Copyright: ZDF/Thomas Foerster
Copyright: ZDF/Thomas Foerster

Shooting Stars – Junges Kino im Zweiten

Fünf Filme im Kleinen Fernsehspiel des ZDF

In der Reihe "Shooting Stars – Junges Kino im Zweiten" präsentiert das ZDF auch in diesem Sommer wieder eine Auswahl deutscher Kinokoproduktionen junger Talente. Den Auftakt bildet am Montag, 8. Juli 2019, 20.15 Uhr, "Lucky Loser" von Nico Sommer.

  • ZDF, Ab Montag, 8. Juli 2019, 20.15 Uhr
  • ZDF Mediathek, Alle Filme der Reihe sind ab Sonntag, 7. Juli 2019, 10.00 Uhr, für 30 Tage in der ZDFmediathek abrufbar.

Texte

Gegen den Strom
Statement von Redaktionsleiterin Claudia Tronnier

In der Sommerreihe "Shooting Stars – Junges Kino im Zweiten" zeigt Das kleine Fernsehspiel wieder eine Auswahl deutscher Kinokoproduktionen junger Talente. Fünf Filme verschiedener Genres, deren Protagonistinnen und Protagonisten dennoch alle etwas verbindet: Sie brechen mit Konventionen, befreien sich von Zwängen und wachsen – jeder auf seine Art – über sich selbst hinaus.

Da ist der "Lucky Loser" Mike mit schlecht bezahltem Job und ohne Wohnung. Seine heiß geliebte Ex will schon lange nichts mehr von ihm wissen. Doch als die gemeinsame Teenie-Tochter plötzlich bei ihm einziehen will und es notgedrungen auf den Campingplatz geht, wird sein Scheitern zur Chance.

Unter Druck begeht eine angehende Kardiologin in "Das Menschenmögliche" einen fatalen Fehler. Doch anstatt zu schweigen, stellt sie sich gegen das krankende System der Klinik.

In "Smile" erlebt eine junge Frau ein Rave-Festival zunehmend als Horrortrip. Statt mit der Masse zwanghaft glücklich zu verschmelzen, muss sie ihren eigenen Weg hinaus finden.

Eine etablierte Ärztin versucht, sich in "Die Anfängerin" immer noch von ihrer dominanten Mutter zu emanzipieren. Dabei helfen ihr ein kleines Mädchen und ihre Liebe zum Eiskunstlaufen.

Für den an tödlicher Muskeldystopie leidenden jungen Mann in "Draußen in meinem Kopf" bedeutet Freiheit Erlösung von seinem Leiden, aber darum muss er kämpfen, denn er ist auf die Hilfe anderer angewiesen.

Eine Komödie, ein Drama, ein Coming-of-Age-Film im reiferen Alter, eine Festival-Odyssee und ein Kammerspiel – die fünf formalinhaltlich völlig unterschiedlichen Shooting Stars 2019 zeigen, wie groß das Spektrum des Erzählens junger Nachwuchsregisseurinnen und -regisseure und Autorinnen Autoren ist. Auch, wenn sie gemeinsame Fragen haben und ihre Heldinnen und Helden gesellschaftliche Normen auf den Kopf stellen.

Claudia Tronnier, Redaktionsleiterin ZDF/Das kleine Fernsehspiel

Die Sendetermine und -titel

Montag, 8. Juli 2019, 20.15 Uhr
Lucky Loser

Mittwoch, 10. Juli 2019, 23.30 Uhr
Das Menschenmögliche

Montag, 15. Juli 2019, 23.55 Uhr
Smile

Mittwoch, 17. Juli 2019, 23.15 Uhr
Die Anfängerin

Montag, 24. Juli 2019, 23.15 Uhr
Draußen in meinem Kopf

Lucky Loser

Montag, 8. Juli 2019, 20.15 Uhr

Lucky Loser
Komödie, Deutschland 2017

Stab

BuchNico Sommer
RegieNico Sommer
KameraThomas Förster
SchnittNico Sommer, Carlotta Kittel
TonTim Stephan
SounddesignManuel Laval
SzenenbildNadine Schmidt
KostümbildLena Wolf
ProducerinKatharina Possert
ProduzentBoris Schönfelder
ProduktionNeue Schönhauser Filmproduktion in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel, mit Unterstützung durch Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein und Medienboard Berlin-Brandenburg
Redaktion Christian Cloos
Länge87'38''

