Terra X: Faszination Erde - mit Dirk Steffens

Drei neue Folgen

"Faszination Erde": In drei neuen Folgen erkundet Dirk Steffens die artenreiche Vielfalt Makaronesiens, beleuchtet die besondere Bedeutung der Tiere für die Menschheit und erforscht die mysteriöse dunkle Welt unter der Erde.

  • ZDF, Ab Sonntag, 21. Februar 2021, 19.30 Uhr
  • ZDF Mediathek, Ab 17. Februar 2021, jeweils mittwochs vor TV-Ausstrahlung

    Texte

    Makaronesien: Oasen in der blauen Wüste (21. Februar 2021, 19.30 Uhr)

    Autoren: Elisabeth zu Eulenburg, Dr. Iris Zink

    Redaktionsleitung: Christiane Götz-Sobel

    Länge: 45 Minuten

     

    Eine Inselwelt, die ihresgleichen sucht: Kanaren, Azoren, Madeira und Kapverden. Ihre faszinierende Vielfalt verdanken die Inseln einer einzigartigen gemeinsamen Geschichte. Die Inseln Makaronesiens haben alle den gleichen Ursprung: Hotspot-Vulkanismus. Über viele Millionen Jahre sind sie in den Weiten des Atlantiks zu Oasen für das Leben geworden. Dirk Steffens entdeckt auf seiner Reise Tiere und Pflanzen, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Die Erkundung Makaronesiens – der "glücklichen Inseln" – führt ihn zu einem Abenteuer, das selbst für ihn völliges Neuland ist.

    Wer diese Inseln verstehen will, fängt am besten ganz tief unter Wasser an. So begibt Dirk Steffens sich in die Hände der Tiefseepioniere Kirsten und Joachim Jakobsen. Sie haben die "Lula 1000" konstruiert, eines von nur zehn bemannten U-Booten auf der Welt, das mehr als 1000 Meter tief tauchen kann. Gemeinsam mit ihnen fährt der Naturforscher in die dunkle Tiefe des Meeres und sieht Lebewesen, die er und sogar die Jakobsens noch nie gesehen haben. Je näher sie dem Sockel der Insel Madeira kommen, desto mehr tobt das Leben.

    Das Meer um die Makaronesischen Inseln ist so artenreich, dass viele Wale dort auf ihrer Reise durch die Weltmeere Station machen. Einige Grindwal-Familien haben sogar ihre ursprünglichen Wanderrouten aufgegeben und leben nur noch hier – in der Inselwelt Makaronesiens. Dirk Steffens begleitet Walforscher, denen die stationär lebenden Wale noch immer Rätsel aufgeben.

    An Land zeigt jede Insel ein eigenes Gesicht: Es gibt mehr als 3000 Meter hohe Gipfel, extrem trockene Wüsten und subtropische Wälder. Die Wälder bergen einen besonderen Schatz. Inmitten des Atlantiks hat hier eine Natur überlebt, die in Europa schon seit mehr als zwei Millionen Jahren verschwunden ist. Denn im milden ozeanischen Klima konnten Pflanzen und Tiere auf den Inseln die letzten Eiszeiten überleben. Sie beherbergen daher zahlreiche endemische Arten und eine Art botanischen "Jurassic Park".

    Auf den Kanaren und der Blumeninsel Madeira ist dieser Urwald besonders gut erhalten. Dirk Steffens erlebt einen mystischen Zauberwald, der sich täglich in einen märchenhaften Nebel hüllt. Er entdeckt drei Meter hohen Löwenzahn und lebende Fossilien wie den Stinklorbeer, der seinen Namen zu Recht trägt, wie er feststellt.

    Dirk Steffens kommt dem Ursprung der Vielfalt des Insellebens auf die Spur. An den steil abfallenden Klippen der Ponta de São Lourenço spürt er eine unsichtbare Kraft: den Passatwind. Mit dem Wind kamen und kommen bis heute Samen und Insekten viele hundert Kilometer bis zu den abgelegenen Inseln. Hier nehmen sie dann allerdings eine ganz eigene Entwicklung.

