Copyright: ZDF/ [F] Joe Alblas / [M] Design by TEA Entertain
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In 80 Tagen um die Welt

Abenteuerserie frei nach dem Klassiker von Jules Verne

Das zweite Projekt der European Alliance, der öffentlich-rechtlichen Koproduktionsallianz zwischen ZDF, France Télévisons und RAI: Das ZDF zeigt "In 80 Tagen um die Welt" kurz vor Weihnachten. Die achtteilige Abenteuerserie frei nach dem Roman von Jules Verne interpretiert den Klassiker auf moderne Weise. London, 1872: Der englische Gentleman Phileas Fogg (David Tennant) will gemeinsam mit seinem Butler Jean Passepartout (Ibrahim Koma) in 80 Tagen um die Welt reisen. Begleitet werden die beiden von der ehrgeizigen Journalistin Abigail "Fix" Fortescue (Leonie Benesch), die darauf hofft, einen Scoop landen zu können.

  • ZDF, Ab 21. Dezember 2021, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab 11. Dezember 2021, 10.00 Uhr

    Texte

    Ein Highlight zu Weihnachten

    Nur wer sich ändert, bleibt sich treu, heißt es oft.

    Unsere Interpretation des Jules Verne-Klassikers ist anders: Eine der schönsten Abenteuer-Reisen der Weltliteratur erstmals als europäisch koproduzierte Serie, erstmals mit einer weiblichen Hauptrolle, erstmals in einer zeitgemäßen Umsetzung, die den historischen Stoff nicht verrät, und ihm dennoch Aktualität im Hier und Jetzt verleiht.

    Ihre Modernität liegt vor allem in der Anlage und Entwicklung der zentralen Charaktere: Phileas Fogg ist alles andere als ein eitler Beau oder genialer Alleskönner, er ist ein sensibler, humorvoller Mann, der mit gravierenden Selbstzweifeln zu kämpfen hat. Sein Diener Jean Passepartout tritt heraus aus dem Schattendasein eines in der Vergangenheit allzu oft auf das Exotische reduzierten Sidekicks. Besonders stolz sind wir auf die Figur der jungen Reporterin Abigail "Fix" Fortescue: Wir haben diese weibliche Hauptrolle ganz neu in die Geschichte hineingeschmuggelt. Unerschrocken geht sie ihren Weg in einer männlich dominierten Welt, so dass sich auch mehr als 100 Jahre später junge Frauen in dieser Abigail Fix wiederfinden können.

    Mit unserer Version von "In 80 Tagen um die Welt" zeigen wir, wie Menschen aneinander wachsen durch die Kraft einer lebendigen Freundschaft über alle Identitäts- und Ländergrenzen hinaus – einer Freundschaft die den Rassismen und Sexismen der damaligen wie auch unserer Zeit eine klare Abfuhr erteilt.

    "In 80 Tagen um die Welt" knüpft so in vielerlei Hinsicht an die große Tradition der Weihnachtsserien im ZDF an. Öffentlich-rechtliche Unterhaltung für die ganze Familie im besten Sinne – witzig, dramatisch, ohne falsche Kompromisse.

    Mit dem Weihnachts-Highlight "In 80 Tagen um die Welt" geht im Jahr 2021 die nächste herausragende Produktion der European Alliance an den Start. Seit drei Jahren arbeiten ZDF, France Télévisions und RAI erfolgreich in dieser Kooperation zusammen, um hochwertige europäische Fiktion auf einer globalen Bühne präsentieren und den Zuschauern ein größeres Serienangebot mit einem internationalen Cast bieten zu können.

    Den Auftakt der gemeinsamen Arbeit bildete im Jahr 2020 die erfolgreiche sechsteilige Thriller-Serie "Mirage – Gefährliche Lügen". Wir sind sehr stolz, dass wir mit diesem zweiten Projekt der öffentlich-rechtlichen Koproduktions-Allianz – unserer Interpretation einer der berühmtesten Abenteuer-Reisen der Weltliteratur – den Zuschauerinnen und Zuschauern gerade zur Weihnachtszeit ein echtes Glanzstück in die heimischen Wohnzimmer bringen können.