Die Rollen und ihre Darsteller

MikePeter Trabner
ClaudiaAnnette Frier
HannahEmma Bading
ThomasKai Wiesinger
OttoElvis Clausen
RonaldHarald Polzin
Herr HartmannGustav Peter Wöhler
AchimAndreas Hoppe
Rosi Ursula Werner
Kellnerin Katharina Schlothauer

Inhalt
Eine sommerliche Campingplatz-Komödie um einen Loser-Papa, seine Teenie-Tochter, deren schwarzen Freund und eine plötzlich auftauchende Ex-Frau.

Bei Mike läuft's alles andere als rund: Wohnung weg, Job eine Einbahnstraße, und zu allem Übel schlägt sein kleines "Loser-Herz" immer noch für Ex-Frau Claudia. Für ihn ist die Trennung nur eine neunjährige Beziehungspause, für die erfolgreiche Ärztin ist Mike jedoch eine Katastrophe auf zwei Beinen. Zumal sie seit Jahren mit dem Anwalt Thomas liiert ist und ein spießiges Vorstadtleben führt.

Als die gemeinsame Teenie-Tochter Hannah plötzlich beschließt, zu ihrem Vater zu ziehen, steckt Mike in der Bredouille. Wo soll er mit ihr bloß hin? Notgedrungen geht's auf einen Campingplatz, wo zu Mikes Entsetzen noch Hannahs heimlicher Freund Otto auftaucht. Chaos ahnend, macht sich auch Claudia auf den Weg. Das Durcheinander ist perfekt, doch Mike wittert seine zweite Chance.

Kann ein Loser lucky sein? Provokant, charmant und mit der perfekten Prise schwarzem Humor und Tiefgang erzählt Nachwuchs-Regisseur Nico Sommer aus dem Leben des hoffnungslosen Romantikers Mike, einem "Helden des Alltags": Fünfzig, wohnungslos, erfolglos, aber das Herz am rechten Fleck. Auch wenn gerade alles schief läuft, steckt er den Kopf nicht in den Sand. "Lucky Loser" ist eine Sommer-Komödie über das Scheitern als Chance zwischen Bäumen, Wohnwagen und Badeseen. Sie zeigt, dass Campingwagen rosten, aber alte Lieben manchmal nicht.

Regisseur Nico Sommer, dessen bisherige Inszenierungen durch Schauspiel-Improvisation geprägt waren, arbeitet bei "Lucky Loser" erstmals mit einem ausgearbeiteten Drehbuch.

Festivals und Preise
Filmfest München 2017
Zweiter Preis Publikumspreis FILMZ Mainz 2017

Biografie von Nico Sommer (Buch und Regie)
Nico Sommer, geboren 1983, studierte Dokumentar- und Spielfilmregie an der Kunsthochschule Kassel. Mit seinem ersten Kurzfilm "Stiller Frühling" gewann er viele nationale Nachwuchspreise, darunter mehrere Publikumspreise. Es folgte der Abschluss-Kurzfilm "Vaterlandsliebe", der 2012 für den First Steps Award nominiert wurde. Sein Spielfilmdebüt "Silvi" wurde 2013 auf die Berlinale eingeladen, lief auf vielen Festivals weltweit und wurde im MoMA in New York gezeigt. 2014 stellte Nico Sommer seinen zweiten Spielfilm "Familienfieber" fertig, der im Wettbewerb des Max-Ophüls-Preises den Preis der saarländischen Ministerpräsidentin gewann. 2017 feierte sein dritter Spielfilm "Lucky Loser" Welturaufführung beim Filmfest München.

