Die nächste "planet e."-Sendung im ZDF zum Thema "Die Rohstoff-Pioniere". Foto: ZDF/Julian Prahl
Die nächste "planet e."-Sendung im ZDF zum Thema "Die Rohstoff-Pioniere". Foto: ZDF/Julian Prahl

planet e.

Die Rohstoff-Pioniere / Raubbau im Gorilla-Paradies

Bambus statt Metall, Nylon aus Chicorée-Fasern: Rohstoff-Entdecker tüfteln an neuen Produkten. Ziel: neue Impulse setzen für eine nachhaltige Produktion. Am Sonntag, 25. Februar 2018, 16.30 Uhr stehen bei "planet e." Deutschlands Tüftler im Fokus, die neue Ökoprodukte erfinden. Die Dokumentation begleitet "Die Rohstoff-Pioniere", um auszuloten, welche Chancen die neuen nachhaltigen Produkte beim Verbraucher haben. Am darauffolgenden Sonntag, am 4. März 2018, 16.30 Uhr geht es bei "planet e." um den "Raubbau im Gorilla-Paradies".

  • ZDF, Sonntag, 11. Februar 2018, 16.25 Uhr / sonntags 16.30 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Sonntag, 11. Februar 2018

Texte

Sendetermine und Stab

Sonntag, 25. Februar 2018, 16.30 Uhr, ZDF

planet e.: Die Rohstoff-Pioniere
Wie Deutschlands Tüftler neue Ökoprodukte erfinden

Film von Julian Prahl

Kamera: Riccardo Giese, Dorian Prahl
Redaktion: Martin Ordolff
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 4. März 2018, 16.30 Uhr, ZDF

planet e.: Raubbau im Gorilla-Paradies

Film von Sebastien Mesquida und Julien Dubois

Redaktion: Birgit Hermes
Länge: ca. 30 Minuten

 

Sonntag, 18. März 2018, 16.30 Uhr, ZDF

planet e.: Der Irrsinn mit der Gülle

Film von Torsten Mehltretter

Kamera: Axel Thiede
Produktion: Mehltretter Media GmbH
Redaktion: Martin Ordolff, Volker Angres
Länge: ca. 30 Minuten

planet e.: Die Rohstoff-Pioniere – Wie Deutschlands Tüftler neue Ökoprodukte erfinden

Bambus statt Metall, Nylon aus Chicorée-Fasern: Rohstoff-Entdecker tüfteln an neuen Produkten. Ziel: neue Impulse setzen für eine nachhaltige Produktion.

Erdöl ist endlich, aber auch manche Metallvorkommen gehen zur Neige. Umweltbelastungen, die mit der Gewinnung verbunden sind, verschlechtern obendrein die Ökobilanz. Die Ausbeutung der Erde aufhalten: Das haben sich Deutschlands Rohstoff-Pioniere vorgenommen.

Geschirr aus altem Kaffeesatz? Fahrradrahmen aus Bambus? Nylon-Strumpfhosen aus Chicorée? Das geht. Das muss gehen. "Erdöl wird es bald nicht mehr geben, wir brauchen Alternativen", sagt Professorin Andrea Kruse von der Universität Hohenheim, die zum Thema nachwachsende Rohstoffe forscht. Aus dem Extrakt der Chicorée-Wurzel lässt sich Nylon gewinnen und somit erdölbasierte Nylon-Gewinnung ersetzen.

Fahrradrahmen aus Bambus gibt es jetzt schon zu kaufen. Jonas Stolzke und sein Team von "my Boo" aus Kiel haben es geschafft, aus dem Rohstoff Bambus stabile Fahrradrahmen zu fertigen. "Metalle wie Stahl, Aluminium oder Carbon müssen aufwendig gewonnen und mit viel Energie hergestellt werden. Unser Bambus wächst in Ghana an fast jedem Straßenrand sehr schnell und muss nur geerntet werden", sagt Jonas Stolzke. Bambusrahmen haben sogar bessere Eigenschaften als die Metallräder, stellen die Macher von "my Boo" fest: Sie sind stoßabsorbierender. Viele Vorteile also durch Bambus, vor allem aber für die Natur. Im Harz sind noch heute die Folgeschäden vom Erzabbau zur Herstellung von Metallen zu sehen: große Abraumhalden, verseuchte Böden, auf denen nichts mehr wächst. Obwohl hier seit Ende der 80er nichts mehr gefördert wird.