    Simone Emmelius
    Hauptredaktionsleitung Internationale Fiktion

    Stab, Besetzung, allgemeiner Inhalt

    Free-TV-Premiere

    Drehbuch          Ashley Pharoah (1,2,3,4,5,8), Caleb Ransom (1),
    Claire Downes, Start Lane, Ian Jarvis (4),
    Jessica Ruston (5), Peter McKenna (6), 
    Stephen Greenhorn (7)
    Ideengeber     Ashley Pharoah, Caleb Ransom
    Regie       Steve Barron (1,2,3,4,8), Brian Kelly (5,6), Charles Beeson (7)
    Kamera      Alvaro Gutiérrez (1-3,8), Manoel C. Ferreira (4-7)
    Schnitt      Anita Roth, Walter Mauriot, Jean-François Elle, Olivier Gajan,
    Yann Malcor, Amelie Massoutier
    Musik     Hans Zimmer, Christian Lundberg, Russell Emmanuel
    Szenenbild   Sebastian Krawinkel
    Kostüme      Kate Carin
    Producer       Peter McAleese
    Produzenten       Simon Crawford-Collins, Pascal Breton, Lionel Uzan, Winnie Serite
    Redaktion     Simone Emmelius, Frank Seyberth, Maik Platzen
    Länge       acht x ca. 45 Minuten

     

    Eine Produktion der Slim Film + Television/Federation Entertainment. Eine France Télévision, ZDF und RAI Serie in Koproduktion mit Peu Communications (South Africa), Masterpiece/PBS (U.S.), und Be-Films and RTBF (Belgium).

     

    Die Rollen und ihre Darsteller*innen

    Phileas Fogg   David Tennant
    Passepartout     Ibrahim Koma
    Abigail "Fix" Fortescue      Leonie Benesch
    Bernard Fortescue      Jason Watkins
    Nyle Bellamy     Peter Sullivan
    Thomas Kneedling      Anthony Flanagan
    und andere 

     

    Allgemeiner Inhalt

    London, 1872. Die Welt des Phileas Fogg wird erschüttert von der Postkarte einer alten Liebe, auf der nur das Wort "Feigling" steht. Noch am selben Tag lässt sich der wohlhabende britische Gentleman auf eine fast unmögliche Wette ein – die Welt in höchstens 80 Tagen zu umrunden. Als Mann, der die letzten zwanzig Jahre in einem bequemen Ledersessel im altehrwürdigen Londoner Upper Class-Salon "Reform Club" verbracht hat, benötigt Fogg dazu jede Widerstandskraft, die er auftreiben kann. Ohne die Unterstützung des schlagfertigen und geistesgegenwärtigen Franzosen Passepartout wäre er wohl von Anfang an verloren. Mit den beiden unterwegs ist außerdem die junge Journalistin Abigail Fix, deren Text über die aufregenden neuen Möglichkeiten des Reisens im "Daily Telegraph" Fogg überhaupt erst auf diese verrückte Idee gebracht hat.

    "In 80 Tagen um die Welt" ist zugleich romantische Reise und ein Feuerwerk an Abenteuern. Im Laufe der Serie erleben Fogg, Fix und Passepartout die Bedeutung von Vertrauen, Toleranz und Offenheit. Und die Kraft der Liebe. Wenn das Trio auf neue Kulturen und Lebensweisen trifft, müssen alle drei den Mut finden, jeweils die beste Version ihrer Selbst zu sein. Diesen drei grundverschiedenen Typen und beschädigten Seelen, die England auf ihrer außergewöhnlichen Mission verlassen, öffnen die Herausforderungen und die Menschen, denen sie begegnen, für immer die Augen.

    Sendetermine, die weitere Besetzung und Kurzinhalte der Folgen

    Folge 1 (Dienstag, 21. Dezember 2021, 20.15 Uhr)

    Die weiteren Rollen und ihre Darsteller*innen

    Gerard    Loïc Djani
    Lome       André Penvern
    Grayson      Richard Wilson
    und andere

    London, 1872: Phileas Fogg liest in der Zeitung, dass es neuerdings möglich sei, die Welt in 80 Tagen zu umrunden. Er wagt die Wette gegen seinen alten Schulfreund Bellamy, dass er dies angesichts neuer globaler Verkehrswege schaffe. Jean Passepartout als Diener und Abigail Fix als rasende Reporterin begleiten ihn. Pünktlich zu Weihnachten wollen sie zurück sein. Zum Start geht es mit der Fähre nach Frankreich mit dem Ziel Paris.

