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1989 – 30 Jahre zurück nach vorn

ZDFinfo mit Programmschwerpunkt zum Mauerfall-Jubiläum

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der friedlichen Revolution setzt ZDFinfo einen Schwerpunkt auf Dokumentationen rund um den Mauerfall.

  • ZDF info, ab Dienstag, 29. Oktober 2019, ZDFinfo

    Texte

    "Persönlich erlebte Geschichte mit relevanten Ereignissen zusammenbringen"
    ZDFinfo-Chef Robert Bachem über Stärken zeitgeschichtlicher Dokumentationen

    Von "Joachim Gaucks Suche nach der Einheit" bis zur "Deutschland-Bilanz", vom "Countdown zum Mauerbau" und "Countdown zum Mauerfall" bis zum "Trauma Treuhand" – im Jubiläumsjahr "30 Jahre Mauerfall" bieten ZDF und ZDFinfo eine Vielzahl von Dokumentationen. Liegt allen gemeinsam die Frage zugrunde: Warum sind  Ost- und Westdeutsche noch nicht so zusammengewachsen, wie sich das viele vor 30 Jahren erhofft haben?

    An den unterschiedlichen Wahlergebnissen in Ost- und Westdeutschland lässt sich ja noch immer ablesen, wie sehr die 40 Jahre Teilung zwischen 1949 und 1989 Spuren hinterlassen haben. Und da sind Dokumentationen bestens geeignet, nachzuspüren, wo die Ursachen, Befindlichkeiten und Erwartungshorizonte liegen. Gerade bei ZDFinfo wollen wir aber nicht nur vielfältige und hochwertige Informationen im Dokumentationsformat anbieten, sondern auch unsere Zuschauer einladen, über die Themen der Zeit mitzureden – in unseren Social-Media-Kanälen oder auch mal auf Veranstaltungen wie jetzt in unserer Mittags-Matinee im Deutschen Hygienemuseum zu "1989 – 30 Jahre zurück nach vorn", auf die ich mich sehr freue.

    Auf der erwähnten Veranstaltung stellen Sie den Zweiteiler "Deutschland 61 – Countdown zum Mauerbau" und "Deutschland '89 – Countdown zum Mauerfall" vor. Welche Aufschlüsse versprechen diese Dokumentationen, warum sich die 28 Jahre, in denen die Berliner Mauer stand, bis heute auswirken – 30 Jahre nach dem Fall der Mauer?

    Die Berliner Mauer trennte nicht nur Familien, sondern auch die Weiterentwicklung von Lebensvorstellungen – Freiheit ist da das entscheidende Stichwort. Persönlich erlebte Geschichte mit den relevanten Ereignisse zusammenbringen – das leistet die Dokumentation, die wir auf der Veranstaltung im Hygienemuseum vorstellen. Und beide Filme richten den Blick ja auf die Zeit unmittelbar vor den beiden entscheidenden Tagen, den 13. August 1961 und den 9. November 1989. Da gibt es viel Interessantes zu entdecken. Etwa, wie wenig überraschend der Mauerbau '61 für politisch Aufmerksame damals war. Und natürlich, wie völlig überrascht der Westen im November '89 war. Da hatten sich viele darauf eingerichtet, dass die Mauer noch Generationen steht. Kein Ruhmesblatt für Politiker, Wissenschaftler und Geheimdienstler damals.

    Gehört es demnach zum Aufgabenprofil von ZDFinfo, immer wieder lange Programmstrecken zu historischen Jubiläen aufzulegen?

    Geschichte ist einer unserer Themenbereiche – Politik, Wissenschaft und Gesellschaft sind weitere Felder, die wir nicht als Terminjournalismus oder allein mit Blick auf die Gedenktage "bespielen". ZDFinfo will mit seinem Dokumentationsangebot vor allem dazu beitragen, dass sich Wissen vermehren lässt. Wissensvermittlung ist der Markenkern des Senders. Wir bündeln Inhalte und präsentieren sie den Zuschauern in langen Programmstrecken. Und das ist vor allem auch bei jüngeren Zuschauern gefragt.

    Wie entscheidend ist es eigentlich, ob eine Dokumentation ihr Thema in 30, 45, 60 oder gar 90 Minuten aufbereitet?