Das Menschenmögliche

Mittwoch, 10. Juli 2019, 23.30 Uhr

Das Menschenmögliche
Drama, Deutschland 2018

Stab

BuchEva Wolf
RegieEva Wolf
Kamera Daniel Schönauer
Schnitt Sascha Seidel, Franziska Köppel
MusikFelix Raffel
TonMichael Diehl
Szenenbild Angelika Dufft
KostümBettina Marx
ProduzentinSophia Aldenhoven
Produktion   Eine die film gmbh WEST Produktion, in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel, gefördert durch die MFG Filmförderung Baden-Württemberg
Redaktion  Eva Katharina Klöcker
Länge 85'40''

Die Rollen und ihre Darsteller

JudithAlissa Jung
StefanLasse Myhr
Iris Brigitte Urhausen
Mark Torben Liebrecht
Schwester Katja Kathrin Kestler
Dr. TornauMarietta Meguid
Hedi Astrid M. Fünderich
CaroViola Pobitschka
Dr. PöllnitzMarcus Calvin
Dr. HirschBarbara Stoll
und andere

Inhalt
Assistenzärztin Judith begeht unter dem Druck ihrer Arbeitsbedingungen einen Fehler, eine Patientin stirbt. Als sie darüber nicht schweigen will, stellt sich Judith gegen ein zerstörerisches System.

Nach dem Tod der Patientin ist Judith erschüttert und zweifelt an ihrer Eignung als Ärztin. Doch die Klinikleitung warnt sie vor einem Schuldeingeständnis. Auch Judiths Freund Mark rät ihr, einfach weiterzumachen. Gegen ihr Gefühl verschweigt Judith, was passiert ist.

Während der Fall untersucht wird, versetzt Judiths Chefin sie in den Dienst im Notarztwagen. Karrieretechnisch fühlt Judith sich dort wie auf dem Abstellgleis. Doch die Distanz zum Klinikalltag lässt bei ihr eine neue Sicht auf die Zustände im Krankenhaus zu. Sie beginnt, ein krankes System zu sehen und muss sich entscheiden: mitschwimmen und Karriere machen oder selbst etwas verändern?

"Das Menschenmögliche" ist das Fiction-Debüt der Dokumentarfilmerin Eva Wolf. Bereits in ihrem jüngsten Dokumentarfilm "Intensivstation", der für den Deutschen Fernsehpreis nominiert wurde, hat Eva Wolf sich dem Arbeitsort und Themenfeld Krankenhaus sensibel genähert.

Statement von Eva Wolf (Buch und Regie)
Die Idee zu "Das Menschenmögliche" kam mir bei der Recherche zu "Intensivstation". Nach meiner Erfahrung ist es für Ärztinnen und Ärzte nicht nur sehr schwer, eigene Fehler anzusprechen, sondern auch die Fehler anderer. Doch wenn Fehler nicht erkannt werden, können auch die Umstände, in denen sie begangen wurden, nicht verbessert werden. Bei "Das Menschenmögliche" war mir wichtig, dass wir mit Protagonistin Judith entdecken, wie stark unser Gesundheitssystem Fehler begünstigt und wie sehr Judith mit ihrer Schuld allein gelassen wird.

Festivals
Filmfest München 2019, Reihe "Neues deutsches Fernsehen"

Biografie von Eva Wolf(Buch und Regie)
Eva Wolf studierte Filmregie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Ihr Diplomfilm, der Dokumentarfilm "Mumbai Masala – Bollywood Industry" über die indische Filmszene in Mumbai, wurde unter anderem auf dem Raindance East Festival in London und auf dem Ethnofilmfest Berlin gezeigt. Nach dem Studium entstanden zunächst längere Dokumentarfilme, darunter "Intensivstation", der auf der Duisburger Filmwoche und dem Münchner Dokumentarfilmfest gezeigt wurde und 2014 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert war. "Das Menschenmögliche" ist Eva Wolfs erster Spielfilm.