     

    Folge 2 (Dienstag, 21. Dezember 2021, 21.00 Uhr)

    Die weiteren Rollen und ihre Darsteller*innen

    Niccolo Moretti     Giovanni Scifoni
    Alberto Moretti      Christian de Vegori
    Bankmanager Hughes      Jeff Rawle
    Marco        Simone Coppo
    und andere

    Italien: Auf einer Zugfahrt quer durch das Land stürzt Signore Moretti, ein eitler Geschäftsmann, der alles Visionäre verachtet, Phileas Fogg in ernste Selbstzweifel. Doch als sich Morettis Sohn Alberto an Bord schwer verletzt, wächst Fogg über sich hinaus und wird zum Retter in der Not: Er navigiert den Zug über eine zerstörte Brücke, um den Jungen ins nächste Krankenhaus bringen zu können.

     

    Folge 3 (Sonntag, 21. Dezember 2021, 21.45 Uhr)

    Die weiteren Rollen und ihre Darsteller*innen

    Jane Digby     Lindsay Duncan
    Scheich Medjuel al Mezrab      Faical Elkihel
    und andere

    Al-Hudaida im Jemen: Fogg und Passepartout wollen die Wüste durchqueren, um nach Aden zu gelangen. Sie lassen Abigail Fix zurück, der sie den Trip nicht zutrauen. Doch von ihrem Guide bestohlen und verlassen, droht Fogg und Passepartout in der Wüste ein qualvoller Tod – wäre da nicht Abigail Fix: Sie überredet zwischenzeitlich Jane Digby, eine Exil-Britin mit zweifelhaftem Ruf, sie durch die Wüste zu führen, auf Foggs und Passepartouts Spuren. 

     

    Folge 4 (Dienstag, 21. Dezember 2021, 21.45 Uhr)

    Die weiteren Rollen und ihre Darsteller*innen

    Aouda    Shivani Ghai
    Lieutenant Bathurst      Charlie Hamblett
    Samanaz     Rizelle Januk
    Arjan    Kiroshan Naidoo
    und andere

    Indien: Fogg, Fix und Passepartout sind Gäste einer Hochzeit. Die Stimmung kippt, als die britisch-indische Armee die Hochzeit von Arjan und Samanaz sprengt und den Bräutigam wegen Fahnenflucht verhaftet. Fogg soll mit dem britischen Offizier reden. Kurz zuvor jedoch hatte Passepartout ihm heimlich ein Nervengift verabreicht – mit ungeahnten Folgen.

     

    Folge 5 (Mittwoch, 22. Dezember 2021, 22.15 Uhr)

    Die weiteren Rollen und ihre Darsteller*innen

    Lady Clemency Rowbotham     Victoria Smurfit 
    Sir Henry Rowbotham     Patrick Kennedy
    Jiang Lei       Thomas Chaanhing
    und andere    

    Hongkong: Die Bank vor Ort weigert sich, Fogg Geld auszuzahlen. Um dennoch welches aufzutreiben, besucht Passepartout einen Gangsterboss, für den er früher bereits gearbeitet hatte. Dieser möchte den weißen Jadedrachen zurückhaben, ein Amulett, das einst seinen Vorfahren gehörte und sich inzwischen im Besitz des britischen Gouverneurs befindet. Passepartout soll die Frau des Gouverneurs bestehlen.

     

    Folge 6 (Mittwoch, 22. Dezember 2021, 23.10 Uhr)

    Fogg, Fix und Passepartout sind auf einer einsamen Insel gestrandet. Außer sich vor Zorn angesichts von Passepartouts Geständnis, die Reise sabotiert zu haben, versucht Phileas Fogg ein Floß zu bauen, um die Insel gemeinsam mit Abigail Fix zu verlassen. Gleichzeitig wird Fix sich ihrer zärtlichen Gefühle für Passepartout bewusst.

    Folge 7 (Donnerstag, 23. Dezember 2021, 22.15 Uhr)

    Die weiteren Rollen und ihre Darsteller*innen

    Bass Reeves      Gary Beadle
    Ambrose Abernathy    John Light
    Sally     Elena Saurel
    Robinson      Oliver Hembrough
    und andere

    In ihrer Kutsche durch den Wilden Westen sehen sich Fogg, Fix und Passepartout einem afroamerikanischen Sheriff und seinem Gefangenen gegenüber, einem Anführer des rassistischen Ku-Klux-Klans.

