Copyright: ZDF / Jan Raiber
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Alice im Weihnachtsland

Herzkino

Eine Hamburgerin in Oberbayern: Alice Cordes (Aybi Era, Foto mit Jochen Matschke) fühlt sich in der schneebedeckten Heimat ihres Freundes pudelwohl  nicht ahnend, dass sie mit ihrem Liebes- und Gefühlsleben einem großen Missverständnis erliegt. An Heiligabend wartet auf die patente Köchin eine "schöne Bescherung".

  • ZDF, Sonntag, 12. Dezember 2021 (3. Advent), 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab Samstag, 4. Dezember 2021, 10.00 Uhr

Texte

Stab

Buch    Claudia Matschulla, Arnd Mayer
RegiePetra K. Wagner
KameraPeter Polsak
SchnittNicola Undritz
MusikHannah von Hübbenet, Raphael Schalz-Bender
SzenenbildJost Brand-Hübner
KostümbildAstrid Möldner
ProduktionRelevant Film
ProducerinPaula Lichte
ProduzentinHeike Wiehle-Timm
RedaktionBerit Teschner
Längeca. 90 Minuten

Die Rollen und ihre Darsteller*innen

Alice Cordes    Aybi Era
Jakob HuberJochen Matschke
Nicolas HuberDaniel Gawlowski
Hanna HuberJutta Speidel
Toni HuberAugust Schmölzer
Daniela HuberNina Hoger
Kurt HuberIlja Richter
Leo HuberFabian Ziems
Mathilde HuberFalka Klare
Desna PatelSushila Sara Mai
Nikki HuberJonathan Müller
Tomasz NowakStan Holoubek
Christian PaulsenPeter Franke
TaxifahrerinClaudia Matschulla
SvenjaFranciska Friede
Frank FischerIngo Abel
und andere

Inhalt

Alice Cordes soll Weihnachten bei der Familie ihres Freundes Nicolas Huber in Oberbayern verbringen. Obwohl die Hamburger Köchin selbst keine Eltern mehr hat, reagiert sie zunächst zögerlich auf die Einladung: ein Familienfest? Dabei kennen sie sich doch noch gar nicht so lange. Aus der gemeinsamen Anreise wird leider nichts: Nicolas wird durch die Arbeit aufgehalten und muss nachkommen.

Das erfährt Alice allerdings erst am Bahnhof im winterlich verschneiten Bayern, denn ihr Handyakku ist leer. Sie leiht sich ein Telefon von einem jungen Passanten, dem achtjährigen Leo, im Tausch gegen einen Schokoriegel. "Geh doch einfach schon mal zu meinen Eltern", rät ihr Nicolas noch am Telefon. Da tippt ihr plötzlich ein fremder Mann von hinten auf die Schulter, erbost darüber, dass Alice seinem Sohn das Handy abgenommen hat. Im anschließenden Wortgefecht stellt sich heraus, dass dieser Vater niemand anderes als Nicolas älterer Bruder Jakob ist.

Die Familie Huber, allen voran die Eltern Hanna und Toni und Jakobs Tochter Mathilde, begrüßen den Besuch aus dem hohen Norden herzlich. Alice, die durch einen Unfall früh ihre Eltern verloren hat, fühlt sich in der warmherzigen, weihnachtlichen Atmosphäre des gutbürgerlichen Gasthauses sofort wohl.

Dann stürzt Kellner Tomasz von der Leiter, weil sich Alice und Jakob beim Tragen des Weihnachtsbaums in die Haare bekommen, und Hanna fällt dadurch in der Küche aus. Die Köchin bietet spontan ihre Hilfe an.

Als Nicolas sich mit der Nachricht aus Hamburg meldet, dass er es erst am Heiligabend schafft zu kommen, ist das für Alice kein Problem mehr.

Derweil wundert sich Christian, Alices alter Nachbar in Hamburg und längst ein väterlicher Freund: Von welchem Mann genau spricht eigentlich Alice am Telefon so emotional? Es ist auch ihm selbst aus der Ferne nicht verborgen geblieben, wie sehr sie Jakob während der gemeinsamen Arbeit in der Gasthofküche näherkommt und einen Draht zu seinen Kindern aufbaut  für Jakob, ein verwitweter alleinerziehender Vater, ein Dilemma.

Und für seine Mutter erst recht. Wie gerne würde die Seniorchefin des Gasthauses es sehen, wenn ihr ältester Sohn endlich den Avancen von Fischhändlerin Desna nachgeben würde, die schon sehr lange Gefühle für ihn hat. Mit Sorge versucht sie, ihrem Sohn ins Gewissen zu reden: Alice ist tabu!

Dann kommt Heiligabend. Mitten in den Festvorbereitungen der Hubers, die Überraschung: Nicolas ist angekommen! Es soll nicht die einzige bleiben an diesem Tag. Eine schöne Bescherung! 

 

Redaktioneller Hinweis: Im weiteren Verlauf der Handlung dieser romantischen Komödie spielen auch die Figuren Daniela und Kurt Huber eine wichtige Rolle, dargestellt durch Nina Hoger und Ilja Richter. Die beiden verblüffen mit einem bezaubernden Gesangs-Duett.