    Entscheidend ist zunächst mal, dass Dokumentationen mehr bieten müssen als nur ein paar Info-Häppchen. Klar ist aber auch, dass Dokumentationen über 90 Minuten und länger dramaturgisch schon eine sehr anspruchsvolle Aufbereitung benötigen – das gelingt durchaus, bleibt aber eher die Ausnahme. Insgesamt haben auch viele programmplanerische Überlegungen dazu geführt, dass 30- und 45-minütige Dokumentationen klar im Trend liegen – und diese sind auch beispielsweise in der ZDFmediathek sehr gefragt. Eine Doku-Reihe ermöglicht es ja darüber hinaus, komplexe Themen oder faktenreiche Zusammenhänge in dieser Variante aufzubereiten.

    Und was macht demnach eine Dokumentation aus, die für ZDFinfo infrage kommt?

    Sie muss an bestimmte Themen jünger und frischer herangehen und auch in der Bildsprache neue Akzente setzen. Sie muss Repertoire-tauglich sein – das ist für einen 24-Stunden-Doku-Sender ein wichtiges Kriterium. Und vor allem: Sie muss relevant sein, sie muss Zusammenhänge aufzeigen, sie muss den Geschichten hinter der Geschichte nachspüren.   

    Interview: Thomas Hagedorn  

    Ausgewählte ZDFinfo-Dokumentationen zum Jubiläum "30 Jahre Mauerfall"

    Das war dann mal weg

    Sonntag, 4. August 2019, ab 20.15 Uhr, ZDFinfo
    20.15 Uhr: Westpaket, Intershop & Kaderakte
    21.00 Uhr: Ostmark, Westsandmann & Transitstrecke

    Film von Julia Waldmann

    Produktion: werwiewas
    Redaktion: Michael Gries
    Länge: 2 x ca. 45 Minuten

    Inhalt
    Mit den neuen Folgen "Westpaket, Intershop & Kaderakte" und "Ostmark, Westsandmann & Transitstrecke" zeigt ZDFinfo ein Spezial rund um die Berliner Mauer. Die Filme aus der "Das war dann mal weg"-Reihe spüren Dingen nach, die in Ost und West mit dem Mauerfall verschwunden sind.

    Um 20.15 Uhr erzählt "Westpaket, Intershop & Kaderakte" unter anderem von einer Eigenheit der DDR: der Kaderakte. Eine solche wurde für jeden Werktätigen angelegt und gab Aufschluss über so ziemlich jede Frage. Sie umfasste nicht nur den Lebenslauf, Zeugnisse, Einstellungsfragebögen oder Beurteilungen früherer Arbeitgeber, sondern auch Angaben zur Parteimitgliedschaft, zur politischen Grundeinstellung oder zum familiären Umfeld. Anschließend beschäftigt sich "Ostmark, Westsandmann & Transitstrecke" um 21.00 Uhr unter anderem mit der Nationalhymne der DDR und dem Sandmännchen in Ost und West.

    In "Das war dann mal weg" erzählen prominente Zeitzeugen ihre persönlichen Anekdoten zu den längst verschollenen Gegenständen aus der Vergangenheit. In den beiden neuen Folgen sind Schauspielerin Anneke Kim Sarnau, Moderator Cherno Jobatey und Schauspieler Florian Martens zu sehen.

     

     

    Mysteriöse Kriminalfälle der DDR

    Dienstag, 20. August 2019, ab 20.15 Uhr, ZDFinfo
    20.15 Uhr: Tödlicher Abgrund
    21.00 Uhr: Staatsmacht im Visier 

    Film von: Nina Rothermundt

    Produktion: Fernsehkombinat
    Redaktion: Michael Gries
    Länge: 2 x ca. 45 Minuten

    Inhalt
    Mordfälle gab es auch im Osten, obwohl die DDR die Theorie von der sozialistischen Moral und dem "guten Menschen" vertrat. Doch zwischen 1969 und 1989 kam es laut den veröffentlichten Statistischen Jahrbüchern der DDR zu 2263 Mord- und Totschlagsfällen. Dabei hatte die Aufklärung eines Verbrechens in der DDR oberste Priorität. Mit hohem Personaleinsatz und großem Aufwand sollten die Täter so schnell wie möglich hinter Schloss und Riegel gebracht werden. Die Kriminalisten in der DDR waren sehr gut ausgebildet und hatten in vielen Fällen Unterstützung vom Ministerium für Staatssicherheit. Denn auch die Stasi stellte bei Kapitalverbrechen professionelle und gut ausgestattete Ermittler.

