Copyright: ZDF / Oliver Feist
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Jenseits der Spree

Neue ZDF-Krimiserie

Berlin-Köpenick liegt von der City aus gesehen jenseits der Spree. Hier im Kommissariat findet ein ungewöhnliches Duo zusammen, um Kapitalverbrechen zu lösen: Robert Heffler (Jürgen Vogel) und Kay Freund (Seyneb Saleh).

Die Folge "Blutsbande" bildet den Auftakt der neuen ZDF-Freitagskrimi-Serie, die mit zunächst vier Folgen à 60 Minuten startet.

  • ZDF, Vier Folgen, immer freitags, ab 24. September 2021, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Jeweils eine Woche vor Ausstrahlung ab 10.00 Uhr, bis 7.10.2022

Texte

Neue Impulse von "Jenseits der Spree"
Statement von Redakteurin Nadja Grünewald-Kalkofen und Redakteur Dirk Rademacher

Mit "Jenseits der Spree" wird ein neuer Freitagskrimi etabliert, der die Tradition der bestehenden Formate wahrt, zugleich aber neue Impulse setzt. Im Zentrum der Handlung steht das ungewöhnliche Duo Freund und Heffler: Robert Heffler (Jürgen Vogel), alleinerziehender Vater dreier Töchter, hat sich aus persönlichen Gründen zum Schutz seines Familienlebens vom Kriminaldauerdienst als Disponent nach Köpenick versetzen lassen. Kay Freund (Seyneb Saleh) ist jung, risikobereit, Workaholic und ganz neu in diesem Kommissariat. Aus Personalmangel wird Heffler gebeten, die neue Kriminalhauptkommissarin zu unterstützen. Notgedrungen sagt er zu - ohne das Wissen seiner Töchter. "Jenseits der Spree" steht für modernes, heutiges Programm. Die Serie setzt filmisch frische Akzente durch den noch unverbrauchten Schauplatz Berlin-Köpenick. Der Mix an Charakteren besticht durch den lebendigen, authentischen Umgang miteinander. Humorvolle, emotionale und tiefgründige Geschichten am Puls der Zeit sorgen für spannende Krimiunterhaltung.

Erzählt werden pro Episode abgeschlossene Kriminalfälle mit einer leichten familiären Entwicklungslinie auf der persönlichen Ebene der beiden Hauptfiguren.
Passgenaue Social Media-Inhalte konzentrieren sich auf den familiären Aspekt der Serie, die humoristische Kombination aus dem Hauptcast und den Kinderdarstellerinnen sowie Jürgen Vogel in seiner Rolle als Kriminalhauptkommissar.

Stab, Besetzung, Kurzinhalt

Regie_____Marcus Ulbricht (1+2), Neelesha Barthel (3+4)
Buch_____Felix Benesch (1), Stefan Rogall (2+4), Regine Bielefeldt und Maike Rasch (3)
Kamera_____Ludwig Franz (1+2), Oliver Sander und Jana Lämmerer (3+4)
Schnitt_____Thomas Zachmeier (1+2), Ramin Sabeti (3+4)
Musik_____Mario Lauer (1+2), Hansjörg Kohli (3+4)
Ton_____Matthias Pamperin
Maske_____Milena Britschgi, Irina Schwarz
Kostüm_____Christine Abeln
Austattung_____Michaela Flaig
Produktionsleitung_____Henning Falk
Produzent*innen_____Lasse Scharpen, Darina Seng
Redaktion_____Nadja Grünewald-Kalkofen, Dirk Rademacher
Sendelänge_____4x60 Minuten

Durchgehende Besetzung:
Robert Heffler_____Jürgen Vogel
Kay Freund_____Seyneb Saleh
Katharina Koblinski_____Elisabeth Baulitz
Simon Asmus_____Oleg Tikhomirov
Carlotta Heffler_____Lea Zoë Voss
Stella Heffler_____Luna Jordan
Emmi Heffler_____Bella Bading

Eine Produktion der Studio Zentral im Auftrag von ZDF, SRF und ZDF Enterprises

Inhalt
Robert Heffler ist alleinerziehender Vater dreier Töchter und hat sich aus persönlichen Gründen zum Schutz seines Familienlebens vor drei Jahren vom Kriminaldauerdienst aus einem Brennpunktbezirk nach Berlin-Köpenick als Disponent versetzen lassen. Kay Freund ist jung, risikobereit, Workaholic und ganz neu in diesem Kommissariat. Der erste Fall für das Duo beginnt, als ein unbekannter Toter in der Spree gefunden wird: betäubt, erschlagen und ins Wasser geworfen. Aus Personalmangel wendet sich Dezernatsleiterin Katharina Koblinski (Elisabeth Baulitz) verzweifelt an den ehemaligen Kriminalhauptkommissar Robert Heffler. Sie bittet ihn, die neue Kriminalhauptkommissarin Kay Freund zu unterstützen. Notgedrungen sagt er zu – ohne das Wissen seiner Töchter.  

