"Frontal 21"-Dokumentation über "Teurer Wohnen – Der Kampf um bezahlbare Mieten". Foto: ZDF
"Frontal 21"-Dokumentation über "Teurer Wohnen – Der Kampf um bezahlbare Mieten". Foto: ZDF

Teurer Wohnen – Der Kampf um bezahlbare Mieten

"Frontal 21"-Dokumentation

Explodierende Mietpreise, unbezahlbarer Wohnraum, verdrängte Mieter – die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt ist aktuell eines der drängendsten sozialpolitischen Probleme in Deutschland. "Frontal 21" hat für die Dokumentation "Teurer Wohnen" über ein Jahr lang den Kampf von Mietern in Berlin begleitet, deren einstmals vom Staat geförderte Wohnungen zu lukrativen Eigentumswohnungen "modernisiert" werden sollen. In der "Frontal 21"-Dokumentation, die am Dienstag, 14. August 2018, 21.00 Uhr im ZDF zu sehen ist, machen sich die Autoren auf die Suche nach den Investoren und sprechen mit Experten sowie verantwortlichen Politikern.

  • ZDF, Dienstag, 14. August 2018, 21.00 Uhr
  • ZDF Mediathek, ab Dienstag, 14. August 2018

Texte

Sendetermin und Stab

Dienstag, 14. August 2018, 21.00 Uhr, ZDF

"Frontal 21"-Dokumentation
Teurer Wohnen – Der Kampf um bezahlbare Mieten

Film von Martina Morawietz und Michael Haselrieder

Buch: Michael Haselrieder, Martina Morawietz, Milan Panek, Astrid Randerath
Kamera: Ken Kabelitz, Martina Morawietz, Maik Remmert, Frank Vieltorf
Schnitt: Florian Conrad, Jan Dottschadis
Produktion: ZDF
Produktionsleitung: Britta Hagemann
Redaktion: Michael Hölting
Redaktionsleitung: Ilka Brecht
Länge: ca. 45 Minuten

Teurer Wohnen – Der Kampf um bezahlbare Mieten

Explodierende Mietpreise, unbezahlbarer Wohnraum, verdrängte Mieter – die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt ist aktuell eine der drängendsten sozialpolitischen Fragen in Deutschland.

Ein Beispiel für die Misere auf dem Wohnungsmarkt ist das Haus in der Lützowstraße in Berlin-Tiergarten. Für die Mieter dort spielt sich seit Weihnachten 2016 ein Drama ab. Sie sollen raus aus ihren Wohnungen. In dem Gebäudekomplex mit knapp 100 Wohnungen leben Menschen mit kleinem Einkommen – Rentner, Familien, Bezieher von Hartz IV oder Grundsicherung. Manche schon seit 40 Jahren. Gekauft hat das Gebäude eine Investmentgesellschaft. Die will die einstmals vom Staat geförderten Wohnungen modernisieren und in Eigentum umwandeln, verspricht ihren Anlegern Renditen bis zu 18 Prozent – jährlich. "Leben heißt Veränderung", schreibt die Hausverwaltung dazu an die Altmieter und kündigt schon einmal Mieterhöhungen von über 70 Prozent an. Die Modernisierungsumlage macht es möglich.

"Frontal 21" hat für die Dokumentation über ein Jahr lang den Kampf der Mieter begleitet. Die wollen sich nicht so einfach aus ihren Wohnungen und aus ihrem Kiez vertreiben lassen. Von der Politik fühlen sie sich im Stich gelassen. Ihre Nachbarn haben inzwischen aufgegeben, sind ausgezogen. Doch ein harter Kern kämpft weiter.

"Frontal 21" macht sich auf die Suche nach den Investoren, spricht außerdem mit Experten und verantwortlichen Politikerinnen und Politikern: Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Warum hat sich der Mietmarkt so entwickelt? Die Dokumentation zeigt auf, dass schon in den 80er Jahren die Weichen falsch gestellt wurden, als sich der Staat mehr und mehr aus dem sozialen Wohnungsbau zurückzog. Sie beleuchtet zudem, was den Standort Deutschland für Immobilieninvestoren gerade aus dem Ausland so attraktiv macht. Und sie geht der Frage nach, was von den wohnungsbaupolitischen Plänen der Großen Koalition zu halten ist, ob sie ein probates Mittel sind, der Entwicklung gegenzusteuern.

