"WISO"-Moderator Marcus Niehaves zieht für drei Tage ins Altenheim. Foto: ZDF/Sebastian Wagner
"WISO"-Moderator Marcus Niehaves zieht für drei Tage ins Altenheim. Foto: ZDF/Sebastian Wagner

Wenn Eltern alt werden / Falsche Versprechen?

Zwei "WISO"-Dokumentationen

An den ersten beiden Montagen im Oktober bietet das ZDF zwei "WISO"-Dokumentationen, die eine zum Thema Pflege, die andere zu Verbrauchertäuschungen und manipulativen Verkaufstricks: Am Montag, 1. Oktober 2018, 19.25 Uhr, geht "WISO"-Moderator Marcus Niehaves der Frage nach: Was passiert und was gilt es zu beachten, "wenn Eltern alt werden". Wie kann man sich darauf vorbereiten? Und wie können die Entscheidungen von den erwachsenen Kindern und alt gewordenen Eltern gemeinsam getroffen werden? Am Montag, 8. Oktober 2018, 19.25 Uhr, beleuchtet die "WISO"-Dokumentation "Falsche Versprechen?", wie sich Verbraucher manipulieren lassen.

  • ZDF, Montag, 1. Oktober 2018, 19.25 Uhr / Montag, 8. Oktober 2018, 19.25 Uhr
  • ZDF Mediathek, Montag, 1. Oktober 2018

Texte

Sendetermine und Stab

Montag, 1. Oktober 2018, 19.25 Uhr, ZDF

WISO-Dokumentation
Wenn Eltern alt werden
Beratung, Betreuung, Bezahlung

Film von Michael Cordero, Christiane Henningsen und Torben Schmidt

Produktion: elbmotion
Redaktion: Catherine Kipp
Länge: 43:30 Minuten

 

Montag, 8. Oktober 2018, 19.25 Uhr, ZDF

WISO-Dokumentation
Falsche Versprechen?
So lassen wir uns manipulieren

Film von Oliver Koytek und Anja Marx

Produktion: real & fiction
Redaktion: Marcus Niehaves, Kerstin Ripper
Länge: 43:30 Minuten

Wenn Eltern alt werden – Beratung, Betreuung, Bezahlung

Fast jeder Mensch zwischen 40 und 60 erlebt irgendwann diesen Moment: Mutter und Vater können nicht mehr wie früher. Doch was dann?

Es beginnt mit Kleinigkeiten, und plötzlich diskutiert man, ob der Vater wirklich mit 80 noch Auto fahren sollte oder wie lange Mama es zu Hause noch allein schafft. "WISO"-Moderator Marcus Niehaves trifft Familien, die sich diesen schwierigen Fragen stellen müssen.

Nur selten wird in Familien darüber gesprochen, welchen Weg die Betroffenen einschlagen wollen, wenn es soweit ist. Tritt der Ernstfall ein, sind die erwachsenen Kinder oft überfordert, schließlich stehen sie selbst in der Rushhour des Lebens, haben einen Vollzeitjob oder leben viele Hundert Kilometer entfernt. 

Wie kann man sich auf diese Lebenssituation vorbereiten? Wie können die Entscheidungen gemeinsam getroffen werden? Welche finanziellen Aspekte spielen eine Rolle?

Etwa die Hälfte aller Männer und zwei Drittel aller Frauen werden im Lauf ihres Lebens pflegebedürftig. Die Dokumentation begleitet eine Familie von diesem Zeitpunkt an: Betreutes Wohnen, Alten-WG, Einzug bei den Kindern oder eine Pflegekraft ins Haus holen? Was tun angesichts fehlender Pflegekräfte und weniger Heimplätze?

Die meisten Menschen wollen gern zu Hause gepflegt werden. Und tatsächlich werden 72 Prozent aller Pflegebedürftigen dort betreut, 50 Prozent allein durch ihre Angehörigen. Nur 27 Prozent der Pflegebedürftigen kommen vollstationär im Heim unter. Wie teuer ist es, die Eltern in Würde leben und pflegen zu lassen? Was kosten die verschiedenen "Pflegemodelle" im Vergleich?

Übernommen wird die Arbeit von Angehörigen, ambulanten Pflegediensten und sogenannten "Live ins" – Pflegekräften, die mit den Hilfsbedürftigen zusammenwohnen. Privat ist eine 24-Stunden-Pflege Schwerstpflegebedürftiger nicht zu stemmen – es sei denn, man beschäftigt jemanden, der weniger als den Mindestlohn verdient und 24 Stunden ununterbrochen abrufbereit sein muss.