Über die vier Einzelfolgen: Sendetermine, Episodenbesetzung, Inhalte

ZDF: Freitag, 24. September 2021, 20.15 Uhr
ZDFmediathek: ab Freitag, 17. September 2021, 10.00 Uhr
(1) Jenseits der Spree: Blutsbande

Regie_____Marcus Ulbricht
Buch_____Felix Benesch

Episodenbesetzung:
Tom Köhler_____Florian Stetter
Julia Radenski______Frida-Lovisa Hamann
Elena Jung_____Victoria Schulz
Tafari Bekele_____Toks Körner
Martin Pagel_____Andreas Anke
Richard Köhler_____Rüdiger Joswig

Ein Toter in der Spree – betäubt, erschlagen und ins Wasser geworfen. Verzweifelt wendet sich Dezernatsleiterin Katharina Koblinski an den ehemaligen Kriminalhauptkommissar Robert Heffler. Dieser hat als alleinerziehender Vater sein Leben wegen seiner drei Töchter als Disponent im Innendienst eingerichtet. Doch aus Personalmangel bittet sie ihn, die neue Kriminalhauptkommissarin Kay Freund zu unterstützen. Notgedrungen sagt er zu, ohne das Wissen seiner Töchter. Der erste Fall für das neue Duo beginnt.
Der Tote im Wasser gibt Rätsel auf: Wer ist der Mann? Über eine frisch behandelte Wunde nähern sich Freund und Heffler der Identität des jungen Mannes. Er war erst vor Kurzem nach Deutschland eingereist und hatte illegal in einer Spedition gearbeitet. Traf er hier auch seinen Mörder? Über Elena, eine Angestellte, die sich in den Toten verliebt hatte, stellt sich heraus: Ein Kollege des Toten hat nicht nur krumme Geschäfte gemacht, er war ihr gegenüber auch sexuell übergriffig.

Im Zuge der Ermittlungen findet das Duo zudem heraus, warum der Tote überhaupt nach Deutschland gekommen war. Es entblättert sich eine Geschichte, deren Wurzeln tief in eine ostdeutsche Berliner Familie hineinreichen.
Während sich die Ermittler beruflich annähern, sieht sich Robert Heffler auch mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

 

Freitag, 1. Oktober 2021, 20.15 Uhr
ZDFmediathek: Ab Freitag, 24. September 2021, 10.00 Uhr
(2) Jenseits der Spree: Tunnelblick

Regie_____Marcus Ulbricht
Buch_____Stefan Rogall

Episodenbesetzung:
Tarik Kurt_____Victor Kadam
Miriam Bussow______Clelia Sarto
Devran Alev_____Sohel Altan Gol
Paula Ledowski_____Anna König
Tobias Nolte_____Christian Näthe
Annika Zander_____Samia Chancrin
Mara Alev_____Rosa Wirtz
Björn Lehmann_____Rainer Strecker
Nihal Alev_____Jasmin Shahali

Die junge Mutter Nihal Alev wird tot im Köpenicker Spreetunnel aufgefunden. Ein brutaler Mord: Die Frau wurde noch gewürgt, als sie schon tot war. Wer hatte einen solchen Hass auf das Opfer? Schnell fällt der Verdacht auf Alevs Ex-Mann Devran, mit dem sie immer wieder in Streit geraten ist. Der beteuert allerdings seine Unschuld und kümmert sich sofort um die gemeinsame 5-jährige Tochter Mara.
Den Verdacht geäußert hatten die Erzieherin von Mara, Paula Ledowski, und Nachbarin Annika Zander. Sie ist Leiterin einer Selbsthilfegruppe für Opfer häuslicher Gewalt. Wie sich im Zuge der Ermittlungen herausstellt, war Nihal Angestellte im Bezirksamt Köpenick und hatte erst vor Kurzem Annika Zanders Fördermittel gestrichen. Damit stand deren Existenz auf dem Spiel. Dass sich Annika mittlerweile mit Nihals Kollegen Tobias Nolte trifft, spricht nicht gerade für sie.
Dann steht Devran plötzlich im Kommissariat und bittet um Hilfe. Mara zeichnet mysteriöse Kinderbilder mit einem bedrohlichen Mann. Devran ist überzeugt, dass es sich um den Mörder handeln muss. Sagt er die Wahrheit oder möchte er das Ermittlerduo von sich ablenken, da sein Alibi geplatzt ist? Als das Duo herausfindet, wer der Mann auf Maras Bildern ist, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Gleichzeitig geht es zuhause turbulent bei Ermittler Robert Heffler zu: Seine pubertierende Tochter Emmi führt ihn aus Glatteis und zudem dürfen seine Töchter nichts von seinem Außeneinsatz erfahren.