Smile

Montag, 15. Juli 2019, 23.55 Uhr

Smile
Drama, Deutschland 2017

Stab

BuchSilke Eggert, Steffen Köhn, Prodromos Antoniadis
Regie Steffen Köhn
KameraMario Krause
SchnittLeonardo Franke, Andrea Pek
Musik Johannes Klingebiel
Ton Lorenz Fischer
SounddesignLaura Matissek
MaskeChristina Birnbaum
SzenenbildSandra Fleischer, Martina Mladenova, Miriam Schmidtke
KostümAnna Lutz, Nora Scheve, Raquel Fernandez
Casting Tanja Schuh, Inez Körnich
ProducerRené Frotscher
ProduzentenEva-Marie Martens, Alexander Martens
ProduktionEine Produktion der Martens Film und Fernsehproduktions GmbH in Koproduktion mit dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel und der Deutschen Film und Fernsehakademie, der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und Farbfilm Produktion, gefördert durch das Medienboard Berlin Brandenburg (MBB) und der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM)
RedaktionJörg Schneider
LängeLänge 74'58''

Die Rollen und ihre Darsteller

MercedesMercedes Müller
BellaHanna Hilsdorf
Boy Mehmet Sözer
Zylinder Christoph Bach
HeidiJulia Dietze
Mutter Catherine Flemming
Faun Roland Korponovics
Bronco Paul Boche
Isis GiGi Fantasio Spelsberg
Fotograf Ingo Robin
Wendy Samia Chancrin
Cowboy Timo Jacobs
und viele andere

Inhalt
"Smile" erzählt vom Kosmos eines großen sommerlichen Technofestivals.

Auf der Suche nach Freundschaft und Glück besucht die junge Mercedes zum ersten Mal das sagenumwobene Technofestival "Heimat" in Deutschland. Sie will vor allem einen DJ wiedersehen, den sie bei einem Gig in ihrer Heimatstadt kennengelernt hat. Doch bald verliert sie ihn im Gedränge aus den Augen und sieht sich stattdessen schnell mit den Abgründen der scheinbar perfekten Partywelt konfrontiert.

Zufällig lernt Mercedes die wilde und faszinierende Bella kennen. gemeinsam machen sie sich auf den Weg zum "Secret-Backstage", um DJ Boy dort zu suchen. Aber vorher tanzen sie, trinken, lachen und verlieren sich im Rhythmus der Beats. Ohne Zeitgefühl fliegen sie von Dancefloor zu Dancefloor, und die ganze Welt scheint ein einziger Spielplatz voller magischer und schräger Begegnungen zu sein. Doch die Reise durch das angesagte Wunderland entpuppt sich zunehmend als Horrortrip. Mercedes kann bald nicht mehr unterscheiden zwischen Traum und Realität, zwischen Sein und Schein.

Statement von Regisseur und Ko-Autor Steffen Köhn
Große Musikfestivals sind immer Utopien, eigene Welten, temporäre autonome Zonen, in denen all das Wirklichkeit werden soll, was wir im Alltag so schmerzlich vermissen: Zauber, Intimität, Kontrollverlust. Aber letztlich sind sie dann doch nur ein potenziertes Spiegelbild unseres Alltags. Unser Film ist eine Groteske, angesiedelt irgendwo zwischen Alice im Wunderland und Dantes Inferno. Gemeinsam mit Mercedes durchschreiten wir immer weitere Höllenkreise und begegnen nach und nach den inneren Widersprüchen und schließlich den Abgründen, die hinter der schönen Fassade des "Heimat"-Festivals lauern. Denn das Festival in unserem Film ist eine Gefühlsausbeutungsmaschine, eine oberflächlich perfekte Welt, ein perfekt geöltes Räderwerk, das allem und jedem einen Wert zuweist. Und das uns mit all den Sehnsüchten, die es permanent in uns produziert, am Ende alleine lässt.

