Deutsche Polizisten an Europas Grenzen

Zweiteilige ZDF.reportage / Zudem: Spurensuche bei den Wutbürgern

Im Einsatz entlang der Balkanroute und auf Seestreife in der Ägäis: Deutsche Polizisten sind derzeit dort in Sachen Grenzsicherung unterwegs. Wie sie an den Hotspots der Flüchtlingskrise agieren, zeigt am 1. und 8. Mai 2016, 18.00 Uhr eine zweiteilige "ZDF.reportage", die Bundespolizisten auf deren "europäischer Mission" begleitet. Und anschließend, am Sonntag, 15. Mai 2016, 18.00 Uhr, begibt sich die "ZDF.reportage" auf "Spurensuche bei den Wutbürgern".

  • ZDF, 1., 8. und 15. Mai 2016, sonntags 18.00 Uhr

Texte

Sendetermine und Stab

Sonntag, 1. Mai 2016, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage
Deutsche Polizisten an Europas Grenzen
Im Einsatz entlang der Balkanroute

Film von Thomas Kasper und Detlev Konnerth

Produktion: Spiegel TV
Redaktion: Heike Schnaar

 

Sonntag, 8. Mai 2016, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage
Deutsche Polizisten an Europas Grenzen
Auf Seestreife in der Ägäis

Film von Torsten Mehltretter

Kamera: Axel Thiede
Schnitt: Rainer Wolf
Produktion: Mehltretter Media
Redaktion: Heike Schnaar

 

Sonntag, 15. Mai 2016, 18.00 Uhr, ZDF

ZDF.reportage
Laut, rechts, sächsisch?
Eine Spurensuche bei den Wutbürgern

Film von Carsten Thurau

Produktion: ZDF
Redaktion: Leo Spors, Heike Schnaar

Deutsche Polizisten im Einsatz entlang der Balkanroute

Erst kamen die Flüchtlinge nach Italien, später nach Griechenland und von dort über die sogenannte Balkanroute auch nach Deutschland. Doch jetzt führt kaum noch ein Weg nach Europa.

Die Menschen fliehen vor Krieg und Gewalt, vor Armut und Chancenlosigkeit – sie wollen nur eins: Sicherheit. Der Weg zu diesem Ziel ist gefährlich, doch sie sind bereit, ihr Leben dafür zu riskieren. Dabei scheint derzeit ein Durchkommen nach Europa immer unmöglicher: Der Seeweg ist lebensgefährlich und illegal. Und wenn es die Menschen bis nach Griechenland schaffen, droht ihnen jetzt die Rückführung in die Türkei.

Wie viele Menschen derzeit an der türkischen Küste auf die Gelegenheit zur Überfahrt nach Griechenland warten, weiß niemand. Laut inoffiziellen Angaben sollen es nach den Wintermonaten wieder Hunderttausende sein.

Trotz Abriegelung der Balkanroute und dem Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei befürchten einige Experten, dass wieder mehr Flüchtlinge über die Ägäis ihr Glück versuchen. Seit Anfang März unterstützt die Bundespolizei deshalb die griechische Küstenwache bei der Überwachung der Gewässer und rettet Menschen aus Seenot. Die Beamten sind Teil des Einsatzes der europäischen Grenzschutzagentur Frontex.

Aber nicht nur auf dem Wasser, sondern auch auf den griechischen Inseln und auf dem Festland sind deutsche Polizisten im Einsatz. An den Grenzen zwischen Serbien und Kroatien, zwischen Serbien und Ungarn und an der Grenze zwischen Slowenien und Kroatien sind ebenfalls deutsche Beamte tätig, die sich fern ihres normalen Einsatzgebietes neuen Situationen und Herausforderungen stellen müssen.

Die "ZDF.reportage" begleitet Bundespolizisten bei ihrem schwierigen Auslandseinsatz in Griechenland und entlang der Balkanroute. Dort sind zunehmend Flüchtlinge zwischen den abgeriegelten Grenzen gestrandet. Der Film geht auch der Frage nach, über welche Alternativrouten Migranten mittlerweile nach Westeuropa drängen.

Deutsche Polizisten auf Seestreife in der Ägäis

Frank R. ist als Bundespolizist an der europäischen Außengrenze im Einsatz. Die deutsche Bundesregierung hat ihn dorthin geschickt. Denn die beiden Einsatzschiffe "Börde" und "Uckermark" aus Rostock und Lubmin sind neuerdings auf der griechischen Insel Samos stationiert. "In erster Linie sind wir hier, um Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren", sagt Frank R. Dabei ist der Auftrag, den er und seine gut 30 Kollegen in der Ägäis zu erfüllen haben, viel weitreichender: Sie sollen Schleuser dingfest machen, deren perfides Geschäftsmodell zerstören. Ein schwieriges Unterfangen, das weiß auch Frank R., denn auf See müssen sie laut Seerecht erst einmal retten.