 

Freitag, 8. Oktober 2021, 20.15 Uhr
ZDFmediathek: Ab Freitag, 1. Oktober 2021, 10.00 Uhr
(3) Jenseits der Spree: Untiefen 

Regie_____Neelesha Barthel
Buch_____Regine Bielefeldt und Maike Rasch

Episodenbesetzung:
Denise Eichler_____Anja Antonowicz
Malik Demir_____Murat Seven
Thea Dreisam______ Bärbel Schwarz
Jan Brechtel_____Roland Bonjour
Veronika Schäfer_____Anne Müller
Malik Demir (jung)_____Norbert Born

Auf einem abgelegenen Gelände in Köpenick wird ein Richter tot an einer Brücke hängend entdeckt. Die Pathologin schließt schnell einen Selbstmord aus. Die Ermittlungen ergeben, dass der Fundort nicht der Tatort ist und das Opfer ertrunken ist. Warum wurde Richter Thomas Eichler nach dem Mord so an den Pranger gestellt?
Während Robert mit seinen Töchtern über seinen neuen "alten" Job diskutiert, überbringt Kay der Familie des Opfers die Todesnachricht. Schockiert nehmen seine Frau Denise und die Gäste, die sie zu seiner Geburtstagsüberraschungsparty eingeladen hat, die Nachricht entgegen.
Die Ermittler stoßen auf eine Schwimmhalle, die der Richter seit Jahren aus persönlichen Gründen unterstützte. Die Spurenlage macht klar, dass es sich um den Tatort handelt. Dem Team fällt eine Querverbindung auf: Die neue Schwimmbad-Mitarbeiterin Thea Dreisam wurde einst von Eichler verurteilt. Sie streitet die Tat jedoch ab und lobt den Toten in höchsten Tönen.
Durch das Hobby des Richters – teure Autos – rückt Jan Brechtel ins Visier. Warum hatte der Autohändler dem Richter einen teuren Oldtimer zur Verfügung gestellt? Jan Brechtel ist außerdem Kassenwart im Schwimmbad. Gibt es Zusammenhänge?
Im Zuge der Ermittlungen decken Freund und Heffler einen Skandal auf, für den man den Richter hätte bestrafen müssen – aber sicher nicht mit dem Tod.

  

Freitag, 15. Oktober 2021, 20.15 Uhr
ZDFmediathek: Ab Freitag, 8. Oktober 2021, 10.00 Uhr
(4) Jenseits der Spree: Der letzte Trip 

Regie_____Neelesha Barthel
Buch______Stefan Rogall 

Episodenbesetzung:
Lena Purstedt_____Darja Mahotkin
Till Adamski_____Nico Ehrenteit
Susan Purstedt_____ Dennenesch Zoudé
Erik Purstedt______Frank Röth
Nadine Mercz______Emma Rönnebeck
Eva Helmig_____Selda Kaya
Fabian Seifert_____Maik Rogge

Fabian Seifert liegt tot in seiner Köpenicker Wohnung. Er hatte eine Grauzone im Gesetz ausgenutzt und legal ein LSD-Derivat vertrieben. Die Cops finden heraus, dass sich das LSD-Derivat erst nach der Einnahme im Körper zur Droge verwandelt. Wurde ihm seine eigene Geschäftsidee zum Verhängnis? Fabian inszenierte sich als eine Art Guru. Dabei schien es ihm vor allem um das Wohl seiner Kunden und nicht um finanziellen Profit zu gehen – sehr zum Ärger von Nadine Mercz, einer ehemaligen Geschäftspartnerin, mit der Fabian kein weiteres Start-Up planen wollte. Die Nachricht von Fabians Tod lässt Nadine Mercz jedenfalls merkwürdig kalt.
Doch war Fabian wirklich der Heilsbringer, der kranken Menschen nur Gutes tun wollte? Davon ist seine Freundin Lena Purstedt überzeugt. Sie glaubte, ihre psychotische Depression mit der Einnahme des LSD-Derivats unter Fabians Aufsicht behandeln zu können. Lenas Eltern sehen das anders. Für sie war immer klar, dass Lena ihre psychischen Probleme nur mit ärztlicher Hilfe in den Griff bekommen kann. Tatsächlich geht es Lena zunehmend schlechter. Sie ist sich plötzlich nicht sicher, ob sie ihren Freund vielleicht selbst im Wahn getötet hat.
Doch die Ermittler stoßen bald auch auf einen weiteren Mann in Lenas Leben, der scheinbar nur das Beste für sie will: Till Adamski war nicht nur im Drogenbusiness Fabians Konkurrent, sondern auch Lenas Ex-Freund.
Welche Spur ist die richtige? Während der Ermittlungen wird Robert mit dem Auszug seiner Tochter Carlotta konfrontiert. Keine einfache Angelegenheit für den liebenden Familienvater.