Produzentin Heike Wiehle-Timm über die besonderen Dreharbeiten

Oberstdorf lebt vom Fremdenverkehr. Normalerweise. Als wir im Januar diesen Jahres mitten im Lockdown ankamen, waren wir die einzigen Gäste. Die Hamburger Nummernschilder unserer Fahrzeuge stießen auf Skepsis: Wer betritt in Zeiten mit coronabedingten eklatanten Reiseeinschränkungen fremde Terrains? Wer mietet sich in Ferienwohnungen ein, wo doch alles geschlossen war? Kein Skilift in Betrieb, Gasthöfe und Geschäfte geschlossen, die Einkaufsstrasse wie ausgestorben.

Die Dreharbeiten zu "Alice im Weihnachtsland" gehören sicher mit zu den ungewöhnlichsten Erfahrungen, die wir als Filmcrew machen konnten. 

Unsere Geschichte erzählt von der Reise der jungen Köchin Alice in ein ihr unbekanntes Gebiet, von Hamburg ins Oberallgäu. Von der flachen, verregneten Großstadt ins verschneite Winterwonderland, umgeben von einer herrlichen Bergkulisse. Und so ging es auch uns, der Filmcrew. Nach Monaten im Lockdown unserer Hamburger Wohnungen durften wir – nach erteilten Genehmigungen des Gesundheitsamts und der Gemeinde – raus in die Natur. Es war wie ein kleiner Befreiungsschlag – nach der Kontaktsperre der letzten Wochen, denn nach anfänglicher Zurückhaltung wurden wir,  die einzigen auswärtigen Gäste im Ort, willkommen geheißen. Selbstverständlich unter Beachtung sämtlicher Auflagen, um die Inzidenzen nicht in die Höhe zu treiben. Hotels und Gaststätten waren geschlossen, aber wir waren glücklich, Gastgeber mit Ferienwohnungen zur Selbstverpflegung gefunden zu haben. Ab 21 Uhr galt Ausgangssperre. Bei Nachtdrehs bekamen wir eine Sondergenehmigung, uns nach der Sperrstunde außerhalb der Wohnungen bewegen zu dürfen. Das Arbeiten vor Ort war Herausforderung und Segen zugleich. Alle anfängliche Vorsicht gegenüber uns Großstädtern aus dem Norden wich Gastfreundschaft und Konstruktivität. Und so war diese Zeit zugleich ein Segen für unseren Film, denn wir konnten die Region fast exklusiv genießen und bekamen Zugang zu traumhaften Motiven, wie unseren gemütlichen Gasthof Huber, dem wir im Februar weihnachtlich schmücken durften.

Als Team hielten wir zusammen. Wir hatten uns, nur uns. Außenkontakte sprich Besucher waren nicht erlaubt. Jede und jeder nahm Rücksicht. Niemand wollte für das Ausbrechen des Corona-Virus verantwortlich sein. Denn das hätte Stillstand der Dreharbeiten und vor allem die Gefährdung der Gesundheit bedeutet. Und so konnten wir trotz aller Widrigkeiten in diesen Zeiten die Dreharbeiten gut beenden. Dass wir arbeiten durften, haben wir als ein Privileg empfunden. 

Nun möchten wir die Zuschauer und Zuschauerinnen mit Alice in das winterliche Weihnachtsland entführen und eine Geschichte erzählen, die so ganz und gar nicht von Corona handelt, sondern vielmehr mit ein paar ungeahnten Wendungen überrascht und in eine fröhliche, das Leben und die Liebe feiernde Weihnachtsstimmung versetzt.

Interview mit Hauptdarstellerin Aybi Era

Alice ist eine passionierte Köchin, sind Sie es auch?

Oh ja, sehr sogar. Bei mir legt die Schwerpunkt auf Gerichten mit frischen Zutaten, alles an Gemüse mit selbstgemachten Soßen oder auch sehr gerne Suppen, mal deftiger oder auch gerne klare Suppen.

Wenn ich die Rezepte örtlich zuordnen soll,  dann tendenziell asiatisch, türkisch, deutsch, italienisch und vor allem gemixte Eigenkreationen, aus all den genannten Regionen, Hauptsache vegan.

Alice kümmert sich um ihren Nachbarn Christian. Gibt es in Ihrem Leben auch jemanden der älteren Generation, den Sie unterstützen?

So jemanden wie Alice im Film Christian? Solch eine vergleichbare freundschaftlich-familiäre Verbindung zu einem älteren Menschen gibt es in meinem Leben nicht. Aber ich glaube fest daran, dass der Austausch mit allen Generationen sehr wichtig, bereichernd und auch gerne mal herausfordernd ist, und bin froh, viele solcher Begegnungen und auch Freunde in meinem privaten Kreis zu haben.

Das erste Mal zu den Eltern des Freundes – erinnern Sie sich, wie das für Sie war?

