burau.

Vier Fragen an Benito Bause

Was hat Ihnen an den Drehbüchern von "Doppelhaushälfte" gefallen, und was können die Zuschauer von Ihnen in der Rolle des Theo erwarten?

Mich hat an den Drehbüchern fasziniert, dass sie meinen Humor gut getroffen haben. Es ist bei mir im Prozess des Lesens selten der Fall, dass ich allein zu Hause sitze und laut lachen muss. Die Zuschauer*innen können sich auf einen ewig suchenden, unverbesserlichen  Optimisten freuen.

In "Doppelhaushälfte" beweisen Sie ein großes komödiantisches Talent, besonders in den Szenen mit Milan Peschel. Gibt es eine Situation am Set, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?

In der Folge "Meditation" gab es eine Situation, in der wir alle beisammen im Wohnzimmer auf der Couch saßen und uns gegenseitig aus den Figuren raus imitierten – aus therapeutischen Gründen selbstverständlich. Ich sollte als Theo die Tracy geben, und es wäre mir als Benito schon schwergefallen, den Berliner Dialekt von Tracy nachzumachen. Als Theo aber wurde es eher eine Mischung aus Hessisch und Kauderwelsch – das war ein Moment, bei dem Maryam Zaree und Minh-Khai Phan Thi aus dem Lachen nicht mehr rauskamen und wir pausieren mussten. Ich muss jetzt gerade wieder lachen, wenn ich dran denke.

In einem Interview wurden Sie zitiert, dass es mehr Vielfalt im Fernsehen brauche. Erfüllt "Doppelhaushälfte" diese Forderung?

"Doppelhaushälfte" erfüllt diese Anforderung nicht nur, sondern übertrifft sie in hohem Maße, wenn ich diese Arbeit mit dem meisten vergleiche, was sonst im deutschen Fernsehen läuft. Hier haben wir Diversität auf allen Ebenen: Regie, Drehbuch, Schauspiel und andere Departments vor und hinter der Kamera. Das ist großartig. Am Set habe ich mich sehr wohl gefühlt, die Diskriminierungssensibilität der Regisseur*innen war schon bei den ersten Proben und Lesungen spürbar. Das ist etwas Besonderes. Ich bin sehr glücklich darüber, an diesem Projekt teilhaben zu dürfen. 

In einer Folge stehen Sie mit einer Band auf der Bühne und singen. Gibt es geplante Projekte im Musikbereich?

Die Band, mit der ich auf der Bühne stehe, besteht aus sehr guten und langjährigen Freunden aus Hannover. Mit eben denselben bin ich gerade dabei, an Arrangements für die ersten Songs zu arbeiten, die ich Ende des Jahres veröffentlichen werde. 

Die Fragen stellte Claudia Burau.

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