    Bass Reeves war einst ein Sklave, doch nach dem amerikanischen Bürgerkrieg ist er der erste schwarze Sheriff im amerikanischen Westen. Er will Abernathy, einen Anführer des Ku-Klux-Klans, vor Gericht stellen. Dieser versucht, Fogg gegen Passepartout aufzuwiegeln.

     

    Folge 8 (Donnerstag, 23. Dezember 2021, 23.10 Uhr)

    Die weiteren Rollen und ihre Darsteller*innen

    Estella  Dolly   Wells
    Grayson      Richard Wilson
    Schurke       Ty Tennant
    und andere

    New York: Phileas Fogg begegnet seiner großen Liebe Estella wieder, und all sein Ehrgeiz, die Wette zu gewinnen, scheint plötzlich dahin. Zu groß ist Foggs Schmerz über die verpasste Chance eines erfüllten, aufregenden Lebens an Estellas Seite. Doch diese überzeugt Fogg von der Bedeutung seiner Wette und in letzter Sekunde kehrt er mit Fix und Passepartout nach London zurück.

    Die Rollenprofile

    Phileas Fogg
    (David Tennant)

    Phileas Fogg, ein viktorianischer Gentleman, verbringt jeden Tag im "Reform Club" mit seinen alten Schulfreunden Bernard Fortescue und Nyle Bellamy. Jeden Tag derselbe Sessel, und die gleiche sogenannte braune Windsor-Suppe. Nach außen hin genießt Fogg die Geborgenheit der Konformität, innerlich wird er von ihr erdrückt. In der Privatsphäre seines Hauses verschlingt Fogg Geschichten von Erfindern und Entdeckern und träumt davon, die Welt zu sehen, aber er wird durch großes mangelndes Selbstvertrauen und Einsamkeit zurückgehalten.

    Als eine Postkarte in seinem Haus in Mayfair eintrifft, steht darauf schlicht: Feigling. Fogg ist zunächst erschüttert, doch kurz darauf im "Reform Club" fasst er den Mut der Verzweiflung: Er liest in der Zeitung, es sei neuerdings möglich, die Welt in 80 Tagen zu umrunden und er verkündet kurzerhand, dass er den Beweis antreten wolle.

    Die Frage ist, ob ein Mann, der so naiv ist, was die Welt angeht, und dem es dermaßen an Selbstwertgefühl mangelt, auch nur den Hauch einer Chance hat, dieses außergewöhnliche Abenteuer zu bestehen und die Wette zu gewinnen.

    Passepartou
    (Ibrahim Koma)

    Jean Passepartout ist ein rastloser, mit allen Wassern gewaschener Drifter. Er ist schlagfertig, mutig und bildet sich ein, genau zu wissen, wie die Welt funktioniert – schließlich hat er schon genug davon gesehen. Und sobald ihm die Situation zu heiß wird, rennt er davon. So kommt es auch, dass Passepartout überhaupt zu Foggs Kammerdiener wird. Es ist definitiv an der Zeit für Passepartout, London zu verlassen. Was käme da gelegener als eine Weltreise?

    Passepartouts Unfähigkeit, sich festzulegen, sei es sich selbst oder anderen gegenüber, ist seine Art, sich vor Enttäuschung und Schmerz zu schützen. Denn anders als Fogg und ihre Reisegefährtin Abigail Fix hat Passepartout ein Leben voller Konflikte und zeitweise auch voller Armut geführt. Im Laufe der Reise jedoch wird Passepartouts allzu lange unterdrückte Fähigkeit zur Loyalität wiedererweckt. Ihm wird klar, dass an Fogg und Fix mehr dran ist als der goldene Löffel im Mund, mit dem sie geboren wurden.

    Abigail Fix
    (Leonie Benesch)

    Abigail Fix, eine der wenigen weiblichen Korrespondentinnen des "Daily Telegraph", ist eine Vollblutjournalistin, durch deren Adern Zeitungstinte zu fließen scheint. Sie sehnt sich danach, sich vor ihrem Vater Bernard Fortescue, dem Herausgeber der Zeitung zu beweisen. Dass ihre Mutter starb, als sie noch ein kleines Mädchen war, hat die Beziehung zu ihrem Vater nur umso inniger werden lassen. Obwohl Fortescue seine geliebte Tochter immer ermutigt hat, sich auf ihre Karriere zu konzentrieren, hat er ihr, dem Zeitgeist entsprechend, die Chancen und die Anerkennung verweigert, die sie verdient.

