Moderieren im Wechsel "heute – in Europa": Jasmin Hekmati, Julia Theres Held und Andreas Klinner. Foto: ZDF/Jana Kay
Moderieren im Wechsel "heute – in Europa": Jasmin Hekmati, Julia Theres Held und Andreas Klinner. Foto: ZDF/Jana Kay

"heute – in Europa"

Das werktägliche Europamagazin im ZDF

Seit 20 Jahren berichtet "heute – in Europa", montags bis freitags um 16.00 Uhr, über das Nachrichtengeschehen mit Schwerpunkt auf die europäischen Länder. Das einzige werktägliche Europamagazin im deutschen Fernsehen startete am 12. April 1999 im ZDF.  

  • ZDF, Freitag, 12. April 2019, 16.00 Uhr / montags bis freitags um 16.00 Uhr
  • ZDF Mediathek, montags bis freitags

Texte

Sendetermin und Stab

montags bis freitags 16.00 Uhr im ZDF

heute – in Europa

Moderation: Andreas Klinner, Jasmin Hekmati, Julia Theres Held (im Wechsel)

Produktion: ZDF
Redaktion: Sabine Räpple
Länge: ca. 14 Minuten

"Das Informationsinteresse richtet sich über die nationalen Grenzen hinaus"
Statement von ZDF-Chefredakteur Peter Frey

"20 Jahre 'heute – in Europa' steht für eine ganz besondere Erfolgsgeschichte: Die Sendung widerlegt jeden Werktag diejenigen, die immer behauptet haben oder noch behaupten, Europapolitik lasse sich nur schwer vermitteln. Zweieinhalb Millionen Zuschauer, die nachmittags um 16.00 Uhr regelmäßig im ZDF dabei sind, wenn aus allen Ländern unseres Kontinents berichtet wird, belegen eindrucksvoll: Europa liegt den Menschen hierzulande am Herzen – ihr Informationsinteresse richtet sich verlässlich über die nationalen Grenzen hinaus." 

ZDF-Chefredakteur Peter Frey 

"Umfassend und verlässlich informieren"
Statement von ZDF-Politikchef Matthias Fornoff

"Markenzeichen von 'heute – in Europa' sind die Reportagen unserer Auslandskorrespondenten. Blicke über den Tellerrand: Was machen unsere Nachbarn anders, vielleicht sogar besser? Informationen über Politik, Gesellschaft, über die großen Themen, die uns alle bewegen und die doch ganz unterschiedlich gesehen und behandelt werden. Reisen bildet, 'heute – in Europa' auch. Der Brexit steht vor der Tür, danach die Europawahl. Gerade mit dem Erstarken von populistischen Parteien spüren jetzt viele, dass es wirklich um was geht. 'heute – in Europa' wird am Ball bleiben, umfassend und verlässlich informieren, wie seit 20 Jahren."

Matthias Fornoff, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Politik und Zeitgeschehen

"Unser Europabegriff geht über die EU hinaus"
"heute – in Europa"-Redaktionsleiterin Sabine Räpple und Moderatorin Jasmin Hekmati im Gespräch

Was gab vor 20 Jahren den Ausschlag, die werktägliche Sendung "heute – in Europa" zu starten: die Themenvielfalt abzubilden, die der Kontinent bietet, oder den europäischen Gedanke zu stärken und zu zeigen, was die Menschen auf dem Kontinent verbindet?

Sabine Räpple: Der europäische Gedanke schwang insofern mit, als erkannt wurde: Die europäische Integration wird immer wichtiger. Als wir vor 20 Jahren mit "heute – in Europa" anfingen, ging es weniger um das europapolitische Geschehen in Brüssel als darum, Europa intensiver zu entdecken. Unsere Korrespondenten konnten in der neuen Sendung Reportagen aus Ländern wie Bulgarien, Rumänien, Polen, Italien und Spanien unterbringen, für die in den Hauptnachrichtensendungen kein Platz war. Politik war damals noch sehr innenpolitisch geprägt – das neue Format bot unseren Korrespondenten nun den Raum, Europa in seinen vielen Facetten zu beleuchten und auch über den Alltag unserer europäischen Nachbarn zu berichten. Mittlerweile ist „heute in Europa“ gar nicht mehr wegzudenken, aber als die Sendung im April 1999 von Peter Frey und Susanne Biedenkopf gegründet wurde, sahen viele schon das baldige Ende. Schließlich hieß es stets: Mit Europa kann man keine Quote machen – na ja, mit einem Marktanteil von 22 Prozent und ca. 2,5 Millionen Zuschauern ist das Gegeneiteil bewiesen.