Unsere Erzählperspektive ist jedoch keine rein zynische, an der Oberfläche bleibende, nur unbeteiligt von außen betrachtende. Denn ein Außen gibt es im Kapitalismus schon lange nicht mehr. Wir beschreiben schließlich eine Welt, in der wir alle längst zu Hause sind. Deshalb begeben wir uns mit einem Höchstmaß an Empathie auf Augenhöhe mit unserer Protagonistin. Wir zeigen die Sehnsucht und die Einsamkeit, aber auch das fragile Glück dazuzugehören, selbst wenn man nur ein kleines Rädchen in der Maschine ist. Mercedes ist dabei ein polyphoner Charakter, eine Collagefigur, ein für jeden anschlussfähiges Abbild zeitgenössischer Subjektivität. In ihrer Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Geborgenheit ist sie eine Art offene Wunde, ein personifiziertes Begehren. Sie ist bereit alles zu tun, um dazuzugehören, um anzukommen, eine Heimat zu finden in einer Welt, die von jedem verlangt, sich stets als Ware anzubieten und seinen Marktwert zu erhöhen.

Festivals
Achtung Berlin Award 2019 Wettbewerb

Biografien
Steffen Köhn (Regisseur und Ko-Autor)

Steffen Köhnwurde 1980 geboren. Er studierte Ethnologie und Filmwissenschaft, seit 2006 Filmregie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Er dreht Spiel- und Dokumentarfilme sowie Videokunstarbeiten, die er international auf Ausstellungen, in Museen und Galerien zeigt. Die Videoinstallation "A Tale of Two Islands" wurde 2012 im Rahmen des Forum Expanded auf der Berlinale gezeigt. "After Hours" (2013), sein architektonisches Porträt des Techno-Clubs Berghain, war als Teil der Ausstellung Kultur:Stadt in der Berliner Akademie der Künste und im Kunsthaus Graz zu sehen. Sein Kurzfilm "Frühlingsopfer" (2015) hatte auf dem WorldFilmFestival Montreal Premiere und wurde mit dem Prädikat Wertvoll ausgezeichnet. Mit "Smile" hat Steffen Köhn sein Regiestudium abgeschlossen.

 

Silke Eggert (Buch)
Silke Eggert, geboren 1979 in Düsseldorf, lebt und arbeitet seit 2004 in Berlin. Seit 2011 ist sie Studentin an der Drehbuchakademie der dffb. Dort entstand 2012 der Kurzfilm "Akio" in Koproduktion mit ARTE. 2012/13 war sie Ko-Autorin für Hans Weingartners Langspielfilm "303". Ebenfalls 2013 erschien die Kurzgeschichte "Ein/Aus" im lettretage Verlag Berlin im Rahmen der Anthologie "Onetti Re-Covered". 2013/14 war sie Ko-Autorin für Katalin Gödrös ("Mutanten", "Songs About Love And Hate") Langspielfilm mit dem Arbeitstitel "Philip S", nach Ulrike Edschmids Roman "Das Verschwinden des Philip S.". Silke Eggerts Abschlussbuch "Wasser" wurde für den FIRST STEPS Award 2017 nominiert.

Die Anfängerin

Mittwoch, 17. Juli 2019, 23.15 Uhr

Die Anfängerin
Drama, Deutschland 2017

 

Stab

 

BuchAlexandra Sell
RegieAlexandra Sell
Kamera Kolja Raschke
Schnitt Halina Daugird, Alexandra Sell, Vessela Martschewski
Musik Can Erdogan, Daniel Sus
Ton Bernd Hackmann
Sounddesign Linus Nickl
ProduzentenFlare Film, Martin Heisler
KoproduzentenJoachim Ortmanns, Kathrin Schlösser, Helge Neubronner, Frank Evers
Produktion Flare Film in Ko-Produktion mit Lichtblick Film, Cine+ und ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert von BKM, Film- und Medienstiftung NRW, DFFF
Redaktion Christian Cloos, ZDF/Das kleine Fernsehspiel Doris Hepp, ZDF/ARTE
Länge 90'41"

Die Rollen und ihre Darsteller

 

Annebärbel Ulrike Krumbiegel
Irene Annekathrin Bürger
JolinaMaria Rogozina
Birgit Zernitz Franziska Weisz
Horst KuhnStephan Grossmann
Rolf Rainer Bock
Gertrud Tatja Seibt
Trainer LeitererReinhard E. Ketterer
Margit AxmannJudith von Radetzky
Christine ErrathEiskunstlauf-Weltmeisterin Christine Stüber-Errath

Inhalt
Ärztin Annebärbel greift mit fast 60 Jahren wieder zu den Schlittschuhen, um ihren Kindheitstraum vom Eiskunstlaufen zu erfüllen und um ein Trauma zu überwinden.