Das Pflegeheim ist für viele Menschen ein rotes Tuch – doch ist das zu Recht so? "WISO"-Moderator Marcus Niehaves zieht für drei Tage ins Altenheim und verschafft sich einen Eindruck. Er lernt dort unterschiedliche Menschen kennen, die alle eines gemeinsam haben: Ihr Alter haben sie sich anders vorgestellt. Menschen, die aber nicht mit der Situation hadern, sondern vor allem ihren Kindern nicht zur Last fallen wollen und hier noch einmal ein neues Leben anfangen. Was gefällt den Bewohnern, was nicht? Was sind für sie die Vorteile?

Was könnte eine mögliche Lösung sein? Sehr populär, aber rar: die Alten-WG, wie sie der ehemalige Bürgermeister von Bremen, Henning Scherf, propagiert. Er gründete schon mit Mitte 50 zusammen mit Freunden und Bekannten eine Alten-WG und wirbt für diese bunte, solidarische Wohnform. Mehrgenerationenprojekte versprechen Entlastung für die Jungen und Teilhabe für die Alten. Das hat mittlerweile auch die Bundesregierung erkannt und fördert diese Wohnform. Doch oft ist sie eine Frage des Geldes – zudem auch eine der Vorbereitung. Man muss sich schon früh mit dem Thema Altwerden befassen. Und das scheuen viele Menschen.

"Wir dürfen das Thema Altwerden nicht tabuisieren"
Fragen an "WISO"-Moderator Marcus Niehaves 

Sie waren selbst drei Tage "Bewohner"eines Altenheims. War das Leben dort so, wie Sie es sich vorgestellt haben? Oder gab es überraschende Momente?

Ich hatte nur eine konkrete Vorstellung – ins Heim will ich nicht, niemals. Und genau so denken ja viele Menschen. Das hat natürlich auch mit den Pflegeskandalen und dem Pflegenotstand zu tun, über die wir schon oft berichtet haben. Mir ging es in diesem Fall aber nicht um die Qualität der Pflege. Mir ging es um die Frage, wie es sich anfühlt in einem Altenheim zu leben. Und nach den drei Tagen fällt es mir jetzt wirklich leichter, mich in die älteren Menschen hineinzuversetzen. Für sie ist es nicht immer die größte Katastrophe. Die Bewohnerinnen und Bewohner waren so dankbar für die liebevollen Pflegerinnen und Pfleger. Sie waren so dankbar, dass viele Aktivitäten angeboten werden und dass das Essen schmeckt. Das hat mich sehr beeindruckt, und trotzdem war es bis zum Ende ein bedrückendes Gefühl, dort zu wohnen.

Ist das Leben im Altenheim demnach eines, vor dem sich jüngere Menschen nicht fürchten müssten? Oder signalisiert es doch noch allzu häufig vor allem Pflegebedürftigkeit und Endstationsgefühl?

Für jüngere Menschen ist es eine furchterregende Vorstellung, später mal in einem Heim zu wohnen. Oder auch, dass die eigenen Eltern dort wohnen müssen. Doch für einen alten und pflegebedürftigen Menschen ist es eine Lösung und oft nicht die schlechteste. Aber klar – ein Pflegebett ist ein Pflegebett. Das Sterben der Menschen ist in so einem Haus Alltag. Das bedrückt und beschäftigt auch die Bewohnerinnen und Bewohner. Auch in so einer Situation kommt es darauf an, was man daraus macht. Wer bewusst aktiv bleibt, wer offen bleibt für neue Menschen – der kann auch in einem Heim glücklich leben. Sobald aber die Gesundheit nicht mehr mitspielt, das Laufen schwerer fällt oder die Sehkraft schwindet – dann wird vielen klar, dass es kein Zurück mehr gibt. Und davor haben auch viele Heimbewohnerinnen und Heimbewohner Angst.

Sie haben sich auch mit Ihren eigenen Eltern dem Thema gestellt – welche Empfehlung können Sie daraus für sich oder für andere ableiten, wie mit dem Thema "Altwerden" am besten umzugehen ist?

Wir dürfen das Thema Altwerden nicht tabuisieren. In den meisten Familien wird darüber aber kaum oder erst viel zu spät gesprochen. So ist das auch bei mir in der Familie. Das liegt aber an den Kindern und den Eltern. Keiner will wahrhaben, dass wir nunmal alle älter werden. Man sollte wirklich offen darüber reden. Gemeinsam überlegen, was passieren kann, welche Lösungen es gibt und welche finanzierbar ist. Wenn sich noch alle Beteiligten fit fühlen, ist es der beste Zeitpunkt. Wenn ein akutes Problem auftritt, ist es oft zu spät.