Interview mit Jürgen Vogel (Robert Heffler)

Was ist das Besondere an der neuen Krimiserie "Jenseits der Spree"? Was hat Dich gereizt, dabei zu sein?

Der Freitagabend-Krimi gehört zur Fernsehgeschichte. Das fing für mich mit "Derrick" an. Damit sind wir ja irgendwie alle groß geworden, zumindest aus meiner Generation. Und danach war es über die letzten Jahre "Der Kriminalist". Ich hatte das Gefühl, dass wir mit "Jenseits der Spree" den Zeitgeist ganz gut getroffen haben: Ob es um die Rolle meiner Kollegin geht, die einzelnen Fälle oder die thematische Angliederung an Köpenick. Die Möglichkeit, ein paar andere Geschichten zu erzählen, vielleicht auch optisch und visuell Berlin anders darzustellen, fand ich spannend. Der Osten der Stadt gehört für mich ganz klar dazu. Köpenick ist ein Teil von Berlin.

Was ist Robert Heffler für ein Typ?

Was ich an Robert mag ist, dass er wirklich ein ganz normaler Polizist ist, der bei der Kripo arbeitet, der ein dramatisches Erlebnis hatte, der alleinerziehender Vater von drei Töchtern ist und der sich permanent in diesem Spagat befindet: zwischen Kindergroßziehen, die ganze Problematik, eigentlich immer zu wenig Zeit zu haben, auch in gewisser Weise immer ein schlechtes Gewissen zu haben und trotzdem zu versuchen, seinen Job gut zu machen. Dieser Spagat wird jetzt mal aus der männlichen Perspektive erzählt. Gleichzeitig aber auch aus der weiblichen, denn Robert hat ja drei Töchter. Die spiegeln ihn ja wider und da gibt es natürlich auch kräftige Auseinandersetzungen und Konflikte. Das wird auch weiterhin so sein, dass das Familienleben eine große Rolle spielt. Aus diesem Grund fühlt sich Roberts Leben echt und normal an.

Die Töchter sind ja eher heranwachsende junge Damen, die in das Leben deiner Figur Robert noch eine andere Perspektive hereinbringen...

Vor allem weil die Mutter nicht da ist. Roberts Frau ist ja nicht an seiner Seite und er macht alles alleine, wobei auch die älteste Tochter eine Position einnimmt, in der sie Dinge einfordert, die vielleicht normalerweise die Mutter einfordern würde. Pünktlichkeit, Sicherheitsaspekte, die Angst, Robert zu verlieren. Eigentlich wollen seine Töchter nicht, dass er diesen Außendienst macht. Das sind glaube ich auch interessante Themen, die man super parallel erzählen kann.

Robert Heffler trifft auf die Kollegin, Kay Freund, die ganz anders drauf ist als er und doch wird aus beiden dann ein ganz gutes Team. Warum funktioniert das?

Ich denke, das, was die Menschen oft verbindet, obwohl sie zwar alle irgendwelche Probleme haben und natürlich unterschiedliche Persönlichkeiten, sind diese Hintergründe in bestimmten Situationen und Berufen. Solange man in dem Job gemeinsame Ziele hat, kann das wahnsinnig verbindend sein. Und manchmal ergänzt man sich gegenseitig. Wir haben versucht zu erzählen, dass wir uns im Grunde genommen durch die Art und Weise, wie wir denken, fühlen und reagieren, ergänzen.

Was war dein erster Gedanke, dein erstes Gefühl zu "Krimi aus Köpenick"?

Neugierde, weil ich auch nicht alles in Köpenick kenne und es schön finde, mit dieser Serie Neues zu entdecken. Ich weiß, dass es eine große Arbeiterschicht gibt, es gibt viele Leute, die nach Köpenick ziehen, aus Berlin, aber auch aus ganz Deutschland. Durch diese Gegebenheiten hat man vielschichtige Möglichkeiten, die Fälle zu erzählen: Man springt zwischen den Welten, den reichen und normalen Leuten, hin und her, und erhält so unterschiedliche Sichtweisen auf Köpenick. Das ist eine Möglichkeit auch einmal andere Orte zu zeigen. Es gibt viele reizvolle Gebiete in Berlin, die Natur oder auch die Struktur der Sozialisierungen, das ist Großstadt für mich.