Alternative Rohstoffe lassen sich sogar im Abfall finden. 20 Millionen Tonnen Kaffeesatz sammeln sich jedes Jahr deutschlandweit im Küchenmüll der Cafés an. Julian Lechner von "Kaffeeform" hat es geschafft, Geschirr aus altem Kaffeesatz zu produzieren, um so erdölbasierte Kunststoffe zu ersetzen. Aus dem Kaffeemüll wird Granulat gebildet und zu soliden Bechern und Untertassen verarbeitet. Jetzt will er damit auch den massenhaften und umweltschädlichen To-go-Bechern den Kampf ansagen.

Die Rohstoff-Pioniere sind zumeist auf sich allein gestellt. Sie müssen sich privat um Mentoren, Unterstützer und Produktionsstätten bemühen sowie Know-how über den Aufbau von Händlerketten erwerben. Endlich wirklich nachhaltige Produkte herzustellen: Das treibt den Erfindergeist der Rohstoff-Pioniere an.

"planet e." begleitet die jungen Tüftler, um auszuloten, welche Chancen die neuen nachhaltigen Produkte beim Verbraucher haben.

planet e.: Raubbau im Gorilla-Paradies

Die Ranger des Virunga-Nationalparks sind im Krieg – ihre Gegner: Milizen, die illegal Rohstoffe ausbeuten. Bilanz bisher: 160 getötete Parkaufseher – Beschützer der seltenen Berggorillas.

Der Virunga-Nationalpark im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo ist der älteste Park Afrikas. Ein Naturjuwel – bekannt vor allem wegen der vom Aussterben bedrohten Berggorillas. 1994 nahm die UNESCO den Park in der Roten Liste des gefährdeten Welterbes auf.

Seit 2008 ist Emmanuel de Merode Direktor des Virunga-Nationalparks. De Merode und die Wildhüter des Parks stehen vor der schwierigen Aufgabe, den Virunga-Nationalpark zu schützen. Mit rund 600 Mann müssen sie ein Gebiet von 8000 Quadratkilometern verteidigen – eine Fläche halb so groß wie Schleswig Holstein. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen stehen ihnen dabei etwa 8000 schwerbewaffnete Miliz-Soldaten gegenüber. Rebellengruppen, die vor nichts zurückschrecken: In 20 Jahren haben mehr als 160 Ranger ihr Leben gelassen – getötet von Banden, die alle dasselbe Ziel verfolgen, nämlich die illegale Gewinnung von Rohstoffen.

Aber auch die Menschen, die sich rund um den Park angesiedelt haben, setzen dem Virunga zu. Ihre Not treibt sie in den Park. Sie erlegen Tiere, um sich zu ernähren, fällen Bäume, um Brennholz zu gewinnen. Auf den gerodeten Flächen legen sie Äcker an.

Für Emmanuel de Merode ist daher die Bekämpfung der Armut ein wichtiger Schritt zur Rettung des Parks. Der Parkdirektor ließ mit finanzieller Unterstützung eines reichen Sponsors ein Wasserkraftwerk errichten. Es versorgt zumindest einige Menschen mit Strom und kurbelt – das ist die Hoffnung – die regionale Wirtschaft an. Plantagen mit schnell wachsenden Baumarten liefern Holz für die Herstellung von Holzkohle und lindern so den Druck auf den Wald. Außerdem unterstützt die Parkverwaltung den Bau mehrerer Schulen, um den Kindern Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Auch die Witwen der getöteten Ranger werden unterstützt: In einer von der Parkverwaltung eingerichteten Schneiderei nähen sie Souvenirs für Touristen und haben damit ein monatliches Auskommen.

"planet e." zeigt, wie Emmanuel de Merode und die Ranger des Parks für den Erhalt des Virunga kämpfen.

planet e.: Der Irrsinn mit der Gülle

200 Millionen Liter Gülle jährlich: ein Ergebnis unserer Massentierhaltung. Einfach auf die Felder kippen – das verbietet die neue Düngeverordnung. Deutschland ist im Güllenotstand.