    Auf der Wüsteninsel Deserta Grande findet Dirk Steffens mithilfe von Forschern eine der seltensten Spinnen der Welt: die Deserta-Wolfsspinne. Weil das Tier, das ursprünglich vom europäischen Festland stammt, hier kaum Feinde hat und das Nahrungsangebot reichhaltig ist, wurde die Spinne über viele hunderttausend Jahre immer größer. So groß, dass sie sogar die Eidechsen der Insel jagen und töten kann. Hier ist die Wolfsspinne die Königin der Nahrungskette. Ein klassisches Beispiel für Insel-Gigantismus und nur eines der vielen kleinen Wundern der Evolution, die Makaronesien zu bieten hat. Fast jede Insel beherbergt ihre eigenen "Überlebenden der Eiszeit". Und noch längst sind nicht alle Geheimnisse erforscht.

    Doch manche Schätze der Oasen im Atlantik sind in Gefahr. Die Eingriffe des Menschen waren und sind oft fatal für das fragile Gleichgewicht der Natur. Ein Großteil der geheimnisvollen Nebelwälder wurde schon gerodet. Und die Lichter des Menschen lassen junge Seevögel unter Straßenlaternen stranden, die sich bei ihren Routen auf das Licht des Mondes verlassen.

    Inzwischen hat man erkannt, wie einzigartig und schützenswert die Natur ist. Heute gibt es vielerorts Naturschutz-Initiativen, damit die makaronesischen Inseln das bleiben, was sie bisher waren: Oasen inmitten der blauen Wüste.

    Tiere, die Geschichte schreiben (28. Februar 2021, 19.30 Uhr)

    Autoren: Eva-Maria Rauert, Nora Bergenthal

    Redaktionsleitung: Christiane Götz-Sobel

    Länge: 45 Minuten

     

    Die Rolle des Menschen für den Lauf der Welt ist weniger bedeutsam, als es oft erscheint. Dirk Steffens zeigt die wahren Helden: Ohne Tiere wären viele Geschichten des Lebens anders verlaufen. Ganze Zivilisationen verdanken ihre Entwicklung Rindern. Auf dem Rücken von Pferden entstanden Weltreiche. Aus Feinden, aus Wölfen, wurden beste Freunde, die Hunde. Tiere haben den Menschen bedroht – und vorangebracht. Sie haben das menschliche Leben geprägt.

    Eine der größten Revolutionen in der Geschichte der Menschheit ist untrennbar mit Tieren verbunden: Hunderttausende Jahre lang waren unsere Vorfahren von Wildtieren abhängig, um zu überleben. Das änderte sich erst, als die Menschen begannen, Tiere zu zähmen. Anstatt sie zu jagen, nahmen sie Jungtiere zu sich und zogen sie auf. So wurden aus Jägern und Sammlern allmählich Bauern und Hirten.

    Die Domestizierung wilder Arten bereitete den Weg in eine moderne Welt. Sie erlaubte es einer Bevölkerung, zu wachsen und ersten Zivilisationen entstehen zu lassen. Aus wehrhaften, mächtigen Auerochsen mit gewaltigen Hörnern wurden zahme Kühe. Die Tiere lieferten nicht nur Fleisch und Milch, sie brachten die Landwirtschaft maßgeblich voran, indem sie Pflug und Karren zogen. Die jahrtausendelange gemeinsame Geschichte veränderte jedoch nicht nur das Vieh, sondern sogar das Erbgut von Menschen.

    Der älteste Begleiter, einst ein Raubtier, wurde zum treuesten Gefährten des Menschen: der Hund. Wohl kaum einem anderen Tier fühlen sich Menschen so tief verbunden. Kein anderes Tier wurde durch Zucht stärker verändert. Dass die Domestizierung des Wolfes überhaupt erfolgreich war, ist außergewöhnlich. Denn der Urvater des Hundes gilt noch heute als gefährlich, aggressiv – und wird als Konkurrent angesehen. 