    In der Folge "Tödlicher Abgrund" geht es um Fälle von Serienmorden, unter anderem um einen fünffachen Babymord in Wernigerode. Die Frau fiel auf ihrer Arbeitsstelle nach einer angeblichen Fehlgeburt auf. Erst nach umfangreichen Ermittlungen wurde klar, dass das Paar fünf Kinder sofort nach der Geburt getötet hatte. In Neubrandenburg sorgte 1984 eine Mordserie für Unruhe: Auf das Konto eines NVA-Soldaten gingen fünf Morde an Minderjährigen und jungen Männern.

    Angriffe auf den Staat konnte die DDR-Führung nicht auf sich sitzen lassen und zog in solchen Fällen alle Register. Die Folge "Staatsmacht im Visier" befasst sich mit einem Polizistenmord, der 1981 in Leipzig stattfand. Die vermeintlich politisch motivierte Tat entpuppte sich aber als tragische Eskalation der gescheiterten Republikflucht eines skrupellosen jungen Mannes. Ein weiterer Fall behandelt die Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Sexualmord, in den ein NVA-Offizier verstrickt war. Um den Verdächtigen zu überführen, setzten die damaligen Ermittler auf eine Methode aus dem Geheimdienst- und Spionage-Milieu, den sogenannten Romeo-Trick. Sie setzten einen Gigolo auf die Frau des Täters an - und das mit Erfolg.

     

     

    Deutschland '61 und Deutschland '89

    Freitag, 27. September 2019, ab 20.15 Uhr, ZDFinfo
    20.15 Uhr: Deutschland '61 - Countdown zum Mauerbau
    21.00 Uhr:Deutschland '89 - Countdown zum Mauerfall

    Film von  Henrike Sandner

    Produktion: Looksfilm Leipzig
    Redaktion: Susanne Krause-Klinck
    Länge: 2 x ca. 45 Minuten

    Inhalt
    Die Berliner Mauer teilte Deutschland für fast 30 Jahre. Sie zerriss Familien und zerstörte Biografien. Wer sie überwinden wollte, riskierte sein Leben. Die zweiteilige Dokumentation erzählt die Geschichte dieses unmenschlichen Bauwerks. Sowohl dem Bau der Mauer im Jahr 1961 als auch ihrem Fall im Jahr 1989 ging ein regelrechter Countdown voraus. In beiden Episoden der Dokumentation beginnt dieser genau ein Jahr zuvor und folgt den Meilensteinen der Geschichte – bis zum jeweiligen "Tag X". 

    "Deutschland '61/'89" zeigt den Mauerbau und -fall direkt aus dem Moment, dem persönlichen Erleben, heraus. Tagebücher und Briefe von Zeitzeugen werfen einen ganz eigenen Blick auf die Ereignisse. Denn beide Geschehnisse überraschten die Menschen damals quasi über Nacht: Am 5. August 1961 notiert die Schriftstellerin Brigitte Reimann in ihrem Tagebuch: "Gestern war ein schrecklicher Abend. Die Berlin-Krise verschärft sich. (…)  Wir balancieren wieder am Abgrund des Krieges." Der West-Berliner Kameramann Dieter Hoffmann ist bei den Ereignissen am 13. August 1961 live dabei. Er filmt die spektakuläre Flucht des DDR-Polizisten Conrad Schumann, die als "Sprung in die Freiheit" in die Geschichte eingeht. Auch die Schauspielerin Kati Székely berichtet von jenem denkwürdigen Datum und von ihren Dreharbeiten mit Armin Mueller-Stahl für den ersten Spielfilm über die Berliner Mauer.

    Zu den Ereignissen des Jahres 1989 äußern sich unter anderen der damals regierende Bürgermeister West-Berlins, Walter Momper, und der letzte SED-Chef der DDR, Hans Modrow. Beide erzählen, wie sie den Mauerfall erlebten. Ebenso kommt der Fotograf Dietmar Riemann zu Wort: Er gibt noch im September 1989 alles auf und reist aus der DDR aus, in der Hoffnung auf ein besseres Leben im Westen.