Jasmin Hekmati: Dass "heute – in Europa" immer von der europäischen Tagesaktualität mitbestimmt wird, zeigt schon der Rückblick in die Startwoche von "heute – in Europa" im April 1999: Damals stand die Kosovo-Krise im Fokus, die daraus resultierende Situation der Flüchtlinge und die Auswirkungen der Krise auf die Wirtschaft in Griechenland.

Demnach war und ist das einzige aktuelle werktägliche Europamagazin im deutschen Fernsehen nicht zuvörderst darauf ausgerichtet, Entwicklungen in der Europäischen Union darzustellen?

Sabine Räpple: Für uns war von Anfang an ein Europabegriff maßgeblich, der weit über die EU hinausgeht. Natürlich gehört auch die Berichterstattung aus Brüssel und aus dem Straßburger Parlament dazu. Doch wir haben gerade in den Anfangsjahren vielfach aus den osteuropäischen Ländern berichtet, die es in die EU zog. Und auch heute ist Europa mehr als die Union.

Jasmin Hekmati: Wichtig ist uns auch der unterschiedliche Blick auf dieses gemeinsame Europa. Also die Frage: Wie schauen die Menschen in den verschiedenen Ländern auf die EU? Was erwarten zum Beispiel die Polen und was die Italiener von einem vereinten Europa und wie unterschiedlich ist der europäische Gedanken eigentlich ausgeprägt?

Blicken wir mal auf die Europawahl vor fünf Jahren zurück: Was hat sich denn seitdem verändert?

Sabine Räpple: Vor fünf Jahren waren in Europa noch nicht so viele Populisten in Regierungsverantwortung. Auch deswegen sprechen viele in diesem Jahr von einer Schicksalswahl: Nach aktuellen Umfragen ist davon auszugehen, dass die Populisten im künftigen Parlament so stark sein werden, dass sie eine geordnete Parlamentsarbeit deutlich erschweren können. Ebenso erwarten viele, dass nach der diesjährigen Europawahl die beiden großen Fraktionen der europäischen Christdemokraten und der europäischen Sozialdemokraten bei weitem nicht mehr so stark sein werden wie in den vergangenen Jahren. Aufgrund des Aufschwungs der populistischen Parteien geht es jetzt vorrangig um die Frage: Wie können demokratische Werte verteidigt werden? Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit sind heute in einem ganz anderen Maße in der Diskussion als vor fünf Jahren.

Jasmin Hekmati: Vor fünf Jahren konnte man davon ausgehen, dass alle, die in der EU mitmachen, dies auf der Grundlage der europäischen Werte tun. Heute ist das mit Blick auf Entwicklungen etwa in Ungarn und Polen keine Selbstverständlichkeit mehr.

"heute – in Europa“ berichtet von montags bis freitags um 16.00 Uhr aus diesem aufgewühlten Europa. Was sind denn Anlässe, bei denen "heute – in Europa" das Studio in Mainz verlässt und mit den Moderatoren vor Ort die Stimmung erkundet?

Jasmin Hekmati: Allgemein gesprochen: Wenn wir uns einem Thema umfassend widmen wollen, bei dem die Moderation im direkten Kontakt mit den Menschen vor Ort einen Mehrwert für unsere Berichterstattung ergibt. Bei unserer monothematischen Sendung zum Brexit wurde das offensichtlich: Die Bereitschaft über die Ablehnung gegenüber Europa zu sprechen, war vor Ort in Großbritannien sehr groß.