Viele Güllesilos sind voll bis zum Rand. Den Tierhaltern steht der Mist buchstäblich bis zum Hals. Grund sind die starren Regeln der neuen Gülleverordnung. Kaum in Kraft getreten, werden die Schwächen des Regelwerks offensichtlich.

Seit dem 16. Januar beobachtet Bauer Hansen stündlich den Wetterbericht. Er und viele weitere Kollegen haben die Erlaubnis, ab jetzt Gülle zu fahren – doch der viele Regen, der seit dem vergangenen August über weite Flächen Deutschlands niederging, hat die Äcker unbefahrbar gemacht. "Zwei Tage vor der Frist waren die Bedingungen optimal, aber Flexibilität wollen unsere Behörden ja nicht, die brauchen ja alles schwarz und weiß", schimpft Landwirt Philipp Hansen.

Die neuen Regeln sind die Folge einer hartnäckigen politischen Ignoranz. Die EU mahnte schon lange einen neuen Umgang mit der Gülle an. Denn das in der Gülle enthaltene Nitrat spült der Regen in Bäche und Seen. Das belastete Wasser sickert sogar in die Böden bis ins Grundwasser. Deutschlands Wasserversorger müssen immer tiefer bohren, um sauberes Wasser zu finden. Schon bald, so ist die einhellige Einschätzung, könnte sich der Trinkwasserpreis in vielen Regionen deutlich erhöhen.

Wissenschaftler warnen noch vor anderen Folgen: Mit der Gülle kommen auch die Antibiotika aus der Tierhaltung in die Umwelt. Die Folge: Immer mehr Keime können sich ausbreiten, die nicht mehr auf Antibiotika reagieren. Aber auch das Ammoniak aus der Rindergülle wird zunehmend zum Problem. Aus dem Gas entwickelt sich sogenannter Sekundärfeinstaub, der kilometerweit übers Land fliegt und spürbar zum Luftproblem in den Innenstädten beiträgt.

Derweil wird die Gülle quer durch die Republik gefahren, in Landstriche ohne große Mastställe. Die Äcker dort vertragen noch den tierischen Flüssigdünger. Gülletourismus nennen Gegner der Massentierhaltung diese LKW-Touren.

"planet e." sieht sich in Mastställen und auf deutschen Äckern um, folgt den Güllelastern und fragt nach, welche Alternativen es gibt, um die Gülleschwemme einzudämmen.

Infos zu "planet e."

Der andere Blick auf unsere Erde: die Umwelt-Dokumentation im ZDF. Seit 2011 geht "planet e." sonntags im ZDF in intensiven Dokumentationen aktuellen Fragen des Umwelt- und Naturschutzes auf den Grund – zunächst auf dem Sendeplatz um 14.45 Uhr, seit dem 8. Mai 2016 auf dem neuen Sendeplatz um 16.30 Uhr. Die Dokumentationsreihe findet Themen ganz in der Nähe, aber auch in Europa und weltweit. Es geht um globale Trends, nachhaltige Lebensgestaltung und ökologisch verträgliche Lösungen für die drängenden Fragen der Zeit.

Im Oktober 2016 feierte "planet e." sein fünfjähriges Sendejubiläum: Am 16. Oktober 2011 wurde aus dem wöchentlichen Magazin "ZDF.umwelt" das neue Doku-Format "planet e." Der Formatwechsel wurde damals so begründet: Wichtige ökologische Fragestellungen sollen tiefgründiger, ausführlicher und zusammenhängender dargestellt werden als dies in Magazinform möglich ist.

Die "planet e."-Redaktion leitet Volker Angres.

Zur Biografie des "planet e."-Redaktionsleiters

The English versions – A selection of "planet e."-documentaries

Eine Auswahl von "planet e."-Dokumentationen ist auch in englischer Sprache verfügbar unter "planet e. – A selection"

Fotohinweis

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/planete  

Weitere Informationen

Impressum

ZDF Hauptabteilung Kommunikation
Presse und Information
Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2017 by ZDF  

Ansprechpartner

Name: Thomas Hagedorn
E-Mail: hagedorn.t@zdf.de
Telefon: 06131/7013802