 

Die 58-jährige Ärztin Annebärbel Buschhaus kommandiert ihre Patientinnen und Patienten gerne herum, ist kühl, abweisend und überkorrekt. Sie hat sich in ihrem starr organisierten Leben eingeigelt. Nur in ihrer herrischen Mutter Irene findet sie eine Meisterin. Annebärbel war schon immer eine Enttäuschung für Irene, auch wenn sie sich noch so sehr um deren Liebe und Anerkennung bemüht hat.

Als Annebärbel von ihrem Mann verlassen wird, gerät ihr Leben ins Wanken. Völlig verunsichert zieht es sie wie magisch in die Eishalle. In der Kälte des monumentalen Olympiastützpunktes versucht sie, sich endlich ihren Kindheitstraum vom Eislaufen zu erfüllen.

 

Alexandra Sell erzählt in ihrem Debütspielfilm von der Erfüllung eines Lebenstraums, der späten Loslösung von einer lieblosen Mutter und einer Freundschaft zwischen Jung und Alt. Mit fein eingestreutem Humor inszeniert sie die emotionale "Enteisung" einer Frau auf dem Eis.

 

"Die Anfängerin" führt auf authentische Weise in die Welt des Eiskunstlaufes, der viele Generationen fasziniert hat. Erstmals wieder auf dem Eis und im Glanz des Scheinwerferlichts ist Eiskunstlauf-Legende und Weltmeisterin Christine Stüber-Errath in einer Schlüsselrolle zu sehen.

 

Ulrike Krumbiegel nahm für ihre Rolle als Annebärbel Buschhaus Unterricht bei einer professionellen Eiskunstlauf-Trainerin, studierte eine Kür ein und führte auch die Sturzszenen auf dem Eis selbst aus. Als Jolina ist Eiskunstläuferin und Filmdebütantin Maria Rogozina zu bewundern. DEFA-Legende Annekathrin Bürger ("Eine Berliner Romanze"; "Hostess") ist als Annebärbels Mutter Irene zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung in einer tragenden Rolle auf der großen Leinwand zu sehen.

 

Statement von Alexandra Sell (Regie und Buch)
"Die Anfängerin" zeigt die Welt der Eishalle als Brennglas für Gegensätze: Alter – Jugend, erfüllte Träume – vergebliche Träume, Schönheit – Härte. Der Film entführt den Zuschauer in ein Milieu, das bisher nur im süßlichen Genre des Sport- und Tanzfilms verklärt wurde. Ich möchte die Geschichte einer späten Befreiung erzählen: Es ist nie zu spät, die Richtung zu wechseln, nie zu spät für einen Neuanfang. Ich hoffe, dass viele Menschen in Annebärbel ein Stück von sich selbst entdecken: Wir alle sollten die Dinge ändern, wenn uns das Korsett erdrückt.

 

Preise und Festivals
Preis für die beste Regie beim Internationalen Filmfestival Fort Lauderdale/Florida 2018

Festival des Deutschen Films 2017, Ludwigshafen (Eröffnungsfilm, Weltpremiere) Scottsdale International Film Festival 2018

River Run International Filmfestival Winston Salem/USA 2018

 

Biografie von Alexandra Sell (Buch und Regie)

Alexandra Sell, geboren in Hamburg, studierte Freie Kunst und Fotografie an der heutigen UDK Berlin und schloss als Meisterschülerin ab. Im Anschluss ging sie mit einem DAADStipendium ans renommierte Goldsmiths College in London. Während ihres Studiums arbeitete sie als freie Fotografin. Es folgte ein Regiestudium an der Kunsthochschule für Medien Köln an. Es entstanden erste Dokumentarfilme. Ihr Langfilmdebüt "Durchfahrtsland" (2005) wurde auf dem Festival des deutschen Films Ludwigshafen mit einer besonderen Auszeichnung geehrt. "Die Anfängerin" ist ihr erster Spielfilm.