Rund um die Uhr fahren die deutschen Polizisten die ihnen zugeteilte Küstenlinie bei Samos zwischen der Türkei und Griechenland ab. Nachts treiben sie oft ohne Beleuchtung in der See – in der Hoffnung, die Schleuser überraschen zu können. Die Schlepper sind exzellent organisiert, sie beobachten genau und versuchen immer neue Tricks. Kein Wunder, schließlich geht es um ein riesiges Geschäft. Rund um die türkische Kleinstadt Cesme hat sich eine ganze Industrie um das Flüchtlingsgeschehen entwickelt. Schwimmwesten, Schlauchboote und Außenbordmotoren sind neuerdings der Renner. Dazwischen Flüchtlinge, die nur auf das passende Wetter zur Überfahrt warten.

Die "ZDF.reportage" unterwegs mit den Grenzschützern auf See und zu den Hotspots der Flüchtlingskrise.

Laut, rechts, sächsisch? – Eine Spurensuche bei den Wutbürgern

Deutschland 2016: Noch vor wenigen Monaten ein Land der Willkommenskultur, wird inzwischen immer öfter Wut und Hass gegenüber Flüchtlingen laut.

Clausnitz, Bautzen, Heidenau – es ließen sich noch viel mehr Orte aufzählen, in denen Flüchtlinge alles andere als willkommen geheißen wurden. Straßenblockaden, Brandstiftungen oder fremdenfeindliche Ausschreitung: Zu viele Menschen standen dabei, schauten zu. Besonders in Sachsen scheinen die Täter eine schweigende Mehrheit hinter sich zu fühlen.

Fakten, die mehr als nachdenklich machen: Eine Opferberatungsstelle in Sachsen zählte im Jahr 2015 für das Bundesland insgesamt 477 rechtsmotivierte und rassistische Angriffe. Die Tendenz: steigend. Auch die Zahl rechter Gewaltstraftaten hat im vergangenen Jahr um 86 Prozent zugenommen. Die meisten Vorfälle gab es in Dresden und in Leipzig sowie in den Landkreisen Leipzig und Sächsische Schweiz/Osterzgebirge.

Bleibt die Frage nach dem "Warum". Das Bundesland gilt als Musterregion des "Aufbaus Ost". Da sind das wiedererstandene Dresden, das weltoffene Leipzig, die lieblichen Landschaften des Elbtals und der rustikale Charme des Erzgebirges. Da sind Industrieansiedlungen in Hightech-Branchen ebenso wie Lifestyle und Kultur auf Weltniveau. Warum also ist Rechtsextremismus gerade in Sachsen auf dem Vormarsch?

Rechtsextreme Kräfte haben sich dort mancherorts gut etabliert. Neonazi-Kultur und Intoleranz gehören in Teilen Sachsens zum Alltag. In manchen Gemeinden scheinen die Grundrechte für Andersdenkende und erst recht für "anders Aussehende" außer Kraft gesetzt. Polizei, Politik und Gesellschaft haben demokratiefreie Zonen zugelassen.

Die "ZDF.reportage" blickt auf einige Orte des Freistaates, die offensichtlich ein rechtes Problem haben: auf Freital, wo sich einige Bürger für die Integration von Flüchtlingen engagieren – und deswegen Angst haben müssen. Auf Bautzen, wo 100 Flüchtlinge in eben das Gebäude einziehen sollen, das durch einen Brandanschlag kürzlich schwer beschädigt wurde. Auf Heidenau, wo der Bürgermeister nach den Ausschreitungen versucht, ein friedliches Zusammenleben in seiner Stadt wieder möglich zu machen. Standhaft bleiben und Rechtsbrüche weiter konsequent verfolgen – das einzige Rezept gegen Intoleranz.

Die "ZDF.reportage" ist unterwegs in einem Bundesland, das um seinen guten Ruf kämpfen muss.

Infos zur "ZDF.reportage"

Die "ZDF.reportage" berichtet immer sonntags, 18.00 Uhr, aus der Alltagswirklichkeit der Zuschauer. Sie greift Themen auf, die aktuell und brisant sind und setzt sie spannend und emotional um. Dabei erzählt die "ZDF.reportage" immer aus der Perspektive der Betroffenen, von Menschen, ihren Lebenswegen und Schicksalen, ihren Konflikten, ihren Hoffnungen und Träumen. Die meisten Reportagen spielen in Deutschland, bei Auslandsthemen ist stets ein deutscher Bezug vorhanden.

Seit November 2015 leitet Heike Schnaar die Redaktion der "ZDF.reportage".

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