"Jenseits der Spree" – so heißt die Serie…

Ja, das passt wie die Faust aufs Auge. Ich finde, es hat etwas Sinnliches. Ich mag die Atmosphäre, die der Titel schafft!

Das Interview führte Julia Kainz

Fragen an Seyneb Saleh (Kay Freund)

Sie spielen Kay Freund in der Krimi-Serie "Jenseits der Spree", was charakterisiert Ihre Figur?

Kay ist an der Seite ihrer Mutter in einer Berliner Kommune aufgewachsen und hat damit das Leben in absoluter Freiheit, Grenzenlosigkeit und damit vollständiger Orientierungslosigkeit kennengelernt. Wie es unter solchen Umständen oft passiert, hat sie sich zum krassen Gegenteil der dort lebenden Menschen entwickelt: Heute ist sie ein absoluter Workaholic. Sie liebt Struktur, soziale Kontakte sind für sie zweitrangig. Wahrscheinlich würde Kay auch am liebsten ohne Partner arbeiten.

Kay ist diszipliniert, verantwortungsbewusst, perfektionistisch, aber auch impulsiv und direkt. So sehr sie nach außen – und vor allem vor sich selbst – gerne das Bild der Musterschülerin abgibt: Manchmal hat sie sich nicht im Griff, verliert die Kontrolle und dabei passieren ihr Fehler. Nichts ist für Kay schlimmer. Eben solch ein Kontrollverlust hat dazu geführt, dass sie vom Wedding nach Köpenick versetzt wurde.
Aggressiv-konfrontatives Verhalten setzt Kay manchmal im Verhör als Strategie ein. Kaum jemand ist darin überzeugender. Das entspricht eigentlich nicht ihrem Wesen, es ist einfach eine ihrer besten Waffen. Sie weiß genau, wann sie eine Grenze überschreiten muss, um ihr Ziel zu erreichen. Kay hat gerne das letzte Wort, auch wenn das in vielen Fällen ein Lachen ist. Über sich selbst, über andere. Ihre positive Selbstsicherheit und Schlagfertigkeit macht auf Verdächtige so viel Eindruck, dass sie ihre Schusswaffe oft gar nicht zeigen muss.

Kay ist jung, ehrgeizig, ungebunden. Und sie genießt es. Ist das für Sie ein nachvollziehbares Lebensmodell?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie als ehrgeizig bezeichnet hätte. Kay liebt einfach ihre Arbeit, ist leidenschaftlich gerne Kommissarin und geht voll und ganz in ihrem Beruf auf. Ihr ist es ein großes Bedürfnis etwas Sinnhaftes in ihrem Leben zu tun und Kay hat diese Frage für sich irgendwann einmal damit beantwortet, dass sie zur Polizei gegangen ist. Weil es ein Beruf ist, in dem man sehr konkret Menschen helfen kann und das befriedet Kays Bedürfnis nach Gerechtigkeit.

Sie braucht keinen festen Partner im Leben, um glücklich und erfüllt zu sein. Für Kay wäre sowohl das Leben in einer Kommune, als auch das Modell der bürgerlichen Kleinfamilie eine absolute Horror-Vorstellung. Sie genießt es einfach allein zu sein. Warum auch nicht?
Ob ich dieses Lebensmodell nachvollziehen kann? Ich find es gut, so eine Frauenfigur zu erzählen, weil sie eine gesellschaftliche Realität repräsentiert, die für uns offenbar noch "ungewöhnlich" ist, wenn wir sie im Fernsehen abgebildet sehen. Denn sonst würden Sie mir diese Frage nicht stellen. Ich glaube kaum, dass wir bei einer Männerfigur sagen würden: "Er ist ungebunden und genießt es. Ist das für Sie ein nachvollziehbares Lebensmodell?"

Als Ermittlerin in Ihrem neuen Einsatzort Köpenick trifft sie auf Robert Heffler. Was passiert zwischen den beiden? Was verbindet sie?

Robert und Kay sind zwei sehr unterschiedliche Figuren mit sehr gegensätzlichen Lebensrealitäten. Robert ist beispielsweise schon lange im Beruf und alleinerziehender Vater dreier Kinder. Kay steht eher am Anfang ihrer Karriere und ist erst einmal niemand anderem als sich selbst verpflichtet. Da ist es klar, dass die Priorität den Beruf betreffend bei jedem anders gewichtet ist. Während Kay auch mal eine Nacht durcharbeitet, verlässt Robert gerne mal mitten im Ermittlungsgespräch den Raum, um zu Hause nach dem Rechten zu sehen. Da hat Kay mit ihrem Arbeitsethos natürlich null Verständnis für. Aber mit der Zeit lernen die beiden sich und ihre Unterschiedlichkeiten zu schätzen. Ich glaube, dass das gegenseitige Interesse füreinander die beiden verbindet und Ihnen hilft, Ihre Vorurteile über den jeweils anderen zu überwinden. 