Draußen in meinem Kopf

Montag, 24. Juli 2019, 23.15 Uhr

Draußen in meinem Kopf

Spielfilm, Deutschland 2017

Stab

 

Buch Eibe Maleen Krebs, Andreas Keck
RegieEibe Maleen Krebs
KameraJudith Kaufmann
SchnittMari von Deutsch
Musik Martin Lingnau, Ingmar Süberkrüb
TonHubertus Müll
SzenenbildThorsten Sabel
Producer Verena Gräfe-Höft
ProduzentenVerena Gräfe-Höft
ProduktionJunafilm UG
RedaktionClaudia Tronnier (ZDF/Das kleine Fernsehspiel), Olaf Grunert (ZDF/ARTE)
Länge 92'22''

Die Rollen und ihre Darsteller

 

Sven  Samuel Koch
Christoph  Nils Hohenhövel
Louisa
Eva Nürnberg
Larry Lars Rudolph
LausMario Fuchs
Oberarzt Prof. SteffenHarald Schwaiger
BeateWieslawa Wesolowska
Pastor
Bastian Trost

Inhalt
Christoph beginnt sein Freiwilliges Soziales Jahr als persönlicher Betreuer des 28-jährigen Sven, der an Muskeldystrophie leidet und in einem Heim lebt. Als die beiden sich anfreunden, vertraut Sven Christoph ein Geheimnis an, das Christoph in einen schweren Gewissenskonflikt bringt.

Der 28-jährige Sven leidet unter Muskeldystrophie und lebt seit mehreren Jahren in einem Pflegeheim. Da sein Pflegebedarf steigt, wird ihm Christoph als persönlicher Betreuer zugeteilt. Christoph sprüht vor Enthusiasmus, doch Sven will seine Hilfe gar nicht. Obwohl er sich kaum allein bewegen kann, hat er im Heim einen Mikrokosmos erschaffen, den er souverän lenkt, trotz unerfüllter Bedürfnisse und dem Wissen, dass er bald sterben wird.

Christoph kann kaum etwas für ihn tun, und Svens Humor wirkt fremdartig und bedrohlich. Mit der Zeit jedoch lässt Christoph sich von Svens Charme mitreißen, und eine echte Freundschaft entsteht.

Die Geschichte, die von einer wahren Begebenheit inspiriert ist, umfasst eine Zeitspanne von zwei Wochen. Sie kreist um die Frage nach der Gültigkeit von Richtig und Falsch vor dem Hintergrund extremer Lebensumstände. Vor allem jedoch handelt die Geschichte von der Freundschaft zweier Außenseiter.

Statement von Eibe Maleen Krebs
Mich inspirierte eine wahre Begebenheit, die weit zurück liegt. Durch persönliche Gespräche mit betroffenen Personen war mir klar, dass ich daraus etwas ganz Eigenes entwickeln wollte. Von außen betrachtet ist es immer leicht, eine Tat zu verurteilen. Doch was passiert, wenn man mitten  in der Situation steckt und emotionale Bindungen aufgebaut hat? Ich wollte den Film so erzählen, dass es um Freundschaft und wirkliche Nähe geht. Von einem Kosmos, der abgeschnitten ist von den gängigen Konventionen und Maßstäben. Mir liegt es fern, über Richtig und Falsch zu urteilen. Vielmehr hat mich die künstlerische Überhöhung gereizt.[…] Die Geschichte sollte hinter geschlossenen Türen stattfinden. Christoph, der FSJ-ler, sollte in die Lebenswelt des schwerkranken Sven reingezogen werden. Sven hat sich über Jahre hinweg einen eigenen Kosmos in seinem Zimmer erschaffen, alles ist auf ihn ausgerichtet. Sein Zimmer ist privat, kein Krankenzimmer. Zunächst empfindet Christoph den Raum wie einen Käfig, in dem er mit einem Sonderling eingesperrt ist. Nach einiger Zeit gewöhnt er sich an Sven, eine Freundschaft entsteht, auch der Raum wirkt nun deutlich vertrauter und angenehmer. Der Raum unterstreicht Svens physisch fast bewegungslose Situation. Ich wollte aber auch, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer wie Christoph nicht aus der Situation fliehen können.