    Wie sähe eine Welt ohne Pferde aus? Schon seit frühester Zeit haben Menschen Pferde genutzt, um neue Reiche zu erobern. Dschingis Khan wäre es ohne seine Pferde niemals gelungen, ein  so ausgedehntes Weltreich aufzubauen. Kein anderes Tier ist derart mit der Kriegskultur und der Eroberung von Ländern verbunden wie das Pferd – bis in die Neuzeit. 

    Aber es gibt auch Tiere, die auf die Weltgeschichte einen negativen Einfluss hatten: Ratten und andere Nagetiere sind das natürliche Reservoir des Pest-Erregers. Der Schwarze Tod löschte im Mittelalter große Teile der Bevölkerung aus. Ratten haben als Krankheitsbote  eine unrühmliche Geschichte geschrieben.

    Katzen zählen zu den Haustieren, die heute noch im Verhalten stark ihrer wilden Verwandtschaft ähneln. Auch Hauskatzen sind in erster Linie Raubtiere. Sie gelten dort, wo sie von Menschen eingeschleppt wurden, als eine der schlimmsten invasiven Arten der Welt. Dramatisch ist die Situation in Neuseeland: In diesem Land, in dem es ursprünglich keine Säugetiere gab und sich die Vogelwelt ganz unabhängig von räuberischen Feinden entwickeln konnte, bereitet die Invasion der Katzen besondere Probleme. Viele heimische Vogelarten, wie der Kiwi, sind Laufvögel und haben gegen die Räuber keine Chance.

    Ein Tier beeinflusst die Weltgeschichte bis heute – und vermutlich auch noch in Zukunft – auf positive Weise: die Maus. Diesem Tier verdanken viele von uns ihr Leben. Unzählige Medikamente würde es ohne Mäuse nicht geben. Sie sind Helden der Medizingeschichte. Doch Tierversuche sind umstritten. Es gibt einen breiten Konsens, sie so weit wie möglich zu ersetzen. Doch wo sie heute noch unverzichtbar sind, sollte man es den Labormäusen so angenehm wie möglich machen. Dirk Steffens besucht eine Forscherin, die sich für das Wohlergehen von Versuchstieren einsetzt. Weiße Schokolade spielt dabei eine zentrale Rolle.

    Auf seiner Reise durch die Weltgeschichte der Tiere zeigt sich für Dirk Steffens: Ohne die Tiere, die auf besondere Weise Geschichte schrieben, würde die Welt heute anders aussehen.

    Im Sog der Unterwelt (7. März 2021, 19.30 Uhr)

    Autoren: Dr. Sabine Armsen, Hanna Kotarba

    Redaktionsleitung: Christiane Götz-Sobel

    Länge: 45 Minuten

     

    Unter der Erde liegt eine andere Welt: dunkel, fremd und still. Dirk Steffens wagt sich in die Unterwelt und entdeckt, dass die Menschheit ihr mehr verdankt als geahnt. In vielen Kulturen gilt die Unterwelt als ein Ort des Grauens, das Reich der Toten, als Hades. Und doch ist der Mensch auch fasziniert vom Verborgenen, von unterirdischen Räumen, Höhlen und Schächten. Zu Recht, denn darin verbirgt sich auch der Ursprung unserer Kultur.

    Bis heute bietet die Unterwelt Raum für neue Entdeckungen. Kaum zwei Jahre ist es her, dass Forschende in Nordrhein-Westfalen den Eingang zu einer Höhle fanden, die seither als die größte des Rheinlands gilt. Tief im Inneren des sogenannten "Windlochs" fanden sie Kristallformationen, die weltweit ihresgleichen suchen. Deren Entstehungsgeschichte zeugt von besonderen Bedingungen, die nur in der Unterwelt zu finden sind.