Was hat Ihnen an Köpenick gefallen, gibt es einen Lieblingsort?

Mir hat gefallen, dass es so auffallend grün und von so viel Wasser umgeben ist. Überhaupt ist Köpenick sehr viel entspannter als der Rest Berlins und wirkt fast ein bisschen kleinstädtisch. Leider hatte ich während des Drehs nicht so viel Zeit, Köpenick tatsächlich zu erkunden. Das hol ich noch nach!

Die Fragen stellte Julia Kainz 

Fragen an Lea Zoë Voss (Carlotta Heffler), Luna Jordan (Stella Heffler) und Bella Bading (Emmi Heffler)

Du spielst die Tochter von Robert Heffler in "Jenseits der Spree", wie würdest Du Deine Rolle beschreiben?

Lea Zoë Voss: Carlotta ist die älteste Tochter von Robert. Sie steht ihrem Vater sehr nah. Nach einem tragischen Ereignis sind sie noch näher zusammengewachsen. Carlotta ist sehr einfühlsam und durchschaut schnell die Motive anderer Menschen. Sie fühlt sich in der aktuellen Situation überlastet, weil an erster Stelle immer ihre Familie steht. Sie hat den Eindruck, dass sie im Moment sich und ihre Wünsche nicht verwirklichen kann. Eigentlich möchte sie ein Leben führen, wie es andere in ihrem Alter führen, hat aber ein zu starkes Verantwortungsbewusstsein und Pflichten ihrer Familie gegenüber.

Luna Jordan: Stella ist die rebellischste der drei Töchter. Sie hat viele Interessen wie Skaten, Gitarre spielen oder Boxen. Sie probiert sich gerne aus. Das macht es Robert mit zwei anderen pubertierenden Töchtern natürlich nicht leichter. Stella mischt die Truppe etwas auf. Wenn manchmal alles auf einmal kommt und sich die Töchter wieder einmal gegen den Vater stellen, ist Stella oft die neutrale Instanz. Sie hat große Empathie für Robert und kämpft für den Frieden innerhalb der Familie.

Bella Bading: Emmi ist gerade mitten im Teenageralter und zeigt nicht so offen ihre Gefühle. Sie will ihr eigenes Ding machen und sich nichts von ihrem Vater sagen lassen.

Wie findest Du Robert als Vater?

Luna Jordan: Robert ist ein Energiebündel und arbeitet 24/7, für uns Töchter ist das nicht so toll. Oft müssen wir den Haushalt schmeißen, Handwerker anrufen und manchmal schafft er es auch nicht pünktlich zu ausgemachten Terminen mit uns. Sein Beruf ist leider auch nicht ganz ungefährlich und besonders für Carlotta ist es schwierig zu akzeptieren, dass er plötzlich wieder im Außendienst arbeitet. Bei allem Stress ist er aber trotzdem ein absolut toller Papa! Oft kommen wir nach der Schule zu ihm ins Revier, machen dort Hausaufgaben und abends kocht er uns immer etwas. Kochen wird bei Robert großgeschrieben. Es gibt immer ein ausgiebiges Frühstück und überhaupt kommt nur Gesundes auf den Tisch. Wochenende ist immer Family time, da arbeitet Robert nicht. Papa tut mir schon oft leid, weil er so viel zu tun hat und dann auch noch uns drei bändigen muss. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Emmi und Carlotta gar nicht verstehen, was Robert jeden Tag leistet.

Lea Zoë Voss: Robert hat nach dem tragischen Vorfall seinen Beruf als ermittelnder Kommissar aufgegeben und kümmert sich nun um die Familie - das aber nicht wirklich gut. Seine Gedanken kreisen nämlich ständig um seinen Wunsch, wieder aktiv als Kommissar arbeiten zu können. Er versucht also, ein guter Vater zu sein, ist aber eben auch sehr mit sich beschäftigt, so dass es die ganze Familie schwer hat, an ihn ranzukommen. Als Lea kann ich sagen: Es ist immer eine wirklich sehr gute Zusammenarbeit mit Jürgen Vogel. Es ist das zweite Mal, dass wir zusammendrehen, das erste Mal war 2019 für die Serie "Das Wichtigste im Leben".

Bella Bading: Robert macht einen auf coolen, immer da seienden Vater und bemüht sich unsere Mädchenprobleme zu verstehen. Allerdings ist er eher peinlich, und ehrlich gesagt bin ich nicht sehr scharf drauf, dass er sich in meine Probleme einmischt und mir meine erste Beziehung versaut. Trotzdem wertschätze ich seine Liebe. Ich habe Angst, dass er sich durch seine Arbeit erneut in Lebensgefahr begibt.