Statements aus der "Frontal 21"-Dokumentation "Teurer Wohnen – Der Kampf um bezahlbare Mieten" 

"Wenn man an den Grundlagen, nämlich dem Mietrecht, nichts ändert, dann wird es tatsächlich weiter zu ganz massiven Verdrängungen von Mietern durch Modernisierung kommen. Wir machen die Erfahrung, dass schon bei einer Ankündigung rund 20 bis 30 Prozent der Mieter das Weite suchen. Das wird aber immer schwieriger, weil Ersatzwohnraum kaum zur Verfügung steht.“

Reiner Wild, Berliner Mieterverein

 

"Die Spekulation oder grundsätzlich die Erwartungsabsicht eines Investors ist seine einzige Motivation, überhaupt Geld zu investieren. Wenn keinerlei Gewinnsteigerung möglich wäre, würde überhaupt gar keine Investition mehr stattfinden."

Prof. Stefan Blümm, Immobilienökonom Hochschule Rhein-Main

 

"Wir haben eine starke Konjunktur seit Jahren in Deutschland und die Immobilienbranche darin ist noch der besondere, sichere, feste Anker und deswegen arbeitet man gern mit Deutschland."

 Andreas Mattner, Präsident Interessenverband "Zentraler Immobilien Ausschuss"

 

"Es ist auch wichtig, dass nicht nur Immobilienakteure aus Berlin hier sind, sondern auch Akteure aus der Stadtpolitik, um diese Rahmensetzungen, die für Berlin gelten, auch authentisch darzustellen, damit Investoren wissen: Wie ist die Lage in Berlin?"

Katrin Lompscher (Die Linke), Berliner Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen

 

"Die Mietpreisbremse hat bisher nicht funktioniert, und ich sehe ehrlich gesagt auch nicht, dass sie funktionieren wird, weil: Was sagt die Mietpreisbremse eigentlich? Ich darf, wenn die Wiedervermietung ansteht, zehn Prozent über die ortsübliche Miete gehen. Ein preiswerter Mietwohnungsbestand bleibt dadurch nicht erhalten, weil einfach die ortsübliche Vergleichsmiete inzwischen überall so hoch ist."

Matthias Günther, Ökonom Pestel-Institut 

 

"Die Modernisierungsumlage wird zurzeit gerade in Ballungsgebieten als der zentrale Hebel genutzt, um aus den eigentlich guten deutschen Mietrechtsregelungen auszusteigen. Wir haben ja eigentlich einen Mietspiegel. Wir haben auch klare Begrenzungen für Mietsteigerungen für Bestandsmieterinnen. Bei der Modernisierungsumlage ist das anders."

Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundestagsabgeordnete

 

"Wir haben festgelegt, dass diese Stadt für alle Einkommensgruppen erschwinglich sein muss. Und es muss Wohnraum für alle geschaffen werden. Deswegen ist die Frage nicht so sehr, welcher Investor will hier investieren, sondern: Was wollen wir für eine Gesellschaft in dieser Stadt haben? Und hier muss sowohl die Krankenschwester als auch der Erzieher, als auch der einfache Verwaltungsangestellte Wohnraum finden."

Matthias Peck, Dezernent für Wohnungsversorgung Münster

Infos zu "Frontal 21" und "Frontal 21"-Dokumentationen

Am 3. April 2001 lief die erste Sendung "Frontal 21" im ZDF. Der Name knüpft an das Vorgängerformat "Frontal" an, das von 1993 bis 2000 das ZDF-Programm mitprägte. Die 21 steht für die Sende­zeit 21 Uhr und für das 21. Jahrhundert.

"Frontal 21" feierte am 31. März 2015 die 500. Magazin-Sendung.

 

Frontal 21-Dokumentationen

Die "Frontal 21"-Redaktion produziert anlassbezogen auch "Frontal 21"-Doku­mentationen, beispielsweise über "Die Akte Anis Amri – Der Terrorist und die Fehler der Fahnder" (Erstsendedatum im ZDF: 5. Dezember 2017), Die Abgaslüge – Wie Autoindustrie und Politik uns krank machen" (Erstsendedatum im ZDF: 16. Februar 2016) oder "Neuer Kalter Krieg – Wie die Ukrainekrise den Frieden in Europa bedroht" (Erstsendedatum im ZDF: 17. März 2015).

 

Moderation "Frontal 21"

Bisher präsentierten ein Moderator und zwei Moderatorinnen das ZDF-Politmagazin:

Theo Koll vom 3. April 2001 bis 20. Januar 2009

Hilke Petersen vom 24. Februar 2009 bis 22. April 2014

Ilka Brecht seit 6. Mai 2014

 

Redaktionsleitung "Frontal 21"

Bisher gab es zwei Redaktionsleiter und eine Redaktionsleiterin:

2001 bis 2013: Claus Richter

2014 bis 2015: Christian Dezer

Seit September 2015: Ilka Brecht

Fotohinweis:

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/frontal21doku

Weitere Informationen

Impressum

ZDF Hauptabteilung Kommunikation
Presse und Information
Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2018 ZDF

Ansprechpartner

Name: Thomas Hagedorn
E-Mail: hagedorn.t@zdf.de
Telefon: 06131/7013802