Es ist immer wieder verrückt, in ein neues Familiengebilde mit dessen Mustern, Erwartungen, Beziehungsachsen und all den erfahrenen Geschichten einzutreten. Daher ist das für mich schon immer aufregend und voller Abenteuer, die Familie kennenzulernen. 

Die hohe Kunst dabei besteht, nichts persönlich zu nehmen und offen auf die Menschen zuzugehen, dann kann das sehr schön sein, oder eben traumatisch.

Vom Freund versetzt zu werden, ist hart. Wie hätten Sie reagiert?

Sowas hätte auch mir passieren können... Ich habe da Verständnis für. Aber im ersten Moment ist das doof.

Sind Sie schon einmal verwechselt worden?

Ich glaube, das ist doch jedem schon mal passiert. Ich habe noch keine solch abgefahrene Story wie im Film erlebt. Das ist ein Ausmaß, das kann ich nicht übertrumpfen.

Weihnachten ist ein christliches Familienfest – auch für Sie?

Ich feiere Weihnachten mit meiner Familie, und am liebsten esse ich Knödel mit Rotkohl oder Kartoffeln oder Knödel mit einer veganen Pilzsahnesoße.

Familiäre Gesellschaft, gutes Essen, ein Dach überm Kopf und am liebsten keine Geschenke, das ist für mich die ideale Art, Weihnachten zu feiern.

Welche (guten) Vorsätze haben Sie für das neue Jahr?

Nur einen Vorsatz, aber Achtung, jetzt wird's cheesy: Zu jedem Augenblick meines Lebens den Reichtum und die Fülle, in der ich leben darf, als solches zu erkennen und dankbar dafür zu sein. In diesem Glaubenssatz steckt für mich quasi alles drin. 

Interview mit Jutta Speidel

Hanna Huber ist eine leidenschaftliche Köchin, auch für traditionelle Gerichte. Was bevorzugen Sie – gut bürgerliche oder moderne Küche?

Das kommt ganz drauf an, welches Wetter und welche Jahreszeit wir haben. Ich mag beides sehr gerne. Allerdings bin ich kein Freund von fleischlastigem, schwerem Essen, jedoch liebe ich traditionelle Eintöpfe und Aufläufe.

Wie alle Mütter will Hanna nur das Beste für ihren Sohn, wobei sie etwas übergriffig wird und versucht, ihn zu verkuppeln.

Wenn ich mich so jemals bei meinen Töchtern in ihr Leben eingemischt hätte, hätte ich ordentlich Ärger bekommen. Ich persönlich bin immer sehr zurückhaltend gewesen, auch wenn es mir schwer fiel.

Sind Sie schon einmal verwechselt worden?

Ich werde ständig verwechselt, weil Menschen glauben, mich persönlich zu kennen. Ich bin ja oft genug, und das schon sehr lange, in ihren Wohnzimmern. Dann stutzen manche erstmal, denken, sie kennen mich, zum Beispiel vom Bäcker, und dann geht ihnen ein Licht auf. Ich hatte schon sehr lustige Begegnungen dieser Art.

Weihnachten ist ein Familienfest – wie werden Sie in diesem Jahr feiern?

In der Familie, wie immer. Die hat in diesem Jahr Zuwachs bekommen, wir haben nicht nur eine kleine Enkelin, sondern noch eine Familie dazu bekommen. Schön!

Interview mit August Schmölzer

Toni Huber betreibt ein traditionelles Gasthaus, in der Herzenswärme und Gemütlichkeit groß geschrieben wird. Mögen Sie solche Häuser oder sind Sie eher für das Moderne?

Ich mag beides, die Gemütlichkeit nicht nur in einem klassischen Haus, sondern mir gefällt Gemütlichkeit in einem architektonisch fortschrittlichen Wohnhaus.

Toni sieht mit Wohlwollen auf die unvermittelt aufgetauchte "Schwiegertochter in spe". Verstehen Sie ihn und teilen Sie seine Offenheit?

Ja, das teile ich, denn es geht ja um das Glück anderer Menschen, nicht um meines.

Toni beobachtet die Verkupplungs-Versuche seiner Frau Hanna mit Skepsis und ist nicht mit ihr einverstanden. Was halten Sie von derartigen elterlichen Aktionen?

So etwas führt nie zu Glück, eher zu Spannungen und hat Unfrieden schon in sich.

Sind Sie schon einmal verwechselt worden oder kennen Sie eine (lustige) Verwechslungsgeschichte?

Oh ja, einmal in New York, wo ich mit Schal und Jacke und Ray Pan Brille unterwegs war, grüßte mich jemand mit: "High Mr. Nicholson, how are you?"

Weihnachten ist ein Familienfest.

Genau, es ist bei uns ein Fest im kleinsten Kreis der Familie, mit Ruhe und aufgrund der Pandemie-Situation auf der Basis, dass wir alle dankbar sein müssen, verschont worden zu sein, dass wir gesund sind, dass wir uns unsere Brötchen und alles leisten können, und dass wir uns haben – bis jetzt!

 

Die Interviews führte Karin Jensen.

Fotohinweis

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