Du bist eine von drei Schwestern in der Krimi-Serie. Wie war das während der Dreharbeiten für Dich mit den beiden anderen zusammenzuspielen?

Lea Zoë Voss: Luna Jordan und Bella Bading spielen meine Schwestern und ich finde, wir haben super zusammengepasst. Auch wenn die Kamera nicht lief, haben wir viel Spaß gehabt und gelacht. Die Drehtage mit den "Schwestern" waren immer sehr schön.

Bella Bading: Luna und Lea sind beide supernett und wir haben uns gleich verstanden. Mit ihnen zu drehen hat echt Spaß gemacht. Sie waren immer auf Punkt bei der Sache und vor allem die Szene in der Dusche war sehr lustig beim Drehen.

Luna Jordan: Die Stimmung am Set war immer gelassen und gut gelaunt. Ich liebe es mit Lea und Bella zusammenzuarbeiten, es herrschte immer Konzentration während des Drehs und in den Pausen wurde dann oft rumgeblödelt. Ich könnte mir schon ziemlich gut vorstellen, die beiden als meine echten Schwestern zu haben. Auch die Arbeit mit Jürgen hat immer unglaublich viel Spaß gemacht, er ist wahnsinnig kollegial, das schätze ich sehr an ihm. Obwohl wir alle sehr unterschiedliche Typen sind, passen wir als Familie perfekt zusammen!

Die drei Mädchen sind sehr verschieden und haben unterschiedliche Sorgen. Hast Du selbst auch ähnliche Erfahrungen gemacht?

Lea Zoë Voss: Ja, zum Teil. Ich selbst habe auch Geschwister, klar, da kennt man die Probleme, die man so in den unterschiedlichen Altersstufen hat. Es ist sehr schön, wenn man mit Geschwistern gut reden kann und sich bei den Älteren auch mal gute Tipps abholen kann.

Luna Jordan: Natürlich ist man sich mit seinen Geschwistern nicht immer über alles einig. Das ist vor allem stark abhängig vom Alter und den dazugehörigen Interessen. Ich kann Stella in einigen Dingen gut verstehen, ihr ständiges Suchen nach Aufgaben, an denen sie wachsen kann und ihr Bedürfnis nach Harmonie.

Bella Bading: Ich habe selbst eine große Schwester und kenne die kleinen Streitereien zwischen Geschwistern gut. Allerdings weiß ich auch, dass Schwestern nicht nur Familie sind, sondern auch beste Freundinnen. Probleme mit Jungs, habe ich nur von meiner Schwester mitgekriegt. Ich hatte bis jetzt zum Glück noch keine.

"Jenseits der Spree" wird in Köpenick gedreht und spielt sozusagen eine der Hauptrollen: Wie hat Dir an Köpenick gefallen? Hast Du einen Lieblingsort?

Luna Jordan: Mein Lieblingsort in Köpenick ist das Polizeirevier. Das ist auf einem riesigen Backstein-Fabrikgelände, auf dem sich auch viele coole Start-ups und Werkstätten befinden.

Lea Zoë Voss: Ich finde es gut, dass Köpenick mal in den Mittelpunkt einer Berliner Serie gerückt wird. Der alte Stadtteil ist ja nicht nur durch den "Hauptmann von Köpenick" bekannt, er hat wirklich schöne Ecken. Und natürlich kennt man Union Berlin an der Alten Försterei, die übrigens in einem schönen Waldgebiet liegt. Ist auf jeden Fall einen Ausflug wert!

Die Fragen stellte Julia Kainz

Radio-O-Töne von Jürgen Vogel 

Radio-O-Töne von Jürgen Vogel finden Sie <<HIER>>

Herr Vogel, was unterscheidet "Jenseits der Spree" von anderen Krimi- Formaten?
Wir haben natürlich eine ganz andere Aufstellung, was das Privatleben der Figuren angeht. Gerade in dem Fall von Robert ist es so, dass er immer in so einem Spagat ist zwischen dem, dass er es versucht, familiär alles richtig zu machen. Weil er ein alleinerziehender Vater von drei Töchtern ist. Das zu bewältigen ist an sich schon ein ganzer Krimi. Und das noch parallel zu den Kriminalfällen, die wir lösen, ist für mich natürlich eine tolle, spannende Herausforderung. Auch dramaturgisch zu erzählen, wie das ist, wenn jemand so zwischen den Stühlen ist: bei der Arbeit alles richtig machen zu wollen und privat aber auch irgendwie als Vater zu funktionieren. Das ist natürlich zum Scheitern verurteilt. Aber das hat für mich ein großes Spannungsmoment, in dieser Zerrissenheit und permanenten Überforderung trotzdem zu funktionieren. Ich mag so etwas. (0:44)