 

Preise
Max Ophüls Preis 2018 – Preis der deutsch-französischen Jugendjury

 

Biografien

Eibe Maleen Krebs (Buch und Regie)

Eibe Maleen Krebs wurde 1982 in Hamburg geboren. Nach dem Abitur begann sie 2003 ein Fotografie-Studium an der HAW Hamburg in der Fachrichtung Kommunikationsdesign, das sie 2008 mit der Diplomarbeit "Haus Vogelsang" abschloss. Dafür begleitete sie ein halbes Jahr lang deutsche Auswanderer in Australien. Aus diesem Abschlussprojekt entstand auch ein Fotobuch sowie ihr erster Dokumentarfilm, "Looking Forward – Looking Back". Seitdem ist Krebs als freie Fotografin und Regisseurin tätig. 2010 folgte ein Filmstudium an der HFBK Hamburg, das sie 2014 mit dem Dokumentarfilm "Vom Hören Sagen" abschloss. Für die Entwicklung ihres Spielfilmdebüts, das in Zusammenarbeit mit dem Kleinen Fernsehspiel entstand, erhielt Krebs 2014 als erste Regisseurin überhaupt das neu gegründete Wim-Wenders-Stipendium. Krebs kuratiert zudem seit sechs Jahren zusammen mit einer Künstlergruppe das inklusive Kurzfilmfestival KLAPPE AUF! in Hamburg.

Samuel Koch (Rolle "Sven")
Samuel Koch wurde 1987 in Neuwied am Rhein geboren.

Seit seinem sechsten Lebensjahr war Samuel Koch Kunstturner für die französische und die 2. deutsche Liga. Bereits im Alter von zwölf Jahren erhielt er Schauspielunterricht. Es folgten erste kleinere TV-Auftritte. Während seiner Schulzeit entwickelte er mehrere Kurzfilme, in denen er auch selbst mitspielte.

Nach einem Unfall in der Sendung "Wetten, dass ..?" im Dezember 2010 wurde Samuel Koch im Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil rehabilitiert. Zwei Monate zuvor hatte er ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover begonnen, das er im Juli 2014 mit dem Diplom abschloss. Seit September 2014 ist er Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt und spielte unter anderem Hauptrollen in "Faust", "Hiob" und "Prinz von Homburg", wofür er von der Zeitschrift Theater heute als Bester deutscher Nachwuchsschauspieler nominiert wurde. Es folgten erste Rollen in Kinofilmen und Fernsehproduktionen. In "Draußen in meinem Kopf" spielt Koch seine erste Hauptrolle in einem Kinofilm. Samuel Koch ist zudem Autor zweier Bücher: "Zwei Leben" avancierte zum Spiegel-Bestseller und erhielt 2012 den Medienpreis "Goldener Kompass". Im September 2015 veröffentlichte er den zweiten Bestseller, "Rolle vorwärts", der in der Kategorie "Sachbuch und Ratgeber" die Silbermedaille beim Leserpreis gewann.

Fotos

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über

https://presseportal.zdf.de/presse/shootingstars

Weitere Informationen

Impressum

ZDF Hauptabteilung Kommunikation
Presse und Information
Verantwortlich: Alexander Stock
E-Mail: pressedesk@zdf.de
© 2019 ZDF

Ansprechpartner

Name: Cordelia Gramm
E-Mail: gramm.c@zdf.de
Telefon: (06131) 70-12145