Und wie fühlt man sich mit 80? Wie haben Sie versucht, sich in diese Situation hineinzuversetzen?

Ich hatte tatsächlich das Gefühl, dass ich alles immer aus der Perspektive eines Mitvierzigers bewerte. Darum kam mir die Idee mit dem Umschminken. Ich sah tatsächlich für einen Tag aus wie ein 80-jähriger Mann. Zusätzlich habe ich an diesem Tag einen Altersanzug getragen, der meine Beweglichkeit sehr einschränkte. Das war wirklich eine spannende Erfahrung. Auch wenn der Wille da ist – es geht einfach nicht mehr so viel. Ich habe langsamer agiert, alles ist anstrengender und ich war plötzlich viel schneller mit meinem Tagwerk zufrieden. Auch wenn es nur ein Tag war – mir hat dieses Gefühl geholfen zu verstehen, dass man im Alter ganz andere Bedürfnisse hat. Das mag sich banal anhören – es zu spüren, ist aber eine tolle Erfahrung gewesen.

Wie lautet für Sie demnach die Quintessenz der "WISO"-Dokumentation "Wenn Eltern alt werden"?

Redet drüber und macht Euch frühzeitig Gedanken. Der ehemalige Bürgermeister von Bremen, Henning Scherf, hat sich im Alter von 50 Jahren entschieden, in eine Hausgemeinschaft zu ziehen. Heute ist er 79 Jahre alt und lebt mit zehn befreundeten Menschen in einem Haus. Das ist sicher nicht jedermanns Sache – ich fand die simple Idee dahinter aber sehr beeindruckend. Pflege vermeiden – darum ging es ihm. Und er ist überzeugt, dass sich in einer aktiven Gemeinschaft Pflege besser vermeiden lässt, als wenn man alleine wohnt. Und wenn jemand gepflegt werden muss, dann kümmert man sich zusammen um eine Lösung. Das Modell hat mich schwer beeindruckt – ich bin schon auf der Suche nach Mitbewohnern. 

Interview: Thomas Hagedorn

Falsche Versprechen? – So lassen wir uns manipulieren

Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es meist auch nicht: hohe Renditen ohne Risiko, Goldbarren für kleines Geld oder Markenkleidung zum Super-Schnäppchenpreis. Da ist Vorsicht geboten – es könnte ein falsches Versprechen sein. Wie funktionieren die Tricks, und wie kann man sich davor schützen? Die "WISO"-Dokumentation gibt Tipps, damit man beim nächsten Schnäppchen-Angebot genauer hinschaut.

Melanie H. aus Berlin wollte für das Alter vorsorgen und suchte nach einer passenden Geldanlage. Ein befreundeter Finanzberater empfahl ihr, in Gold zu investieren. 10.000 Euro hat sie bei der Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung (BWF) angelegt, versprochen wurden ihr rund acht Prozent Rendite. Ein scheinbar gutes Geschäft.

Mit diesem Versprechen sammelte die Finanzstiftung knapp 55 Millionen Euro bei verschiedenen Anlegern ein. Doch das Gold in den Tresoren war Falschgold aus China. Für Anleger wie Melanie H. ein Schock: Die Altersvorsorge ist weg.

Auch im Internet werden einzelne Goldbarren weit unter dem normalen Goldpreis angeboten. Die Autoren der "WISO"-Dokumentation bestellen bei einem Online-Händler in China und lassen das vermeintliche Schnäppchen von einem Experten untersuchen. Das ernüchternde Ergebnis: Sie haben Falschgold gekauft – und bleiben auf dem Schaden sitzen.

Teure Markenklamotten zum kleinen Preis gibt es jederzeit im Outlet-Center – dort erwarten Kunden echte Super-Schnäppchen. Aber sind Jeans, Hemd, Blazer oder Schuhe wirklich die gleichen Produkte wie die, die im Einzelhandel angeboten werden? Die Autoren machen die Stichprobe mit einer Expertin – auch hier ist das Ergebnis ernüchternd: Kleidung und Schuhe aus dem Outlet-Center haben beim Check nicht die gleiche Qualität wie die Waren aus dem Einzelhandel. Ein falsches Versprechen?