    Historiker und Experten ergänzen diese Einzel-Perspektiven, nehmen zu den Ereignissen Stellung, erläutern und ordnen sie ein. Die Dokumentationen "Deutschland '61" und "Deutschland'89" verbinden persönlich erlebte Geschichte mit den wichtigsten Ereignissen, die zu den zwei historischen Schlüsselmomenten führten und schaffen so einen neuen Blick auf die deutsch-deutsche Geschichte.

     

     

    Lost Places – Schicksalsorte der deutschen Teilung

    Samstag, 5. Oktober 2019, 20.15 Uhr, ZDFinfo

    Film von: Lutz Rentner

    Produktion: doclights Studio Hamburg
    Redaktion: Susanne Krause Klinck
    Länge: ca. 45 Minuten

    Inhalt
    Die Dokumentation zeigt sieben Orte, an denen der Irrsinn der deutschen Teilung sichtbar wurde.
    Den Brocken im Harz durften in den Jahren der Teilung weder West- noch Ostdeutsche erklimmen. Streng von einer zusätzlichen Mauer abgeschirmt, lag dort der höchste Horchposten Ostdeutschlands. Sowjetsoldaten und das Ministerium für Staatssicherheit hörten von hier aus Funksprüche und Telefonate bis an den Ärmelkanal ab. Erst mit dem Mauerfall endete die Zeit dieser geheimen Späher. Inzwischen ist der Brocken wieder ein begehrter Touristenmagnet geworden, ein Museum erinnert an die Zeit der Teilung.

    In einem unscheinbaren Bürogebäude in Salzgitter lag die Zentrale Erfassungsstelle über das Unrecht in der DDR. Diese kleine Behörde war den DDR-Offiziellen ein Dorn im Auge. Die Mitarbeiter sammelten ostdeutsche Fälle von Menschenrechtsverletzungen, juristischer Willkür und Grenzmord. Das größte Aufnahmelager für ostdeutsche Flüchtende im Westteil Deutschlands lag in Gießen. Für Hundertausende ein Ort der ersten Erfahrungen und noch heute ein Synonym für die Freiheit. Bislang erinnert nur ein unscheinbarer Gedenkstein hinter dem Eingangsbereich an diese Zeit.

    In beiden deutschen Staaten verrichteten lediglich sogenannte "Ständige Vertretungen" die diplomatische Arbeit.

    In der bundesdeutschen Vertretung in Ostberlin spielten sich Flüchtlingsdramen ab. Heute arbeitet eine Außenstelle des  Wirtschaftsministeriums in diesem schlichten Bürobau.

    Der Priwall in der Lübecker Bucht bildete damals eine westdeutsche Enklave auf dem DDR-Gebiet. Während sich westliche Badetouristen an diesem  Ostseestrand erholten, sicherten DDR-Grenzer die Absperrungen und unterbanden jeden Fluchtversuch – eine trügerische Idylle am Todesstreifen. Heute ist nichts mehr von den bizarren Grenzanlagen am Strand vom Priwall sichtbar.

    Allen Orten ist gemeinsam, dass sie langsam in Vergessenheit geraten. Sie zählen zu den Lost Places der deutschen Teilung.

    Berlin '89: Die weltweit erste in Echtzeit erzählte "Graphic Novel" auf Instagram

    Auf Instagram erzählt ZDFinfo eine Geschichte um zehn Protagonisten, die selbst Geschichte schreiben – 24 Stunden, in denen 40 Jahre DDR endgültig vorübergehen sollen.

    Der 17-jährige Maik geht gern skaten. Und dennoch fährt ständig die Angst mit, denn die Schupos am Alexanderplatz könnten ihn erwischen. So einer wie beispielsweise Torsten Koskowski. Der glaubt an das System und verteidigt es mit Feuereifer. Genau wie Katrin, die Maik schöne Augen macht und für die Stasi Infos über die Friedensbewegung um Pfarrer Eberhahn besorgt. Doch die Tage der DDR sind gezählt. Es ist der 9. November 1989 in Ost-Berlin. Und eine Frage steht im Raum: Wird das gut ausgehen? Die User sind hautnah dabei – bei der weltweit ersten in Echtzeit erzählten "Graphic Novel" auf Instagram.

    ZDFinfo veröffentlicht zwölf Episoden ab Dienstag, 29. Oktober 2019, auf Instagram veröffentlicht. Am Samstag, 9. November 2019, geht der Kanal immer wieder an Schlüsselmomenten live, haargenau 30 Jahre nachdem diese tatsächlich stattgefunden haben. Anhand der fiktionalen Erzählstränge erleben die User multiperspektivisch den realen Ablauf des Mauerfalls mit und lernen dabei spielerisch deutsche Geschichte kennen.