    Die Möglichkeit, mit Fogg um die Welt zu reisen und seine Reise zu dokumentieren, ist genau die Art von Herausforderung, nach der sich Fix gesehnt hat. Nicht zuletzt wirkt ihr Artikel, erschienen unter männlichem Pseudonym, als Initialzündung für Fogg, die Reise anzutreten. Im starken Kontrast zu ihrer modernen Aufgeschlossenheit, ist ihre Lebenserfahrung relativ begrenzt. So macht sie sich mit den beiden Männern auf den Weg, nur um festzustellen, dass eigentlich alles ganz anders ist als sie es erwartet hat – sowohl die Welt im Allgemeinen als auch Fogg und Passepartout im Besonderen. Und sie lernt, dass es viel wichtigere Dinge im Leben gibt, als den Versuch, ihren Vater zu beeindrucken.

    "Ein Liebesbrief an die Welt"

    Interview mit Ideengeber und Autor Ashley Pharoah

    Was hat Sie an der Figur Phileas Fogg gereizt?

    Er ist eine dieser archetypischen englischen Figuren der Weltliteratur. Ich hatte das Buch seit meiner Kindheit nicht mehr gelesen, also habe ich es wieder zur Hand genommen und fand die Figur des Phileas Fogg immer noch so zugänglich. Es ist eine sehr moderne Geschichte eines sehr gehemmten Mannes, der etwas über sich selbst lernt.

    Worin bestehen Unterschiede zwischen dem Buch und der Serie?

    Der größte Unterschied zwischen dem Buch von Jules Verne und unserer Adaption ist, dass es sich um eine Neuinterpretation des Romans handelt und nicht um eine detailgetreue Verfilmung. In unserer Version kommen alle Themen des Buches - Reisen, Abenteuer und Erlebnisbereitschaft - vor, und wir haben uns diese zu eigen gemacht. 

    Was genau ist an dieser Interpretation eines klassischen Abenteuers anders?

    Uns Autorinnen und Autoren wird immer wieder die Frage gestellt, warum wir zu solch klassischen Texten zurückkehren, und ich denke, unsere Version ist modern und zeitgenössisch. Der wichtigste Faktor beim Schreiben war für mich, die Serie für unsere heutige Welt relevant zu machen. Es gibt so viele Länder und Menschen, die sich von der Welt abschotten, so dass dies eine großartige Gelegenheit war, zu reisen, die Welt zu sehen, verschiedene Kulturen zu erkunden und sie zu umarmen. In diesem Sinne ist sie ein echter Liebesbrief an die Welt.

    Was macht die Figur von Abigail Fix in der Serie aus?

    Fix im Buch und Fix in unserer Serie unterscheiden sich in fast Allem. Beide Figuren haben den gleichen Namen, aber in unserer Version ist Fix eine Journalistin voller Ehrgeiz, Energie, Tatendrang und Leben. Wir wollten, dass sie einen deutlichen Gegensatz zu Foggs "Englishness" und Behäbigkeit darstellt.

    "Die Sets haben wir auf zwei Kontinenten gleichzeitig gebaut"

    Interview mit Set-Designer Sebastian Krawinkel

    Was war für Sie die größte Herausforderung bei dieser Serienproduktion?

    Die größte Herausforderung war nicht die Anzahl der Sets, die für die acht Episoden benötigt wurden, sondern vielmehr die Tatsache, dass wir die Sets auf zwei verschiedenen Kontinenten gleichzeitig gebaut haben. Ich musste zwei Art Departments leiten; eines in Südafrika und eines in Rumänien, und das war eine riesige Herausforderung, da man nicht an zwei Orten gleichzeitig präsent sein kann. Aber wir haben es geschafft, und die Teams, die an dieser Serie mitgewirkt haben, waren fantastisch – ich bin sehr zufrieden mit dem, was wir hier schaffen konnten.

    Worauf kam es beim Bau der einzelnen Sets an?