    Die ewige Finsternis inspiriert seit jeher zu Geschichten über Fabelwesen, die in Höhlen leben. In Europa sind das zumeist Drachen, furchterregende Kreaturen, die ausfliegen, um Tod und Verderben zu bringen. In Slowenien glaubten die Menschen, sogar Beweise für ihre Existenz zu haben. Nach Unwettern spülten die angeschwollenen Bäche gelegentlich etwas aus den Höhlen, das sie für die Brut der Drachen hielten. Dirk Steffens besucht die berühmten Höhlen Sloweniens und entdeckt die wahren "Drachenbabys": Grottenolme.

    Die Höhlen Sloweniens gehören zu einer Region, in der die Höhlenforschung einst ihren Anfang nahm: Die Geologie im Hinterland der italienischen Stadt Triest weckte schon im 19. Jahrhundert das Interesse der Forscher. Damals hatte Triest ein Problem: Es gab nicht genug Wasser für die wachsende Bevölkerung. Obwohl es in der Region ausreichend regnet, versickert das Regenwasser schnell, ganze Flüsse verschwinden im Untergrund. Die Ursache: Das Gestein verhält sich sonderbar in Kontakt mit Wasser. "Il Carso", der Karst, hat dem geologischen Phänomen seinen Namen gegeben: Verkarstung.

    Auch in Deutschland geht mancherorts Seltsames vor im Untergrund. Südlich des Harzes bricht mehrmals im Jahr buchstäblich der Boden auf, Tonnen an Erde stürzen in meterbreite Löcher. In der Region wird seit Jahrhunderten Bergbau betrieben, doch diesen trifft keine unmittelbare Schuld. Über einen stillgelegten Schacht fährt Dirk Steffens in die Tiefe und entdeckt nicht nur den Grund für die Erdfälle, sondern eine Unterwelt, in der Alabasterblumen blühen.

    Millionenalte Erdschichten wecken seit Jahrtausenden Begehrlichkeiten: Was an der Oberfläche verwittert, bleibt im Untergrund erhalten. Im Salzbergwerk Borth überzeugt sich Dirk Steffens selbst von den Ausmaßen, mit denen der Mensch die Unterwelt ausbeutet. Minerale, Metalle und fossile Brennstoffe sind die Grundlage der modernen Zivilisation. Immer tiefer dringt der Mensch auf der Suche nach diesen Schätzen in die Unterwelt – eine Goldmine in Südafrika reicht bereits 4000 Meter tief. Doch hier stoßen Technik und Mensch an Grenzen, die an die fantastischen Erzählungen von feuerspuckenden Drachen erinnert: Hitze.

    Die Unterwelt mag lebensfeindlich scheinen, doch wer die Finsternis nicht scheut, für den kann sie ein Schutzraum sein. Die wohl bekanntesten Höhlenbewohner sind Fledermäuse. Mit ihren für die Nacht perfektionierten Sinnen konnten sie wie kaum ein anderes Lebewesen die Unterwelt für sich erobern. In den Höhlen Borneos sind sie damit so erfolgreich, dass sie ihre Wohnhöhlen sogar selbst ausgestalten.

    Im steinzeitlichen Europa boten Höhlen den frühen Menschen Schutz vor Raubtieren und der Kälte der Eiszeit. Dabei haben sie etwas hinterlassen, das uns bis heute staunen lässt: Malereien. Die Kunstwerke der Steinzeit finden sich hunderte Meter tief in Höhlen, weit jenseits der bewohnten Bereiche. Die Räume sind oft nur schwer zugänglich. Es scheint unseren Vorfahren ein Bedürfnis gewesen zu sein, sich an solch magischen Orten tief in der Unterwelt zu verewigen. In der Höhle von Lascaux in Frankreich bewundert Dirk Steffens die Jahrtausende alten Malereien und erlebt die besondere Atmosphäre der Unterwelt, in der die Rhythmen der Natur nicht zu gelten scheinen. Vielleicht waren es Orte wie diese, an denen die kulturelle Entwicklung ihren Anfang nahm.

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