    Dokumentationen zum Themenschwerpunkt im ZDF-Hauptprogramm

    Deutschland-Bilanz

    Dienstag, 6. August 2019, 21.00 Uhr, ZDF: Von blühenden Landschaften
    Donnerstag, 8. August 2019, 22.15 Uhr, ZDF: Ein Land, zwei Seelen

    Film von Christiane Hübscher und Christian Bock

    Produktion: Spiegel TV
    Redaktion: Michael Stagneth, Heike Schnaar
    Leitung der Sendung: Heike Schnaar
    Länge: 2 x ca. 45 Minuten

    Inhalt
    Ist zusammengewachsen, was zusammengehört? Welche Bilanz der deutschen Einheit lässt sich im Jubiläumsjahr "30 Jahre Mauerfall" ziehen? Die zweiteilige ZDF-Dokumentation "Deutschland-Bilanz" fragt nach der Lebenswirklichkeit und den Hoffnungen der Deutschen. Was nach 30 Jahren aus den versprochenen "blühenden Landschaften" geworden ist und wie es um die Einheit in unserem Land steht, diesen Fragen geht die "Deutschland-Bilanz" auf den Grund.

    Besucht werden Menschen in Betrieben und Privatwohnungen, auf Campingplätzen, in wissenschaftlichen Instituten und in einer Ost-West-Studenten-WG in Leipzig. Zu Wort kommen auch Promiente aus Gesellschaft und Politik: Thomas de Maizière, Manuela Schwesig, Robert Habeck, Alexander Gauland, Günther Jauch, Andrea Kiewel, Katja Riemann, Serdar Somuncu, die Band Silbermond. Der Film wirft einen Blick auf die vergangenen 30 Jahre deutscher Geschichte, die immer noch geprägt istvon einem historischen Prozess, den es so noch nie in der Geschichte gegeben hat.

    Kaum ein Tag vergeht ohne eine neue Statistik oder Umfrage aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Mal erscheint Deutschland zutiefst gespalten, mal zeigt sich Hoffnung nach jahrzehntelanger Aufbauarbeit. Zu sehen sind Menschen auf der Suche nach Anerkennung ihrer ostdeutschen Identität, Populisten im Straßenwahlkampf und Lokalpolitiker im verzweifelten Kampf um Hoffnung für ihre marode Kommune sowie Selbstbewusste sächsische Unternehmer, genervte Pendler, im Gestern schwelgende Urlauber.

    Doch wer sind diese Menschen? Alle leben in einem Deutschland, das seit fast 30 Jahren wiedervereint ist. Wie weit reicht die Einheit, wie weit muss sie überhaupt reichen? Wie kann es sein, dass den meisten Ostdeutschen eine Aufarbeitung der Wendezeit fehlt, während es den meisten Westdeutschen mehr oder weniger egal zu sein scheint, dass die friedliche Revolution auch heute noch von vielen Landsleuten als fast aggressiver Akt im Gedächtnis geblieben ist?


    Wiederholungen ZDFinfo:
    Freitag, 9. August 2019, 7.45 Uhr: "Deutschland-Bilanz: Von blühenden Landschaften"
    Freitag, 9. August 2019, 8.30 Uhr: "Deutschland-Bilanz: Ein Land, zwei Seelen"
    Samstag, 10. August 2019, 5.30 Uhr: "Deutschland-Bilanz: Von blühenden Landschaften"
    Samstag, 10. August 2019, 6.15 Uhr: "Deutschland-Bilanz: Ein Land, zwei Seelen"

     

     

    Treuhand (AT)

    Dienstag, 22.Oktober 2019, 21.00 Uhr, ZDF
    Dienstag, 29.Oktober 2019, 22.15 Uhr, ZDF

    Produktion: Februar Film GmbH
    Redaktion: Carmen Peter
    Länge: 2 x ca. 45 Minuten

    Inhalt
    Es dürfte keine andere Behörde in Deutschland geben, die so zum Feindbild avancierte und bis heute umstritten ist wie die Treuhand-Anstalt. Vor allem in Ostdeutschland steht sie für das Trauma der Wendezeit. Im Westen gilt ihre Arbeit vielen als alternativlos. Die zweiteilige ZDFzeit-Dokumentation zeigt, wie die schmerzhafte Privatisierung der DDR-Betriebe den deutschen Osten bis heute prägt. Sie erzählt die Geschichten von Gewinnern und Verlierern, von Opfern und Betrügern - eingebettet in historische Rückblicke, mithilfe von Zeitzeugen und aktuelle Analysen. Aber war die Treuhand wirklich so schlecht wie ihr Ruf? War sie nur die Abrissbirne der westdeutschen Wirtschaft?

