Jubiläumsjahr 2019: Grundgesetz, Mauerfall und mehr

Ausblick auf Programmhighlights von April bis November

Das Jahr 2019 bietet vielfältige Anlässe, auf die deutsche Geschichte zurückzublicken: 70 Jahre Grundgesetz, 30 Jahre Mauerfall, 80 Jahre Beginn des Zweiten Weltkriegs, 100 Jahre Bauhaus. Das ZDF bietet zwischen April und November 2019 eine Vielzahl an Dokumentationen, Fernsehfilmen und Reportagen, die anlässlich dieser Jubiläen erkunden, wie es um die Freiheit und Demokratie in der deutschen Gesellschaft bestellt ist. Ein Ausblick auf einige Programmhighlights in den kommenden Monaten.

    Texte

    Der Wert unserer Freiheit und die Kraft der Verfassung
    Von ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut 

    Das Jahr 2019 bietet besondere Anlässe, auf unsere Geschichte zurückzublicken. Das Grundgesetz wird 70 und der Mauerfall jährt sich bereits zum 30. Mal. Die Jahrestage erinnern an die Bedeutung von Freiheit und Demokratie für unsere Gesellschaft.   

    Der Fall der Mauer im November 1989 war ein Glücksfall der Geschichte. Er machte das vereinigte Deutschland von heute erst möglich. Aber viele stellen heute auch die Frage: Wie gut wurden die Chancen für ein gelingendes Zusammenwachsen genutzt? Die Dokumentation "30 Jahre Mauerfall – Joachim Gaucks Suche nach der Einheit" geht im April dieser Frage nach.

    Nicht nur die anstehende Europawahl liefert einen Anstoß, über den Zustand der Demokratie nachzudenken. Auch das Jubiläum unserer Verfassung bietet dafür eine Gelegenheit: Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz in Kraft. Was die Deutschen heute von ihrem Grundgesetz halten, erkundet unter anderem eine "ZDFzeit"-Dokumentation zum 70. Jubiläum.

    Die beiden Jahrestage werden aber nicht nur mit historischen Dokumentationen markiert. Wir nutzen die kalendarischen Anlässe auch, um als öffentlich-rechtliches Medium mit großer Breitenwirkung auf den Wert der Freiheit und die Bedeutung des Grundgesetzes aufmerksam zu machen – mit vielen Sendungen und Beiträgen in der ZDF-Programmfamilie, mit einem eigenen Bereich in unserer Mediathek und mit Angeboten im Netz. Die ZDFmediathek präsentiert von Mai bis November einen eigenen Themenschwerpunkt. Unter dem Label #unsereFreiheit finden die Nutzer dort ein reichhaltiges, kuratiertes Angebot – von den großen Dokumentationen über fiktionale Sendungen bis hin zu Beiträgen aus der Aktualität, Reihen wie "Momente der Geschichte" oder leicht verständlichen Erklärstücken aus der "logo!"-Redaktion. Über die Monate entsteht so ein vielfältiges, informatives und anregendes Video-on-Demand-Angebot mit Inhalten, die etwa auch für Lehrer und andere Multiplikatoren interessant sein können.

    Über unsere Kanäle in den sozialen Netzwerken wollen wir Menschen mit dem Thema in Berührung bringen, die unsere regulären Informationsangebote eher selten nutzen. Dort werden wir vom 23. Mai bis zum 9. November ebenfalls unter dem Label #unsereFreiheit jeden Tag einen neuen Beitrag posten – interessante und überraschende Fakten, Zitate, Statements, kurze Videos, etc. sollen zum Nachdenken, Mitmachen und vor allem auch zum Diskutieren anregen.  

    Und dann gibt es noch einen weiteren Jahrestag, der daran erinnert, welche Bedeutung 70 Jahre Grundgesetz und ein friedliches Zusammenleben in Europa haben. Vor 80 Jahren, am 1. September 1939, begann der Zweite Weltkrieg – auch daran erinnern wir in zahlreichen Beiträgen und Dokumentationen. 100 Jahre ist es her, dass die Weimarer Republik Gestalt angenommen hat. Geschichte geschrieben hat in dieser Weimarer Republik eine Kunstschule, die Walter Gropius am 12. April 1919 in Weimar gründete: Das Bauhaus erhob den klaren, nüchternen, funktionalen Stil zu seinem Ideal und hat sich als wichtiger Beitrag Deutschlands zur Architektur-, Design- und Kunstgeschichte ins kulturelle Gedächtnis eingeprägt. 2019 versammelt viele wichtige Jubiläen, die unserem Programm in diesem Jahr eine besondere Prägung verleihen.