    Das handwerkliche Können, das in Südafrika zur Verfügung steht, war hervorragend. Es lag in der Natur der Sache, dass wir bereits bestehende Sets auf dem Gelände der Cape Town Film Studios und an verschiedenen Orten in der Stadt nutzten, und auf diese aufbauten. Teilweise mit etwas bereits Bestehendem zu beginnen, führt dazu, dass man mit der Nutzung des vorhandenen Raumes kreativ werden muss. Es ging bei dieser Serie darum, so viele gute, bereits vorhandene Schauplätze wie möglich zu finden und diese in interessante Sets des 19. Jahrhunderts zu verwandeln. Das hat mir an diesem Job gefallen.

    Worauf kam es zum Beispiel beim Bau des Hauptschauplatzes der Hafenstadt Al-Hudaida an?

    Wir recherchierten, wie ein Ort wie Al-Hudaida im Jahr 1872 ausgesehen haben mag. Es handelt sich um eine reale Stadt im Jemen mit ihrem wichtigsten Hafen am Roten Meer. Wir fanden dafür diesen wunderschönen Marktplatz in den Cape Town Film Studios in Südafrika, der bereits für eine andere Serie verwendet worden war. Wir hatten das Glück, dass es bereits eine Menge Architektur gab, die wir nutzen konnten. Vor die größte Herausforderung stellte uns hier aber eine Moschee, die wir auf einen Platz gebaut haben und unter der wir ein großes Haus verschwinden lassen mussten, das nicht der Zeit der Handlung entsprach – weshalb die Moschee für einen so kleinen Platz relativ groß ausfiel.

    Können Sie beschreiben, wie die Farbpalette und das Moodboard für jedes Land entstanden sind?

    Das Farbdesign der Serie entstand durch Gespräche mit Steve Barron über die verschiedenen Farbkonzepte und Landschaften, die unsere Reisenden bei ihrem Abenteuer erleben würden. Er hatte eine klare Vorstellung von der Farbpalette, die er für die Serie haben wollte. Wir haben uns für jedes Land ein Farbthema ausgedacht. Zum Beispiel wollten wir, dass in Al-Hudaida in Arabien alles golden ist, was sich auch in den Hotelzimmern widerspiegelt, wo wir die Wände tatsächlich zunächst in Gold, dann mit verschiedenen Farben überstrichen und dann wieder abgezogen haben, damit das Gold den Lichteinfall je nach Stärke in einer bestimmten Wirkung reflektiert. 

    Für Indien haben wir uns für Senf- und Orangefarben entschieden. Für Hongkong haben wir uns für Weiß entschieden, weil wir dies im gesamten Referenzmaterial aus dieser Zeit gesehen haben. Bei den europäischen Schauplätzen wollte ich vermeiden, die Farben zu cartoonhaft oder fantastisch zu gestalten. Meine Vision war, die Farben eher schmutzig und schlammig darzustellen, um den dunkleren Charakter der Geschichte hervorzuheben. Wir wollten, dass London einfarbig ist, Italien grün und Frankreich blau – eine Farbwahl, die wir konsequent beibehalten haben. Alle Schauplätze wirken also im Wesentlichen alt, schmutzig, schon etwas marode und heruntergekommen, aber es gibt immer einen Hauch von Farbe, um die Episoden unterscheidbar zu machen.

    Welche Sets wurden in Rumänien erstellt?

    Rumänien bot uns ein erstaunliches Art Departement mit hochqualifizierten, unglaublichen Handwerkerinnen und Handwerkern. Außerdem fanden wir in Bukarest und Umgebung großartige Drehorte mit fantastischen alten Gebäuden, die für den Pariser Teil der Reise geeignet waren. Die Architektur in Bukarest ist sehr französisch geprägt, was sich als Glücksfall herausstellte. London zu erschaffen, war eine größere Herausforderung, aber wir hatten das Glück, über großartige Studioeinrichtungen mit riesigen Kulissen zu verfügen, die wir für die Teile der Geschichte in Brindisi, im Wilden Westen und in New York erweitern konnten. Daher habe ich mich sehr gefreut, dort zu drehen.

    "Reisen ist eine großartige Metapher"

    Interview mit Schauspieler David Tennant

    Haben die nicht chronologischen Dreharbeiten zur vielschichtigen Beziehung zwischen Fogg und Passepartout beigetragen?