Warum fallen viele auf falsches Gold zum Schnäppchenpreis herein, was lässt manche Menschen teure Antiquitäten für kleines Geld an dreiste Händler verkaufen – und warum investieren viele in Fonds, hinter denen keine Werte stecken? Eine Psychologin analysiert das Vorgehen und die Tricks der Abzocker und erklärt, womit Verbraucher geködert werden.

Wissenswertes zu "WISO"

"WISO" berichtet montags von 19.25 bis 20.15 Uhr live aus dem Studio 2 des ZDF-Sendezentrums .

Erstsendung: 3. Januar 1984

Bis zu 48 Mal im Jahr informiert "WISO" über wirtschafts- und sozialpolitische Themen, über Steuerfragen und Verbraucherrechte, deckt Machenschaften und Betrügereien auf. Tipps und Hinweise zu Fragen der Geldanlage und der Altersvorsorge sind ebenso ein fester Bestandteil der Sendung wie Technikberichte über die neuesten Smartphones oder Tablets. Das Themenspektrum reicht zudem von Beruf und Gesundheit über Rente bis zu Pflege und Unterhalt.

 

"WISO"-Dokumentationen

Ergänzend zu den Magazin-Ausgaben realisiert die Redaktion seit 2008 zwei- bis dreimal im Jahr "WISO"-Dokumentationen.

Die "WISO"-Dokumentationen in der Übersicht (mit Erstsende-Datum)

Die Ebay-Falle – Ein Auktionshaus, die Gauner und die Opfer (16. Juni 2008)
Die Weihnachts-Falle – Das große Geschäft mit kleinen Spenden (22. Dezember 2008)

Die große Gier – Wie die Banken unsere Zukunft verspielen (29. Juni 2009)
Aufgetischt und abserviert – Die Tricks der Lebensmittelindustrie (14. Juni 2010)
Verirrt im Telefondschungel – Wie DSL & Co. uns das Leben schwer machen (21. Juni 2010)

Alles lecker, oder was? – Lebensmittel zwischen Werbung und Wahrheit (27. Juni 2011)
Albtraum Traumreise – Die Tricks der Urlaubsbranche (4. Juli 2011)
Die Bank gewinnt immer! Von Krise, Kunden und Krediten (11. Juli 2011)

WISO-Duell: Kreuzfahrt gegen Cluburlaub (16. Juli 2012)
WISO-Duell: Ist Bio besser? (23. Juli 2012)

Weg mit dem Speck – Die beliebtesten Diäten im WISO-Test (7. Januar 2013)
Ich mach mein Ding! – Deutscher Gründerpreis 2013 (25. Juni 2013)
Die 10 größten Urlaubsfallen – WISO-Tipps für perfekte Ferien (15. Juli 2013)
Die 10 besten Kontaktbörsen – WISO-Tipps für die Partnersuche (22. Juli 2013)

Die Maschen der Wellness-Branche – Das Geschäft mit dem Wohlfühlen (16. Juni 2014)
Die Maschen der Banken – Fragwürdige Geschäfte mit Zinsen und Gebühren (23. Juni 2014)
Die Maschen der Handwerker – Schlechter Service, hohe Rechnungen (18. August 2014)

Kein Anschluss unter dieser Nummer – Ärger mit Telekom & Co. (10. August 2015)
Abzocke in Deutschland – Kartelle auf Kosten der Kunden (17. August 2015)

Weltmacht Google – Wie ein Konzern unser Leben bestimmt (4. Januar 2016)
Die Schnäppchen-Falle (1. August 2016)
Die Zucker-Falle (8. August 2016)

Traumurlaub Kreuzfahrt – Sonnendeck mit Schattenseiten (1. Mai 2017)
Mein Traumurlaub – Wie die Deutschen verreisen (17. Juli 2017)
Verliebt, verheiratet, verklagt – Wenn Familien auseinanderbrechen (24. Juli 2017)
Amazon – gnadenlos erfolgreich (18. Dezember 2017)

 

"WISO" im Netz

"WISO"-Informationen sind seit Mitte 1996 auch im Internet verfügbar – unter wiso.de.

 

"WISO"-Redaktion

Marcus Niehaves leitet die "WISO"-Redaktion, seine Stellvertreterin ist Catherine Kipp. Marcus Niehaves moderiert die Sendung, zweite Moderatorin ist Sarah Tacke. Chefs vom Dienst (CvDs) sind Dr. Matthias Nick und Thomas Klein.

Link zur Biografie von Marcus Niehaves

Fotohinweis

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