    Dr. Thomas Bellut
    ZDF-Intendant

    Erinnerungsjahr 2019
    Von Stefan Brauburger, Leiter der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte

    2019 ist das Jahr der Erinnerungstage: Die Bundesrepublik Deutschland wird "70", feiert den 30. Jahrestag des Mauerfalls und blickt zurück auf die Gründung der Weimarer Republik vor 100 Jahren. Auch der Versailler Vertrag jährt sich zum 100. Mal, diesmal in einer Zeit, in der Frankreichs Präsident "Liebeserklärungen" an Deutschland richtet und zu einer gemeinsamen Vertiefung der Einigung Europas aufruft – im Vorfeld der nunmehr neunten Direktwahlen zum Europäischen Parlament. Die Geschichte der Bundesrepublik ist von Anfang an auch eine des Wandels von ehemaliger Gegnerschaft zur Partnerschaft und Freundschaft mit den Nachbarn.

    "Heute, am 23. Mai, beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte unseres Volkes", so lauteten die ersten Worte der Ansprache Konrad Adenauers zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949. Nur vier Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches wurde das Bonner Grundgesetz unterzeichnet. Die Staatsgeburt war auch von Skepsis begleitet. Würde Bonn wie Weimar werden? Als das Grundgesetz verkündet wurde, war von einem Provisorium die Rede, denn das Land blieb geteilt, die Wiedervereinigung als Staatsziel lag in unabsehbar weiter Ferne.

    Damals litten in Deutschland und Europa immer noch Millionen Menschen unter den Folgen des Krieges und der Verbrechen, die von Deutschen verübt worden waren. Noch immer ragten Trümmer aus vielen Städten, die Wirtschaft kam erst allmählich in Gang. Doch dann nahm das Provisorium Formen an, der Aufstieg aus den Ruinen des Weltkriegs zum so genannten "Wirtschaftswunderland" gelang in einem rasanten Tempo. Mit Wohlstand wuchs auch die Stabilität der Demokratie und ihre Akzeptanz.

    Auch das gaben die Eltern des Grundgesetzes der jungen Republik mit auf den Weg: "…als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen". Konrad Adenauer konnte es gar nicht schnell genug gehen, durch die Bindung an (West-) Europa eine Aufwertung, Einbettung und wirtschaftliche Perspektive für den soeben gegründeten Staat zu erreichen. Es war auch das naheliegende Konzept, nachdem extremer Nationalismus und Diktatur den Kontinent in die Katastrophe gestürzt hatten. Manche sahen darin auch eine kleine Flucht in die schöne Idee vom geeinten Europa, um vom Ballast der NZ-Zeit loszukommen. Am liebsten hätte Adenauer schon 1954 eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft erreicht und bald danach die politische Gemeinschaft.

    Die deutsche Spaltung vertiefte sich hingegen. 40 Jahre DDR bleiben als sozialistisches Gegenbild zur freiheitlichen Republik im Westen in Erinnerung. Wechselseitig haben beide deutsche Staaten aufeinander eingewirkt, eine gemeinsame und geteilte Geschichte geprägt. Nachdem die DDR-Bürger 1989 die trennende Mauer friedlich überwunden hatten, gelang es wenig später, die Spaltung Deutschlands und Europas zu beenden, gefolgt von der Osterweiterung der EU.

    Standen bei früheren Jahrestagen eher Fragen zur inneren Vereinigung der Deutschen im Vordergrund, sind es heute zum einen globale Themen: Der Flüchtlingsfrage, der Klimawandel, instabile internationale Finanzmärkte, Spaltungstendenzen der EU und transatlantische Irritationen. Doch zum anderen wachsen auch innenpolitisch die Herausforderungen: Sieben Jahrzehnte nach Gründung der Bundesrepublik sehen manche Beobachter zumindest Anzeichen, die an "Weimarer Verhältnisse erinnern. Volksparteien verlieren an Stimmen, die Parlamente erleben einen Rechtsruck, Regierungsbildungen werden schwieriger. Die politische Rhetorik radikalisiert sich, völkische und nationalistische Töne finden Widerhall. Wieweit dies wirklich die Demokratie gefährdet, ist offen.

    Und die Stabilität in Europa? Hier gilt Deutschland nach wie vor als ökonomisches und politisches Schwergewicht, was unterschiedlich wahrgenommen wird. Einige Partner fürchten deutsche Dominanz, andere fordern die Macht in der Mitte auf, sie solle mehr Verantwortung übernehmen – bei der Sicherung des Friedens, bei der Bewältigung internationaler Krisen und Konflikte.

    Dies zählt nach 70 Jahren ebenso zur Bilanz wie die Feststellung, dass die zurückliegenden Dekaden die friedlichsten und freiheitlichsten der deutschen Geschichte waren.

    Jubiläumsjahr 2019: Grundgesetz, Mauerfall und mehr

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