    Ich mochte es, die Episoden durcheinander zu drehen, weil man so schon früh in die Beziehungen eintauchen konnte, wie sie sich später entwickeln würden. Wir haben ein paar aufwändige Action-Szenen gedreht, und zu den ersten Aufnahmen gehörten eine Szene im Sandsturm und eine Schießerei in der Wüste. Wir mussten in diese Beziehung der Figuren erst richtig reinkommen, und die für diese Szenen notwendige Körperlichkeit hatte dabei geholfen. Als wir mit den Dreharbeiten begannen, haben Fogg und Passepartout Europa bereits hinter sich gelassen und befanden sich dann in fremden Ländern, von denen Fogg nie zu träumen gewagt hatte, umgeben von Kamelen, Wüsten und Dingen, die ihm fremd waren. Von Natur aus kommt er mit dem Unbekannten und Ungewohnten nicht gut zurecht. Er brauchte Passepartout dringend, um durchzuhalten. Es war schön, so zu beginnen, denn man musste mit dieser Beziehung gleich voll durchstarten. Fogg war zu diesem Zeitpunkt der Geschichte absolut auf Passepartout angewiesen.

    Mussten Sie Stunts vorbereiten?

    Fogg ist so schlecht auf seine Reise vorbereitet, dass ich jedes Mal, wenn mir vorgeschlagen wurde, einen Tag auf einem Kamel zu üben, dachte, das sollte ich lieber lassen. Allein schon, um die Authentizität der Figur zu wahren. So ziemlich alles, was mir begegnete, hatte etwas Fremdes an sich, und ich hatte das Gefühl, ich sollte mich einfach darauf einlassen. Wir hatten ein fantastisches Stunt-Team. Und auch, wenn ich immer so viele Stunts selbst machen möchte wie möglich, war ich mir auch bewusst, dass man auf die Expertinnen und Experten hören musste.

    Reisen Sie gerne und welches ist das aufregendste Land, in dem Sie je waren?

    Eines der aufregendsten Dinge am Reisen ist, dass man Kulturen kennenlernt, die ganz anders sind als die, mit denen man vertraut ist. Das ist es, was Fogg auf seiner Reise so berauschend und erschreckend findet. Ich denke, die aufregendsten Momente auf Reisen sind die, wenn man sich ein wenig außerhalb seiner Komfortzone befindet; wenn man das Unbekannte erlebt und wenn man in Welten eintaucht, die sich ganz anders anfühlen als die, die man kennt. Ich glaube, ich war in einer ganzen Reihe davon. Manchmal ist das keine angenehme Erfahrung, aber ich denke, es macht einen zu einem besseren Menschen, vielleicht zu einem anerkennenden und toleranteren Menschen. Das ist ein Prozess, den Fogg in der Geschichte durchlebt. Manchmal sind es genau die weniger angenehmen Reisen, die zeigen, wer man ist.

    Hat die Entstehung dieser Serie Ihre Sicht auf das Reisen verändert?

    Na ja, für die Dreharbeiten zu dieser Serie haben wir eigentlich nur zwei Länder besucht, aber in Rumänien und Südafrika ist uns ein Großteil der Welt begegnet. Wenn die Serie also irgendetwas bewirkt hat, dann, dass sie einen auf Orte aufmerksam macht, an denen man im wirklichen Leben noch nicht war, und den Appetit darauf weckt. Ich war noch nie in Indien, und diejenigen, die dort waren, sprechen oft von einer lebensverändernden Erfahrung. Wir waren bei den Dreharbeiten nie wirklich dort, und nun ist es ein Ort, den ich unbedingt besuchen will. Phileas Fogg hatte das Vereinigte Königreich zuvor noch nie verlassen und sein weitester Weg führte ihn zu einer Hochzeit in Edinburgh. Daher ist diese ganze Reise sowohl eine im buchstäblichen und zugleich im metaphorischen Sinn – um die Möglichkeiten herauszufinden, die das Leben bereithalten kann. Reisen ist eine großartige Metapher und ein großartiger Vermittler dafür. Manchmal müssen wir uns weit von zu Hause entfernen, um zu erfahren, was Heimat bedeutet. Für mich geht es in dieser Geschichte hauptsächlich genau darum.

     Audio-Interview mit Leonie Benesch

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