Sabine Räpple: Beim Referendum der Katalanen waren wir in Barcelona präsent, bei den Wahlen in Italien sind wir ebenfalls mit unserer Sendung vor Ort gewesen, ebenso bei der UN-Klimakonferenz in Kattowitz. Bei der konstituierenden Sitzung des Europäischen Parlaments nach der zurückliegenden Wahl haben wir ebenfalls direkt vor Ort gesendet. Und als 2016 die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich stattfand, kam eine „heute – in Europa“-Ausgabe von dort. Wir nutzen dabei immer die Gelegenheit, mit anderen Sendungen zu kooperieren: Wenn die ZDF_Sportredaktion von der EM berichtet oder das „heute-journal“ vom Brexit, nutzen wir deren Sets gerne mit.

Und welche Rolle hat das ZDF-Studio in Brüssel für die "heute – in Europa"-Berichterstattung?

Sabine Räpple: Wir bekommen zahlreiche Beiträge aus unserem Studio in Brüssel – und es sind in den vergangenen Jahren immer mehr geworden, weil die Entscheidungen in Brüssel relevanter wurden. Aber wir arbeiten auch mit allen anderen europäischen Studios intensiv zusammen. Zudem schauen wir auch gelegentlich über den Kontinent hinaus – etwa, wenn es um Europas Rolle in der Welt geht, um die transatlantischen Beziehungen oder um ein Thema wie Antisemitismus.

Jasmin Hekmati: Ein besonderes Markenzeichen unserer Sendung ist die vergleichende Berichterstattung: Wie gehen eigentlich die Nachbarstaaten mit Themen wie Rente, Altersarmut, Kinderbetreuung, Dieselkrise um? Wie werden in anderen Ländern die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme gehandhabt, die auch uns in Deutschland beschäftigen?

Mit Blick auf die Europawahl im Mai: Welche Themen werden sie in den kommenden Wochen aufgreifen?

Sabine Räpple: Mit Blick auf die sozialpolitischen Themen werden wir auf jeden Fall die Jugendarbeitslosigkeit im Süden Europas aufgreifen, auch insgesamt das Thema Migration von Arbeitskräften: Wo finden junge Menschen heute Arbeit in Europa. Ein anderes Thema, dass für die junge Generation immer wichtiger wird: die Klima- und Umweltpolitik. Doch auch die klassischen Themen behalten wir im Blick: Wieviel Macht darf Brüssel haben, wieviel Bürokratie, was kann ich besser auf nationaler Ebene leisten, was besser auf europäischer. Der Brexit ist ein Riesenthema, die Zentrifugalkräfte in Europa: was hält uns zusammen und wo dividieren wir uns auseinander.

Werden Sie in der "heute – in Europa"-Jubiläumssendung am Freitag, 12. April 2019, 16.00 Uhr im ZDF nur tagesaktuell berichten oder auch einen kleinen Senderückblick wagen?

Jasmin Hekmati: Tatsächlich wollen wir in der Jubiläumssendung der Frage nachgehen: Wie hat sich der Blick auf Europa in den vergangenen 20 Jahren verändert? Und das werden wir natürlich auch daran zeigen, wie sich unsere Berichterstattung in diesen zwei Jahrzehnten gewandelt hat.

Und wie würden Sie selbst auf die Frage antworten, die am 21. Mai 2019 eine Live-Sendung im ZDF stellt: Wie geht’s Europa?

Sabine Räpple: Europa ist in einer schwierigen Situation, weil die nationalstaatlichen Egoismen wieder stärker geworden sind. Gerade mit Blick auf die Entwicklungen in den USA, in China und Russland muss sich Europa erneut fragen: Für welche Werte lohnt sich der Einsatz?

Mit Sabine Räpple und Jasmin Hekmati sprach Thomas Hagedorn

"Das, was den Kontinent ausmacht"
Drei Fragen an "heute – in Europa"-Moderator Andreas Klinner

Wie charakterisieren Sie "heute – in Europa"?

15 Minuten Europa – aktuell, politisch, aber auch bunt und unterhaltsam. Eben das, was den Kontinent ausmacht. Diese unglaubliche Vielfalt jeden Tag aufs Neue darstellen zu dürfen, ist wirklich ein Privileg. Und selbst nach so vielen Jahren macht es immer noch riesig Spaß.

Was ist Ihnen aus Ihren 16 Jahren als "heute – in Europa"-Moderator besonders in Erinnerung geblieben?