    Ursprünglich war die Treuhand eine Erfindung von DDR-Bürgerrechtlern, um das Volkseigentum zu bewahren. Doch schon im Treuhandgesetz, das am 17. Juni 1990 von der Volkskammer der DDR beschlossen wurde, war plötzlich von der Privatisierung des volkseigenen Vermögens die Rede. Ein ganzes Land sollte innerhalb kürzester Zeit von Plan- auf Marktwirtschaft umgestellt werden.

    Mehr oder weniger über Nacht wurde die Treuhand aus dem Boden gestampft. Ihre Ausstattung war anfangs so dürftig, dass die Behörde nur eingeschränkt arbeitsfähig war. Trotzdem musste sie eine Herkules-Aufgabe stemmen und allein in den ersten Jahren 8.500 Großbetriebe privatisieren, sanieren oder abwickeln. Das hatte Fehlentscheidungen, Massenarbeitslosigkeit und kriminelle Abzocke zur Folge.

    Viele Ostdeutsche fühlen sich auch Jahrzehnte später noch entwertet, abgewickelt und ausgeplündert. Dieses Empfinden weiß heute vor allem die AfD für sich zu nutzen, die sich im Osten als Gegenentwurf zu den westlichen "Altparteien" inszeniert und die das "ungerechte Erbe" zu beseitigen versucht.

    Veranstaltungshinweis "1989 –30 Jahre zurück nach vorn"

    Sonntag, 22. September 2019, ab 11.00 Uhr, Deutsches Hygiene-Museum Dresden

     

    Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der friedlichen Revolution in Deutschland laden das Deutsche Hygiene-Museum und ZDFinfo zur Preview der Dokumentation "Countdown zum Mauerfall" mit anschließender Podiumsdiskussion ein. An der Diskussion werden Peggy Piesche (Literatur- und Kulturwissenschaftlerin), Ilko-Sascha Kowalczuk (Historiker) und Uwe Schwabe (Bürgerrechtler) teilnehmen. Michael Bewerunge, Leiter des ZDF-Landesstudios Sachsen, moderiert die Veranstaltung.

    Der Film, der am Freitag, 27. September 2019, 20.15 Uhr, in ZDFinfo zu sehen ist, erzählt von den wichtigsten Ereignissen, die zum Fall der Mauer führten.

    Infos zu ZDFinfo

    Die Wissensvermittlung bleibt der Markenkern von ZDFinfo – mit langen Dokumentationsstrecken aus den Bereichen Zeitgeschichte, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft. Wissensdokus im "Fernsehen zum Mitreden" sind gefragt: Im Juni 2019 erreichte ZDFinfo einen Marktanteil von 1,5 Prozent bei den Zuschauern gesamt und 1,6 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen.

    Im gesamten Jahr 2018 erreichte ZDFinfo einen Marktanteil von 1,4 Prozent bei den Zuschauern gesamt und in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen.

    Zur Entwicklung der Marktanteile:
    ZDFinfo erreichte 2017 bei den Zuschauern gesamt einen Marktanteil von 1,2 Prozent – und steigerte seinen Marktanteil in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen auf 1,3 Prozent. 2016 hatte der Digitalsender gegenüber 2015 um 0,2 Prozent zugelegt. Der Sender erreichte sowohl bei den Zuschauern gesamt als auch in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von 1,2 Prozent. Im Jahr 2015 erreichte ZDFinfo 1,1 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen und 1,0 Prozent bei den Zuschauern gesamt. 2014 lag der Marktanteil beim Gesamtpublikum und in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen bei 0,9 Prozent. Beim Start 2011 hatte ZDFinfo lediglich 0,1 Prozent Marktanteil und ist seitdem kontinuierlich gewachsen.

    Fotohinweis

    Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100,
    und über https://presseportal.zdf.de/presse/weg
    https://presseportal.zdf.de/presse/berlin89

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