Zum Schutz seiner Familie hat sich Robert Heffler vor drei Jahren vom Außendienst in den Innendienst versetzen lassen. Warum ermittelt er jetzt wieder?
Erst einmal gibt es einen großen Mangel an Mitarbeitern. Und ich glaube, dass es ihn auch ein bisschen juckt. Er hat jetzt die ganze Zeit Dispo gemacht. Arbeitspläne zu machen ist jetzt auch nicht so spannend, weil er gehört eigentlich auf die Straße. Und das spürt er jetzt auch mit den ersten Fällen wieder. Er versucht es natürlich nicht zuzulassen, aber er merkt schon, glaube ich, dass er eigentlich da hingehört. Das ist auch wieder ein Konflikt, was seine Familie angeht. (0:26)

Sie sind selbst Vater. Können Sie Roberts Entscheidung in den Innendienst zu gehen nachvollziehen?
Jeder kennt die Herausforderung zwischen Beruf und Familie. Das kann jede Frau nachvollziehen, aber auch jeder Vater kennt natürlich diesen Konflikt permanent zwischen Arbeitsdruck und zu versuchen, trotzdem für seine Kinder präsent zu sein. Das ist immer etwas, das man gut nachvollziehen kann. Ich kenne das so in einem Krimi nicht. Für mich hat das der klassische Freitagabend-Krimi nie so erzählt. Diese Komponente Familienleben in all seinem Facettenreichtum zu erzählen und dann trotzdem diese Fälle zu lösen, das mag ich total gerne. Das fühlt sich für mich sehr realistisch an. (0:35)

Das ZDF beschreibt Robert Heffler und seine junge Kollegin Kay Freund als ungewöhnliches Duo. Warum?
Für mich ist das gar nicht so ungewöhnlich, dass da eine jüngere Kollegin ist, die sehr ehrgeizig ist, die ganz frisch ist. Sie trifft auf jemanden, der sagt, ich möchte eigentlich nicht raus, ich möchte nicht auf die Straße. Vielleicht ist das ungewöhnlich. Die Frage ist nur, ist das spannend? Ich finde es spannend. Ich finde es spannend, dass da jemand ist, der sehr viel Erfahrung hat und trotzdem am Anfang eigentlich viel falsch macht. Meine Figur funktioniert am Anfang gar nicht richtig. Er lässt sie ja eigentlich auch ganz oft zurück. Und sie ist, obwohl sie jünger ist und nicht so viel Erfahrung hat, viel mehr am Fall dran als er. (0:33)

Die Krimireihe spielt in Berlin-Köpenick, Sie wohnen in Berlin-Charlottenburg. Drehen Sie gerne in der Hauptstadt?
Ja, ich glaube, dass Berlin einfach alles Mögliche schafft. Jeder Bezirk ist eigentlich wie eine eigene kleine Kleinstadt mit einer eigenen Infrastruktur. Das heißt, du brauchst aus deinem Bezirk, wenn du nicht willst, nicht rausgehen. Du hast aber auch die Möglichkeit, Berlin in all seinem Facettenreichtum und mit allen Bezirken und Randbezirken immer wieder neu zu entdecken. Das finde ich toll an so einer Großstadt. (0:22)

Was hat Ihnen an Köpenick gefallen?
Visuell finde ich es total spannend. Ich fand es auch in den ersten beiden Folgen ganz schön erzählt, was man so sieht. Das gehört zwar irgendwie zu Berlin, ist aber noch nicht so abgefilmt. Du hast Wasser, du hast die Spree-Gegend. Aber du hast auch schöne Häuser, du hast alte Häuser. Du hast verschiedene Milieus, auch ein großes proletarisches Milieu. Das ist auch ein bisschen Alt-Berlin in gewisser Weise. Das gibt einem auch für die Fälle so viele verschiedene Möglichkeiten. (0:27)

 "Jenseits der Spree" läuft am Freitagabend um 20 Uhr 15 zur besten Sendezeit. Und der Freitagabend ist doch der klassische Krimiabend?
Ich glaube damals, als ich jünger war, war der Freitagabend für mich schon ein Krimiabend, weil man als Kind abends halt nicht mehr so rausgehen konnte. Für die Jüngeren ist der Freitagabend erstmal nicht so interessant. Die können es dann in der Mediathek schauen. Ich glaube, dass es prinzipiell jetzt ein älteres Publikum ist, dem wir die Möglichkeit geben, den Freitagabend-Krimi neu zu entdecken. (0:20)  

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Fotos: Telefon: (06131) 70-16100 oder über https://presseportal.zdf.de/presse/jenseitsderspree

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