Vor allem natürlich die Sendungen, die wir "vor Ort", also außerhalb des Mainzer Studios, produziert haben. Etwa aus den europäischen Kulturhauptstädten Pecs und Tallinn, von Wahlen in London und Paris, Land-und-Leute-Reisen durch Ungarn und Polen. Und auch sehr spannend: "heute – in Europa" aus Rom über die Papst-Wahlen 2005 und 2013. 

Welche Bedeutung hat das Jubiläum just in einer Phase, in der unklar ist, wohin sich Europa entwickelt?

Das Jubiläum ist ein guter Anlass, sich darauf zu besinnen, was Europa in den vergangenen zwei Jahrzehnten erreicht hat. Man denke nur an den Euro und den Beitritt der Osteuropäer zur Europäischen Union. Brexit, Populismus und Nationalismus sollten uns Ansporn sein, auch die positiven Seiten der europäischen Integration (Frieden, Wohlstand, Interessenausgleich) immer wieder herauszustellen. Diese Errungenschaften dürfen wir bei aller kritischen Berichterstattung über nationale Regierungen und EU-Institutionen nicht aus den Augen verlieren.

Interview: Thomas Hagedorn

"Die große Vielfalt der Themen"
Drei Fragen an "heute – in Europa"-Moderatorin Julia Theres Held

Was ist Ihnen aus den vergangenen bald sieben Jahren, in denen Sie "heute – in Europa" moderieren, besonders in Erinnerung geblieben? 

Vermutlich der Brexit – leider. Wir waren damals bei der Abstimmung in London – und die Fahrt mit der tube an dem Morgen danach: Alle haben fassungslos auf ihre Handys gestarrt. Keiner konnte glauben, was da passiert war. Das war wirklich ein Moment, der auch unser ganzes Team sehr bewegt hat – und von da an natürlich die komplette Berichterstattung in "heute – in Europa" verändert hat.

Welche europapolitischen Themen waren demnach zu Ihrem "heute – in Europa"-Start 2012 bestimmend und welche prägen die kommenden Monate? 

Wir haben 2013 eine Serie zum EU-Beitritt aus Kroatien gemacht – das ist gerade mal sechs Jahre her. Und damals haben uns alle erzählt, wie sehr sie hoffen, dass durch die EU-Mitgliedschaft alles besser wird. Vielleicht haben wir uns in unserer Berichterstattung damals zu sehr von diesem positiven Grund-Tenor anstecken lassen. Jetzt, mit dem Brexit, müssen wir aufpassen, dass uns nicht das Gegenteil passiert.

Was mögen Sie an dem Format "heute – in Europa" besonders?

Natürlich die große Vielfalt an Themen. Und dass wir es jeden Tag schaffen, so unglaublich viele Menschen für ein Thema zu begeistern, von dem ich seit der Journalistenschule höre, dass man damit keinen Zuschauer vor den Fernseher locken kann.

Interview: Thomas Hagedorn

Moderatorinnen und Moderatoren von "heute – in Europa"

Aktuelle Moderator(inn)en:

Andreas Klinner (von 2001 bis 2005, seit 2007)

Jasmin Hekmati (seit 2009)

Julia Theres Held (seit 2012)

Antje Pieper (vertretungsweise seit 2014)

 

Ehemalige Moderatorinnen und Moderatoren:

Kristina Hansen (1999 bis 2000)

Peter Kunz (1999 bis 2000)

Carsten Thurau (1999 bis 2001)

Hülya Özkan (2001 bis 2012)

Andreas Wunn (2005 bis 2007)

Andrea Gries (vertretungsweise 2006 bis 2016)

Natalie Steger (vertretungsweise 2013 bis 2014)

 

Redaktionsleitung:

Susanne Biedenkopf-Kürten (1999 bis 2014)

Sabine Räpple (seit 2014)

Link zu den Biografien der "heute – in Europa"-Moderator(inn)en

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/heuteineuropa

Weitere Informationen

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Presse und Information
Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
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Ansprechpartner

Name: Thomas Hagedorn
E-Mail: hagedorn.t@zdf.de
Telefon: 06131/7013802